"selbstgebauter polierbock"

G

gast

Gast
hi,

bei meiner letzten frage "was braucht man zum messermachen" bekam ich u.a. die antwort:

"einen selbstgebauten polierbock"

was is`n datt ????
kann mir das jemand erklären??????
 

AchimW

Mitglied
polierbock

Klar. Das ist ein Motor, auf dessen Achse eine Polierscheibe angebracht ist. Meist handelt es sich um ehemalige Doppelschleifmaschinen, bei denen die Schleifsteine gegen Polierscheiben oder Polierdorne (zum Schnellwechsel) ausgetauscht wurden. "Bock" wohl deshalb, weil diese Teile meist auf einem Maschinenständer "aufgebockt" werden, um Arbeitshöhe zu erreichen.

Achim
 

Haudegen

Mitglied
Re: Mein Polierbock

Original geschrieben von heiko häß
Bitte nicht lachen:D
keine angst heiko, ist ehr zum weinen.:rolleyes:
aber was solls, wenns schö macht. ;)

nix für ungut, macht das dem motor nix, wenn er so vollgesifft wird? warum bauste keine senkrechte holzplatte davor?
hmmm, ich hab ja selbst nix zum polieren. ( hab da auch nen heidenrespekt vor so ner maschine), aber wenn man öfter mal damaste verarbeitet, machts schon sinn, oder??

grüsse,...
 
G

gast

Gast
wohnzimmer

naja - hast die höllenmaschine sicher nicht im wohnzimmer!? ;)
 

AchimW

Mitglied
damast

Gerade für Damast braucht mann das Ding nicht. Ich schleife meine Damastklingen normalerweise nur bis Korn 240,´manche feinen Damaste bis 400. Dann greift das Ätzmittel besser.

Achim
 

heiko häß

Mitglied
Mit guten Maschinen kann jeder Messer machen.Ich habe auch schon seit einem Jahr vor mir einen Bandschleifer zu bauen,investiere aber meine Zeit lieber ins Messermachen und schleif mit meinem Handbandschleifer weiter.Übrigens wird der Motor öfters abgesaugt.
Ich komme auf jedenfall gut mit dem Teil klar.
Gruß Heiko
 

AchimW

Mitglied
falsch!

Das ist falsch!

Die Maschine ist auch nur ein Werkzeug. Wenn man damit nicht umzugehen weiß, was oft genug reichlich Erfahrung und Lernaufwand erfordert, kann man auch keine guten Messer machen. Außerdem kommen noch viele weitere Faktoren hinzu, wie etwa Kenntnisse in Materialkunde, Metallurgie, Wärmebehandlung undsoweiterundsoweiter....

Achim
 

heiko häß

Mitglied
@AchimW
Sorry,aber ich bin nun mal der Meinung das fehlendes Augenmaß und
mangelndes Gefühl in den Griffel durch Maschinen ersetzt werden kann.
Klar,beim Polierbock spielts keine Rolle aber was ist mit Fräsmaschine? Grundkenntnisse braucht man in auf jeden Fall zum messermachen,egal ob man mit Feile oder mit CNC-Fräse arbeitet.
Gruß Heiko
 

Tierlieb

Mitglied
Ich stimme Heiko zu (auch wenn es off-topic wird, ich halte diesen Punkt für zu interessant).
Grundkenntnisse sind notwendig. Aber den Rest macht gute Ausrüstung.
Sehe ich zum Beispiel am Rüstungsbau/Plättnern.

Ich habe selbst mit einem normalen Hammer und einem Stück Blech begonnen und so mein Handwerk gelernt. Mit dem Hammer gerade aufschlagen, sont gibbets unfreiwillige "Schmiedemarken", wenn das Blech hart ist, brauchts mehr Arbeit und manche Bleche taugen einfach nicht.
Aber diese ganzen Erkenntnisse kann man auch sparen, wenn man einen vernünftigen Polierhammer hat und seinen Stahl genau bemessen vom befreundeten Plasmaschneider-Bediener nebenan kauft.
Und wer nicht treiben kann, kann ja notfalls einfach zwei Hälften aneinander schweißen (tut sich im Schaukampf gar nichts).

Deswegen vertrete auch ich die Theorie, daß Handwerkszeug ganz entscheidend ist.

MfG, Tierlieb
 

bernadinio

Mitglied
An dieser Stelle schalte ich mich auch mal ein. Ich habe eine CNC-
Fraesmaschiene zur Verfuegung, Drehmaschinen, Bandschleifer usw...
Das erleichtert die Arbeit jedoch nicht wirklich!

Selbst wenn man eine Klingeform ausfraesen wuerde, die Klingenform
vorfraest und dann mit einem Bandschleifer fertigschleifen wuerde,
waere der Zeitaufwand bei einer Einzelanfertigung durch
Einrichtarbeit, Programmierzeit usw., kaum geringer als beim
aussaegen von Hand mit anschliessendem feilen.

Hinzu kommt, wenn man mit einem leistungsstarken Bandschleifer einen
Fehler macht, z.B. ein wenig falsch drueckt, ist die schoene Klinge
hinueber! Beim feilen passiert dies einem (der das kann) weniger, da
Material nicht so agressiv abgetragen wird. Somit koennen Fehler
beim feilen leichter korregiert werden. Wer mal einen extremen
Hohlschliff gefertigt hat, wo man beim nachkontrollieren die Klinge
immer neu ansetzen muss, der weiss was ich meine.

Da wir viele Teile in Einzelanfertigung fertigen, denke ich, dass
meine Meinung hierzu einigermassen qualifiziert ist. Davon abgesehen
hab ich mit dem Messermachen (nur Hobbyhalber und erst seit ganz
kurzer Zeit) angefangen, weil handewerkliche Arbeiten sehr viel Spass
machen und mich die reine Maschinenarbeit mittlerweile ein wenig
langweilt.

Bei Serienfertigung sieht die Sache natuerlich wieder ganz anders aus.
Doch wer fertigt als Hobby in der Handwerkerszene Serien, wenn er
nicht damit seinen Unterhalt verdient?

Natuerlich alles nur meine Ansicht.

Gruesse Bernd
 

freagle

Mitglied
Zwar OT

aber da muss ich auch mal was dazu sagen, es gibt anscheinend immer noch Menschen die meinen es gibt die Maschine wo hinten fertige Messer rausfallen.

Maschinen müssen auch bedient werden können, sicherlich kann eine Maschine einiges erleichtern, von alleine macht die aber auch nichts und Knöpfchen drücken reicht da nicht aus. Schaut euch doch z.B. mal ein aufwendiges Intergalmesser an, bei dem sicher 4-5 STD Fräsarbeit anfällt, will mal denjenigen sehn, der nicht über einiges an Fräserfahrung hat und so ein Messer fräst, stell mal einem Anfänger so ne Maschine hin, der bringt sich eher um damit, als dass ein Messer dabei rauskommt.

Die Klinge muss deswegen trotzdem geschliffen werden, da nützt einem der beste Bandschleifer nichts, wenn man nicht entsprechende Erfahrung damit hat kommt nix dabei raus.

Und so ists fast mit jeder Maschine sag ich mal.

freagle
 

Claymore

Mitglied
Gute WErkzeuge machen noch keinen guten Handwerker.....
Aber mit schlechten Werkzeugen tut sich auch ein guter Handwerker Schwer.....
Dehhalb verdient derjenige, der mit den bestehenden geringen mitteln ein klasse Messer macht, ob feilt oder schmiedet eine besondere Hochachtung !!!

und überhaupt....

Richtig ist das was funktioniert.
Ob das was besser funktioniert richtiger ist sei mal dahingestellt (hängt auch immer davon ab was man selbst für einen aufwand treiben will.

So stell ich mir z.b. keinen Federhammer in den Keller wenn ich einmal im Monat eine Klinge schmiede und die dann Fertigmache.
(WER macht sowas den überhaupt tststs...:irre: )



gruß

Peter
 

heiko häß

Mitglied
Nochmal OT

Hi Leute
Was habe ich nur wieder angerichtet.Ich wollte eigentlich nicht das dieser Satz so 100% ernst genommen wird.Ich möchte hier jetzt einfach mal erklären was hinter der Aussage steckt.
Es stinkt mir einfach wenn jemand auf einer Messe erklärt was ich alles besser machen könnte damit meine Messer edler aussehen,und ich genau weis das dieser Messermacher über einen riesigen Maschinenpark verfügt und seine Klingenwinkel bis kurz vor Maß vorfräßt.Vesteht mich jetzt bitte nicht falsch,ich gönne wirklich jedem seinen Maschinenpark aber ich habe einfach mehr Achtung vor Leuten die mit einfachsten Mitteln ein Messer machen als vor denen die mit High-tech
ein absolut perfektes Teil anfertigen.Messermachen ist halt nicht gleich Messermachen.Ein Arm ist halt nicht so präzise wie eine Schwalbenschwanzführung.Und wenn an einem meiner Messer noch Bearbeitungsspuren zu sehen sind dann ist es für mich O.K.Es stört mich halt das man Messermacher miteinander vergleicht ohne irgend etwas über ihre Fertigungsmethoden zu wissen.Wer zum Beispiel in meinen Augen Hochachtung verdient ist Jockel Greiß:anbet:
So,ich hoffe Ihr versteht jetz wie diese Frust-Aussage zustande gekommen ist.Gruß Heiko
 

crashlander

Mitglied
@ Heiko, ich denke die meisten hier verstehen und teilen Deinen Standpunkt ( ich find Jockl Greiß ebenfalls :anbet:)

Entscheidend ist, wie man die zur Verfügung stehenden Werkzeuge nutzt. Jemand, der sich mit den genaueren Passungen seiner Werkstücke brüstet, weil sie eben gefräst wurden, muß meiner Ansicht nach z. B. eine wesentlich genauere Prüfung hinsichtlich Radien, Passungen und Symmetrie hinnehmen. Und dann siehts bei vielen wahrscheinlich nicht mehr ganz so toll aus, der Vergleich.

Ich hab auch mal einige Zeit im clinch mit Dreh- und Fräsmaschine verbracht und kann freagle nur zustimmen, auch diese Geräte sind mit Vorsicht zu genießen und fordern viel Einarbeitung und Übung, um sie wirklich zu beherrschen. Und die Verletzungsgefahr ist erheblich, von wegen bei der Fräsmaschine den Schraubenschlüssel obendrauf stecken lassen, auweia.
 

freagle

Mitglied
Schon klar, wenn ich mit einer Fräsmasch. umgehn kann, geht da schon einiges, wenn man eine Klinge vorfräst hat mans schon leichter mit dem Bandschleifer, man ist auch ertwas schneller.

Ich geh aber mal davon aus das ein heutiger Messermacher der über einen großen Maschinenpark verfügt auch mal ganz einfach angefangen hat und das er sein Handwerk versteht und auch ohne Hightech sehr gute Messer bauen kann, solche Leute kenn ich ein paar, die können auch mit der Feile umgehn.

Ich schätz das auch wenn Messer mit einfachsten Mitteln gefertigt werden und eine hohe Qualität haben. Verschiedene Messer kann man meiner Meinung nach eh nicht vergleichen, der eine baut das der eine das, der eine arbeitet auf diese Weise, der ander wiederum ganz anders, wichtig ist das am Ende ein tolles Messer auf dem Tisch liegt und wenn das einer mit einfachsten Mitteln schafft umso besser.

Will man bestimmte Messer baun, kommt man auch um bestimmte Maschinen nicht herum, geht dann leider nicht anders.

freagle
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Original geschrieben von freagle
Schon klar, wenn ich mit einer Fräsmasch. umgehn kann, geht da schon einiges, wenn man eine Klinge vorfräst hat mans schon leichter mit dem Bandschleifer, man ist auch ertwas schneller.
freagle
Ich habe eine Fräse, keine CNC gesteuerte, aber immerhin.
Aber ich fräse keine Klinge vor, weil das Schleifen auf dem Bandschleifer allemal schneller ist als das aufspannen, einrichten und fräsen. Und, obwohl freihand, genauso präzise.
 

freagle

Mitglied
da hab ich keine Bedenken bei dir Günter, du hast die Routine und weist was du machst.

Als ich noch den alten lahmen Bandschleifer hatte, hab ich mir mal eine dicke D2 Klinge vorfräsen lassen damit hatt ichs schon etwas leichter, mit gscheiten Schruppbändern und Leistung braucht man keine Fräse mehr, hätt aber trotzdem gerne eine, für manche Sachen ist eine Fräse schon fein.

Ein Freund von mir hat sich gerade einen großen Deckel Pantographen gekauft
:lechz: da könnt ich neidisch werden.

freagle