Shinko-Schärfmaschine von Dick

FrankausDD

Mitglied
Hallo,

ich bin noch ziemlich frisch infiziert. Doch der Messervirus grassiert und nun soll es auch an's Selberbauen gehen. Da ich (noch?) nicht selber schmiede, muß ich mir die Klingenrohlinge kaufen. Die sind ja nun gehärtet. Wenn ich da an der Form was modifizieren will, brauch ich ja nun was, was mit gehärtetem Stahl klarkommt ohne ihn kaputt zu machen. Wäre die Shinko-Schleifmaschine von Dick dazu geeignet?
(http://www.dick-gmbh.de/shop/prodausgeinzfs.asp?artnr=716020)
Video hier: http://www.dick-gmbh.de/Service/schaerfenvideos.asp

Die wäre preislich noch zu verkraften für mich und schön schärfen könnte man damit auch. Das mache ich bisher mit Banksteinen, zwar noch nicht Rasiermesserschärfe aber schon ganz schön scharf.

Also: kennt jemand die Maschine und kann dazu was sagen? Bin ich total auf dem Holzweg? Ist ein (tauglicher) Bandschleifer viel billiger? Gibt es da welche die so langsam laufen, dass sie den Stahl nicht kaputt machen (ich weiß schon, Herr Bothe schreibt in seinem Buch was anderes, aber ich neige eher den Ansichten von Leo & Co zu)? Gibt es Bandschleifer die nass schleifen zulassen?

Hm, Fragen über Fragen, ich hoffe, ihr könnt mir helfen,
danke
Frank.
 

HankEr

Super Moderator
Hier ergab sich nichts. Also lassen wir es halt mal unter Werkzeuge laufen und ich mache ausnahmsweise den älteren Beitrag mal zu.
 

xtorsten

Premium Mitglied
ich glaube, ein ein Freund von einem Bekannten hat sich so ein Teil zugelegt; werde mal die Ohren aufhalten, kann aber etwas dauern.
 

FrankausDD

Mitglied
@HankER: Sorry, aber den habe ich glatt übersehen. War ja aber auch nicht sehr informativ. Scheint ein echter "Geheimtip" zu sein..

@xtortsten: Das wäre toll. Und das Abgelauschte dann hier bitte aufschreiben, Danke!

Frank
 

Sam Hain

Mitglied
Ich denke, ich werde mir die Shinko zulegen, da ich ein absoluter Schleif-Legastheniker bin. Und vom Geld her gehts ja noch. Wenn ich da ein paar vernünftige Steine kaufe, bin ich auch schnell bei dem Preis. Die 1000er Scheibe dürfte eigentlich reichen. Danach den Streichriemen und gut.
Sobald ich damit gearbeitet habe, schreib ich hier was dazu.

CU
sam
 

Tolstoi

Mitglied
hallo Sam Hain,

bevor Du dieses Teil kaufst, würde ich mir nochmal das Bild auf der Homepage von Dick genau anschauen. Mir scheint das eher eine Schärfemaschine zum Schärfen von Stechbeiteln oder anderen schmalen Werkzeugen zu sein. Die Schleifscheibe sieht auf dem Bild auf jeden Fall so aus, als wäre sie versenkt, das heist sie liegt tiefer als der äußere Rand der Maschine. Somit dürftest Du ein Problem haben, eine Messerklinge plan aufzulegen, um einen vernünftigen Schliff hinzubekommen. Wenn man den Rand vom restlichen Teil des Gehäuses abnehmen kann, dann würde das schon gehen, wenn nicht, dann erscheint sie mir dafür nicht geeignet zu sein

Grüße Tolstoi
 

Sam Hain

Mitglied
@ Tolstoi

Ja, die Befürchtung hatte ich erst auch. Allerdings kann man auf dem Video gut erkennen, daß es doch auch mit langen Klingen gut funktioniert. Die Shinko wurde offenbar auch für diesen Zweck gebaut. So wie die Klinge angelegt wird, stört der hochgezogene Rand nicht. Er dient wohl zum Schutz der Umgebung vor Schleif-Dreck, der sonst herausgeschleudert würde. Schau mal das Video an, ich denke das überzeugt Dich;) . Sicherheitshalber werde ich mich morgen mal mit Fa. Dick in Verbindung setzen und nachfragen. Ich sag dann hier bescheid.

CU
sam
 

FrankausDD

Mitglied
@ Tolstoi
Das habe ich mir auch schon überlegt und deshalb noch gezögert. Allerdings zeigt das Video (Link siehe oben) das Schärfen eines Messers, das länger ist als der Durchmesser der Scheibe. Es scheint also doch zu gehen. Am besten mal bei Dick anrufen, die sind ja eigentlich sehr nett und wissen dazu vielleicht mehr.

Wer was rausbekommt oder eine Maschine benutzt hat, bitte mal schreiben!

Danke
Frank
 

Tolstoi

Mitglied
hallo,

ich habe mir das Video gerade angeschaut. Also ich will ja niemandem das Teil madig machen, aber in dem Video sieht man wie eine Klinge eines japanischen Küchenmessers geschärft wird. Damit will ich sagen, das ein solches Messer, wo die Klinge "tiefer" ist als der Griff, das schon funktionieren mag, aber bei einem Messer bei dem die Klingenhöhe mit dem Griff bündig ist, es meiner Meinung nach unmöglich ist einen vernünftigen Schliff hinzubekommen (denkt auch mal an Bereiche wie das Ricasso).

Grüße Tolstoi
 

Sam Hain

Mitglied
ach so meinst Du das. Stimmt, das könnt ein Problem werden. Werde Dick mal fragen, ob der "Ring" abnehmbar ist.

CU
sam
 

FrankausDD

Mitglied
Ich bin gespannt was Sam bei Fa. Dick herausbekommt, so ganz klar finde ich das bei dem Video nicht, könnte auch sein, dass dort der Schutz irgendwie nicht so hoch ist (versenkt, abgenommen...), also Sam: schreib morgen mal.

Neugierig,
Frank
 

HorstW

Mitglied
Soweit ich mich erinnern kann ist der Ring aus Schaumstoff um das Spritzwasser auzufangen (läßt sich also beim schleifen problemlos runterdrücken).

Meiner Meinung nach ist das Teil aber nur zum schärfen gedacht. Um ein komplettes Messer zu schleifen ist der Stein auch zu schade (und zu teuer).
 

freagle

Mitglied
Vergiss das Teil mal, das ist eine Maschine gebaut um Messer zu schärfen, nicht um ganze Klingen daran zu schleifen. Dazu liegt erstens mal der Stein zu tief, die Maschine dürfte auch nicht die Kraft geschweigedenn die Geschwindigkeit haben um Klingen großflächig anzulegen und in Form zu schleifen.

Es gibt ja auch Messermacher die ihre Klingen grudsätzlich im harten Zustand schleifen, die machen ihre Klingen auch nicht kaputt.

Mit nem Bandschleifer bei gleichmäßigem Zwischenkühlen geht das auch Problemlos. Zudem gibt es spezielle Schleiföle zum Bandschleifen, die den Schliff deutlich kühler halten und es sind einige Bandtypen auf dem Markt die ein Kühlmittel in der Bindung haben und ebenfalls deutlich kühler schleifen als Stansartbänder, solches Schleifö und diese Bänder hab ich auch schon kombiniert.

Das Schärfen am Band ist natürlich was anderes, da hat man vorne die dünne Schneide die sich schnell aufheizt und es ist schnell mal was versaut, dafür gibst ja auch diese Maschinen bei Dick und andere geeignete Hilfmittel.

freagle
 

xtorsten

Premium Mitglied
also, ich habe den Menschen heute getroffen.
Der ist Zimmermann und hat das Teil auch noch nicht so ewig, aber vom Drechseleisen (Hss-Stahl) über Rostfreies bis zum konventionellen Kohlenstoffstahl darauf geschliffen. Von der Problematik mit dem Ring hat er nix erzählt.
Er meinte Einsatzbereich wäre klar das einfache Nachschärfen, für das Erstellen von Schneiden an Selbstgebauten oder auch tiefe Scharten beseitigen wäre der Abtrag zu gering.
Bei Messern wäre das Einhalten des Winkels wesentlich einfacher als mit einem Stein oder einer Tormek-Maschine, da man nur minimale Bewegung machen muß und einfach warten, bis sich der Grat aufstellt.
Danach könnte man sich damit schon rasieren - oder natürlich noch feiner Schleifen/ Abziehen, was er aber nicht gemacht hat.
Zur Härte der Steins: Nach den Drechseleisen mußte er neu Abrichten, er meinte aber, das wäre normal und so weich wäre die Bindung nicht, die ginge in Ordnung. Eine Vorrichtung gäbe es dafür nicht, also ist wohl schon noch ein wenig Erfahrung nötig, bis man den Winkel schleift, den man auch haben möchte. Ein wenig gewöhnungsbedürftig wäre auch, daß man eine Seite gegen die Laufrichtung schleift, die andere mit der Richtung - würde aber am Ergebnis nix ändern.
Insgesamt ist er mit dem Teil sehr zufrieden - meinte aber, für Hobeleisen und Stemmbeitel wäre das keine gute Wahl, da dort ein Hohlschliff angesagt wäre.
ach ja, das mit dem Wasser würde gut funktionieren, gelegentlich müßte man den Stein aber mal mit einem Lappen und etwas Spüli säubern.
so, hoffe, daß hilft Euch ein wenig weiter.
gruß,
xtorsten
 

FrankausDD

Mitglied
DANKE!

Also danke erstmal an alle die mit auf Infosuche waren! Die Shinko ist also eine reine Maschine zum Schärfen und das scheint sie ganz gut zu können. Dies zu wissen, ist doch schon mal eine feine Sache.

Original geschrieben von freagle
...
Es gibt ja auch Messermacher die ihre Klingen grudsätzlich im harten Zustand schleifen, die machen ihre Klingen auch nicht kaputt.

Mit nem Bandschleifer bei gleichmäßigem Zwischenkühlen geht das auch Problemlos. ...

Das Schärfen am Band ist natürlich was anderes, da hat man vorne die dünne Schneide die sich schnell aufheizt und es ist schnell mal was versaut, dafür gibst ja auch diese Maschinen bei Dick und andere geeignete Hilfmittel.

Also zu hören, dass ich nicht der einzige bin, der an gehärteten Klingen noch rumschleifen (will), ist ja man tröstlich. Wenn ich nun aber von dem Überstand nach dem Härten bis auf die Klingenform ran will, dann schleife ich ja irgendwann eine dünne Schneide. Oder liege ich da falsch? Was ist da der Unterschied, zwischen dem wenig zu empfehlenden Schärfen mit dem Bandschleifer und dem (gehärtete) Klingen formen?

@ freagle: Kannst Du noch näheres zu den "Kühl"bändern, bzw. zu den Schleifölen sagen? (Interessiert bestimmt nicht nur mich.) Und geht das auch mit so einfachen Baumarktschleifern?

Danke,
Frank
 

freagle

Mitglied
Mein Bandschleiföl hab ich mir bei Wolf Borger gekauft, das ist eine große Spraydose, ist sehr ergibig.

Bänder mit sogn. Schleifhilfsmitteln gibt es z.B. von 3M und VSM, erhältlich bei Scharnau in allen Abmessungen.

Schreib mir mal ne Mail dann kann ich dir den Katalog von denen als Worddokument als Anhang schicken.

Ich bin ja jetzt auch nicht der Superschleifer, hab da im Vergleich zu anderen hier eher geringe Erfahrung.

Günter oder Jürgen sind da z.B. Spezialisten auf dem Gebiet, die können da sicher weiterhelfen, was schleifen von gehärteten Klingen angeht.

Die typischen Baumarktkombibandschleifer mögen für den Anfang ja ok sein, nach ein paar Klingen wirst du dich nach was anderem sehnen.

Der Elektra Beckum ind Drehstrom geregelt dürfte immer noch eine der günstigsten gute Alternativen zu den Profigeräten sein.

freagle