Schleifbarkeit von ZDP-189 Stahl...

NikNolte

Mitglied
Ich möchte mir meine Spyderco-Sammlung vergrößern und das Spyderco C11PGRE Delica kaufen.
Das hat jedoch einen ZDP-189 Stahl, angeblich der Porsche unter den Stählen mit einer HRC von 67.

http://www.boker.de/taschenmesser/spyderco/01SP551.html

Läßt sich dieser Stahl denn mit den üblichen Wassersteinen überhaupt noch schärfen und wie feinkörnig ist er.

Muß man viel Geduld beim schärfen haben, oder wie ??

PS:
über die Forensuche habe ich darüber nichts gefunden...
 

U. Gerfin

MF Ehrenmitglied
So schrecklich, wie sich das anhört, ist es nicht.
Die Härte von 67 HRC wäre für einen ordentlichen Werkzeugstahl nichts Ungewöhnliches. Die wolframhaltigen Riffelstähle kommen noch deutlich darüber, bestimmte Schenllarbeitsstähle werden ebenfalls mit noch höherer Härte eingesetzt und selbst die guten alten reinen Kohlenstoffstähle erreichen gerade bei kleinen Abmessungen diese Härte-siehe etwa Achims neuer Stahl bei Wasserhärtung.

Was den hier angesprochenen Stahl problematisch macht, ist die Größe-ab 3 my- und die Unmenge der Karbide.
Die Karbidgröße ist das kleinere Problem, durch das PM-Verfahren sind die Karbide doch noch ganz manierlich klein. Man muß bei einem solchen stahl halt auf dauerhafte Rasierschärfe verzichten.
Problematischer ist die Karbidmenge. Bei 3 % C und 20 % Chrom liegt sie selbst in gehärtetem Zustand bei immensen Werten, die für eine ewige Standzeit bei grobem Schneidenwinkel und zum ständigen Ausbrechen bei feinem Schneidenwinkel sorgen.

Zum Schärfen:

Mit Diamant oder Sensenwetzstein 2 Minuten.
Mit feinen Steinen 2 Monate ohne befriedigendes Ergebnis.

Zum Einsatz: Zum Zersägen von Schiffstauen oder Kartonschneiden bestens geeignet, zum Zerreißen/Zerschneiden von Fleisch gut geeignet, zum Rasieren nur für jemand, der Vater und Mutter erschlagen hat.

Freundliche Grüße

U. Gerfin
 

Hombre

Mitglied
Zum Einsatz: Zum Zersägen von Schiffstauen oder Kartonschneiden bestens geeignet, zum Zerreißen/Zerschneiden von Fleisch gut geeignet, zum Rasieren nur für jemand, der Vater und Mutter erschlagen hat.

Das kann ich 100%ig unterstützen.
Ich benutze ein Spyderco mit diesem Stahl und Halbwelle täglich als "Werkzeug für's Grobe" - also vom Holz- und Spachtel-Schnitzen übers Kratzen im Ton bis hin zum Öffnen von Verpackungsbändern, Blisterverpackungen und dem zerschnippeln der Wurst und Semmeln...
Geht immer, wird kaum stumpf.
Ist aber auch nicht "richtig" scharf - dafür habe ich noch ein anderes Werkzeug dabei.
Gruß, Hombre
 

NikNolte

Mitglied
Danke für die sehr guten Infos..:super::super:

Ist also nichts für einen "Schärfefetischisten.."

Also nichts für mich !!;)

Nichts gegen einen VG10 Stahl !!:D
 

thickneck

Mitglied
Habe das Caly 3 mit ZDP.

Man bekommt eine sehr schöne Rasierschärfe hin, welche jedoch auch nicht länger hält wie z.B. bei einem 440C.
Jedoch hält es die "normale" Schärfe wunderbar ! Mal kurz über´s Leder und es rasiert wieder.
Von der Seite ist es recht pflegeleicht.

Zum shärfen, mit einem Diamantstein hab ich den Winkel geändert was nur ein paar Minuten gedauert hat. Danach den Feinabzug mit dem BBB und dem Leder - super !

Nur zur Info, das Delica gibt es jetzt auch in FFG und ZDP-189 :hehe:
 

_Centurio_

Mitglied
Hallo Nik Nolte!

ich weiß nicht, in welchem Winkel die Schneide ab Werk ausgeführt wird (für den ZDP-189), jedoch würde ich mich persönlich nicht unter 35-40° Gesamtschneidwinkel wagen.

Solche Stähle nutzen ihre beste Eigenschaft, nämlich die Verschleißfestigkeit bei derberen Winkeln, mit eben stumpferen Winkel am besten aus.
Der Stahl wird zwar nicht so scharf werden wie die meisten anderen, dafür, wie U. Gerfin schon bemerkt hat, wird er eine gute Gebrauchsschärfe sehr lange halten.

Ebenso würde ich die Klinge nicht für Arbeiten wie Hebeln, Hacken etc. verwenden, da sie hochspröde ist.

Zum schärfen:
Wie Ulrich schon gesagt hat, entweder mit Diamant, Keramik oder SiC als Schleifkorn. Wenn die Schneide irgendwann abgestumpft ist, schleifst du am besten mit den oben genannten Schleifmedien einen Vorschliff und verfeinerst die Schneide dann mit Keramik, zB. Spyderco Sharpmaker.

lg:steirer:
 

NikNolte

Mitglied
Danke..aber ich wollte mir keine neue Schleifausrüstung kaufen.
Meine 4 Naniwa Chosera u.a. wollte ich nicht ersetzen..

Der Stahl scheint erwartungsgemäß sehr spröde zu sein, aber wiederum auch nur schwer, mit den entsprechenden Steinen, zu schärfen !!

Schade !
 

KatS T

Mitglied
Schade !?
Ja, wirklich schade.........
Hatte auch mal so einen Stahl und bin beileibe absolut kein Schärfprofi. Ich arbeite mit einem Lansky inkl. aufgeklebten BB Blau und Gelb.
Alles wird scharf, sehr scharf.
An dem ZDP-189 bin ich verzweifelt und habe das Messer verkauft.
Wenn Du Spaß an einer sehr scharfen Klinge hast, dann ist m.M. nach dieser Stahl Hightech - aber leider dafür nicht geeignet.

Wünsche Dir und allen anderen einen guten Start in 2011.

Mic

...-.-
 

tombatom

Mitglied
Hab das Caly 3 mit dem gleichen Stahl- erst neu und noch keine weiteren.Erfahrungen damit. War zwar scharf aus der Box aber nicht wie ich es gewohnt bin War aber erstaunt wie gut und leicht es sich mit einen Shapton bearbeiten ließ. Bekam eine verhältnismäßig gute Rasierschärfe hin. Haare flogen. Jetzt nach einer Woche leichter Benutzung : Obst, Wurst mit leichtem Kontakt auf Bambusbrett, Verpackungen, Schnur, weiches Holz,.... rasiert immer noch auf dem Arm und sehr schwer nur mir Druck und reißen ein paar Barthaare.
Hab es jetzt gerade ca. 20 Züge über einen alten Ledergürtel mit Chrompaste gegeben: anstandslos glatt auf dem Arm in einem Zug.
Barthaare werden mit etwas weniger Reißen vereinzelt geschnitten, rasieren kann man es aber nicht nennen. (trocken)
Bin sehr zufrieden mit dem Messer und mit dem Stahl.
Gruß Thomas
 

WISCHI

Mitglied
Hi,

habe genau das Messer, für welches du dich interessierst (interessiert hast). Meine bescheidenen Erfahrungen waren eigentlich negativer Natur. Hab mal einen Tag lang damit Ziegelpaletten von ihrer Plastikumhüllung befreit, Kontakt mit Ziegelsteinen lässt sich da nicht vermeiden. Eigentlich nehme ich dafür Stanleymesser, aber ich wollte mal schauen, was so geht bei dem Stahl. Am Abend war die zuvor verhandene Rasierschärfe (am Unterarm getestet) weg, damit hätte ich natürlich leben können. Womit ich nicht leben konnte, war das Nachschärfen. Mein gröbster Stein ist geschätzt irgendwo im Bereich einer 600er bis 800er Körnung, dazu hatte ich damals noch den Sharpmaker. Was soll ich sagen... Ich bin verzweifelt.
Was bringt es mir schon, wenn ich ewig Zeit vergeude, damit ich eine mittelmäßige Gebrauchsschärfe hinbekomme? Ich habe für mich dann den Entschluss gefasst, dass mir ein häufigeres, kurzes Nachschleifen mit dem Ergebnis einer (für mich) tollen Schärfe lieber ist als seltenes Nachschleifen mit dem Ergebnis einer mittelmäßigen Schärfe.

Aber wenn man das passende Schärfwerkzeug besitzt und Arbeiten zu verrichten hat, die ohnehin einen etwas gröberen Schleifwinkel bevorzugen, mag man mit dem ZDP-189 vielleicht sogar zufrieden werden.

Greez
Wischi
 
Hi Leute :)

Also, ich hab ein William Henry Legacy mit laminiertem ZDP189 auf 67 HRC...mittlerweile klappt das Nachschärfen mit dem Lansky Deluxe ohne Probleme (kann aber auch am Laminat liegen).

Auf 20 Grad kein Problem, rasiert auch die Unterarme...vielleicht hat Spyderco da irgendein Problem mit der Verarbeitung dieses Stahls?


VG, Jörg