Selbstbau Gasesse - Temperaturproblem

maidn

Mitglied
Hallo Leute,

Ich habe heute meine Gasesse in Betrieb genommen und habe große Temperaturprobleme.
Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Erstmal einige Eckdaten:
Habe mich an Torsten Pohls "Anleitung" einer Gasesse gehalten.
Der Essenkörper besteht zwar nicht aus einer Gasflasche, aber er hat die selben maße einer 11KG Gasflasche.
ca. 42cm lang, ca. 30cm im Durchmesser.
Ich habe 2 Öffnungen. Eine ist 18 im Durchmesser und eine ist 15 im Durchmesser. Warum ich das so gemacht habe weiß ich nicht mehr genau, das kann ich jetzt leider nicht mehr ändern!
Die Esse wurde mit 2 Lagen 2,5cm Keramikfaserwolle von Peter Abel gedämmt. Darauf kam ca. 1cm Feuerzement von Peter Abel.
Der Brennraum beträgt ca. 18cm im Durchmesser und wurde von Hand ausgeschmiert, nicht mit einem Rohr. Daher ist der Brennraum nicht 100%ig rund und eben!
Aufgrund der 2 unterschiedlich großen Öffnungne verengt sich der Essenraum zur kleineren Öffnung etwas.
Den Flare habe ich auch per Hand ausgeschmiert und wurde so gut wie es ging Konisch geformt. Ich kann leider nicht genug reinsehen ob das Konisch genug ist!
Die Rückseite habe ich mit einem Gasbetonstein verschlossen. Ich habe aus dem Material einen "Verschluss" gemacht den ich in die Öffnung schiebe und der weitestgehend Dicht macht. Zusätzlich könnte ich noch bequem 2 Schamott Platten in die Schiene einbringen.
Zur Themeraturmessung habe ich ein Voltcraft K101 mit Typ K Thermodrahtfühler Nicr-Ni durch den Essenkörper gesteckt, so das die Verzwirbelung der 2 Drähte (da wo gemessen wird) in den Brennraum schaut. Das Thermometer wurde daheim überprüft und richtig eingestellt (Eiswasser - Kochendes Wasser)


Zum Einbrennen:

Ich habe heute eingebrannt. Dabei bin ich wie im Forum beschrieben vorgegangen und habe über 90 minuten hinweg die Esse langsam eingebrannt. Dabei habe ich schon bemerkt das ich seltsamerweise nicht auf die Werte kommt die man hier im Forum immer ständig ließt.
0,4bar Schmieden, 0,4-1bar Feuerverschweißen.
Hier ein paar Werte die ich nach ca. 20 Minuten Betrieb der Esse erreicht habe.


Dann wollte ich mal versuchen die Esse noch weiter hochzufahren, also um auf Feuerschweißtemperatur zu kommen.
Darum habe ich die Luftzufuhr am Brenner erhöht und habe mal die 1,5 Bar angepeilt. Denkste, das Thermometer sagt gerade mal 936°C! Da stimmt was nicht.


Ich habe dann etwas mit den Deckeln gespielt und habe festgestellt das die Esse teilweise heißer wurde wenn ich ohne Verschluss gearbeitet habe. Ich konnte mir dieses Verhalten nicht erklären, und 5 minuten Später wars wieder genau andersrum. Da ging die Temperatur dann wieder hoch als ich den Verschluss wieder rein gemacht habe.

Ich habs dann mal etwas übertrieben und bin auf ca. 2,6 bar gegangen.
Selbst mit 2,6bar komme ich "nur" auf knappe Feuerschweißtemperatur. Ich glaube irgendwas stimmt wirklich nicht!



So, auf gehts zur Fehlersuche:


Mögliche Ursachen könnten meiner Meinung nach sein:

1. Der Wind pfeifte ganz schön um meinen Schmiedeplatz. Kann eventuell dieser die Luftströmung in der Esse durcheinanderbringen?
Hatte den Brenner dann mal vom Wind geschützt weil ich dachte der Gasstrom könnte unterbrochen werden, das hat aber nichts geholfen.

2. Habe ich die Esse eventuell zu schlecht ausgeschmiert?
3. Sind meine Öffnungen zu groß? Eventuell hat die Konische Form im Inneren schlechte Auswirkungen?

4. ????


Habt ihr Ideen? Ich hoffe jemand kann mir helfen.
Gruß

Florian
 
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Blacky

Mitglied
Hinten sollte mal zugemacht werden - am Besten mit einem Stopfen, der gleichzeitig auch isoliert! Back' dir doch so einen Kuchen aus 1-2 Lagen Keramikfaserwolle aufeinander und feuerfestem Zement drüber. Nach dem Trocknen einfach umdrehen und hinten nochmal Zement zum Abdichten drüber (damit keine Fasern rumfliegen). Das da hinten irgendwie vorzuklemmen sollte dann das kleinere Problem sein ;)
24.jpg


Vorne kannst du mal probieren, die Öffnung zu verengen, am Einfachsten, indem du dir eine Schamottplatte aus dem Baumarkt holst, da ein etwas kleineres Loch reinsägst (mit Lochsäge anfangen, dann mit Raspel aufweiten) und das dann vorne vorklemmst/-stellst/-hängst.

Was ich jetzt nicht einschätzen kann (mangels Erfahrung), aber vorstellbar wäre, ist, dass das Thermometer bei den hohen Temperaturen ungenau wird. Wirf' mal Schatten auf die Esse und den Bereich drum herum und schau dir die Glühfarben an.

Spiel' auch mal etwas mit der Luftzufuhr rum...

Ich kann mit meiner Esse feuerschweißen, muss dafür aber auf 1,5 bar aufdrehen, da ich keinerlei nennenswerten Flare habe und deshalb kaum Luft zusätzlich ansaugen lassen kann... Wenn ich zu viel Luft reinsauge, wird die Flamme instabil bzw. reißt ab. Allerdings habe ich auch einen kleineren Brennraum. Lass' die Esse doch mal länger laufen und durchheizen. Tut sich über die Zeit noch was? Wie warm ist sie nach einer Stunde?

An welchem Punkt innerhalb der Esse misst du die Temperatur?
 
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Blacky

Mitglied
Vielleicht isoliert das Gasbeton-Teil ja nicht gut genug. Wobei es wohl wichtiger ist, dass da
1. kein Wind reinweht und damit die warme Luft vertreibt.
2. die Wärme von innen rausgedrückt werden kann.

Ich denke, ein zweiter Testlauf mit verschiedenen Messpunkten (weiter vorne, hinten, oben, unten) wäre aufschlussreich.

Ansonsten halte ich mich da raus und warte mal ab, was sonst noch so gesagt wird ;)
 

gnilreh

Mitglied
Moin!

Mal als anerkannter Essenbau-Amateur: :glgl:

Ich hab meine große Esse aus einem 30l Fetteimer gebaut und ungefähr die Abmessungen, die du bei deiner angibst...
Allerdings habe ich eine ca. 2-2,5 cm starke Betonwandung...

Das Einbrennen dauerte, nachdem ich meiner Esse bereits 14 ! Tage Trocknungszeit gegeben hatte, trotzdem noch mehrere Male "normales" Schmieden...
Erst nach einer Laufzeit von insgesamt ~ 5-6 Stunden erreichte ich eine zum Einen kürzere Aufheizzeit sowie zum Anderen eine höhere Endtemperatur...
Feuerschweißtemperatur schaffe ich bei meiner Esse übrigens auch nur mit Drücken > 1,2 bar, was wohl vor Allem dem großen Brennraum zuzuschreiben ist, schmieden geht so zwischen 0,4 und 0,8 bar, je nachdem wie der Wind steht...

Bleib einfach dran und lass dich nicht entmutigen!

Dom
 
Zuletzt bearbeitet:

Armin II

Mitglied
Vergiss das mit dem Thermofühler, der ist für die Anwendung nicht geeignet. Ein Thermoelement Typ K gibt bei einer Temperatur von rund 1300°C eine Spannung von 50mV ab.

Die Temperatur wird im Prinzip an dem Punkt gemessen an dem sich die beiden Leiter des TC zum ersten Mal berühren, nicht umsonst werden bei Thermoelementen die beiden Leiter verschweisst. Die Drähte einfach nur zusammenzuzwirbeln funktioniert da nicht, das gibt einen undefinierten Übergang, speziell wenn dir dann die Drähte noch oxidieren.

Wenn Du in der Esse messen willst benötigst du ein gekapseltes TC, z.B. keramisch gekapselt. Ausserdem bist du da sowieso schon im obersten Ende des Messbereichs.

Anstatt hier also viele Fotos von der Digitalanzeige eines sowieso nicht genau messenden Digitalthermometers, deines Manometers und deines Brenners einzustellen wäre ein Foto vom Innenraum deiner Esse im Betrieb wesentlich hilfreicher.
 

maidn

Mitglied
@gnilreh

Danke für deinen Hinweis, das wusste ich nicht. Dann werde ich auf jeden fall mal weitermachen.

@Armin II

Naja das ist zwar nicht das was ich hören wollte.... immerhin habe ich von einigen Leuten hier gelesen das Sie mit einem TypK Erfolgreich einen Gashärteofen betreiben.

Das mit den Bildern des Innenraums der Esse bei Betrieb ist Heute leider nicht so einfach gewesen. Trotz Sonnenschirm gabs hier kaum Wolken und ich bin halt leider doch auf Frischluftschmieden angewießen.

Dennoch habe ich 3 Bilder gefunden wo man was erkennen kann.

Hier habe ich auch noch ein Kurzes Video das den Brennraum im Betrieb zeigt.
http://www.youtube.com/watch?v=La6TpmeXyV0

Kannst du sonst zur Esse noch was sagen?

Gruß

Florian
 
Hallo,

Ich bin zwar nur Gasessen Nutzer und kein Bauer, aber das Mischrohr erscheint sehr lang.
Hab da leider jetzt auch nur Fragen.
Würde mich mal interessieren wie schnell alles warm wird. Wenn das Mischrohr sehr schnell heis wird, geht da vermutlich auch viel Wärme flöten.(ich vermute das nur)
Wie sieht die Einlassöffnung nach dem Mischrohr aus?.
Weitet die sich, oder hat die den gleichen Durchmesser wie das Rohr??

Grüße
Thomas
 

Claymore

Mitglied
Beim durchlesen des Beitrages sind mir verschiedene Punkte aufgefallen, die mit eine Rolle spielen können warum die Esse nicht auf Temperatur kommt.

Ich fange mal beim Brenner an:
Der Eintrittswinkel ob im Winkel von 45 °, oder wie hier senkrecht von oben, ist zu vernachlässigen hinsichtlich der Leistungsabgabe.



Beim Brenner ist mir auf diesem Bild:

http://www.abload.de/image.php?img=einbrennen25lq5.jpg

aufgefallen,
daß der Brenner schon recht stark verzundert ist und der Edelstahl Brennerkopf Anlassfarben zeigt, die darauf hinweisen daß er mehrere Hundert Grad heiß geworden ist.
Im Betrieb kühlt der Gasstrom den Brenner soweit runter, das man Ihn im oberen Bereich selbst nach einigen Stunden schmieden noch anfassen kann.

Brennt hier die Flamme oben im Brennerkopf ?
Das darf nicht sein, sie darf erst unten in der Esse brennen.
Alles andere ist verschwendete Energie.

Ober bleibt der Brenner nach dem Ausschalten in der Aufnahme drin ?
Ich würde den Brenner nach dem Auschalten aus der Esse herausziehen. Das verhindert weitgehend ein Verzundern, es können sich auch keine Ablagerungen (auch in der Düse ) im Inneren bilden durch die heiße aufsteigende Luft und Dämpfe.




Zum Flare:
Den kenne ich nicht.
Der vordere Teil des Brennerrohres sollte zum Inneren Betonrand der Esse ca. 3-5 cm unterstehen
(Erfahrungswerte etwas mehr oder weniger funktioniert auch)



Die Ausformung des Flare ist wichtig.
Er muss nicht 100% rund sein, aber es sollten keine "Verwerfungen", Betonecken und "Klümpchen" in den Strömungsweg hineinragen.
Diese können Verwirbelungen erzeugen welche eine saubere Verbrennung behindern.
(Den Fall hatte ich einmal bei einer meiner Essen nach dem Neuausmörteln. Kein rundes Flammbild, ungenügende Temperatur Nachdem glätten ging sie wieder ab wie eine Rakete)



Zum Innenmantel:
1 cm ist ok
2 cm brauchen schon wesentlich länger
3 cm sind zuviel für ein schnelles Aufheizen.
Je dicker der Innenmantel desto länger braucht die Esse.
Wenn sie "frisch" ausgemörtelt ist braucht sie auch wesentlich länger beim Abtrocken und Trockenbrennen.
Hier sollten mehrere Zyklen a 1-2 Stunden eingeplant werden wenn man keine Möglichkeit hat in einem Brennofen vorzutrocknen.
Schneller geht wohl auch birgt aber immer das Risiko der Rissbildung.
Dabei dann immer höher fahren mit dem Druck und der Temperatur.



Zustellen der Öffnungen:
Ganz zustellen veringert die erreichbare Temperatur, da sich ein Rückstau bildet der die Verbrennung behindert.
Ganz offen veringert die Temperatur, da die Esse von den Rändern her stark abkühlt.
Ich stelle die Öffnungen ca. 1/2 bis 3/4 zu der Rest bleibt offen für den Abgasstrom.
Ein Verbrennungsmotor muss die Abgase ausstoßen können sonst läuft er nicht. Der Auspuff darf nicht zuviel zurückhalten sonst stimmt der Durchsatz nicht.
Bei der Esse ist es ähnlich.
Zudem bilden sich an den Steinen die die Öffnungen teilweise zustellen Verwirbelungen (hier sind sie erwünscht) welche die Gase länger in der Esse halten und somit die Aufheizung der Randzonen begünstigen was bedeutet, die Kernzonen kommen höher in der Temperatur.



Ein windiger Aufstellplatz ist keine gute Basis.
Windströmungen können sehr kräftig sein und noch durch kleine Öffnungen eindringen und somit die Brenntemperatur stark runterdrücken.
Wenn es nicht anders geht als im Freien zu schmieden wäre evtl. eine kleine Schmiedehütte, die beim Nichtbenutzen als Gerätehaus dient eine Lösung.
Wenn das nicht geht können mobile Stellwände schon mal helfen.
oder ähnlich.
Helles Tageslicht wie auf den Bildern zu sehen ist ebenfalls recht ungünstig. Ein Sonnenschutz, evtl. ein dunkler Schirm etc. können schon helfen.


Als Thermometer benutze ich zum Schmieden eigentlich garkeins.
Das Augenmaß sagt da mit der Zeit oft mehr.
Aber zum Testen oder zum Zeigen welche Temperaturen sich einstellen habe ich ein Termometer mit Fühler von Greisinger (GTH 1150 )
Der Messbereich geht bis 1150° c und etwas darüber hinaus.
Nach dem Starten habe ich dann in der Regel nach 2-3 Minuten im zentrum der Flammfront in der Esse schon über 1000°C
Alles mit dem identisch aufgebauten Brenner.



Mein Tipp wäre:
Bei einer neuen Esse die einigermaßen Trocken ist aber noch nicht eingebrannt.
In einem möglicht abgedunkelten Raum die Esse langsam auf Temperatur bringen:
0,5 - 1 bar und ca. 1cm bis 1,5cm Luftöffnung
Bei 1/2 bis 3/4 zugestellter Öffnung (Schamottesteine) Gasbeton sollte auch gehen. 1 Stunde brennen lassen.
Tritt Dampf aus, ausschalten, warten bis kein Dampf mehr kommt, dann wieder einschalten.

Die Esse sollte im Inneren eine komplett gelbe / orange-Gelbe Farbe haben was eine Temperatur von 1000 bis 1100° C bedeutet.
Das wird erst erreicht wenn sie komplett trocken ist.

Danach kann man eigentlich hochfahren mit Dem Druck.

Wenn die Räumlichkeiten absolut nicht gegeben sind könnt man nach Absprache den Brenntest bei mir in der Werkstatt machen.
Ich wäre dabei und hätte mit ein Auge drauf.



gruß

Peter
 
?? Ist dein Brennraum wirklich 180 mm oder nur das Loch im Blech,ansonsten mit Schamotte auch wegen dem Borax am Boden und Seiten verkleinern,dann ein Stück Flachstahl auf Orange bringen und in den Brennerstrahl halten und abwarten,wenn das Borax fast Weis aussieht und Sprudelt wie blasenschlagender Dauerregen oder wie eine Soderflasche beim öffnen,dann hast du auch Schweißtemperatur,aber fange doch erst ,mal mit einfachem schmieden an bis sie Hart gebrand ist und wenn die Esse nur noch warm ist,ziehst du eine Mülltüte gegen Luftfeuchtigkeit drüber,die Watte zieht gerne welche aus der Luft.



Gruß Maik
 

Blacky

Mitglied
Die Esse sollte im Inneren eine komplett gelbe / orange-Gelbe Farbe haben was eine Temperatur von 1000 bis 1100° C bedeutet.
Das wird erst erreicht wenn sie komplett trocken ist.

Da hake ich mal nach, an maidn gerichtet:
Auf den Bildern sieht das nur punktuell aufgeheizt aus. Wie lange war die da an? War der Brennraum (also die Brennraumwände) mal komplett gelb? Normalerweise sollte alles, was Innenwand ist, in Glühfarbe leuchten!
 

maidn

Mitglied
@Blacky
Der Innenraum war gegen Ende meines Versuches schon durchgeglüht. Aber wie gesagt halt bei 2,5-3bar

@Urgestein
Das große loch habe ich leider wirklich mit 18cm Durchmesser rausgetrennt.


@Claymore

Den Eintrittswinkel können wir also vernachlässigen! Ok

Zum Brenner:

Der Brenner ist in der Tat sehr heiß geworden. Das hat mich schon etwas gewundert, aber aufgrund Mangelnder Erfahrung mit Gasessen wusste ich nicht das dies verkehrt ist. Ob die Flammen bis nach oben geschlagen haben weiß ich nicht, zu sehen war nichts. Das heißt aber nix da es wie gesagt sehr hell war.

Der Brenner wurde aber nur heiß bis zum Halsrohr oben. Das konnte man ohne Probleme anfassen.

Zum Flare:
Das Aufnahmerohr des Brenners schaut ca. 3,5cm in die Esse hinein. Von Dort aus wurde möglichst Konisch der FLare mit dem Feuerzement geformt. Ich befürchte aber das ich dort eventuell nicht sauber genug gearbeitet habe!

Zum Innenmantel:
Die Esse konnte ca. 4 Wochen im gut gelüfteten Raum durchtrocknen, Wasserdampf ect. konnte ich beim Einbrennen überhaupt nicht feststellen. Es gab auch keinen einzigen Riss beim ersten Anfeuern.

Zustellen der Öffnungen:
Uhrsprünglich dachte ich ich verschließe die Esse mit diesen Gasbetonsteinen die ich in die Öffnung hineinschiebe. Mittlerweile habe ich aber noch eine Alternative Möglichkeit, und zwar kann ich einfache 2cm Schamott Steine die in einer Schiene gelagert sind vor die Öffnungen stellen. Was jetzt besser ist kann ich leider nicht bewerten!

Windiger Aufstellplatz:
Das Problem ist definitiv Lösbar. Und wenn ich mir ein Sichtschutzelement so hinstelle das der Wind an dieser Stelle nicht mehr so zieht.

Zu deinem Tipp:

Ich habe leider keine Möglichkeit im Inneren anzufeuern. Ich schmiede auf einem Bauernhof und bin selbst durch meinen Beruf sehr sehr vorsichtig was Brandschutz ect. betrifft. Allerdings lässt es sich sicherlich in Zukunft so einrichten das ich nicht mehr bei Strahlend Blauem Himmel schmiede und zusätzlich den Schmiedeplatz etwas abdunkle.


Zusammenfassung:
Ich tippe ja nach allem was ich gelesenhabe auf ein Problem hin das irgendwie mit dem Flare und dem Brenner zusammenhängt. Das der Brenner so heiß wurde halte ich jetzt auch für ungewöhnlich.
Am Ende meines Versuches gestern war der Innenraum schon ziemlich Orange glühend, das war kein problem. Doch das ganze halt nur bei den angegebenen 2,5-3bar Druck!
Eventuell werde ich mir den Flare nochmal genauer ansehen bzw. nochmal raushauen müssen..... da warte ich noch auf ein paar Ratschläge.


Gruß
 
Zuletzt bearbeitet:

Claymore

Mitglied
Zum Brenner:

Der Brenner ist in der Tat sehr heiß geworden. Das hat mich schon etwas gewundert, aber aufgrund Mangelnder Erfahrung mit Gasessen wusste ich nicht das dies verkehrt ist. Ob die Flammen bis nach oben geschlagen haben weiß ich nicht, zu sehen war nichts. Das heißt aber nix da es wie gesagt sehr hell war.

Der Brenner wurde aber nur heiß bis zum Halsrohr oben. Das konnte man ohne Probleme anfassen.


Das dürfte an sich nicht sein.

Die Flamme darf nicht bis nach oben schlagen.
Das wäre ein Flammrückschlag, zu dem es kommen kann, wenn der Druck sehr niedrig ist und die Luftöffnung recht groß gewählt.
Dabei überschreitet die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Flammfront die Strömungsgeschwindigkeit und den Druck des Gasstroms.

Oder wenn der Brenner sehr heiß geworden ist passiert das auch.

Man hört dann ein "flatterndes" / "Knatterndes" Flammgeräusch
anstelle des gleichmäßigen Fauchens.

Abhilfe:
-mehr Druck und weniger Luft und dann die Luft wieder aufziehen.
-Brennerim Wassereimer kühlen.



Er sollte bis hin zur Reduziermuffe gut mit der bloßen Hand anzufassen sein.
das 1" Teil des Mischrohrs wird durch den Metallkontakt, bzw. minimalen Abstand zum Essengehäuse schon deutlich wärmer.
Im oberen Bereich sorgt der Gasstrom für Kühlung.


Bei den Lichtverhältnissen die auf den Bildern ansatzweise zu erkennen sind, ist eine gut orange Glühfarbe locker schon eine an sich gelbe / bis hellgelbe Glühfarbe im abgedunkelten Raum (und der wäre maßgeblich)

Taste mal die Rundung des Flare mit dem Finger ab, wenn du da keine Kanten oder Wülste spürst, sollte es eigentlich passen.
Beim neubau hilft evtl. die abgeschnittene Öffnung einer Pet Flasche, die hat ungefähr die Form du man benötigt.


gruß

Peter
 

maidn

Mitglied
Alles Klar, dann gehe ich erstmal wiefolgt vor.

Ich taste erstmal meinen Flare ab und wenn dort Wülste/Ecken zu spüren sind versuche ich das zu beheben.
Ansonsten werde ich nochmal mit weniger Luft anfangen und schauen ob der Brenner immernoch Heiß wird.
Kann durchaus sein das ich zu früh zu viel Luft eingestellt habe.

Kann aber sein das ich erst Morgen dazukomme, hier schüttets wie aus Kübeln!

Gruß

Florian
 
Ah ja,so ergibt das mit dem Brennraumdurchmesser einen Sinn,als den realen Durchmesser noch angeben !.

Der Brenner macht eigentlich höchstens(aber Bauartbedingt) Probleme,das kommt eigentlich nur vor wenn das ganze Mischrohr zu glühen anfängt und mache doch mal Bilder vom Brenner,vor und nach dem reinschieben.
Feuertechnisch in Hinsicht auf Brandgefahr ist nicht die Esse das Problem sondern vor allem das Feuerverschweißen,denn da fliegen erst die unkontrollierbaren Lavabrocken durch die Gegend und dann lass mal Schaumgummi in der nähe sein.

Ich kann mir nicht vorstellen das es keine Dampfbildung gab,klar,bei dieser Bauweise ist es ja im Flammenbereich und nicht so gut zu sehen,aber Bohre mal Löcher in die Hülle,dann sieht das ganz anders aus wenn die Esse nicht fast jeden Tag benutzt wird.


Gruß Maik
 

natto

Mitglied
Ich lese mich hier so langsam ins Messermachen ein und habe keine Ahnung von Gasessen. Hier interessiert mich vor allem das technische Rätsel:

- Zur Zeit erreicht die Esse Schmiedetemperatur mit 3fachem Gasdruck
- Beim Trocknen / Einbrennen war kein Dampf zu beobachten

Deshalb habe ich mal die Maße der Esse mit den Bildern verglichen. 30cm außen - 10cm Faser - 2cm Zement ergibt einen Innendurchmesser von 18cm. Auf diesem Bild ist eine Öffnung im Mantel von 18cm zu sehen, der Innendurchmesser der Esse beträgt vielleicht 10cm -12cm.

http://www.abload.de/image.php?img=esse_innen218zd.jpg

Ist möglicherweise die Zementschicht deutlich dicker als 1cm? Zement trocknet nicht bei Raumtemperaur aus, auch nicht nach 4 Wochen. Ich habe mal beim Bronze gießen in Gipsformen mitgearbeit. Dort wurden die Gipsformen bei mehreren 100 Grad getrocknet, was bei größeren Formen auch schon mal tagelang dauern konnte. Beim geringsten Kontakt der Schmelze mit Restfeuchtigkeit verläßt die Schmelze die Form fluchtartig.

Gnilrehs Esse war bei 2,5cm Wandstärke nach 6h Schmieden weit genug getrocknet um Schweißtemperatur zu erreichen. Ist die Wandstärke des Zements vielleicht so groß - die Betriebszeit so kurz daß sich kein Dampf bilden konnte? Bohr doch mal an der tiefsten Stelle des Mantels nach Wasser.

LG natto
 

Blacky

Mitglied
Und wenn ich bedenke, wie viel Luft offenbar dazugesogen werden kann, ohne dass die Flamme instabil wird, und dass trotzdem so ein hoher Druck notwendig ist...

Ich kann, wie schon gesagt, kaum Luft zusätzlich saugen. Bei einem Druck > 1,0 bar kann ich (zusätzlich zu den Löchern im Brennerkopf) etwa eine Schlauchschellenbreite aufschieben. Bei weniger Druck ist mir das zu gefärhlich, dann flackert es ordentlich und die Flamme reißt ab. Ich weiß, dass das nicht optimal ist, aber es läuft stabil und ich kann mit der Brennerkonstruktion feuerschweißen.

Wenn maidn jetzt aber so viel Luft dazusaugt, und das offenbar stabil läuft, müsste das doch theoretisch erst recht warm werden, oder nicht?

Ohne jetzt noch (Jahre nach dem Bau) besonders im Thema "Brennerkonstruktion" drinzustecken, würde ich mal versuchen, was passiert, wenn weniger/kaum zusätzliche Luft eingesogen wird, würde die Position der Düse verändern (mal etwas weiter raus-/reinschieben) und schauen, was passiert. Das dann aber auch länger brennen lassen ;) Druck nicht höher als 1-1,5 bar; muss es mehr sein, läuft da sowieso was falsch.

Zusätzlich, bzw. wenn alles nichts hilft, würde ich mal versuchen, den Brennerkopf näher an die Esse zu bekommen. Der lange weg, den der Gemischstrom zurücklegen muss, könnte ja auswirkungen auf die Leistung haben, oder?
 
Bei weniger Druck ist mir das zu gefärhlich, dann flackert es ordentlich und die Flamme reißt ab.

Und wo ist es gefährlich ?,Ich provoziere es sogar wenn ich mit Härtebad arbeite und die Esse bei unter 0,1 anfängt zu flattern aber die Esse für mehr Druck zu heiß ist aber dafür gleichmäßig durchheizt,es ist auch kein Problem wenn die Flamme bis an die Düse kommt und unverbranntes Gas habe ich auch noch nicht gehabt.

Gruß Maik