Stumpfe Messer in Kydexscheiden???

Hocker

Mitglied
Hi Leute,
nachdem ich die Kydexscheide meines F1 (siehe Thema im gleichen Forum) über den grünen Klee gelobt habe, beschleicht mich ein schlimmer Verdacht.
Obwohl ich das Messer noch gar nicht richtig benutzt habe hat es bereits seine Schärfe verloren - und es war sehr scharf - , anscheinend nur durch das ziehen und wieder verwaren in der Scheide.
Könnte das vom Kydex kommen???

Gruß Hocker

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Ritze, ratze, voller Tücke schneid' der Hocker eine Lücke....
 

Andreas

Mitglied
Wenn der verlust der Schärfe an dem Ziehen und Verwaren liegen sollte, dann müßtest Du an der Kydex-Scheide Schneidspuren der Klinge sehen. Vom Verlust der Schärfe durch Lagerung in einer Kydex-Scheide habe ich bisher noch nichts gehört. Bei meinen beiden Messern mit Kydex-Holster (Klinge aus D2 und RWL34) ist weder durch Lagern noch durch Ziehen und Verwahren des Messers eine "Abstumpfung" festzustellen.

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Andreas
Messerforum.net Co-Administrator
 
Wohnst Du vielleicht oder lagerst Du Dein Messer in einer Pyramide? Ich habe gelesen das dort Messer von alleine stumpf werden...
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Pablo Escobar
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Andreas

Mitglied
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Wie Feuchtigkeit im Kydex??? Meine Kydex-Holster tropfen nicht
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Ähnliche Phänomene/Berichte/Hinweise gibt es auch über Lagerung von Messern (gerade bei Klingen aus Kohlenstoff-Stählen, nicht rostfreie/rostträge Stähle) in einer Lederscheide, die dann vielleicht noch Gerbstoffe enthält. Da könnte was dran sein, ist mir aber meinen Messern noch nicht so aufgefallen. Und ich lagere meine Messer alle meine Messer in der "Orginal-Scheide".


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Andreas
Messerforum.net Co-Administrator
 

gun-shot

Mitglied
Hey Pablo, ich hab gehört, die werden da nicht stumpf, sondern scharf
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...
Vieleicht solltest du angesichts deiner Sammlung lieber in eine Pyramide umziehen
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?!

Gruß Gun

Ps: Ich bin wieder da!
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judge

Mitglied
Es kann sein, daß das Messer von alleine oxidiert und dadurch die Klinge an Schärfe verliert, das kommt aber üblicherweise nur bei niedriglegierten Kohlenstoffstählen vor, bei VG-10 unwahrscheinlich. Du lagerst dein Messer hoffentlich nicht in korrosiver Atmosphäre (Ammoniak, Säuredämpfe etc), oder? Da kann nämlich auch hochlegierter Stahl sehr schnell an der Schneide oxidieren.
Daß das Kydex selbst Feuchtigkeit (H2O)absondert, glaube ich nicht. Da würde vielleicht eher irgendein Lösungsmittel rauskommen, das in der Kydexproduktion verwendet wurde, aber das sollte dem Stahl eigentlich nichts ausmachen. Ich könnte mir eher vorstellen, daß Luftfeuchtigkeit in der Scheide kondensiert.
Wahrscheinlicher dürfte aber sein, daß sich irgendein härteres Material in der weichen Kydex-Matrix festgesetzt hat und bei jedem Ziehen als Schleifmittel wirkt. Du solltest die Scheide vielleicht einmal kräftig auswaschen oder mit Druckluft oder Dampfstrahl ausblasen, vielleicht hilft´s.
Warum niemand Scheiden baut, die mit Schrauben statt Nieten konstruiert und somit zum Reinigen zu zerlegen sind, ist mir nicht klar. Wäre doch praktisch.
Das mit dem Leder kann ich bestätigen. Bei Lederscheiden wenn möglich darauf achten, daß sie "pflanzlich gegerbt" sind, da sind weniger korrosive Rückstände drin, außerdem auch keine giftigen Schwermetallverbindungen (Chrom etc.).

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judge
"Every tool is a weapon if you hold it right" - Ani Difranco

[Dieser Beitrag wurde von judge am 15.01.2001 editiert.]
 

Elias

Mitglied
Hallo Hocker,
Mir ging es vor ein paar Jahren mit meinem
Appelgate AF 1 genau so...
Nach ein paar Tagen, in denen ich es nur aus der Kydexscheide gezogen habe um es anzuschauen, war es schon erheblich stumpfer
geworden.
Ich habe dieses messer aufgrund der "Unverwechselbaren Böker Qualität" noch 2x umgetauscht ( aber nicht wegem der sache mit dem Kydex)und jedesmal das selbe Festgestellt.
Bei meinem ColdSteel Peacemaker AUS 8 mit
Cordurascheide ist mir so etwas nicht aufgefallen und so bin ich zu dem selben schluss gekommen wie du.
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Seb

Mitglied
Mal zu der Sache mit der Pyramide... Gelesen hab ich das auch schon mal, dass die dann länger scharf bleiben... angeblich soll das auch ein grund sein, warum pharaonen in Pyramiden begraben wurden... aber is da wirklich was dran? Für mich klingt das eher nach hokuspokus... gibts da irgendwelche (semi)wissenschaftlichen Untersuchungen?

Seb
 

Tobse

Mitglied
Untersuchungen zum Thema Pyramide und Schärfe sind mir (als Physiker) nicht bekannt, ein Kollege von mir hat aber schon mal ein Pyramiden-Gestell aus Kupfer für seine Apparatur gebaut und spricht vor dem Start einer umfangreichen Messung auch gern ein Gebet/eine Beschwörung. Im eigenen Labor wurde nach dem Lesen eines Feng-Shui-Buches ein kleiner Springbrunnen installiert, und die Meßergebnisse wurden in den folgenden Monaten immer besser (egozentrisch wie ich bin, halte ich das für den Erfolg eigener Leistungen) Gelegentlich treffe ich auch Menschen, die auf die Heilkräfte von Kristallen schwören und mir von Energien und Feldern vorschwärmen. Ich halte den Großteil des esoterischen Krimskrams für Humbug und die Pyramiden für eine extrem eindrucksvolle Ingenieursleistung, die allerdings wohl mit dem Leben tausender Sklaven bezahlt wurde.

Munter bleiben,
Tobse !
 

Andreas

Mitglied
Was ist der Grund, warum man die Pharaonen in Pyramiden begraben hat?
Das sie länger scharf bleiben ?
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Das kannst Du mir nicht erzählen.

Jetzt hört mal auf mit dem esoterischen Gerede, sonst kommt noch einer auf die Idee, dass das F1 vielleicht mit einem Huhn per Vodoo verhext wurde
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Andreas
Messerforum.net Co-Administrator
 

Hocker

Mitglied
Hi Elias,
ich bewahre auch alle Messer in ihren Scheiden auf, und nur bei der F1 Kydex- Geschichte scheint es Probleme zu geben.
Hab' die Sache mit dem Filzstift auf der Schneide ausprobiert, man kann aber nicht erkennen das die Schneide irgendwo reiben würde.

Hocker <BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>Original erstellt von Elias:
Hallo Hocker,
Mir ging es vor ein paar Jahren mit meinem
Appelgate AF 1 genau so...
Nach ein paar Tagen, in denen ich es nur aus der Kydexscheide gezogen habe um es anzuschauen, war es schon erheblich stumpfer
geworden.
Ich habe dieses messer aufgrund der "Unverwechselbaren Böker Qualität" noch 2x umgetauscht ( aber nicht wegem der sache mit dem Kydex)und jedesmal das selbe Festgestellt.
Bei meinem ColdSteel Peacemaker AUS 8 mit
Cordurascheide ist mir so etwas nicht aufgefallen und so bin ich zu dem selben schluss gekommen wie du.
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[/quote]



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<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>Original erstellt von Pablo Escobar:
Wohnst Du vielleicht oder lagerst Du Dein Messer in einer Pyramide? Ich habe gelesen das dort Messer von alleine stumpf werden...
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lieber ex-medellin-mann,
die annnahme das klingen in pyramiden von selbst abstumpfen ist defenitiv falsch.
genau das gegenteil ist der fall.
legt man verderbliche gegenstände genau auf den schnittpunkt, der sich ergibt,wenn man auf hälfte der außenkanten der pyramide, im 90 grad winkel imaginäre linien nach innen zieht, dann verderben sie nicht. das gleiche
hat man mit rasierklingen ausprobiert. nach benutzung kam eine klinge in die pyramide, die andere ließ man draußen. ergebnis war, daß die pyramidengelagerte klinge mehr als doppelt so lang hielt.soweit ich weiß, hat irgend ein macker auch darauf ein patent.
warum das so ist hat man bis heute noch nicht herausgefunden.man nimmt an das dort strahlungen und kräfte neutralisiert werden.
das funktioniert auch, mit einer pyramide im
miniformat meinetwegen aus plexiglas oder sonstetwas.
gruß matthias
[/quote]
 

judge

Mitglied
Vielleicht sollte man nur noch pyramidenförmige Kydexscheiden bauen?
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Hocker,
nachdem du aufgrund des Filzstiftes Berührungspunkte der Schneide mit der Scheide wohl ausschließen kannst, dürfte es nicht am Kydex liegen. Irgendwelche anderen besonderen Lagerungs- oder Verwendungsbedingungen?


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judge
"Every tool is a weapon if you hold it right" - Ani Difranco
 

Tobse

Mitglied
Evtl bekommt die Klinge beim Ziehen auch Kontakt mit den Nieten, die die Scheide zusammenhalten (kenne die Form der Scheide beim F1) nicht genau). Abrieb direkt an der Klinge kann man nachweisen, wenn man sie z.B. mit einem Filzstift farbig markiert, ein paar Mal zieht und in die Scheide zurücksteckt und nachschaut, ob die Farbe abgeht. Dieser Trick ist auch beim Schärfen sehr nützlich.

Scharf bleiben,
Tobse !
 

Hocker

Mitglied
Nö, praktisch nicht benutzt, und wenn man vom 12 Jahre alten Bowmore in der Hausbar absieht, ist mein Wohnzimmer absolut chemikalienfrei.
Ach ja, und es ist ganz sicher nicht pyramidenförmig, wie Pablo Minibar vielleicht vermuten würde...

Gruß Hocker

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Ritze, ratze, voller Tücke schneid' der Hocker eine Lücke....
 

DeadlyEdge

Mitglied
Ich konnte mir schon vorstellen , daß sich Luftfeuchtigkeit in der Scheide (auch an der Klinge) kondensiert hat . Kydex ist im Gegensatz zu Leder und Cordura überhaupt nicht "atmungsaktiv" , ausserdem kann durch die Öffnung "feuchte" Luft reinströmen . Solche homöopatische Quantitäten H2O sollten einem rostfreien Stahl aber nicht viel ausmachen ... wie lange hat es eigentlich gedauert , bis das F1 stumpf geworden ist ?
Martin
PS : Laut mancher neuen Untersuchungen sind Pyramiden nicht nur von Sklaven , sondern grösstenteils von bestimmten "Fachbauarbeitern" gebaut , die auf das Bauen von Pyramiden und kleineren Grabmonumenten spezialisiert waren und bezahlt wurden .
 

HankEr

Super Moderator
Was haltet Ihr denn davon:

Ich bin der Meinung, daß die Schneide eines Serienmessers, generell nicht lange hält. So zumindest meine Erfahrung. Ich teste die Schärfe benutze es etwas und stumpf. Dann Schleife ich großzügig nach und die Schärfe hält sehr viel länger. Das liegt evtl. daran, daß der Stahl beim maschinellen Schleifen, oder vorher bereits beim ausschneiden bzw. -lasern im Schneidenbereich weich wird (Kohlenstoffabreicherung?).

Negative Erfahrungen diesbezüglich mit Kydexscheiden habe ich noch nicht gemacht. Ich glaube auch nicht, daß VG-10 wegen etwas Luftfeuchtigkeit gleich das Rosten anfängt; auch nicht wenn die Schneide einen recht rauhen Schliff hat.

[Dieser Beitrag wurde von HankEr am 16.01.2001 editiert.]
 

Seb

Mitglied
die pharaonen sollten nicht länger scharf sondern länger frisch bleiben...
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Bei phraoninnen würd ich mir scharf schon eher wünschen
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Seb

vielleicht lag das nur an der mumifizierung und irgendwer hat die pyramiden als ursache angenommen? aber naja... das ganze is dann wohl etwas OT...
 

Elias

Mitglied
Ich glaube nicht das die 440 C Klinge meines
Appelgates durch die Lagerung in der Kydexscheide stumpf geworden ist.
Sondern durch das Herausziehen des Messers aus der Scheide.
Entsprechende Schleif-Spuren bzw Einschnitte
waren an der Kydexscheide auch zu sehen.
Das mit der Feuchtigkeit möchte ich ausschliessen. (Das mit der Piramide auch)
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Ich halte Kydex für hart genug um den feinen Grad einer Haarscharfen Klinge zerstören zu können.
 

Elias

Mitglied
Ach übrigens...
Ich habe vor, aus den oben genanten Erfahrungen heraus, eine eigene Kydexscheide zu bauen die zwischen den beiden Kydexlagen im bereich der Klinge auch zwei Lagen Leder haben soll um die Klinge zu schützen.