Seminarrückblick Kampf mit dem Stock,Schwert Säbel

neo

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Seminarrückblick "Kampf mit dem Stock,Schwert und Säbel"

am 20/21. Juli an der Russian Martial Art Akademie Augsburg:

Da wir ja hier im Forum-Bereich der Schwerter sind, werde ich mal kurz meine Eindrücke vom o.a. Lehrgang schildern. Vielleicht ist es ja für den ein oder anderen von Interesse:

Zunächst muss man sagen, dass der Lehrgang bei strahlender Sonne im Freien auf einer Wiese am See statt gefunden hatte. Es waren so um die 40 Teilnehmer anwesend

Am ersten Tag beschäftigten wir uns mit dem Stock. Bereits hier wurde hoher Wert auf ein ökonomisches Führen des Stockes gelegt. Es wurden die verschiedensten Bewegungsarten mit dem Stock geübt, wobei zumeist beide Partner übten: einer, welcher den Umgang mit dem Stock übte und der andere welcher das Ausweichen, also sozusagen die Abwehr des Stockes trainierte. Beim Schwingen des Stocks lernte man seine Form zu halten und sich gegen mehrere zu verteidigen.

Am zweiten Tag wurde vor allem der Umgang mit dem Schwert geübt. Dadurch, dass der Lehrgangsleiter Andreas Weitzel mit einem geschmiedeten Metallschwert unterrichtete, wurde bereits beim Zuschauen der Unterschied zum Stock deutlich. Auch hier wurden verschiedene Hiebarten mit dem Schwert geübt, wobei besonders der Richtungswechsel eine entscheidende Rolle spielte. In der letzten Sequenz beschäftigten wir uns dann mit dem eigentlichen Kampf- Schwert gegen Schwert. Wobei ich sagen muss, dass ich hiermit bereits voll überfordert war, da ich merkte, dass meine Form (d.h. die Art den Körper und die Waffe zu halten/ zu bewegen) nicht stimmte und ich mehr mit mir beschäftigt war, als mit dem Partner. Somit weiß ich woran ich arbeiten muss.


Im Vorfeld des Lehrganges hatte ich mich gefragt, was denn jetzt so anders zu den anderen Systemen sei, welche ebenfalls den Umgang mit Stock und Schwert lehrten. Ich empfand den unterschied am deutlichsten in der Betonung der Ökonomie der Bewegung.
Diese Ökonomie war schon deshalb von Bedeutung, da wir eh schon müde waren von der anreise, dann diese grelle Sonne und die damit verbundene Hitze, dann noch die Fliegen /Mücken und schließlich das Gewicht der Waffe, welches einem schnell schmerzhaft deutlich machte, wenn man seine Form nicht wahrte!!
Wie erst werden die Krieger dies auf dem Schlachtfeld vor Jahrhunderten gemerkt haben!!! Auf diesem Lehrgang konnte man es erahnen!

Besonders wurde mir dies an folgendem Beispiel deutlich: „Man fechte nicht mit dem Gegner, sondern man schlägt ihn!!!“


Deshalb ist es sehr sehr wichtig, dass man die Bewegungsabläufe sehr sehr langsam übt, um wirklich zu spüren, was man da tut, denn wenn man mit schnellerer Geschwindigkeit übt, so kann man sich selbst schnell über Fehler hinwegtäuschen, welche in einem realen Kampf verheerende Wirkungen hatten.

Wie auch bereits bei allen anderen Lehrgängen wurde auch hier wieder besonders deutlich, dass das russische Systema ein komplettes System ist, in welchem die Prinzipien überall die gleichen sind, egal ob unbewaffnet, gegen mehrere, mit einem Stock Schwert oder Messer etc. Man merkt ganz deutlich, dass es aus der realen Welt und für die reale Welt ist!



Ich war nicht zu diesem Lehrgang gereist, um den Schwertkampf zu erlernen, da ich ja im Normalfall kein Schwert mit mir trage, sondern hatte den Lehrgang als eine Vertiefung meines Können/Wissens des Systema gesehen und genau dies war er auch. Meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen und nun gilt das Motto: es gibt viel zu tun, fangen wir an!!!

Gruß neo