Skalpelle, Bogenspitzen und Fleischermesser

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SteffenG

Gast
Hallo zusammen,

Ich bin neulich über den Artikel The Sharpness Factor gestolpert, in dem erläutert wird, warum Pfeilspitzen bei der Jagd mit Bogen rasiermesser scharf sein müssen. Nämlich, damit die Wunde, die der Pfeil beim angeschossenen Tier hinterlässt, möglichst lange offen bleibt und somit das Tier schneller ausblutet (wenn ich den Artikel richtig in Erinnerung habe). Man könnte jetzt jedoch annehmen, dass eine nicht ganz so scharfe Klinge die Wunde 'ausgefranster' lässt und somit irgendwie mehr Blut aus der Wunde austritt. Dies ist aber scheinbar nicht der Fall. Eine ausgefranste Wunde hat nämlich auch eine größere Oberfläche. Somit kommt mehr Sauerstoff an den Schnitt und das Blut gerinnt schneller.

Jetzt hoffe ich, dass mir jemand folgende Fragen beantworten kann:
Erstens: Warum sind dann Skalpelle, wie man sie in der Chirurgie verwendet, rasiermesserscharf? Liegt das daran, dass die Blutung nicht nur schnell wieder aufhören soll, sondern die Wunde bei sauberen Schnitten schneller/besser verheilt? Meine Erfahrungen mit dem Rasiermesser legen das nahe - erstaunlich wie schnell ein Rasiermesserschnitt verheilt.
Und zweitens: Wie sollte das Finish eines Messers sein, dass man zum Abstechen z.B. von Schweinen verwendet? Mir wurde nämlich neulich gesagt, dass ein von mir geschärftes Messer dafür nicht gut geeignet sei. Hat jemand Tipps?



schöne Grüße
Steffen
 

aqua

Mitglied
Ich denke, dass Skalpelle deshalb so saumässig scharf sein müssen, da es in der Chirurgie oft auf den zehlntel millimeter ankommt und sich ein "stupfe" Klinge wesentlcih schlechter führen lässt als ein scharfe und somit eventuelle Schädigngen seltener auftreten.
 
S

SteffenG

Gast
Hallo,

du sprichst die Frage an, ob nicht 'hochgradig poliert' - wie ich rasiermesserscharf verstehe - gleich stumpf heissen muss. Ich würde das verneinen. Worauf ich anspiele ist eine Mikroschartigkeit - und die kann auch ziemlich scharf sein...



schöne Grüße
Steffen
 
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Hayate

Mitglied
Ein chirurgisches Skalpell ist an der Schneide selbst auch nicht schärfer als ein fein geschliffenes Fällkniven A1.

Allerdings hat es eine sehr viel geringere Klingenstärke, so daß bei tiefem Eindringen in das Schnittgut nur sehr geringe Verdrängungskräfte erforderlich werden.

Bei den Wunden sieht es so aus, daß Scharten aller Art , Wellenschliffe usw. nicht allein durch Schneiden, sondern auch durch Reißen verletzen; die Wundränder sind weniger glatt, es gibt mehr Gewebeschaden und Zellenrisse, während scharfe dünne Klingen jeweils nur die Zelle zerstören, auf die ihre Schneide trifft. Dadurch heilen Wunden scharfer Klingen besser ab, aber durch die geringere Gewebeschädigung wird nur ein kleiner Teil der zuständigen Nerven aktiv; das Gewebe und die Blutgefäße ziehen sich erst spät zusammen, da keine Schockwirkung besteht. So sind "scharfe" Wunden oft mit hohem momentanen Blutverlust verbunden, wegen der geringen Zahl zerstörter Körperzellen aber schneller verheilt.


Fürs Schwein: Da das Vieh eine Schwarte hat, die einer rasiermesserscharfen Klinge nur schwer zu überwinden sein dürfte, denke ich da an eine mittlere Körnung, 1000 oder so. Weiß es aber nicht wirklich.
 
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SteffenG

Gast
@Hayate

Fürs Schwein: Da das Vieh eine Schwarte hat, die einer rasiermesserscharfen Klinge nur schwer zu überwinden sein dürfte, denke ich da an eine mittlere Körnung, 1000 oder so.
Danke, das würde die Kritik an meinem Messer gut erklären!


schöne Grüße
Steffen