Skandischliff Wetzstahl

elmaxl

Mitglied
Servus Leute,

mir gefallen die nordischen Messer ziemlich gut, hab auch schon ein Mora, welches aber in naher zukunft einen Gefährten aus dem Hause EnZo bekommen wird(zumindest aller Wahrscheinlichkeit nach).
Da die Carbonklinge des Mora für meinen Geschmack lange genug scharf bleibt habe ich sie bis jetzt nur hin und wieder auf dem Wasserstein von einem Spetzl(Koch) nachgeschärft, werde mir aber mit einem weiteren Messer auch einen solchen Stein zulegen, aber nun zur Kernfrage:

Kann man bei einem Messer mit Skandischliff genauso gut mit einem Wetzstahl den Grat aufrichten und erziehlt man dadurch ähnliche Ergebnisse wie bei einem Standard Küchenmesser?
Und wenn ja:


unter welchem Winkel muss man wetzen? Dem vorgegebenen (und einzigen) Schliffwinkel des Messers oder variiert man hierbei den Winkel?


Vielen Dank,
Max
 

Ilmarinen

Mitglied
Hi elmaxl,
ich bin kein Skandi-Fachmann, aber Du sprichts von einer Carbonklinge und die sind üblicherweise so hart, dass Du mit dem Wetzstahl Gefahr läufst, Ausbrüche an der Schneide zu bekommen.

Ich schärfe alle meine Messer auf Wassersteinen. Am Besten nimmst Du einen Kombistein mit 1000/3000er Körnung oder auch etwas höher (1200/6000).

Nun zum Winkel. Ich lege die Klinge auf den Stein, so dass sie flach mit der Schneide aufliegt und Kippe sie dann etwas (4°) an. Du schleifst dann eine neue Fase von ca. 2mm. Das genügt.

Ich hoffe, das hilft.

Grüße

Jörg
 

Merc86

Mitglied
Ich bin zwar auch nicht der aller Weiseste im Bereich Scandi-Schliff, aber hab ein paar eigene Messer mit dem Schliff.

Der Wetzstahl funktioniert bestimmt, aber es gibt viele bessere Möglichkeiten ein Scandi-Messer zu schleifen.
Das mit dem besonders harten Karbonstahl ist schlicht nicht richtig.

Erstens hat es nichts mit dem Karbon beim Karbonstahl zu tun, sondern mit der Härtung und
zweitens kann man auch bei einem rostträgem Stahl Ausbrüche produzieren.

Wie das mit einem Wetzstahl funktionieren soll weiß ich allerdings auch nicht.
Am ehesten noch die Klinge mit dem Rücken voran abziehen. Also nicht schieben/schneiden sondern
in die andere Richtung ziehen. Dabei richtest du den Grat am besten auf.


Die Idee beim Scandi-Schliff ist ja unter anderem auch, dass durch den breiten Anschliff das Schleifen erleichtert wird.
Man muss einfach die große Fläche auf den Stein auflegen und schleifen. Da ist es nicht so schwierig den genauen Winkel zu halten.

Wenn du jetzt einen Wetzstahl oder Schleifstab verwendest, wirst du eine Sekundär-Fase (Phase?) erzeugen.
Und die ist beim Scandi eher nicht gewollt. Bzw. nur minimal.

Besorg dir lieber einen kleinen Schleifstein für Unterwegs oder nen größeren für Zuhause
und ließ dich nochmal bei "Wartung & Pflege" ein.(Speziell zu Scandi)

Beim Scandi-Schliff kippt man die Klinge auch nicht nach oben.

Schöne Grüße und happy schleifing :glgl:

Jan
 
Zuletzt bearbeitet:

baboo333

Mitglied
hi!
merc hat soweit recht.
naja mit einem wetzstahl an einem scandi vorbeizuschrappen...wenn du keine andere möglichkeit siehst ;-)
im ernst: der scandi schliff ist ja bekannt für seine einfache schärfbarkeit, allerdings auch dafür die schärfe im vergleich zu anderen anschliffen nicht sehr lange halten zu können. das ist einfach so, liegt in der natur der sache. naja was den carbongehalt angeht: der sagt nu wirklich nicht sehr viel über die allgemeine härte des stahls aus. du möchtest ein enzo messer, wahrscheinlich wird es ein "trapper" tolles messer, da bietet enzo doch gleich etwas für dich an. scandi mit sekundär-phase, die ist mini und wenn du dich für d2 entscheidest sicherlich auch sinnvoll, aber das ist ein thema wo sich die götter streiten. ansonsten lass den wetzstahl einfach mal über dein mora fliegen. dann solltest du erkennen ob es etwas für dich ist oder nicht, kann man garnicht so pauschalisieren denn gerade beim schärfen ist das wichtigste werkzeug der mensch hinter dem stein, stahl, stab ;-) im ernst: probiere es an deinem mora aus, da machste nix verkehrt. von der theorie her, gibt es keinen grund weshalb es nicht funzen sollte. ich sag nur soviel: es gibt leute die schärfen ihre konvexen klingen seeehr erfolgreich auf wassersteinen....
LG
Phagomir :teuflisch
 
G

gast

Gast
Also ein Wetzstahl schärft das Messer ja nicht, der produziert nur einen Grat mit Mikrosäge. Sowas will man nur an seinem Messer, wenn man das 17 mal am tag macht und danach direkt benutzt. Auch das man bei Scandi Schliffen eine Sekundärphase(also noch ne kleine an der Schneide) Wiederspricht den Vorteilen des Scandischliffes, nämlich nur eine Phase und somit recht kleiner Gesamtschneidenwinkel und einfache Nachschärfbarkeit.
Ilmarinen hat jedoch recht wenn er dir Wassersteine empfiehlt. Damit geht es nämlich am besten und schnellsten. Und wenn "Wetzstahl" dann bitte aus Keramik oder Rubin, dann kann man den nämlich auch Schärfstahl nennen und nicht Schneidenbrecher.
 
G

gast

Gast
hi!
naja was den carbongehalt angeht: der sagt nu wirklich nicht sehr viel über die allgemeine härte des stahls aus.

Was wenn nicht der Carbongehalt? Ich denke du hast dich hier noch nicht ausreichend eingelesen. Der Kohlenstoffgehalt im Stahl macht es erst möglich, dass dieser härtbar wird. Und zwar erst ab ca. 0,2 C ist Stahl konventionell, also mit Wärme, härtbar. Je mehr Kohlenstoff im Stahl ist, desto besser kann er gehärtet werden. (Grenze wäre dann bei 2,5% C oder so dann kann das Eisen keinen Kohlenstoff mehr in der Matrix aufnehmen und C scheidet als Graphit aus).
 

baboo333

Mitglied
richtig outdoor...
jedoch ist eine sekundäre am scandi durchaus sinnvoll wenn stähle verarbeitet werden die zu ausbrüchen neigen. den vorteil eines scandis verliert die schneide somit nicht vollends, denn schmal bleibt schmal, jedoch wirste sicher nicht die schneidperformance erzielen wie bei einem scandi auf null. aaaaber wir wissen ja: die eierlegende wollmilchsau gibt es NICHT. :teuflisch

LG Phagomir
 
G

gast

Gast
jedoch ist eine sekundäre am scandi durchaus sinnvoll wenn stähle verarbeitet werden die zu ausbrüchen neigen.

richtig: jedoch hat D2, der Industrie als Schneidwerkzeug bei Metallstanzen verwendet wird, auch nichts als Stahl eines Scandis verloren. Das schürt den Hype um D2 und widerspricht dem Konzept des Scandis. Die Herrsteller, die Scandis anbieten so wie Helle und Brusletto(enzo jetzt mal aussen vor) verwenden nur feinkörnige rostfreie Stähle wie 12C27 oder feinkörnige Carbonstähle. Somit wird auch keine Sekundärphase nötig und diese Stähle können wunderbar auf Wassersteinen nachgeschärft werden.
 

Ookami

Mitglied
Skandis fürs Schnitzen haben meist keine Sekundärfase - bei Allzweck- bzw. Jagdskandis ist eine Sekundärfase sinnvoll.

Bei letzteren kann man dann auch einen Wetzstahl nehmen, ideal ist das aber nicht. Keramikstäbe sind da in der Tat besser.


Ookami

PS:
Fase = abgeschrägte Fläche
Phase = Zeitabschnitt
 

baboo333

Mitglied
oh... naja outdoor, zum thema c-gehalt und so... ich wollte einfach nicht so sehr auf die physik eingehen...hust... um genau zu sein hast du völlig recht aaaaber dann musst du natürlich weiter gehen :D
stahl härtet aus über abkühlung.(oder gewisse laserverfahren in der uni ;-) ) kohlenstoff ist von ausserordentlicher wichtigkeit dabei denn: damit aus dem kubisch-flächenzentrierten Gitter ein tetragonal raumzentriertes Gitter
werden kann, benötigen wir wohl einen austenitbildner und einer davon ist neben Ni Co Mn N eben auch unser geliebtes C. im übrigen waren es 2.06% (masse)
aaaaber das wäre viel zu leicht gewesen wenn es um so ganz allgemeine dinge wie den wetzstahl geht ;-) aber im grunde hast du recht und ich bitte
um entschuldigung für meine kundgetane "halbwahrheit" :teuflisch

LG Phagomir