Stahlarten - Rockwell-Härte usw.

Maushm

Mitglied
Hallochen!

Ich bin erst seit kurzem Mitglied.

Des öfteren habe ich schon eine Tabelle mit den unterschiedlichen Stahlarten gesucht. Gefunden habe ich bisher nur die Tabellen mit der Zusammensetzung aus den Liegierungsbestandteilen (mit diesen fängt man weniger an). Leider fehlt mir eine Liste mit der Rockwellhärte und mit den Rostbestänigkeit der Stähle bzw. ev. besondere Eigenschaften.

Wäre nett, wenn mir jemand eine Addresse sagen kann. Danke.

Liebe Grüße

Maushm

P.S. Habe ein Schrade-Messer, dass angeblich RC 62 hat - der Stahl ist mir aber nicht bekannt.
 

LasterSepp

Mitglied
Im Internet gibts wenig.
Unter Produkte bei http://www.sz-metal.si/index2.htm gibt es einige Sonder-,Carbon-,Werkzeug-, und Schnellarbeitsstähle.
Klickst du ihren Namen an steht da für die meisten Stähle unter: "Avarage hardness in HRC after tempering" die Rc die man erreichen kann. Durch die Legierungen werden die bes. Eigenschaften hervorgerufen. Rostfreie gehandelte Stähle haben 13 oder mehr % Cr.


Viel mehr steht im Stahlschlüssel aus dem Buchhandel.
 
Wieviel Rockwell der Stahl hat, hängt immer davon ab, wie er gehärtet wurde. Es gibt bei jedem Stahl ein Maximum, so zwischen 58 und 64.

Wie das genau funktioniert, kannst du hier nachlesen, einfach unter Härten oder Anlassen suchen.

So eine Liste habe ich auch noch nicht gefunden, und laut Aussage der anderen Forums Teilnehmer gibt es die auch nicht. Aber einige Eigentschaften kann man direkt an der Stahl zusammensetzung ablesen, so zum Beispiel, ob der Stahl Rostet oder nicht. Rosten tut übrigens fast jeder stahl, gemeint ist nur, unter welchen umständen. Von normalem Leitungswasser Rostet kein stahl, der Mehr als 15% Chrom hat. In Salzwasser kann das wiederum nicht unbedingt reichen, deshalb am besten immer das Messer nach der Benutzung mit Klarem Wasser abspülen, und abtrocknen.

Dann kann man vielleicht noch sagen, dass Stähle, die wenig Chrom enthalten, in der Regel etwas Schnitthaltiger sind, obwohl sich da manche streiten, zumindest bei den neuen, PM stählen.


Und man sollte nicht nur auf die Härte schauen. Man muss sich immer überlegen, wofür man das Messer braucht. Ein Küchenmesser kann ruhig hart sein (62), wenn man damit nur weiche Sachen schneidet. Damit darf man dann aber auf keinen Fall Knochen schneiden. Will man ein Robustes Messer, mit dem man auch mal den Knochen durchhaut, reicht ca. 56 aus. Man muss das Messer zwar öfter nachschärfen, dafür besteht keine Gefahr, dass die Klinge bricht. Das passiert bei Harten Stählen leicht, dafür sind weicheren Elastischer. Wenn man immer die Möglichkeit hat nachzuschärfen, dann kann man auch einen Weichen nehmen. Will man auf eine Expedition, und ein Messer dass lange scharf ist, muss man einen Kompromiss aus Härte, und Bruchsicherheit wählen(58-59, vielleicht 60, Stahlabhänig, und Klingendicke)

Vielleicht habe ich ja ein wenig geholfen, und wenn etwas falsch war, dann werden wir es eh in Kürze erfahren.

Liebe Grüsse, Tim.
 

Nidan

Mitglied
Hallo Maushm,

schau doch mal hier im Forum im Forum "Datenbank" unter "Faq" da ist ne Stahltabelle mit Rockwellhärten (ganz links) drin.
 

Floppi

Mitglied
Eine Aufstellung von Stählen inklusive Maximalhärten und Anlaßtemperaturen mit Härten, die aus den Temperaturen resultieren findest Du im Stahlschlüssel.
Da wird auch auf die Einflüsse von Legierungselementen eingegangen. Diese Angaben kann mal als Abschätzung heranziehen.
Nur mal ein Beispiel: Silizium erhöht die Elastizität. Deshalb haben alle Federstähle mehr oder minder große Siliziumanteile.

Bzgl. Rostbeständigkeit: Stähle mit mehr als 13% Chrom dürfen sich "rostfrei" nennen, können aber trotzdem rosten. Der englische Ausdruck für "rostfrei", nämlich stainless passt aber besser. Stainless = "stain less".
So bei 10% (ich weiß nicht, ob es da 'n genaue Grenze gibt) bis 13% ist ein Stahl "rosträge".
Rostverhalten kann aber auch durch andere Einflüsse, wie z.B. Oberflächengüte beeinflußt wurden. Ein spiegelpolierter Stahl hat eine kleinere Oberfläche und somit weniger Angriffsfläche als z.B. eine angeätzte oder sandgestrahlte Oberfläche.
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Original geschrieben von Tim2
Vielleicht habe ich ja ein wenig geholfen, und wenn etwas falsch war, dann werden wir es eh in Kürze erfahren.

Nicht falsch, aber es fehlt ein bisserl :) Der Schliff z.b. Und der Stahl. Ein Kohlenstoffstahl auf HRC62 mit einem eher flachen Schliff wird auch wegen ein paar Knochen nicht kapitulieren. Bei nem hochlegierten Stahl geht man halt ein paar Grade runter, aber primär IMO nur deshalb, damit der Durchnittsuser sein Messer auf dem Abziestahl schnell "schärfen" kann. Knochen durchhauen kann man mit dem billig X50CroMo irgendwas auf 60HRC genauso, man muss halt ne flachere Schneide nehmen. Entweder hauen oder schneiden. Diese Entscheidung kommt vor der Wahl des Stahls. IMO.

Zum Brechen. Es kann ne Spitze abbrechen und man kann ein Messer auch mit Gewalt brechen oder biegen. Aber im Normalfall bricht da gar nix. Mach da mal keinen verrückt. Das ist immer noch Stahl, ein paar HRC und Legierungsbestandteile hin oder her. Wer hat denn schonmal ein Messer bei einer realistischen Anwendung brechen sehen?

Gruesse
Pitter
 
Ähhh Öhhh:irre: :irre: :irre:

Also mir ist noch kein Messer gebrochen. Aber ich hatte auch noch keins, mit 62 Rockwell. In so einem Link über Japanische Küchenmesser steht, dass ein Messer mit so harter Klinge abbricht, wenn man es beispielsweise fallen lässt.

Aber vielleicht sind die auch davon ausgegangen, dass das Messer in einen Schredder gefallen ist, der da rein zufällig rumstand:lach: :lach: :lach: .

Nee, stimmt, das mit dem Schleifwinkel habe ich verschwiegen, ich gehe sowiso immer vom kleinst möglichen aus, und da kann dann die Klinge ausbrechen.
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Original geschrieben von Tim2
Also mir ist noch kein Messer gebrochen. Aber ich hatte auch noch keins, mit 62 Rockwell. In so einem Link über Japanische Küchenmesser steht, dass ein Messer mit so harter Klinge abbricht, wenn man es beispielsweise fallen lässt.

Kommt ja auch immer auf die Dicke an. Aber ich glaubs trotzdem nicht. ATS 0815 Behandlung geht bis 61 hoch und ich hab noch kein Benchmade oder Sypderco brechen sehen. Mein UDT mit 154CM hab ich mal gemessen, hat auch 61, lebt auch noch und ist schon oefters runtergefallen ;) Bei Pseudo japanischen Küchenmessern aus hochlegierten Stählen wird man ja wohl auch nix anderes nehmen als die ueblichen Messerstähle, die halten schon was aus. Und wenns ein Kohlenstoffstahl ist auch.

Immer mit der Ruhe :) Ich seh schon die Fragen ala "Hilfe, mein Messer hat 62 HRC, darf ich da ein Kotelett schneiden oder bricht das in zwei Teile?" :D

Gruesse
Pitter
 

freagle

Mitglied
Japanische Küchenmesser sind ein Extrembeispiel, diese Messer sind zum Teil sehr dünn ausgeschliffen und sehr hart, je nach Zweck, deshalb schneiden diese Messer auch so gut und sind halt entsprechend empfindlich. Aber wie gesagt nicht alle, ein jap Fischmesser z.B. oder solche die nur zum schneiden von Fleisch gedacht sind, da kanns mit Knochen schnell Probleme geben.

freagle
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Also, ich würde das alles hier oben gesagte sorgfältig lesen. Da steht eigentlich alles drin. Und wenn man festgelegt hat, wofür man das Messer braucht, dann kann man den Stahl entsprechend behandeln. Meine im allgemeinen kleinen Messer, die aus 2510 oder 2842 oder 2008 (alte Feile) bestehen, härte ich alle maximal und lasse sie auf ca 61 HRC an. Passiert nix mit.
Die Sache ist ja die, dass man die Gebrauchshärte ja durch das Anlassen definiert. Kann man ja auch später immer noch höher anlassen, wenn man Zweifel hat. Und das beste, was man tun kann, ist, dass man sich den kleinen Stahlschlüssel gönnt. Da stehen für die Werkzeugstähle immer auch die Härten in Abhängigkeit von der Anlaßtemperatur hin. Das hat bei mir bislang immer prima geklappt. Viele Infos findet man auch bei den Anbietern von Stahl, insbesondere Werkzeugstahl, da sind oft auch diese Anlasskurven zu finden.
Bei den rostfreien kommt noch hinzu, dass man da meist nicht die Härte angibt, sondern die Festigkeit. Und die werden meist üblicherweise nicht für Messer speziell gedacht, und werden auch bei höheren Anlaßtemperaturen behandelt. Die will man ja vergüten, also eben nicht die maximale Härte haben. Außer bei den legierten Werkzeugstählen. Da werden meist auch zwei Anlassbereiche angezogen, der untere und der im Sekundärhärtemaximum. Letzeres besonders bei den Schnellarbeitsstählen (HSS). Läßt man im Sekundärhärtemaximum an, büßt man natürlich etwas Korrosionsresistenz ein, da ja Cr als Sonderkarbid gebunden wird und nicht mehr in der Matrix gelöst bleibt, wo es dann seine segensreiche Wirkung hinsichtlich des Korrosionsschutzes entfaltet, wenn man denn Wert darauf legt.