Sonntagsfrage

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, wem würdest du deine Stimme geben?

  • SPD

    Stimmen: 22 27,8%
  • CDU/CSU

    Stimmen: 17 21,5%
  • Grüne

    Stimmen: 10 12,7%
  • FDP

    Stimmen: 20 25,3%
  • PDS

    Stimmen: 3 3,8%
  • andere Partei

    Stimmen: 2 2,5%
  • Nichtwähler

    Stimmen: 5 6,3%

  • Umfrageteilnehmer
    79
Status
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TacHead

Mitglied
@Deckard: interessanter Neologismus :fack: - aber wer redet denn in der SPD von "Arbeiterklasse"? Das trifft doch wohl eher auf ewiggestrige K-Gruppen zu. Was das Lügen betrifft: da sind die C-Parteien und ihre Spitzenpolitiker ja absolute Meister, die derzeitige Regierung (ziemlich schlechte) Schüler. Was ist verlogener: einen "Aufschwung" aufgrund mehr als unbeständiger Wirtschaftsdaten vorauszusagen oder auf dieser unsicheren Prognose Wahlversprechen für vier Jahre aufzubauen? Nur so als klitzekleines Beispiel - vom Staats- und Rechtsverständnis, dass die Affäre Kohl und Stoibers Versprecher offenbahrt haben, der Herkunft der Staatsverschuldung und anderen viel zu schnell vergessenen Verbrechen und Argumentverdrehungen der schwarzen Mafia mal ganz abgesehen.

Ja, ich weiß, dass es auch roten Filz mit krimineller Energie gibt und nein, ich finde das in keiner Weise "besser" - bei entsprechend langjähriger Regierungsbeteiligung gäbe es mit Sicherheit auch einen grünen Filz. Die Korrumpierbarkeit der Macht ist seit Aristoteles nix Neues - nicht umsonst lebt Demokratie vom Wechsel. 16 Jahre Kohl - vier Jahre Schröder - 16 Jahre Fortsetzung des Systems Kohl Stoiber/Koch ist allerdings kein Modell, dass in mir Hoffnung auf einen demokratischen Wandel nährt :fack:
 

aqua

Mitglied
Stoiber weiss ich auch nicht so. Wäre halt lustig ein Bayer als Kanzler, weil ich den Dialekt so genial finde. Ist das eine Begründung ihn zu wählen? NEIN! Was mich politisch an ihm stört sind seine Veralteten Vorstelllungen zur Energiewirtschaft. Wiedereinstig in die Atomenergie - so ein totaler Schwachsinn!! Ich denke 30-Jahre zum Ausstieg, das ist OK. Ausserdem könnte er doch da seinem Motto "Laptop und Lederhose" gerecht werden und Deutschland zur führenden Nation in der Erforschung regenerativer Energien machen. Das würde sicher auch eine Masse an Arbeitsplätzen bringen.
Andererseits glaube ich, dass sowohl er als auch Späth wirtschaftlich wesentlich mehr auf der Pfanne haben, als der Gerd und seine Truppe.
Zum Beckstein: Dass der auch ein scharfer Hund ist, ist unbestritten, trotzdem halte ich ihn für einen recht fähigen Mann, weil der nicht nur Scheissdreck labert und irgendwelche nichtssagenden geschwollenene Aussagen macht, sondern als einer der ganz wenigen praktisch verwertbare Lösungsansätze bringt und diese auch noch nachvollziehbar begründen kann!
Zudem sein gesagt, dass mir der jetztige Innenminister noch mehr gegen den Strich geht wie Beckstein. Der Beckstein hat keine Terroristen verteidigt und der hat auch keine Nazis zu Mitarbeitern des Verfassungsschutzes gemacht. Dass der Gerd den deswegen nicht rausgeschmissen hat, verstehe ich bis heute nicht, das ist nämlich nochmal was anderes wie Baden mit Frau Pilati und Anzüge für 50.000DM - das ist ja fast schon kriminell!!
 

TacHead

Mitglied
@hagrid: wahre Worte.
@Deckard: ein Faschist als das kleinere Übel :confused: - hört hört...

Zum Thema Bayern: schon ganz nett hier - aber halt keine Demokratie :fack:
Sieht das Grundgesetz nicht eine Bundesexekution gegen ein Bundesland vor, dessen Regierung nicht fähig oder willens ist, eine demokratische Regierung aufrecht zu erhalten? Bayern politisch instandbesetzen (mit den Grünzeugträgern als den Guten :irre: ) und Stoiber, Kohl, Koch und Konsorten wg. Bildung einer kriminellen vereinigung, staatsfeindlicher Umtriebe und Hochverrat lebenslang in den Knast - Mann, DAS ist die Utopie, von der ich träume :fack: :glgl: :fack:
 
Zuletzt bearbeitet:

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Original geschrieben von aqua
Der Beckstein hat keine Terroristen verteidigt... das ist ja fast schon kriminell!!

Das Verteidigen von Terroristen ist Kriminell? Seit wann?.
Gruess Gott, ist hier der Stammtisch, oans zwoa gsuffa.

"Sozialspießertum" = "u.A. die Identifikation mit einer Arbeiterklasse die nicht mehr existiert" , das A hätte mich ja schon interessiert, wenn Du mit selbstkreierten Begriffen rumwirfst, egal.

Die Arbeiterklasse gibt es sehr wohl noch, gerade hier in Bayern und gerade in den Hochtechnologiezentren. Die findest Du allerdings häufiger am Arbeitsamt als auf der Baustelle. Weil dummerweise ohne Ende Hochtechnologie gefördert wird, Highttech Standort Bayern eben. Nur leider bleiben dann Nicht-Akademiker aussen vor. Der Herr Stoiber machts eben nicht so dolle. Der schafft uebern Schnitt wunderbare Arbeitslosenstatistiken, weil die Grossraeume München/Ingolstadt den Durchschnitt schoen oben halten. In Franken und weiter nördlich siehts aber seit Jahren zappenduster aus, und das wird nicht besser sondern schlechter. Im Grossraum Nürnberg/Fürth/Erlangen gibts tolle Jobs in vom Staat geförderten Hightechbetrieben und aussenrum ist Kahlschlag.

Gruesse
Pitter
 

TacHead

Mitglied
Auf das Thema "Wirtschaftskompetenz" wollte ich mich ja nicht einlassen, aber wo Pitter Recht hat...
Die Wirtschaftskompetenz der Union ist ein Mythos (die Stoibers ganz besonders), der aus der Zeit des Wirtschaftswunders stammt. Industrielle Monokulturen mit klassischer Klientelbedienung statt Marktwirtschaft, massig strukturschwache Gebiete, für die überhaupt nichts getan wird, drei große Firmenpleiten in kurzer Folge (Kirch, Schneider, Fairchild-Dornier) - wo ist da bitte die Wirtschaftskompetenz? Von Kohl und Co und der Situation in den "blühenden Landschaften" mal ganz zu schweigen...

Um nicht zu einseitig zu werden - meinen Pampanfall hatte ich ja schon ;): es lässt sich kein längerfristiger Zusammenhang zwischen der Veränderung wirtschaftlicher Kennziffern und und der Politik einer Regierung feststellen. Nur mal so zum drüber nachdenken.
 

Canavaro

Mitglied
Nicht zu vergessen den Ausverkauf von Staatsbetrieben zur Stütze bestimmter wirtschaftlicher Sektoren. Wäre eh nicht mehr lange gut gegangen. Bayernwerk heißt jetzt EON, viel zum verkaufen gibt's nimmer und King Stobo wäre es gerade recht, wenn er als Kanzler in Berlin hockt und es für seinen Nachfolger finanziell enger wird. Würde noch zu dem Personenkult beitragen und er wäre wieder ein Stückchen näher an seinem großem Vorbild FJS.
 

aqua

Mitglied
Sag mir aber keiner was gegen den Späth, der hat schon bei uns hier gut aufgeräumt und gezeigt, dass man auch Bürokratie abschaffen kann und er hat als Vorstandsvorsitzender von Jenoptik so einen maroden Betrieb in ein Hitech-Unternehmen ertser Güte umgebaut. Warum sonst ist Jena der Forschungsstandort im Osten?
Wie ich schon oben erwähnt habe kann meiner Meinung nach der Ausbau von Forschung und Hochtechnologie Arbeitsplätze schaffen - und zwar, sowohl bei den Akademikern als auch bei der (ich nenns halt mal so weil das hier schon eine Weile rumgeistert) Arbeiterklasse. Dass die eine ohne die andere Gruppe nicht oder schlecht existierne kann ist wohl einleuchtend. Denn würde man die Forschung ankurbeln und entstünden aufgrund dessen bessere Technologien beispielsweise zur Energiegewinnung, dann bräuchte man auch bald darauf die entsprechenden Kraftwerke und Produktionsstätten, wodurch z.B. im Baugewerbe Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Dass der Stoiber bei den regenerativen Energien nichts macht halte ich persönlich für seinen grössten Fehler, es bleibt da nur zu hoffen, dass Späth ein gewisses Gegengewicht zu Stoibers Plänen entwickelt.
Im übrigen lasse ich das Argument mit den Firmenpleiten nicht gelten, weil es da um Gerd auch nicht besser bestellet ist (Holtzmann, Babcock-Borsig!). Und wer weiterhin Abermillionen in Steinkohlesubventionen verpulvert, der braucht nicht mit Wirtschaftskompetenz kommen!...

Nochmal zu Schily: Ich hab nirgens behauptet, dass es kriminell sei Terroristen zu verteidigen, ich hab damit nur die moralische Verwerflichkeit (gebe zu das ist Meine Meinung!) deutlich machen wollen, die ich in so was sehe, auch wenn das so vielleicht nicht richtig ersichtlich war. Wenn Du meinst Pitter, dass das Stammtischniveau ist, ist mir das offen gesagt egal, meinen Standpunkt vertrete ich! Ich würde so jemand wie die Jungs und Mädels von der RAF nicht vor verteidigen, weil jemand mit einer derartig perversen, radikalen Einstellung meine Hilfe nicht bekäme!
 

TacHead

Mitglied
@aqua: Späth kann ich schlecht beurteilen, außer dass er halt der klassische, abgehalfterte konservative Landesfürst mit vielen kleinen Skandälchen unter der frisch gewaschenen Weste ist. Keine Ahnung, was so jemand wirtschaftspolitisch kann - Manager-Fähigkeiten machen noch nicht automatische gute Wirtschaftspolitiker (oft im Gegenteil). Andererseits: entsprechend verkürztes Denken hat ja bei den Jungs Tradition: welche Qualifikationen hat eine K. Reiche in Sachen Familienpolitik? Keine. Sie ist eine Frau, sie ist Mutter, sie ist aus dem Osten. Kompetenz (inhaltlich und rhetorisch) null.
Wir werden ja, so wie es aussieht, erleben, was das "Kompetenzteam" kann - merkt euch schon mal den schöne Begriff "Gurkentruppe" :fack:

Das mit den Pleiten und Subventionen ist so ne Sache: geht alles gut, schreit jeder nach Wirtschaftsfreiheit, Steuersenkung, Deregulierung. Gut und schön. Wenn es aber irgendwo brennt soll dann doch wieder "der Staat" alles richten. Wie jetzt?
Hast natürlich recht, Kohlesubventionen sind ziemlich daneben.

Den Terrorismusvergleich fand ich auch etwas seltsam aber Du hast ja klargestellt, wie es gemeint war. Ganz persönlich würde ich lieber linksextremistische Terroristen verteidigen als Neonazis und Vergewaltiger und weil der Neigungen so viele sind funktioniert auch unser Rechtsstaat, wo jeder Bösewicht einen Anwalt kriegt. Und das ist gut so :steirer: (Außer in Bayern, da haben die irgendwie Probleme mit ihren Festplatten :fack: )

Und jetzt summe ich fröhlich vor mich hin "@mund bin Loden, ich hasse Dich" und überlege mir, wohin ich noch auswandern kann :lechz:
 

Rage

Mitglied
Hi TacHead
da summe ich doch gleich mal mit. Das mit dem Auswandern hab ich mir
auch schon überlegt, aber da machste den schwarz-braunen Brigaden nur
einen Gefallen. Vor diesem Mob weich ich keinen Millimeter zurück.
 

hagrid

Mitglied
Thema Wirtschschaft und Finanzen

Hi Leute,
ich blick's nicht mehr, in dem Staat wird nur noch gejammert. Klar aus guten Gründen. Alles geht den Bach runter. Aber wieso? Nun mal meine Meinung dazu, irgendwie kriegen die Politiker das mit dem Sparen nicht hin. Große Sprüche und dann raus mit der Kohle, den kleinen Mann können wir ja wieder schröpfen. Aber da liegt meiner Meinung nach der Fehler. Statt den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, sollte der Staat den Leuten Geld geben. Denn nur was ich habe gebe ich auch mal aus. Die Wirtschaft wird es uns danken. Dann Globalisierung, gut und schön. Nur die Leute die irgendwo auf der Welt für billiges Geld alles mögliche produzieren kaufen die Artikel sicher nicht. Nein die sollen bei uns gekauft werden. Von was?? Vielleicht vom Arbeitslosengeld. So, was hab ich gelesen, die Krankenkassen wollen wieder teurer werden, weil die Pharmazeutischen Mittel sooooo teuer sind. Da frag ich mich warum ich die gleichen Tabletten oder was auch immer schon im bemachbarten Ausland zu einem wesentlich geringeren Preis bekomme. Warum schreitet da unsere Volksvertretung nicht ein. Irgendwelche Aufsichtsräte unterwegs???Irgendwie ist die Kiste in diesem Staat verfahren.

Gruß
Hagrid

Hier noch ein passender Link
http://nachrichten.t-online-business.de/busi/them/nach/ar/0208/CP/ar-weihnachtsgeld-0508.html
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Thema Wirtschschaft und Finanzen

Original geschrieben von hagrid
So, was hab ich gelesen, die Krankenkassen wollen wieder teurer werden, weil die Pharmazeutischen Mittel sooooo teuer sind. Da frag ich mich warum ich die gleichen Tabletten oder was auch immer schon im bemachbarten Ausland zu einem wesentlich geringeren Preis bekomme.

Welches Ausland meinst Du? Es kommt schon darauf an. Nicht vergessen, dass es unmengen an Geld kostet, Arzneimittel zu entwickeln! Die reichen Länder subventionieren die Arzneimittel bzw. Arzneimittelentwicklung für ärmere Länder. Anders geht es nicht, denn irgendwo müssen die Gelder herkommen. Vielleicht müssten nicht ganz so hohe Preise bei uns verlangt werden, aber nur mit einem Anreiz von solch grossem Profit kann man die Firmen dazu animieren, so viel Geld (und Risiko) in die Produktentwicklung zu stecken.
 

Canavaro

Mitglied
Re: Re: Thema Wirtschschaft und Finanzen

Original geschrieben von Charon


Welches Ausland meinst Du? Es kommt schon darauf an. Nicht vergessen, dass es unmengen an Geld kostet, Arzneimittel zu entwickeln! Die reichen Länder subventionieren die Arzneimittel bzw. Arzneimittelentwicklung für ärmere Länder. Anders geht es nicht, denn irgendwo müssen die Gelder herkommen. Vielleicht müssten nicht ganz so hohe Preise bei uns verlangt werden, aber nur mit einem Anreiz von solch grossem Profit kann man die Firmen dazu animieren, so viel Geld (und Risiko) in die Produktentwicklung zu stecken.

Arzneimittel O.K., aber hast Du schonmal was ausn Sanitätshaus geholt? Boooahh... :angst: Oder mal gesehen, wie manche Ärzte abrechnen? Kein Wunder, dass die Kassen leer sind.
 

aqua

Mitglied
@ TacHead:
-In Bezug auf die Reiche bin ich voll Deiner Meinung: Quotenfrauprotestantinostdeutschemutter aber dabei völlig inkompetent! So was ist der personalpolitische Tiefstpunkt.
-Das der Staat in so regulierender Weise in die Wirtschaft eingreift, finde ich ob in Kriesenzeiten oder während eines Booms inakzeptabel und das ist auch nicht soziale Marktwirtschaft. Da sollte sich der Staat darauf beschränken und Rahmenbedingungen schaffen, damit die Wirtschaft eine Grundlage hat und er sollte für die Benachteiligten Ausgleich verschaffen, aber nicht auf Biegen und Brechen versuchen mit Steuergeldern Grosskonzerne zu retten (was so oder so meistens schief geht!). Das ist ausserdem noch weniger sozial, weil nämlich an die ganzen kleinen und mittelständischen Unternehmen, die alle von einem solchen Konzern abhängen keiner denkt, wenns denn schief geht. Da drohen dann wahrscheinlich genausoviele Entlassungen, aber an die Betriebe und Leute denkt keiner.
Ergo: Weg mit den staatlichen Eingriffen in die Wirtschaft!
-Welcher politischen Richtung ein Terrorist zugetan ist, spielt meiner Ansicht nach keine Rolle, die sind alle auf dem gleichen primitiven geistigen Tiefststand angelangt. Für die Ziele und Beweggründe,welche es auch sein mögen, hab ich kein Verständins!

So dass war mein Wort zum Dienstag! Was hat das eigentlich noch mit der Ausgangsfrage und der Umfrage zu tun?? Wahrscheinlich nichts! Daher bin ich der Meinung, lassen wir das Terroristengezänke und die volkswirtschaftlichen Diskussionen und beschränken uns wieder darauf, uns wegen der konkreten Sache, nämlich dem Kanzlerwahlkampf, die Köppe einzuschlagen und gespannt auf 22.09.02, 1800 zu warten!!

Viel Spass dabei und weiterhin eine frohe Diskussion,

Jochen
 

HankEr

Super Moderator
So, da sind wir von der Sonntagsfrage ausgehend auch bei der Gesundheitspolitik gelandet. Als jemand der sowohl privat als auch gesetzlich krankenversichert war frage ich mich schon seit Jahren warum man es nicht endlich einmal einführt, daß auch gesetzl. Versicherte zumindest eine Kostenaufstellung bekommen. Die Mehrheit hat doch gar keine Ahnung was diverse Sachen so kosten und überprüfen ob das was ein Arzt verlangt irgendetwas mit der Behandlung/Untersuchung zu tun hat kann auch keiner.
... ich habe da schon Rechnungen gesehen ...
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Na, wenn wir schon bei der Krankenversicherung sind ;), dann bitte gleich eine gesetzliche Krankenversicherung fuer alle einfuehren, incl. der jetzt Privatversicherten, der Beamten usw. - dann klappt das auch weder mit der Solidaritaet - und damit der Finanzierung ;)

Aber das traut sich ja keiner. Alleine da drueber zu diskutieren kostet ja Wähler. Glauben die Parteien. Klar. Wenn man sich nicht den Leuten die Konsequenzen auf den Tisch legen traut.

Aber trotz aller Peinlichkeiten, Dummheiten und Sympathie hin oder her - solche Ueberlegungen sehe ich einfach eher bei der SPD/Gruenen Koalition als bei der jetzigen Opposition. Mal ehrlich, die ganzen Diskussionen über Unfinanzierbarkeit des Rentensystems und der Krankenkassen, Einführung einer private Rentenvorsorge, die Atomdiskussion, die Ausrichtung der Bundeswehr fuer die Zukunft, andere Verbraucherschutzgesetze, Veringerung der Sozialabgeben, Erhoehung des Kindergeldes, Diskussion über andere Schulsysteme, über Ausländerpolitik, die Regelung über Niedriglohnjobs, Stop der EU Agrarsubventionen, - das sind doch (teilweise unliebsame) Themen, die vor der Koalitionsregierung im Wiedervereinigungstaumel nicht mal angedacht, geschweige denn verwirklicht wurden. Das kann man doch nicht vergessen haben. Dass vieles nicht ganz oder gar nicht meinen eigenen Vorstellungen entspricht, tut dabei doch gar nichts zur Sache.

Alles besser, als wieder die alleinige Orientierung auf die Wirtschaftsdaten - und nicht mal dafuer hat die jetzige Opposition irgendein Konzept. Es ist einfach nicht von der Hand zu weisen, wenn man sich schonmal alleine auf die Wirtschaftspolitik stürzt, dass wir weltweit ein Problem haben, dass man mit Sicherheit nicht im Alleingang lösen kann. Bei uns stürzt sich jeder auf die paar grossen Pleiten und schreit, die Regierung ist schuld. Was passiert denn in den USA oder in Japan? Alles super? Der neue Markt bricht ein, ja warum denn? Wegen der schlechten Wirtschaft? Oder weil einfach viel zu viele von der New Economy vollkommen abgehoben und jenseits serioeser Geschäftspratiken das blaue vom Himmel versprochen haben und die Geldgier die Anleger blind gemacht hat, die kleinen wie die grossen. Soll keiner sagen, dass haben wir nicht gewusst. Jeder kennt die Risiken und Chcncen. Deswegen geht man an die Börse. Und jetzt hamms ein Vermögen verschossen und jammern rum. So what, das ist Marktbereinigung. Aber doch wirklich nicht die alleinige Schuld einer angeblich falschen Wirtschaftpolitik.

Gruesse
Pitter
 

HankEr

Super Moderator
Na, wenn wir schon bei der Krankenversicherung sind ;), dann bitte gleich eine gesetzliche Krankenversicherung fuer alle einfuehren, incl. der jetzt Privatversicherten, der Beamten usw. - dann klappt das auch weder mit der Solidaritaet - und damit der Finanzierung ;)
Ja, da gebe ich Dir völlig recht. Das jetzige System aus gesetzlich Pflichtversicherten, freiwillig Versicherten und privat Versicherten ist völliger Schwachsinn.
 
Wisst ihr eigentlich wieviel Schröders Kündigungsschutz kaputt gemacht hat?

Die Leute können kommen, arbeiten 3 Stunden und verschwinden auf nimmerwiedersehen nach hause.

Später wird wegen Kündigung zum Arbeitsgericht gerannt und man kassiert 2500€ abfindung...

Wenn das aufgebraucht ist geht man zur nächsten Firma und macht das Spielchen nochmal... :waaah:
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
@Deckard: Das weisst Du genau woher?

Erstmal ist das KSchG ist fuer einen Arbeitnehmer erst wirksam, wenn er länger als 6 Monate ohne Unterbrechung im gleichen Betrieb gearbeitet hat. Dann gibts in der Rechtssprechung als Anhaltspunkt eine Abfindung von 50% des Monatsgeahltes pro vollem Beschäftigungsjahr. Weiterhin werden Abfindungen natuerlich nicht bei rechtmässigen Kündigungen gezahlt, sondern etwa im Rahmen eines Aufhebungsvertrags. Da tritt dann aber eine Sperre bei der Auszahlung von Arbeistlosgegeld in Kraft. Ist nicht so prickelnd fuer den Arbeitnehmer, da muss er schon rechnen.

http://www.info-arbeitsrecht.de/
http://www.bma.bund.de/download/broschueren/a163.pdf
http://www.bma.de/ da gibts auch den Wortlaut des KSchG

weil Lesen bildet.

Du weisst, dass bei Prozessen im Arbeitsrecht beide Parteien ihre Kosten zu tragen haben, egal wer gewinnt?

Es gibt ja wahrlich genug Methoden fuer Schlaumeier, den Sozialstaat zu ihren Gunsten zu misbrauchen. "Schröders KSchG" - das ist uebrigens schon ein bischen älter, ist aber nicht wirklich das Problem ;)

Gruesse
Pitter
 

sharky

Mitglied
Zum Thema Krankenversicherung

Kostenabrechnung für gesetzlich Versicherte gabs kürzlich im Modellversuch. Ergebnis: keine S** hat´s interessiert ! Warum auch, muß man ja nicht selbst bezahlen, macht doch die Gemeinschaft.

Warum ist denn die gesetzliche KV so kostenaufwendig ? Weil jeder Trottel mit seiner Triefnase zum Onkel Doktor rennt und sich zwei, drei Medikamentchen verschreiben lässt und sich dann auch noch aufregt, dass er einen Eigenanteil bezahlen muß. Eine Grippe dauert mit Medikamenten eine Woche und ohne ? Sieben Tage.

Ca. 50 % aller Arztbesuche kann man sich schenken. Und ich rede nicht von den wirklich schlimmen Krankheiten. Es gibt ganz bestimmt Ausnahmen. Von 25% machts der Arzt noch schlimmer, bei den restlichen 25 % hilft er.

Danke, ich zahle für meine Private gerne ein bißchen mehr. Ich renn nicht wegen jedem Pipifax zum Arzt, will aber wenn´s wirklich mal hart auf hart kommt auch zu einem Spezialisten nach Übersee fliegen können, wenn der weltweit für das Problem eben nun mal der Beste ist. Meine Meinung also: Einheitskrankenversicherung, nein Danke!

Außerdem bietet die Private i.d.R. den Anreiz der Beitragsrückerstattung. Da überlegt man sich schon mal ob man jetzt wegen irgendwelcher Kleinigkeiten eine Rechnung einreichen (oder wegen einer Triefnase zum Arzt gehen) muß. Ein bißchen mehr Eigenverantwortung täte vielen gut! Nicht falsch verstehen, wenn´s wirklich schlimm ist sollte man nicht sparen, Ich rede nur von den unnötigen Dingen, die überwiegen aber leider.

IMHO klappt das mit der Solidarität nicht wegen unterschiedlicher Systeme, sondern weil wir eine Überalterung im System haben: Weniger Junge die in die KV einzahlen, zu viele Ältere die Kosten verursachen.

Ok, war ein bißchen OT, aber war mir ein Bedürfnis. :)

Grüsse,
sharky
 
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