Schwert-Stahl

Hallo,

das ist mein erstes Posting!

Ich will mir schon seit längerer Zeit ein Katana kaufen. Allerdings blicke ich mit den Stahlarten nicht durch. Ich kann auch nicht anhand von den Legierungsmetallen sagen wie gut der Stahl ist.

Ich weiß allerdings das 440B und C Stahl nur zu Deko Zwecken ist.

Ich möchte aber ein richtiges Schwert, eine Art Einzelstück bzw. ein Schwert von dem ich sagen kann: Das ist ein richtig hochwertiges Schwert.

Ich habe schon lange im I-Net gesucht.

Damaststahl ist sau teuer und muß auch nicht sein. Allerdings habe ich auch Scherter mit Carbonstahl(Rockwellhärte 62) gesehen.

Sowas in der Richtung. Was muß ich für so ein Schwert bezahlen??

Welches ist die höchste Rockwellhärte für Schwerter die es gibt?

Ab welcher Härte kann man gut mit einem Schwert "kämpfen"?

MfG

Tricorax
 

bert

Mitglied
Sehr schöne Schwerter (Katana) sind bei Karl Heinz Peuker in 53489 Sinzing, Heimersheimerst.1 zubekommen.
Tel: 02642/991880
Original Japanische Schwerter kann ich nur empfehlen. Oder Klingen von guten Schmieden die sich seit Jahren in dieses Gebiet vertieft haben. Markus Balbach zum Beispiel.
Gruß
bert. www.69nord.at
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Wenn Du mit "kämpfen" LARP und Schaukampf meinst, dann solltest Du die hochgehärteten Schwerter schnellstens vergessen. Die Hierfür verwendeten Schwerter sind stumpf mit "Schneiden"dicken zwischen 2 und 3mm, sind nur federhart (wie Raymund richtig sagte ca. 52 HRc) und dürfen beim kämpfen im europäischen Stil, d.h. die Hiebe werden neben dem Schild auch mit dem Schwert pariert, keine scharfkantigen Scharten bekommen und nicht ausplatzen; brechen sowieso nicht. Deshalb sins auch die meisten Schwerter für diesen Zweck aus Federstahl gemacht, rostfreie Stähle sind da verpönt.
Außerdem kommt es darauf an, ob Du ein reines Schaukampfschwert haben willst, das nur stabil und zum Draufschlagen geeignet sein muß, oder ob Du ein Schwert suchst, das auch stilistisch zu einer Ausstattung für eine bestimmte Stilepoche passen soll.
Gruß
Guenter
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Hallo, noch eine vielleicht interessante Information zum Thema Härte von Schwertern.

In einer Untersuchung von
Hiromi Tanimura, Development of the Japanese Sword , Journal of Metals Feb. 1980 S. 63-73

ist die Härteverteilung von der Schneide zum Klingenkörper an einem Wakizashi-Schwert aufgeführt:
bis 10 mm von der Schneide 800 bis 900 HV 30 entsprechend ca. 64 bis 67 HRC
12 mm von der Schneide 600 HV 30 entsprechend 55 HRC
15 bis 25 mm von der Schneide 300 bis 400 HV 30 entsprechend 30 bis 41 HRC.
Der Kohlenstoffgehalt lag dort bei ca. 0,8%

Ein europäisches Schwert aus Verbundstahl weist nach Cyril Stanley Smith, A History of Metallography, folgendes auf:
bis 5 mm von der Schneide ca. 350 HV und am Klingenkörper nur 150 HV. Die Kohlenstoffgehalte lagen bei 0,15 im harten und bei ca. 0 im weichen Teil.
Soviel zu den Eigenschaften
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Ach ja, Raimund, ich kann das von eben auch als Diagramm liefern, aber wie (wahrscheinlich kriegst Du diese dusselige Frage ständig gestellt, aber bisher hatte ich das Problem nie)
Herbert
 

Aviator

Mitglied
Nur als kurze Info: Wenn dein Schwert auch gebrauchstüchtig sein soll, dann nimm immer Kohlenstoffstahl( 1095 etc). Denn Stähle wie 440c oder ATS 34 sind für solch eine lange Klinge einfach zu spröde. <IMG SRC="smilies/cwm52.gif" border="0"> <IMG SRC="smilies/cwm52.gif" border="0"> <IMG SRC="smilies/cwm52.gif" border="0"> <IMG SRC="smilies/cwm52.gif" border="0"> Den Graemlin finde ich zu geil! Den muß ich einfach benutzen auch wenn er hier nicht passt! <IMG SRC="smilies/cwm52.gif" border="0"> <IMG SRC="smilies/cwm52.gif" border="0"> <IMG SRC="smilies/cwm52.gif" border="0"> <IMG SRC="smilies/cwm52.gif" border="0">
 

DeadlyEdge

Mitglied
Ahhm , noch ein paar Fragen betr. "Gebrauchsschwerter kann man nur aus Kohlenstoffstahl machen":
1.4116 , 1.4110 und 420 sind nicht besonders hart (bei entsprechender Wärmebehandlung) und relativ zäh - besonders manche Küchenmesser aus 14116 sind ziemlich flexibel . Sind diese Stähle soo ungeeignet für Schwerterklingen ??
Außerdem : Steven Licata erwähnt , daß
D2 tool steel is a prime steel for useable swords..
...
Jürgen Schanz (web page) hat Katanas aus Damasteel und ATS 34 , die eine hohe Härte aufweisen . Sind das nur Dekostücke ? Das wäre doch ziemlich schade , denn die Preise sind recht gesalzen .
OK , das war es erstmals .
mfg ,
Martin

[ 26-03-2001: Nachricht editiert von: DeadlyEdge ]
 
Also nach allem was ich weiss benutzt kein klar denkender Schmied hochlegierte, rostfreie Staehle fuer brauchbare japanische Schwerter. Sagen wir mal so: Wenn jemand mit einem Katana aus ATS-34 'nen Schaukampf veranstaltet oder Schnittests macht, will _ich_ _nicht_ in der Naehe stehen <IMG SRC="smilies/wink.gif" border="0">
Mal abgesehen davon, dass so ein Schwert auch optisch nicht viel hermacht, da man bei so einem Stahl z.B. keine Haertungslinie (Hamon) erzeugen kann. Auch ansonsten duerfte ATS-34 dem Schmied wenig Spielraum lassen, was Struktur und Oberflaeche betrifft... Ist halt ein perfekt homogener Industriestahl, ohne viel "Leben". Keine Ahnung was sich jemand bei so einer Konstruktion gedacht hat, sieht weder huebsch aus noch taugt fuer den Gebrauch. <IMG SRC="smilies/confused.gif" border="0">
Meine Meinung, nichts gegen Juergen Schanz <IMG SRC="smilies/wink.gif" border="0">
 

judge

Mitglied
Hallo tricorax,
bevor du viel Geld für ein Schwert ausgibst, das dann deinen Wünschen nicht entspricht, empfehle ich, dich noch ein bißchen in das Thema einzulesen, einer der besten Orte dazu ist www.swordforum.com
Wenn du preigünstige Einsteigerwaffen suchst, die einiges hergeben und aushalten, ist www.kriscutlery.com sehr zu empfehlen. Die bieten Schwerter an, die zwar vom Design her nicht besonders schön sind, aber die Funktionalität ist top. Die Klingenprofile, Härtung, Flex etc. stimmt, Material ist 5160, ein Kohlenstoffstahl, differentialgehärtet. Du wirst im Preis-Leistungsverhältnis kaum bessere (Pseudo-)japanische Klingen finden. Manche Leute kaufen sich sogar Kris Cutlery Katanas, nur um sie zu zerlegen und die Klinge mit einer klassischen japanischen Montierung zu versehen.
Bei den Kris Cutlery Waffen ist es auch nicht allzu tragisch, wenn man sie beim Testschneiden mal verbiegt oder in den Boden hackt, da sie sehr günstig sind. Das nimmt die Angst davor, mit der (oft um teures Geld) erworbenen Waffe auch zu trainieren, so man das will.
Cecil Quirino von Kris Cutlery hat übrigens eine Reihe von sowohl optisch als auch funktionell klassischen japanischen Schwertern in Planung, soweit ich weiß- könnte sich auszahlen, da noch ein Bißchen zu warten.
Von den üblichen Dekowaffen à la Marto, die man wirklich nur an die Wand hängen sollte, kann ich allein aus sicherheitstechnischen Gesichtspunkten nur abraten.
Wirklich gute klassische japanische Waffen sind teuer, es gibt nicht sehr viele Schmiede und Polierer, die sie richtig hinkriegen, und die Wartezeit ist oft dementsprechend. Für ein Schwert von Howard Clark, Michael Bell, Scott Slobodian etc. kann man mit ca. 4000 USD aufwärts und einer Wartezeit von einem Jahr oder mehr rechnen.
Da hören sich 175 USD für ein funktionierendes KC 29 Katana doch ganz gut an?
 

Odin

Mitglied
Hat eigentlich jemand mal schwerter von dieser tschechischen firma in gebrauch gehabt (mir fällt der name nicht ein)

2. Gibt es ein importeur für die kris cutlery produkte?? oder hat hier jemand ein Katana von denen?