Schneidenstärke vor Härten

Wildcat

Mitglied
Hallo,

brauche hilfe für meinen ersten Rohling: Also, Form sieht ok aus, ist aber durch das schleifen an der Schneide schon fast scharf geworden. Nun ist ja die Härte arbeit noch zu tun. Da habe ich gelesen das es da leicht verbrannte schneiden gibt. Ok, das kriege ich wieder hin, machen wir platt.

Meine Frage nun: Welche rest Stärke sollte die Schneide haben? Nach dem Härten wird dann nur noch mit einem Schärfsystem wie Lansky auf die eigentliche Schneide reduziert, oder würdet Ihr das mit dem Bandschleifer vorbereiten?

Danke für eure Unterstützung!
 

kanji

Super Moderator
Hi Wildcat

also 1-2mm sollte die Schneide vor dem Härten mind. haben.

bei meinen Rohlingen leg ich dann nach dem Härten die Schneide mit nem groben Lansky Diamant Stein an, mit allem anderen dauerts zu lange

am Bandschleifer wär es mir ne zu heisse kiste
 

spyderbug

Mitglied
1-2 mm ????

ist das nicht ein wenig zu stark? 0,2 mm erscheint mir da eher ok.
zumindest habe ich meine letzten beiden rohlinge ca. soweit ausgedünnt (vielleicht auch noch ne spur dünner). war eigentlich kein problem....

grüße, robert
 

Nidan

Mitglied
Also die Wahrheit liegt irgendwo da draussen.... ähhh dazwischen :D

1-2 mm tät ich mir nie an, da schleift man sich nen Wolf. 0,2 könnt gehen aber wär mir schon fast ein bisserl zu dünn. Kommt auf den Stahl an und wer härtet.

Ich tät mal sagen mit so 0,5 mm bist du auf jeden Fall auf der sicheren Seite und es ist noch vertretbar. Ich hab auch schon dünner ausgeschliffene Rohlinge aus 1.2842 zum Härten geschickt und passiert ist nix (gell Claymore :D )
 

HankEr

Super Moderator
Also ich habe hier ja mal was von 0,7--1mm geschrieben, was ich damals einfach aus How to Make Knives von Robert W. Loveless übernommen habe.

Wie dick es jetzt wirklich sein sollte hängt natürlich auch davon ab wie gehärtet wird ob unter Vakuum oder nicht, z.B. Wenn der Bereich vor dem Härten zu dünn ist dann bricht das Messer deshalb auch nicht gleich auseinandern, aber man hat halt evtl. dem wichtigesten Bereich des Messer nicht das Optimum angedeihen lassen. Läßt man es zu stark und ist dann zu faul den Bereich vernünftig herunter zu schleifen und greift zum ungekühlten Schleifgerät ist es auch Mist. Dann hat man sich die Schneide halt nicht beim Härten sondern beim Schleifen versaut.
 

Nidan

Mitglied
Und noch ein Punkt : Wenn man die Schneide zu dick lässt( 1mm wär mir z.B. schon zu dick), dann kriegt man einen recht unschönen, breiten Klingenanschliff.
 
@Nidan: man bekommt nicht nur einen breiten Klingenanschliff, sondern auch eine ganz andere Klingengeometrie als wenn man auf unter 0.5 mm geht...hängt natürlich auch von Größe und Art des Messers ab...meine kleinen Messer sind alle um die 0.2-0.3 mm...d.h. die Stärke von 1 mm wird erst ca. 0.8-1 cm oberhalb der Schneide erreicht...

Man muss wohl auch die Methode des Herstellens unterscheiden: viele Messermacher mit Bandschleifer schleifen die Klinge vor dem Härten nur grob vor, d.h. entgültiger Klingenschliff (nicht schärfen, das folgt noch später) wird erst nach dem Härten durchgeführt...

Wenn man nach dem Härten nur noch per Hand finischen möchte, muss man natürlich vorher die entgültige Klingendicke erreichen-zumindest mach ich das so, und lasse dann im Vakuum härten...

Grüße, Jens
 

Armin II

Mitglied
Ich persönlich schleif vor dem Härten auf Endmass, also so ca 0,5 mm. Nach dem Härten wird die KLinge dann nur noch manuell bearbeitet: 1.) wegen Gefahr von Wärmebildung und dadurch Beeinflussung der Wärmebehandlung. 2.) Fällt das Risiko weg, dass man eine gehärtete Klinge versaut und dann extrem viel Arbeit hat das wieder so hinzukriegen wie es sein soll --> und dabei dann womöglich zurück zu 1.)

Wenn die Schneide beim Schleifen vielleicht doch schon zu dünn wird einfach die Klinge etwas schmäler schleifen, dann wird die Schneide logischerweise wieder dicker.

Von dem was div. amerikanische Messermacher in der Literatur veröffentlichen halte ich z.T. gar nichts: Die härten den Flachstahl und Schleifen die gesamte KLinge dannach.

UUnd wie Nidan schreibt kriegt man oft genug Messer mit nem 1-2 mm breiten Anschliff zu sehen, und zwar Durchaus auch von Messermachern die Mitglied in der DMG sind (Namen lassen wir jetzt mal weg), davon halt ich persönlich auch nichts, viel Spass beim 3. nachschärfen.
 

Claymore

Mitglied
schneidenstärke vor dem härten...
so zwischem null und 2 mm.
Bei Kleinen Messern, kann die Schneide schoin mal gegen Null tendieren und es klappt immer noich prima.
Je länger das teil wird, desto größer die gefahr, das sich Wellen bilden, deshalb etwas mehr um gegebenenfalls auszugleichen ( 'Klingenlängen von 30-40 cm und mehr)
Damast ist immer für eine Überraschung gut was das verziehen betrifft.


Peter
 

DeadlyEdge

Mitglied
Eigentlich kommt es darauf an: was für eine Klinge aus was für einem Stahl, was für Wärmebehandlung.

Daß die Schneide verbrennt ist meistens unwahrscheinlich, die Gefahren sind eher Verzug und (je nach Härteverfahren) Randschichtentkohlung. Und wenn eines oder beides davon bei einem sehr dünn ausgeschliffenen Rohling passiert, ärgert man sich dumm und dämlich!! Generell würde ich jedem, der einen guten Bandschleifer hat, empfehlen, 1 mm stehen zu lassen und nach dem Härten (... und Richt-Hämmern?) fertig zu schleifen. Gehärteter Stahl fühlt sich beim Schleifen schon etwas anders an wie Ungehärteter, mit etwas Übung kann man den aber ganz gut und genau bearbeiten. Ich glaube nicht, daß die Klinge an irgendeiner Stelle viel heißer als 100° werden kann, wenn man aufpasst.
Na gut, wenn ich einen Stahl, der kürzere Haltezeiten erfordert, habe und den z.B. von Claymore oder AchimW (die den Verzug rechtzeitig festestellen und korrigieren würden) in der Gasesse (minimierte Entkohlungsgefahr) härten lasse, kann ich mir auch eine dünnere Schneide erlauben.
Den kompletten Ausschliff nach dem Härten machen ist schon etwas unökonomisch, aber wenn man SO gut zurechtkommt... richtig ist, was funktioniert, oder?

Gruß,

Martin