schmieden von pm stählen

Bene686

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Hallo


mich treibt seit einiger zeit die frage um :
was passiert mit den hohen C gehalten bei pm stählen zb 2,45%
wenn mann den stahl längere zeit in der austenit Temp hält , wie zb beim schmieden , scheidet sich der C dann nicht aus ? wieso setzt der sich dann nicht als Fe³c an den korngrenzen ab ???

beim härten muß er ja auch in diesen Temp bereich .was passiert mit der karbit verteilung???

Wenn er die Austenit Temp aushält , was ist dann beim Damast schmieden wo mann in den teigigen zustand muß ??? da ist doch schon ein teil C komplet gelöst oder nicht ????

bin immer davon ausgegangen das das auscheiden von C an den korngrenzen nur durch den herstellungsprozess verhindert wird ????
bei erschmolzenen Hss kann mann ja auch nicht so viel
C reinpacken.


hoffe das mir da mal jemand weiterhelfen kann

mfg Bene
 

supersteel

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Wenn man einen PM Stahl schmieden würde, so würde man sicherlich in manchen Bereichen des Stahls die Schmelzgrenze überschreiten. Was dann noch von dem Stahl erhalten bleibt kann ich auch nicht sagen, aber besser macht man den Stahl damit auf keinen fall. Wenn man schon ein so optimales Gefüge wie bei einem PM Stahl hat sollte man es nicht durch schmieden zerstöhren.
 

Silkcut

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Damasteel.se selbst bietet an ihr Material umzuschmieden um interessante Muster zu erzeugen...
OK, alle Versuche von mir haben spätestens nach der zweiten Wärme zu Totalschaden geführt.
Wer es rauskriegt wie es geht, soll mir bitte bescheid geben.

Danke
 
Damasteel wird hier öfter vorbeigebracht zum Umschmieden oder zum Prägen zu bestimmten Mustern.
Ich hatte bisher noch keine Probleme mit dem Stahl.
Natürlich müssen die Schmiedetemperaturen genau eingehalten werden.
Ich vermute du hattest den Stahl überhitzt und dann war er rissig.

Gruß Markus
 

Silkcut

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Das Material wurde rissig, um nicht zu sagen es ist zerbröselt.
OK, es war wahrscheinlich die Temperatur. Habe versucht beim Schmieden im Bereich von 800 bis 1000 Grad C zu bleiben. Habe aber wahrscheinlich die Temperaturen noch nicht so im Auge. Hoffe das ich mal die Gelegenheit habe, jemanden dabei über die Schulter schauenn zu können.
 

morlock

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Hab folgendes zu damasteel gefunden:
Forging: 1160 - 1050 Degrees C (2120 - 1920 Degrees F)

Melting starts at 1220 Degrees C (2230 Degrees F), which means that the material is sensitive to overheating. A good control of the heating temperature is needed. Electric or gas fired furnaces are recommended. Compared to normal low alloy carbon steels, the Martensitic stainless steels have higher, almost doubled deformation stresses. Hand forging must therefore be performed on relatively small dimensions. Long heating times lead to decarburization and scale formation.

Slow cooling after the hot working prevents crack formation at the Martensite formation temperature at 200 Degrees C (400 Degrees F). Cool under vermiculite or other heat insulating material.
 

Andreas

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Original geschrieben von Bene686
gibts hier keinen der pmdamast herstellt ???
und mir dazu antworten kann ?

versuch es doch hier mal direkt:
DAMASTEEL AB
Stallgatan 9
S- 815 76 Söderfors
SWEDEN
E-Mail: mail@damasteel.se
TEL: 0046-(0) 293 17480
FAX: 0046-(0) 293 30124

ich bezweifel, dass hier im forum jemand seinen eigenen pm-damast "zusammen backt".
 

AchimW

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PM schmieden

Ich hab schon Damasteel, Böhler K190PM und CPM 420V geschmiedet. Alles kein Problem, weder für das Gefüge noch für sonstwas. Nur mehr Schmackes braucht man dafür. :D Zumindest beim Damasteel und beim K190 werden in den Unterlagen Temperaturen für die Warmformgebung angegeben. Unterlagen solcher Art hatte ich für den 420V nicht, aber da wird das nicht anders sein. Und was, Herr supersteel, soll denn bitteschön Warmformgebung sein, wenn nicht schmieden (mit oder ohne Gesenk)? Und glaubst Du etwa, dass das Zeug direkt als 4 mm Flachmaterial aus der Hippe kommt? Oder das das auf diese Dicken gesägt wird? Das wird warm gewalzt wie jeder stinknormale Stahl auch.

Achim
 

Bene686

Mitglied
danke jetzt sehe ich was klarer , du hast recht , er muß ja auch ausgewalzt werden , also dürfte ihm das umschmieden nichts anhaben können .werds einfach mal versuchen , hast du schon mal damast daraus geschmiedet ??,hab gehört bei rostfreien stählen müste mann das unter schutzatmosphäre machen , wegen der starken oxidschichten , aber wie stellen die das an mit der schutzatmosfähre , wird das umströmt ????
 

supersteel

Mitglied
Ich bin sicher kein Fachmann, aber wenn bei der Herstellung von hochlegierten PM Stählen genau darauf geachtet werden muß das der Schmelzpunkt nicht erreicht wird, dann liegt das daran das sich bei überschreitung der Temperaturgrenze irgendwas im Stahl verändert was nicht gewünscht ist. Wenn man bestimmte Zusammensetzungen einfach durch schmelzen erzeugen könnte brauchte man ja den aufwendigen PM Prozess nicht. Im Stahlwerk kann man sicherlich die entstehenden Temperaturen sehr genau steuern, aber wer kann schon genau sagen wie heiss welche Stelle des Stahlstücks in der Esse wird oder wie sich die Temperatur verändert wenn man mit dem Hammer draufhaut. Aber wie gesagt ich bin kein Fachmann und wenn ich falsch liege kann ich damit auch leben.
 

ingelred

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Insbesondere beim Schmieden von hochlegierten Stählen ist die Temperaturführung besonders wichtig. Ist die Temperatur zu niedrig, bilden sich Risse - hochlegierte und rostfreie Stähle sind dafür besonders anfällig, da sie einfach spröder sind als "einfache" Kohlenstoffstähle. Bei zu hohen Temperaturen kommt es zum Kornwachstum, auch als sekundäre Rekristallisation bezeichnet. Bei noch höheren Temperaturen, d.h. jenseits der Schmelztemperatur entmischt sich die Legierung und es bilden sich lokal besonders unterschiedlich stark legierte Bereiche, die zum Einen unterschiedlich gut verformbar sind, zum Zweiten sehr spröde und temperaturfeste Einschlüsse bilden, von denen Risse ausgehen können. Drittens haben diese sich bildenden unterschiedlich hoch legierten Bereiche bei Raumtemperatur ein unterschiedliches Korrosionsverhalten. Dadurch kann es bei Kontakt mit katalytisch wirkenden Flüssigkeiten zur Lokalelement- und damit zur Rostbildung kommen. Was pulvermetallurgische Damaststähle bzw. Damaststähle überhaupt angeht - wenn sie jenseits der Schmelztemperatut erwärmt werden, vermischen sich die einzelnen Lagen, die Damststruktur wird schlicht aufgelöst.
 

AchimW

Mitglied
PM noch mal

Wenn ich in der Esse über Schmelztemperatur gehe, dann ist jeder Stahl versaut, auch normale Kohlenstoffstähle. Allerdings ist das in einer normalen Gasesse, wie ich sie verwende, schlicht unmöglich. Da schmilzt nichts, nicht mal partiell. Und die Erhitzung der Werkstücke geschieht sehr gleichmässig.

Was bei der Herstellung von PM-Stählen in der HIPpe gemcht wird ist im Prinzip nichts Anderes als Feuerschweißen von Pulver im Vakuum, also unter Sauerstoff-Ausschluss. Beim normalen Schmieden erreicht man die hier angewanndten Temperaturen nicht mal annähernd.

Kornwachtum ist ein, auch in PM-Stählen, sehr leicht reversibler Prozess, der mit dem Herstellungsverfahren des Stahls nichts zu tun hat.
 

Bene686

Mitglied
ja das kornwachstum kann mann dann mit wb weichglühen ja wieder rückgängig machen . pendeln um (psk) 723grad lienie erzeugt kleine körner.(bei cpm10v zb ungefähr 900grad).