Surefire Invictus UB3T

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cugar

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Bernd Auler vom http://www.flashlightshop.de hat uns eine Surefire UB3T Invictus
zum Testen überlassen. Vielen Dank! Eine Lampe, die knapp 700 Euro kostet, hat man auch nicht jeden Tag in der Hand :). Hat Spaß gemacht!

Zur Diskussion gehts hier lang: http://www.messerforum.net/showthread.php?t=101835

--- snip ---

Die Surefire "Invictus" hat einen weiten Evolutionsweg hinter sich. Ursprünglich war es eine kleine nette 2xCR123 Lampe :D

Die Invictus wurde als "UB2 Invictus" 2008 im SF Katalog geführt. Das war eine Lampe zwischen 2-400 Lumen mit 2 CR123. Die Lampe wurde dann aber ~1 Jahre später offizell gecancelt. http://i95.photobucket.com/albums/l153/sioncool/Temporary%20Album/SUREFIREUB2InvictusUB2-BK-WH.jpg

Im nächsten Schritt kam dann die UB3 mit 3xCR123, mit einem schlanken Kopf. Die UB3 war im 2009er Katalog. Auch diese wurde nie auf den Markt gebracht: http://www.fotonmag.cz/wp-content/uploads/2009/03/surefire-ub3-invictus2.jpg

Erst die UB3T, die im 2010er Katalog war kam dann auch, ein Jahr später.

Die Surefire UB3T Invictus ist eine mit 3 CR123 betriebene Lampe,
die mit 800 Lumen max. und 2 Lumen Low einen weiten Bereich abdeckt.

DSC_7625.jpg


Technische Daten (Herstellerabgaben):

  • Maximale Helligkeit 800 Lumen, 1,7 Stunden Laufzeit (bis Helligkeit unter 50 Lumen fällt)
  • Minimale Helligkeit 2 Lumen, 84 Stunden Laufzeit
  • Betrieb mit 3x CR123 Lithium Batterien
  • Helligkeit mit Drehring am Lampenkopf in 8 Stufen einstellbar
  • Zusätzlich Strobe, SOS Modus, AUS-Position am Drehring (Sicherung gegen versehentliches Einschalten)
  • Ladestandanzeige mit kleiner LED im Batteriekopf
  • Lampenkopf mit TIR Linse für großen throw
  • Lampenkörper Aluminium, Mil-Spec Hart-Anodisierung (schwarz)
  • Wassergeschützt durch O-Ringe/Dichtungen
  • Combat Griff
  • Tactical Max-Blast Endkappenschalter (Erklärung im review)

Die Lampe ist mit 235mm Länge und einem Kopfdurchmesser vom 63mm
für ihre Leuchtkraft noch recht kompakt, wenn auch nicht mehr Hosentaschen tauglich.

DSC_76451.jpg


In die Seitentasche einer Cargohose, oder der Innentasche meiner Jacke geht sie noch rein.
Mit 365 Gramm ist die Invictus nicht schwerer als manches Fixed.
Das hart-anodisierte Flugzeug Aluminium kennt man auch von anderen Surefire Lampen,
und ist ein bewährtes Material. Die Anodisierung ist gleichmäßig Schwarz und ohne Fehler.

DSC_7638.jpg


Am Batterierohr ist sie mit 21mm schlank, und lässt sich sehr angenehm greifen.
Die Leuchtstufen sind über einen Selektorring wählbar, der sich mit 44mm Durchmesser auch
gut mit Handschuhen bedienen lässt.

Der Drehring am Lampenkopf der UB3T hat 11 Stufen. Am linken Anschlag off, dann SOS, 8 Helligkeitssrufen
von min to max und am rechten Anschlag den Strobe-Modus.

DSC_76261.jpg


Tactical Max-Blast Endkappenschalter

Diesen Schalter kennen manche vielleicht schon von dem L1/L2 Lx2 Modellen. Ein zuverlässiger einfach zu
bedienender Schalter, der gerade für Polizei und Sicherheitsdienste eine gute Wahl ist. Ist ein Momentary-Push/Twisty,
womit dann für die meisten entgültig alles unklar ist ;). Das System dahinter ist simpel:

1. Endkappenschalter fest auf den Body geschraubt:
- Bedienung nur über den Drehring
- Die Stellungen Aus, SOS, Strobe schalten jeweils Aus, SOS und Strobe :)
- In den unterschiedlichen Helligkeitsstufen schaltet die Lampe aber immer auf max

2. Endkappenschalter etwas raus geschraubt
- Lampe ist im Modus Dauerlicht
- Ein/Aus über den Drehring
- Helligkeitsstufen können mit dem Drehring durchgeschaltet werden
- Egal, welche Helligkeitsstufe man wählt: Drückt man den Endkappenschalter durch, geht die Lampe
auf max (gilt nicht für Stellung Strobe/SOS)

3. Endkappenschalter noch weiter raus gedreht
- Lampe ist im Modus Momentlicht
- Bei leichten Drücken wird die eingestellte Stufe gewählt
- Drückt man den Schalter durch, ist man wieder auf max (also so, wie unter 2, nur eben Momentlicht)
- Stellung "Aus" am Drehring als Sicherheit gegen vorübergehendes Einschalten

Ist pfiffig gemacht. Neben der Fraktion der Endkappenschalterbediener gibts ja noch die, die gerne eine Lampe
ausschliesslich vorne am Kopf schalten und bedienen möchten und kein momentary on wollen -> Endkappenschalter
in mittlere Position, fertig. Dann hat man alle Stufen uns aus auf dem Drehschalter.

Oder eben taktisch, mit momentary on -> Schalter weiter rausdrehen. Und egal, welche Helligkeit ich gerade vorgewählt
habe, brauche ich schnell viel Licht, drücke ich einfach den Schalter weiter. Nix drehen, Stufen klicken, nachdenken - einfach drücken.

So sieht der Schalter von innen aus.

DSC_7639.jpg


Eine gute Sache ist auch die von Surefire Fuel-Gauge genannte kleine Led im Lampenkopf, die den Zustand der Batterien anzeigt

DSC_7653.jpg


Die Gewinde sind so wie man es von Surefire kennt, sauber gearbeitet, und passen gut.
Eine Abdichtung erfolgt über O-Ringe.

DSC_7655.jpg


Mit ein bisserl Kraft, lässt sich die UB3T mit einer Hand bedienen. Der Drehring läuft satt, da wackelt und ruckelt nichts und
die einzelnen Stufen rasten satt ein.

DSC_7657.jpg


Grössenvergleich mit der Inova T4.

Invictus-61.jpg


Und ner Palette anderer Surefire Lampen

DSC_7641.jpg


EDC Kombi? :)

Invictus-7.jpg



800 Surefire Lumen sind ein Wort, und beeindrucken nicht nur Lampen Newbies,
beim abendlichen leuchten über ein Feld im Rahmen eines MF Treffens sind erfahrenen
Taschenlampen Freaks die Kiefer aufgeklappt wie man das sonst nur bei kleinen Kindrn vorm Christbaum sieht. :D
Durch die Tiros Optik entsteht ein gut nutzbarer Beam, der auch noch guten Sidespill hat,
ein „Tunnelblick“ wie bei man anderen Throwern entsteht nicht.

Meine Beamshots zeigen das hoffentlich etwas, auch wenn mir der Thrower zum Vergleich fehlt.
600 Lumen XM-L Dropins verlieren sich hoffnungslos in nichts, beim Versuch weiter zu leuchten.
Die olle Inova T4 schlägt sich noch ganz gut, muss aber bei grösseren Entfernungen auch passen.
Diese Aussagen beziehen sich auf Beamshots, das Auge kann da mehr sehen.

Fazit: Geil, Geil, Geil!

DSC_7647.jpg


Beamshots

Invictus immer im Vergleich zur Inova T4, die hellere Lampe ist die Invictus.
Wer den Unterschied nicht sieht, sollte zum Augenarzt. :D
Pumpstation von vorne.

BS_Invictus_1.jpg


BS_Inova_T4_1.jpg




Pumpstation von hinten.

BS_Invictus_3.jpg


BS_Inova_T4_3.jpg




Baum in gut 100 Metern, hier kommt die T4 nicht mehr mit, die Kameraeinstellung wäre bei der Invictus zu hell,
wenn die T4 noch gut dargestellt würde.
Hier täuscht aber das Bild, das Auge sieht bei der T4 mehr, "regelt" aber bestimmt nach.
Was ich der Kamera in M ja nicht gestatte.

BS_Invictus_2.jpg


BS_Inova_T4_2.jpg


Alex
 
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grinsefalle

Premium Mitglied
Nachdem die technischen Daten der Invictus schon genannt wurden und sie auf sensationellen Bildern zu bewundern ist, geht es nun darum, wie sie sich im Alltag schlägt - genauer gesagt im Polizeialltag.

Die ersten Meldungen zur Invictus waren schon vor Jahren in diversen Foren zu lesen, damals waren die Invictus und die Optimus in Planung. Was nach langer Zeit der Entwicklung letztendlich auf den Markt kam, darf nun gekauft werden - für ordentlich viel Geld.

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Die Bedienung der UB3T ist einzigartig, mir fällt keine zweite Lampe ein, die dieses Konzept vorweisen kann. Sie ist multifunktionell und trotzdem völlig streßsicher.
Wer die Endkappe nicht festschraubt, hat nur Momentlicht. Passt.
Ein leichter Druck bringt die Lichtmenge, die man am Drehring eingestellt hat. Im Stress, wenn die Feinmotorik versagt, drückt man einfach voll auf den Schalter und man hat die 100% Leistung zur Verfügung (oder aber Strobe, wenn der eingestellt ist). Kein Verklicken, keine Fehlbedienung, absolut einfach, ohne böse Überraschungen. Das ist genial!

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Die Leistung ist bemerkenswert. Von 2 Lumen zum Orientieren bei Nacht und Lesen von Dokumenten, bis hin zu 800 Lumen, die mit der Optik sehr effektiv ins Ziel gebracht werden. Junge Mitmenschen, die bei Dunkelheit einen Zaun zum Freibad überstiegen haben und sich dort nun vergnügten, blieben wie angewurzelt stehen, als der konzentrierte Lichtstrahl mit 800 UB3T-Lumen sie traf. Die Szene erinnerte an ein Reh, das im Lichtkegel des Auto-Fernlichts steht und ganz erschrocken ins Licht blickt. Beeindruckend :) Wieder hat sich gezeigt, dass Licht ein nicht zu unterschätzendes Einsatzmittel ist. Der Lichtkegel der Invictus ist auf Reichweite ausgelegt. Allerdings ist der Lichtstrahl durch die TIR-Optik in meinen Augen deutlich brauchbarer als der Lichtkegel von Lampen, die mit asphärischen Linsen arbeiten. TIR bietet zumindest noch soviel Streulicht, um den extremen Tunnelblick einer (fokussierbaren) Lampe mit asphärischen Linsen zu verhindern.

Ein Punkt jedoch ist mir noch nicht ganz klar: Was ist die Zielgruppe der Invictus, für wen wurde sie gebaut?

Für Such- und Rettungsmissionen ist der Lichtkegel geeignet und die Helligkeit ausreichend. Allerdings ist die Laufzeit mit 100% Leistung für derartige Einsätze eher gering, die Bestückung mit CR123 geht schnell ins Geld.

Die einfache Bedienung mit der "immer und sofort 100% Funktion" ist für taktische Einsätze gut geeignet. Kleines Licht für die Orientierung, sofortige Lichtüberlegenheit bei Täterkontakt. Allerdings ist der Kopf recht groß, ein passendes Holster ist schwer zu finden. Wenn der SWAT-Beamte das Ding also in der Hand hält, wo steckt er es hin, wenn die Hand anderweitig gebraucht wird? Bedingt durch die Länge, den großen Kopf und die Gewichtsverteilung ist das Wegstecken zB in die Oberschenkeltasche der Hose auch so eine Sache.

Die Bedienung ist auch für den Polizeialltag geeignet, der Lichtkegel mit Einschränkungen auch noch (hier wäre etwas mehr Streulicht wünschenswert). Jedoch stellt sich auch hier das Problem des Führens. In der Einsatztasche lässt sie sich natürlich mittragen, allerdings verschenkt man dann Potential. Um sie ständig am Mann tragen zu können, fehlt (noch) eine gute Holsteroption - falls ein ständiges Tragen überhaupt möglich ist. Bei den vollgeladenen Einsatzgürteln und den engen Dienstfahrzeugen kann so ein großer Kopf stören und im Weg umgehen. In meiner Test-Schicht lag die UB3T in der Türablage und ging dann jedesmal in der Hand mit nach draussen. Da muss sie aber in der Hand bleiben, denn wegstecken ist z.T. schwierig und ein echter Wegrollschutz ist auch nicht vorhanden.
Und ob der Dienstherr eine 700-EUR Lampe ersetzt, die im Dienst zu Bruch ging, wage ich zu bezweifeln.


Fazit:
Philosophisch ausgedrückt: Die Invictus will alles können, macht ihre Sache gut, ohne aber zu wissen, wer sie eigentlich ist.

Aufgrund des Preises von 700 EUR und der genannten Einschränkungen ist sie - ganz nüchtern gesehen - keine Empfehlung als 24/7 Einsatzlampe im Polizeialltag.
Lässt man neben der reinen Vernunft auch noch Bauch, Irrsinn und Begeisterung zu, so ist das Verlangen nach der Invictus absolut nachvollziehbar!
 
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Dischn

Premium Mitglied
AW: Surefire Invictus Arbeitsthread

Laufzeittest und andere Messungen


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Dieser Laufzeittest wurde mit 3 frisch aus der Blisterverpackung entnommenen Panasonic CR123A Batterien auf der "Max" Einstellung erstellt.

Temparaturverlauf:
  • 0 Minuten 22°
  • 20 Minuten 34°
  • 30 Minuten 44°
  • 40 Minuten 48° ab hier mit Ventilatorkühlung (im Nachhinein gesehen unnötig, da die Leistung hier schon stark abfällt)
  • 50 Minuten 28°

Stromaufnahme bei Max: ca.: 1,66 A (Tailcap)

Throwleistung:

Max: 50.000 lux/1m

Der Beam besteht eigentlich nur aus Hotspot der deutlich größer ausfällt als bei den meisten anderen Throwern mit minimalem Spill.
Im äußerem Drittel der Hauptlichtfläche konnte ich noch über 34.000 lux/1m messen.

Persönliches Fazit:

Das Beste was ich in Sachen Thrower in der Hand hatte. Hier wird kein Emitter in der Ferne abgebildet, sondern es wir durch eine aufwändig gestaltete Fresnellinse eine sehr brauchbare Lichtfläche mit steigender Helligkeit zum Zentrum projeziert. Für diese Leistung ist auch die Größe noch als handlich zu bezeichnen. Ob man die vielen Leuchtstufen bei einem Reinrassigen Thrower braucht ist Geschmacksache. Mir würde die deutlich billigere zweistufige M3LT, die in der neuesten Version auch 800 Lumen hat reichen.
Referenz bei den handlichen Throwern. Leider hat so etwas seinen Preis.
 

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