Stacking macht Laune

pitter

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Das Elektromotor Dings hats mir angetan.

Hab gerade nochmal was anderes probiert:

  • Minolta 50er Makro auf Balgengerät an der A7 II
  • Und zum Stacken die hintere Standarte gefahren.

Hat den Vorteil, dass Objektiv/Motiv sich nicht bewegen = Perspektive bleibt gleich. Ob, und unter welchen Umständen, das im Ergebnis einen Unterschied macht, weiss ich nicht. Dazu kann man Romane lesen. Letztlich muss man eigene Erfahrungen machen.

Ganz dumm ist das Verfahren sicher nicht, deswegen gibts bei Novoflex auch dieses System: Balgenaufsatz für CASTEL-MICRO (ohne Schlitten!) (Balgenaufsatz für CASTEL-MICRO).
Über 2000 Tacken für den ganzen Kladderadatsch war mir jetzt bloss zum Rumpspielen zu teuer :)

Stackingfehler sind egal, das ist abstrakt :steirer:keine Dokumentation.

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Pitter
 

rocco26

Premium Mitglied
Stackingfehler sind egal, das ist abstrakt :steirer:keine Dokumentation.
Hab ich doch schon gleich gesagt! Es handelt sich um Kunst! (y)
In einem hippen Office kannst du sowas in Plakatgröße an die Wand nageln. Andy Warhol hätte es sicher auch weiter verwertet.
Man muss natürlich auch das Auge dafür haben und "a weng a Talent", wie man bei euch vielleicht sagt, um es zu verstehen. ;)
Gerne mehr davon!
rocco26
 

pitter

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Danke!

Wer echt cool ist, ist Thomas Shahan: https://www.youtube.com/user/terser/videos
Ich mein, Top Makrobilder von kleinen Viechzeugs gibts einige. Oft ist das ne Fleissaufgabe bei der man mit viel Material und Geld geschmissen hat. Muss für manches halt sein, past schon.
*Der* rennt in der Wiese rum und macht das aus der Hand.

Mal abgesehen von den Bildern, ich würd ja drei Tage durch die Wiese rennen und die Spinnen nicht mal finden ;)

Mir reichts erstmnal mich damit technisch auseinanderzusetzen. Muss nicht sein, das sich das Motiv auch noch bewegt ;)

Pitter
 

rocco26

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Bitte!
Ich selbst hab mich mit dem Thema Makro auseinander gesetzt (so 1986), da hatte ich noch Kleinbildfilm SW in einer Praktika TL 1000 und hab den Kram dann selber entwickelt und belichtet, also Dunkelkammerarbeit. Balgennaheinstellgerät, verschiedene Objektive und Umkehrring... alles immer noch der Weg. Also du bist ja schon auf höchstem Level unterwegs! Das mit der Wiese hab ich vor kurzem mal versucht. Mit meiner Dimage A1. Hab genau null Foto in einer annehmbaren Qualität bekommen. Viecher gab es genug!
Der Shahan hat es drauf, und der lichtet auch Zupfinstrumente ab. Das finde ich sympathisch. Foto OT

CBG_ready01.jpg

;) rocco26
 
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DirkWitten

Mitglied

Diese Technik nutze ich ebenfalls für Makro, sogar auch wie Shahan mit Pentax, ideal sind die Objektive mit 49mm Filtergewinde. Ein 100mm Makroobjektiv mit einem Distanzring am Bajonett und per 49mm Retroadapter ein 28mm Weitwinkel mit Blendenring umgekehrt vor der Frontlinse bringt es an APS-C zu einer enormen Vergrößerung, für mich ist es besser als ein Taschenmikroskop bei der Beurteilung von Schleifergebnissen bei Klingen und man kann wirklich ausgezeichnet mit zwei Blendenöffnungen arbeiten und so die Schärfentiefe auf einen ziemlich großen Bereich ausweiten - ein extrem großer Vorteil gegenüber Stacking per Software. Stacking hat natürlich den enormen Vorteil, dass man quasi unendliche Schärfentiefe nutzen kann - es sind jedoch nicht alle Objektive geeignet, z.B. Objektive, die eine Innenfokussierung haben sind weniger gut geeignet.

Das hier ist mit dem 100er Macro gemacht - allerdings ohne Zwischenringe:

 

pitter

Forumsbetreiber
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... und man kann wirklich ausgezeichnet mit zwei Blendenöffnungen arbeiten und so die Schärfentiefe auf einen ziemlich großen Bereich ausweiten - ein extrem großer Vorteil gegenüber Stacking per Software.

Wie meinst Du das? Welche 2 Blendenöffnungen?

z.B. Objektive, die eine Innenfokussierung haben sind weniger gut geeignet.

Wenn man über die Fokuseinstellung stackt? Weil sich die Brennweite ändert?

Pitter
 

DirkWitten

Mitglied
Wie meinst Du das? Welche 2 Blendenöffnungen?

Man hat bei einer Retrostellung ja zwei Objektive an der Kamera, das Weitwinkel umgekehrt vor dem Telemakro, das bedeutet bei einem Abbildungsmaßstab von 1:1 bei z.B. einem 100mm Makro so weit abgeblendet bis zur förderlichen Blende dann mit dem umgedrehten 28mm-Objektiv eine Vergrößerung des Abbildungsmaßstab auf etwa 3:1 und mit der Blende im 28mm Objektiv kann man die Schärfe durch Abblenden zusätzlich optimieren. Also eine Blende im Makroobjektiv und eine Blende im Vorsatzobjektiv. Das ganze dann noch mit Distanzringen gepimpt bringt es auf enorme Vergrößerung.

Shahan macht es ja auch so, deswegen benötigt er auch diese Blitze samt Diffuser zusätzlich, denn Abblenden schluckt Licht.

Wenn man über die Fokuseinstellung stackt? Weil sich die Brennweite ändert?

Genau, wenn ich stacke, dann mache ich das über Verrechnen von Ebenen in Photoshop CC, also der komplette Stack als RAW wird quasi zu Ebenen übereinander gelegt und Photoshop rechnet nur die scharfzeichnenden Bildteile in den Ebenen zusammen. Bei dem Verfahren kann ich sehr einfach in einzelnen Bildbereichen eingreifen und das noch weiter für mich optimieren und gleichzeitig kann ich Linsenprofile anwenden um z.B. Verzeichung auszugleichen.

Wenn nun ein Objektiv beim Fokussieren die Brennweite ändert müssen die einzelnen Fotos im Stack auf einen gleichen Kern zusammengecroppt werden, je nach Brennweitenänderung halt. Das machen viele Programme zwar automatisch, es werden aber Pixel "verschenkt" und zudem kann ich keine Linsenkorrektur anwenden, denn die wäre dann bei jedem Foto im Stack quasi unterschiedlich.

Es gibt mittlerweile allerdings Kameras, die mit dem passenden Objektiv automatisch stacken und das sogar verrechenen.
 

pitter

Forumsbetreiber
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Nach langem Hin und Her (soll ich jetzt 240 Tacken ausgeben oder nicht ...) hab ich halt jetzt 240 Tacken ausgegeben :) und mir Helicon Focus gekauft. Das Ding hat vor allem einen Vorteil, es ist scheisseschnell. Bei mir auf dem Arbeitsrechner, i5-4460 (dadd Schnelle ist zum Daddeln), 32GB Speicher, SSDs, braucht Helicon Focus zum Stacken von 43 Tiffs, jedes knapp 140 MB, wenige Sekunden. Hopperla. Ok, Helicon unterstützt auch die GPU, in dem Fall eine 1080 (dadd Schnellere ist zum Daddeln).

Was das Ding auch kann, bzw. was Helicon Remote kann (ist beim Package dabei), ist Stacking über die Fokussteuerung. Da muss ich jetzt die Nikon auspacken, weil ich für die Sony kein AF Makro hab. Nikon D7100 und das olle Nikon 60er Makro mit Stangenantrieb :steirer:. Per USB mit dem Rechner verbunden, Helicon Remote gestartet, los gehts.

In der Software fährt man mit ein paar Tasten den Fokus an die Stelle im Bild, bei der die Serie starten soll und speichert die ab. Und dann an die weiteste Stelle, speichert die auch ab. Geht super, man hat dabei ein Livebild auf dem PC-Monitor und sieht genau, was scharf ist und was nicht.

Anhand Blende/Brennweite/Entfernung/Kamera berechnet die Software die Anzahl der nötigen Bilder, schiesst die Serie und speichert die Bilder auf dem Rechner ab, während man sich nen Kaffe macht. Funktioniert problemlos, hab da gar nix optimiert, einfach alles auf default und mal ausprobiert.

2021-06-27-19-57-50-(C,Smoothing3).jpg


Gesteuert werden kann auch ein Stackshot Schlitten. Hab ich noch nicht. Muss erstmal Hin und Her überlegen :)

Pitter
 
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Kajetan Mai

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Moin,

Ich bin vor etwa 20 Minuten auf diesen Thread gestoßen.... vorher wusste ich ehrlich gesagt noch nichts vom Stacking (weil ich mich noch nie mit Makrofotografie auseinander gesetzt habe)...
Also habe ich es direkt gegoogelt, Zerena Stacker heruntergeladen und meine Kamera aufgestellt (Nikon) .... Da ich leider kein Makroobjektiv habe, habe ich es mal mit einem 16-80mm ausprobiert....

Und ich muss echt sagen, so viel Laune hatte ich echt lange nicht mehr beim Fotografieren....

Die Fotos, die ich gemacht habe, sind im Eifer des Gefechts passiert, ich habe sie nicht bearbeitet, sondern direkt beim Stacker hochgeladen (und noch ein wenig fürs Forum verkleinert).... Also sind die Fotos jetzt nicht perfekt...

So sieht das ganze im Zerena Stacker aus (Rechts sieht man das fertige Bild und Links die Dateien, aus denen es zusammengefügt wurde)
zerenastackerfinalfpkv2.png


Hier das Foto (Das Walther PPQ Tanto im Vordergrund und die Walther PPQ M2 (Airsoft) im ,,Hintergrund''):
2021-08-26-16.06.59zspzj8a.jpg


Hier ein (oder eher gesagt 5) Foto*s von meinem Messergriff:

2021-08-26-17.05.14zs0wjvf.jpg


Um die Kamera nicht zu verwackeln, habe ich die Fotos über Liveview mit meinem Smartphone aufgenommen....

Jetzt muss ich mich endlich nicht mehr, über an manchen stellen unscharfe Fotos, ärgern....:hehe:

Danke an @pitter , dass Du diesen Beitrag verfasst hast.... sonst wäre ich wohl erstmal nicht darauf gekommen....

Viele Grüße!

Kajetan
 

DirkWitten

Mitglied
Hier das Foto (Das Walther PPQ Tanto im Vordergrund und die Walther PPQ M2 (Airsoft) im ,,Hintergrund''):

Scharf von vorn bis hinten ist es tatsächlich, man kann sagen, dass es gut funktioniert hat.

Allerdings würde ich für exakt eine solche Konstellation, wie in Deinem Beispiel, garnicht stacken wollen. Wenn ich nachrechne, also mal vom 35mm Vollformat über ein 16-80er Objektiv bei meinetwegen 40 mm Brennweite und 1 Meter Objektabstand zum Sensor bei Blende 10 habe ich eine Schärfentiefe von etwa 37 cm, bei 30 mm Brennweite sind das bei Blende 5.6 auch 37 cm und bei 50 mm und F10 immer noch 23 cm Schärfentiefe.

Den Sinn vom Stacking sehe ich eher bei den engen Bildwinkeln, wie z.B. die klassischen 90 oder 100mm Brennweite, wo man größere Abbildungsmaßstäbe erreicht, also ab 2:1 oder 1:1 und damit Details vergrößert, die das Auge nicht mehr sehen würde.
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Den Sinn vom Stacking sehe ich eher bei den engen Bildwinkeln, wie z.B. die klassischen 90 oder 100mm Brennweite, wo man größere Abbildungsmaßstäbe erreicht, also ab 2:1 oder 1:1 und damit Details vergrößert, die das Auge nicht mehr sehen würde.

Stacking hat auch dannn Sinn, wenn man mit kleineren Abbildungsmaßstäben arbeitet - zB bei Landschaftsfotografie. Wird auch gemacht. Dann brauchts halt nur 2,3,4 Bilder und keine paar hundert wie bei Extrem-Makro. Aber seinen Einsatzzweck hat das auch dort. Solang sich halt nix bewegt, klar.

Noch ein Dauer-Tip von wegen "hab kein Makro". Sowas: Achromatische Nahlinsen für Makro günstig kaufen | ENJOYYOURCAMERA (Marumi Achromat), oder halt Canon 500D/250D, oder alte Minolta Achromaten aus der Bucht - das sind super Tools für Nahaufnahmen. Nicht Makro, aber nah. Bei nem 16-80 würde ich für 80 mm einen nehmen, der zwischen 2 und 4 Dioptien hat.

Kann man auch berechnen, was rauskommt: Abbildungsmaßstab bei Nahlinsen berechnen lassen (Nahlinsenrechner)

Die Marke ist ziemlich egal, nur halt keine (einlinsigen) Billigdinger kaufen, sondern Achromaten.

Pitter
 

DirkWitten

Mitglied
Stacking hat auch dannn Sinn, wenn man mit kleineren Abbildungsmaßstäben arbeitet - zB bei Landschaftsfotografie.

Genau, Stacking erweitert die Schärfentiefe, bei Landschaftsbildern ist das von großem Nutzen, wenn man vom Vordergrund bis zum Horizont quasi über mehrere Kilometer das Maximum herausholen will. Noch eine große Schüppe drauflegen kann man mit dem Stacking von Pixelshift-Fotos, bringt nochmal einiges mehr an Details, vorausgesetzt man bekommt das noch über die Ausgabegeräte bzw. den Druck sichtbar hin.

Für Messer-Stillleben über 20-30 cm ohne gezielt unscharfen Bokeh-Hintergrund bevorzuge ich dann doch eher die optimale Wahl von Brennweite und Blende anstelle Stacking.