Selber härten

bullet101

Mitglied
Hi Leute :D ,
hab heut mit ner eingespannten Flex 'n mit Schleifscheiben meinen Rohling bearbeitet (man mach des Spaß:super: ) und natürlich immer schön gekühlt.
Und jetzt bin ich vorhin im Knifeforum auf diesen Artikel gestoßen.
Ich weiß dass die Meinung zum Thema selber härten gespalten sind.
Aber ich würde trotzdem gerne von euch wissen was ihr von dieser Methode haltet.

http://hossom.com/tutorial/jonesy/ (das härten kommt am Ende des Tutorials)

Gruß Marcus
 

Camig

Mitglied
Ich finde die Idee, die Rohform durch die Löcher hindurch an der Werbank festzuschrauben schlicht genial.

Das mit dem härten scheint allg. Standard zu sein, obwohl ich lieber kein altes Motoröl nehmen würde.
 

aqua

Mitglied
@camig: Was würdest Du sonst für ein Öl empfehlen?

Ist das Härten eigentlich echt so einfach und kann man das auch als blutiger Anfänger machen???
 

Tierlieb

Mitglied
Ich bin zwar nicht Camig, aber ich würde alles empfehlen, was nicht so ungesund verdampft.
Bratfett zum Beispiel.
Leinöl, wenn man es gerade mal rumstehen hat (nehme ich zum Brünieren von Rüstungen, ist also bei mir immer genügend vorhanden).

MfG, Tierlieb
 
Hab ich die Stelle mit dem Magneten richtig verstanden?
Man prüft, ob das Material noch magnetisch ist, ansonsten, muss die Klinge nochmal ins Feuer?
Und soll mit dem Backen im Ofen das Spannungsarmglühen gemeint sein?
Und jetzt an alle Japan-Experten: kann ich eine lange Klinge mit dieser Methode auch differenziell (mit Lehmmantel) härten? (zB 1.2379?)

gruß,
-e^(i*pi)
 
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spyderbug

Mitglied
Noch eine Frage von einem unwissenden:

Geht das theoretisch auch ohne so ein nettes Feuerchen zu machen?
Will sagen: Geht das auch mit haushaltsüblichen Mitteln wie zB einer Lötlampe oder einem Bunsenbrenner?

Natürlich rede ich nur von kleinen Klingen von sagen wir mal bis ca. 8 cm :D

Ach äh,... Tierlieb, wie bitte brünniert man mit Leinöl?

Grüße, Robert
 

HankEr

Super Moderator
Und soll mit dem Backen im Ofen das Spannungsarmglühen gemeint sein?
Wohl eher das anlassen. Spannungsarmglühen macht man so ab 600°C aufwärts.

Geht das auch mit haushaltsüblichen Mitteln wie zB einer Lötlampe oder einem Bunsenbrenner?
Kenn' mich jetzt mit Bunsenbrennern nicht aus, die Spiritusteile die wir im Chemieunterreicht hatten werden sicher nicht ausreichen. Mit einer Lötlampe kann man da schon eher was bewerkstelligen. Allerdings solltest Du halt schauen, daß nicht allzuviele Hitze ungenutzt an der Klinge vorbeisaust. Zum Härten braucht man so 850--1150°C, eine Lötlampe liefert vielleicht 1700--2200°C. Wenn Du Dir eine Vorrichtung baust in die Du die Klinge hängen kannst und die recht eng von Reflektionsflächen umgeben ist, dann sollte das schon funktionieren.

Der etwas professionellere Weg ist z.B. hier beschrieben.
 

Brunhard

Premium Mitglied
Ich hab mir selber ne Esse gebaut, und zum abschrecken hab ich Sonnenblumenöl benutzt. Anlassen kann man die Klinge dann im Backofen. Leinöl würde ich da nicht unbedingt verwenden, soviel ich weiss ist das sehr leicht entflammbar.
Die sache mit dem Magneten funktioniert zwar, ist aber nicht so genau, da Du die Temperatur je nach Stahl auch ne weile halten musst. Da ist so ein billiges Digitalthermometer von Conrad viel praktischer.

Ist das Härten eigentlich echt so einfach und kann man das auch als blutiger Anfänger machen???
Im Grunde schon. Ich war auch ein blutiger anfänger. Nach zwei drei Klingen hatte ich dann den dreh raus.

Und jetzt an alle Japan-Experten: kann ich eine lange Klinge mit dieser Methode auch differenziell (mit Lehmmantel) härten? (zB 1.2379?)
Bin zwar kein Japan Experte, aber das war der Grund warum ich selber härten wollte. Und es geht. Werde demnächst ein paar Bilder von meinem aktuellen messser mit Hamon Linie zeigen. Ich würde dafür aber keinen 1.2379 verwenden, sondern lieber 1.2842 oder 1.2510.

Gruß
Brunhard
 

bullet101

Mitglied
Interessant, interssant :cool:.

Mein zweites Messer werde ich dann auch mal selber härten (das erste ist mir zu wertvoll :rolleyes: ).

Das mit dem Billigthermometer versteh ich baer nich die gehen doch nicht bis über 1000Grad, oder?

Gruß Marcus
 

Tierlieb

Mitglied
offtopic @rfuehauf:
Mit Leinöl brünieren? Leinöl draufstreichen, abrennen und wärend des brennen ruhig noch ein paar Lagen drauf machen.
Wenn Du ein Bild davon haben willst, kann ich Dir gerne mal schicken.
 
@hanker:
Upsi, ja sicher mein ich das Anlassen (war spät gestern :irre: ).
@brunhard:
wieso kein 1.2379? Hast Du schon Bilder von den Hamon-Messern? :)
@tierlieb:
ja, schick mir auch mal bitte Bilder von Deiner Methode (Hab mir Klever Schnellbrünierer besorgt, aber noch nicht ausprobiert, aber eine billigere Methode ist immer willkommen :D ).

Gruß vom Sinus
 
Zuletzt bearbeitet:

Floppi

Mitglied
1.2379 + Hamon: Meines Wissens nach aufgrund "falscher" Abkühlgeschwindigkeiten von 1.2379 nicht möglich. Wieso das aber im Detail so ist... frag jemanden von unseren Forumsstahlexperten.
 

Brunhard

Premium Mitglied
Edit
Die links funzen leider net.
Sucht auf www.conrad.de nach nem Doppelthermometer (Artikel Nr. 127728-km) von Voltcraft. Kostet 44.95.
Der Messfühler bis 1150°C : 120744-km
Der Messfühler bis 1000°C : 120757-km
Mir reicht der Fühler bis 1000°C, da ich beim härten nur 820°C brauche.
Edit

@Sinus²+Cosinus²
Hab bisher nur ein Messer mit hamon (fast) fertig. Werde mir morgen ne Digicam von nem kumpel ausleihen und ein paar Fotos machen. Solange gibts hier mal ein eingescanntes Bild.

wieso kein 1.2379?
Weil 1.2379 ein ledeburitischer 12%iger Chromstahl ist, der eine sehr hochwertige Wärmebehandlung erfordert. Die Härtetemperatur liegt bei 1020°C und die Haltedauer beträgt 30 min. Das steht auf der Recknagel Homepage.
Für längere klingen würde ich auch lieber nen anderen Stahl nehmen, da ist der 1.2379 viel zu spröde.
Ansonsten schliesse ich mich Floppi an.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hey
Kennt ihr die One Brick Forge von Wayne Goddard, so kann man mit einer Lötlampe Härten und Schmieden!!!
In 5 Minuten gebaut!
Dat is nichts anderes als ein Yton Stein mit nem Längs Loch un nem Querloch ind das die Flamme gehalten Wird, funktioniert Prima!!!
Gruß Christoph
 

Darkforce

Mitglied
Lohnt sich eigentlich das Buch The 50$ Knifeshop? habe schonmal mit dem Gedankken gespielt mir ein exemplar zuzulegen
 

herbert

MF Ehrenmitglied
@sinus: brunhard hat es angedeutet: 2379 härtet schon an Luft, da kann man das differentielle Härten vergessen. Und man muß den Stahl beim HÄrten vor Entkohlung schützen. Das erfordert ein bisschen Übung, Härtefolie, oder Vakuum.
 
P

PhilippU.

Gast
Was 2379 wird bei 30 min viel zu hart und spröde dann könnt ihr damit 2 mm Blech stanzen. Dafür ist er nämlich da. Härtet ihn blos 10 min und lasst ihn so um 270° bis 280°an. Das ist völlig ausreichend, dann ist er auch für lange Messer nicht zu spröde. Mein Messer war gerade mal 5 min im Ofen und die Härte ist ausreichend.
 

aqua

Mitglied
@Christoph W.: Kannst Du da mal ein Bild oder Link posten oder genauer beschreiben wie das funktioniert; hört sich nämlich echt interessant an!!

EDIT: Erst denken, dann schreiben!! Mir ist aber eh noch eine Frage eingefallen: Kann man mit dieser One brick froge auch ein Messer härten, das an die 30cm lang ist, oder verteilt sich da die hitze schon wieder zu ungleichmässig??
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja Hallo,

Zum Thema the 50$ Knife Shop, dieses Buch gab mir den Durchbruch, dort sind so viele sinnvolle Hilfsmittel und zeugs beschrieben, sehr primitiv, aber ich wäre nie darauf gekommen. Es wird auch ein Bandschleifer Beschrieben, den ich noch bauen werde.
Bei dem momentanen Dollar Kurs dürfte das Buch recht günstig sein.
Mir hats viel geholfen, auch zu schmieden, es steht eine ganz simple schmiedeanleitung darin, die es bringt.
Es wird auch viel beschrieben was man mit alten sachen von Schrottplätzen und Materialien alles machen kann.
Tolles Buch, aber man sollte englisch können....;)

The one Brick forge besteht bei Mir aus einem Stück Yton, das länge 20, höhe 10-15, breite 10 cm so ca. aber das ist wohl eher wurscht, davon hängt es nicht ab. Im Buch ist es so beschrieben, man werkelt (Bohren, raspeln etc.)ein Loch, das gerade so Groß ist wie eine Mittlere Klinge längs den 20 cm heraus, der Autor bohrt ganz durch, ich habs bei meiner 2. nicht ganz durchgebohrt.
Nun wird von der Seite ein Loch für einen Bunsenbrenner Gewerkelt, so ungefähr mittig. Das Wars. Das hält natürlich nicht lange zusammen, ein Bisschen Draht drumgewickelt und des Hält.
Jetzt muss man nur noch den Klotz so aufstellen, dass man mit dem Bunsenbrenner/Lötlampe etc. (Ich betribe das ding mit einer 50 Jahre alte Benzin Lötlampe, funktioniert gut) Hineinleuchten kann. Fertig!
Ich habe so schon ein paar kleine Klingen geschmiedet und auch schon gehärtet, kein Problem.
Na ja, ich hoffe das war einigermaßen verständlich :D , Aber ich würde Sagen das Das eher nur für Kleine Klingen geht, alllllerhöchstens so ca. 10 cm oder man muss entsprechend
erweitern.???
Link giebt es soweit ich weiss keinen, und Bilder und Text aus dem Buch zu veröffentlichen Trau ich mich nicht, aber Ich kann ja mal versuchen Mein Teil zu Fotografieren und ins Netz zu stellen, Kein Problem. Müsst ihr nur noch a bisserl warten.
Ach ja, jaaa die Hitze verteilt sich ungleichmäßig, die Meisste Hitze giebt es natürlich um die Flamme, aber gelbglühend, das geht schon:D
Irgend welche Fragen, an mich oder wayne Goddard...

Gruß Christoph