Sensen Dengeln

zorro_43

Mitglied
Hi,
ist zwar nur ein verwantes Thema aber seis drum:

Kann mir jemand erklären wozu das Dängeln nötig ist?
Warum reicht es nicht die Sense nachzuschleifen?
Bei allen anderen Messern(und das ist ja eine Sense) geht es doch auch ohne!

Zorro
 

rfindigo

Mitglied
Hmmm, gute frage...
hab früher stundenlang meinem Opa dabei zugeschaut, aber warum hat er das eigentlich gemacht???
Eine Erklärung, die mir spontan in den Sinn kommt: Sensenstahl ist relativ weich. Vielleicht wird damit immer wieder eine neue Schneide ausgeformt. Scharten werden eingeebnet und je nach Abnutzung eine neue Schneidkante "ausgetrieben"...Sozusagen ein "kaltschmieden"...
Ist aber nur eine Vermutung...

Gruß,
Ralf
 

Leonardo75

Mitglied
Hallo zorro_43!

Herbert hat sich mal ein nettes Dengelgerät gekauft, wenn er wieder aus dem Krankenhaus zurück ist, dann kannst Du ihn ja mal nach einem Scan der Anleitung fragen. Vielleicht wird es dann ja klarer.
Ich habe bisher meine Sense auch nur geschliffen und abgezogen und das hat mir eigentlich immer gereicht. Wenn Dengeln mehr schafft wäre das schon interessant. Bei Messern macht man das sicherlich nciht, weil die Stahlquerschnitte im Schneidbereich einfach zu dick sind. Dann triffst Du nicht immer die richtige Stelle, oder Du musst schräg dengeln und das ist sicherlich ungleich schwerer als bei einer dünnen Sense.

Es grüßt Dich der Leo.
 

cearbhallain

Mitglied
habe ich mal was zu gewußt.. wie war das noch..
Mir wurde mal gesagt, daß man eins kurze Sichel nicht zu dengeln bräuchte, eine Sense hingegen schon.
Das Dengeln stellt ja ein kaltes Ausschmieden der Schneide der Sense dar. So etwa 4- 5 mm. Das gibt sozusagen den 'Grundschliff' (*s* das was nicht jedes Messer hat.. ;))
Effekt ist daß das ansonsten eher weich-zähe Meterial der Sense dort verfestigt wird. Außerdem wird vermieden, daß die Blattstärke im Schneidenbereich durch allzuhäufiges Nachschleifen immer dicker wird, je mehr man sich dem Rücken der Sense nährt. Und Natürlich ist der Materialabtrag wesentlich geringer, so eine Sense soll ja auch ne Weile halten. Normalerweise wurde, AFAIK, Abends für den nächsten Tag vorgedengelt, die Schneide der Sense dann bei der Arbeit nur zwischendurch immer mal wieder mit dem an der Hüfte in einem Gefäß mit Wasser getragenen Wetzstein wieder aufgerichtet. Es ist wohl auch so, daß die Schneidkante durch das Dengeln eine leichte Wellenlinie bekommt, was anscheinend das Schneiden unterstützt. 'Dengel' ist der nach innen geschwungene Teil des Sensenblattes, dort wo die leichten Hammerschläge die Schneide ausbilden. Die größe Gefahr beim Dengeln ist wohl, daß Spannungen in das Blat kommen, die dann früher oder später zum Bruch führen können.
 
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zorro_43

Mitglied
Ja, soweit kenne ich das auch, aber...

Warum muss man das Dengeln so oft wiederholen?
Man wird doch nicht den ganzen verfestigten Bereich an einem Tag abschleifen, oder?

Zorro
 

luftauge

Mitglied
Hallo Zorro !

Das beruhigt mich ungemein zu hören, dass ich nicht der einzige bin, der noch von Hand mit der Sense arbeitet !

Das mit dem häufigen Nacharbeiten hat wohl auch den Grund, dass das Blatt annähernd Rasiermesserscharf/-dünn wird
- da bleibt es nicht aus, dass die Schneide beim durchtrennen von Brennesselstielen oder stärkeren Halmen ausgeschartet oder sogar gebrochen wird, wenn man die richtige Technik beim Schneiden noch nicht herausgefunden hat (muss ich auch noch lernen ;) ).
Da muss man meist mehr Zeit mit Dengeln und Schärfen verbringen, als mit der eigentlichen Mäharbeit.

Gruß Andreas/L
 
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Aiwazz

Mitglied
Eine Sense muß, um einen akzeptablen Schnitt zu erzielen dünn ausgetrieben (gedengelt) werden. Wie schon richtig bemerkt, kann man mit dem Dengelhammer auch Scharten mehr oder weniger "einebnen". Wie oft eine Sense gedengelt werden muß, hängt davon ab, wieviel man schneidet und wie gut man mit der Sense umgehen kann. Die eingesetzten Schleifsteine sind sehr grob und der Sensenstahl ist recht weich. D. h. man erreicht beim Schleifen einen ziemlich hohen Abtrag. Wenn dann das Material, langsam aber sicher dicker wird, muß halt wieder gedengelt werden.
Richtiges Dengeln ist übrigens eine Kunst, die langsam aber sicher am aussterben ist. Leider!

Gruß

Aiwazz
 

luftauge

Mitglied
Da fällt mir noch was ein :
Der einzige Schärfer, der für Messer "tödlich" ist, ist ganz gut für Sensen geeignet, der komische Schärfer von Hebertz (der mit den versetzten Hartmetallplättchen im schwarzen Knubbel).

Dengeln, streichen und dann mit dem Herbertz-Schärfer hinterher :super:

Gruß Andreas/L
 

Aleena

Mitglied
Hi,

bei der Sense ist auch noch die Krümmung der Schneide zu berücksichtigen. Wer nicht supergut mit der Sense kann oder am Hang steht, benutzt immer wieder dieselben paar cm auf der Sense. :hmpf: Beim nachschärfen wird dann die Krümmung ungleichmäßig. Das gleicht man dann beim Dengeln wieder aus.;)
Je ungeübter der Sensenmann destomehr muß gedengelt werden.
Nur kann das ja auch kaum noch einer.:D
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Ich habe in meiner Jugend auch noch gelernt, Sensen zu dengeln. Ist wirklich nicht ganz einfach.
Kennt Ihr die Prüfung, ob eine Sense richig gedengelt ist?
Das Blatt wird mit der Spitze auf den Boden gesetzt, ca. im 45°-Winkel, Stiel etwa waagerecht. Eine Stecknadel wird in die beim dengeln entstandene Hohlkehle gelegt und muß entlang der ganzen Schneide bis auf den Boden rutschen.
 

zorro_43

Mitglied
Hi,
also heute habe ich zum ersten mal "gesenst"!
Puh, das haut ganz schön rein.
Ich hatte ja schon gehört, dass das schwere Arbeit ist, aber wie hart das ist muss man wohl mal erlebt haben.
Zum Glück mache ich das nur zum Vergnügen und kann aufhören wenn ich keine Lust mehr habe.
Die meiste Zeit war ich wohl mit schleifen beschäftigt. Da kann man schön verschnauffen. Der große "Mähfertig" Aufkleber war wohl ein Witz. Und als ich die Sense dann so richtig scharf gemacht habe hat sie mich auch sofort geschnitten.
Aber dann hats eigentlich ganz gut geklappt(fürs erste mal).

Zorro
p.s.: Und Morgen wird gedengelt!
 

luftauge

Mitglied
Moin Zorro !

Welchen Sensenbaum benutzt Du ?
Holz oder Metall ?
Die Hölzernen sind etwas leichter vom Gewicht her, aber leider schlecht zu bekommen, dann gibt es auch verschiedene Grifftypen,
- der eine Baum hat zwei direkt montierte Griffe,
- der Andere hat einen abgesetzten Griff (Der Handgriff ist auf einem Ausleger am Baum befestigt)

Ich habe mich gestern etwas intensiver mit Dengeln versucht und dann Fortschritte und Wirkung beobachtet, siehe da, die Schneide wird auch ohne Schärfer nur durch Dengeln schon besser.

Tipp zum Mähen:
Am Günstigsten ist es am Vormittag, solang noch Tau an den Halmen ist, dadurch ist das Gras etwas schwerer und fällt schneller beim Schnitt, ausserdem verbessert es die Schneidwirkung.

Gruß Andreas/L
 

zorro_43

Mitglied
Hi Luftauge,
ich hab so ne 08/15 Sense aus dem Baumarkt.
Der Baum ist aus Stahl und hat direkt montierte Griffe. Der Vorteil gegenüber Holz ist, das ich die Griffe verschieben kann.
Holz-Bäume gibt es z.B. bei "Grube" im internet.

Das Dengeln hat bei mir nicht so gut geklappt.
Die Billigsense ist schon recht Dick und lässt sich von leichten Schlägen (mit dem 500g-Hammer) kaum beindrucken.
Und richtig draufprügeln wollte ich beim ersten mal nicht.
Vielleicht wird es mit der Zeit ja besser.

Zorro
 

luftauge

Mitglied
Jo,
so ein Teil habe ich auch !
ich werde mal bei der Genossenschaft nachfragen, dort müsste es Holzbäume geben.

Ich bin erst mit einem 300gr Hammer angefangen, dann aber auf 500gr umgestiegen, allerdings hab ich seit zwei Wochen einen Amboss, der erleichtert das Dengeln erheblich, und der Fortschritt am Blatt ist erkennbar, vom Ansatz zur Spitze eine ca. 5 - 6mm breite Kehle ohne Risse oder Scharten.

Nur die Arbeitshaltung beim Dengeln muss ich noch genau austüfteln, dann wirds noch einfacher.
Am Schraubstock habe ich einen 1000gr Fäustel als Untersatz eingespannt, geht auch, das Blatt habe ich jeweils abmontiert.

Gruß Andreas/L
 

herbert

MF Ehrenmitglied
sensen und sichel dengler hallo

Also, hier wurde viel Richtiges gesagt. Das Ausziehen des Materials und Verdünnen in Kombination mit dem Kaltverfestigen und Glätten und Richten bringts voll. Es ist auch ein sehr komplexer Vorgang. Leonardo hat oben mein Dengelgerät erwähnt, das Ding finde ich ziemlich genial. Ich hab mal auf einem Bauernmarkt in der Eifel einen alten Mann mit dem Ding arbeiten sehen, der hat mir das dann erklärt, und ich hab sofort gekauft. ca. 40 DM war das. Und nach mir noch eine Reihe anderer Leute.
Ich zeigt mal die Skizze und die Anleitung, das erklärt alles. Das Ding ist nicht sehr groß, der "Amboss" hat einen Durchmesser von ca. 40 mm. Ich füge auch die Bezugsquelle bei. Preis kann sich geändert haben, ist 2 Jahre her. In zwei Wochen besuche ich den Markt wieder, schau mal nach, ob der alte Mann noch da ist.
 

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herbert

MF Ehrenmitglied
Die Bezugsquelle:
Gisela Dahmen
Lorbacher Weg 6
53894 Mechernich
02484 2931
Wie gesagt, ist zwei Jahre her, und das Angebot hieß damals 40 DM direkt oder 48 Dm portofrei gegen V-Scheck oder Vorkasse.
 
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herbert

MF Ehrenmitglied
Die Anleitung: Sorry, schwer zu lesen, aber ist ein scan, und ich kriege das nicht größer hin, sonst kann ich es nicht dranhängen. Bei Interesse helfe ich gern weiter. Das Ding funktioniert echt gut.
 

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luftauge

Mitglied
Raffiniert einfaches Gerät !

Ist der Dengelaufsatz nur per Hülse (Stift) geführt, oder innen auch zusätzlich gefedert ?
Das muss eigentlich auch im Eigenbau zu machen sein, zumindest teilweise (soweit die Bonsai-Drehmaschine es hergibt)

gruß Andreas/L
 

herbert

MF Ehrenmitglied
@luftauge: Andreas, da ist keine Feder drin. Der Amboss ist nur eine Auflagebahn, die eigentliche Arbeit macht die saugend schmatzend passende Hülse, deren offener Rand definiert geformt ist (Radius und so), die Hülse ist auch gehärtet, ebenso wie die Bahn. Und die verschiedenen radien an der Hülse machen die unterschiedlichen Effekte. Ich werd mal sehen, ob ich die Radien vermessen kann, oder einen Abdruck machen kann. Wenn Dich das sehr interessiert, kann ich das Dings mal rüberschicken, kannst es Dir dann mal ansehen und ausprobieren. Müßte eigentlich leicht gehen, ist aber patentiert, mein ich.