Schärfen, ja was denn nu?

Rob

Mitglied
Hallo,

im vergangenen Urlaub hatte ich zum ersten Mal ein richtig scharfes Messer: Victorinox Camper, mit der feststellbaren Klinge. Jetzt ist es stumpf und ich brauch ein Schärfsystem. Bei mir liegen noch drei sog. Schweizer Messer, 2 Victorinox, 1 Wenger, die aufs Schärfen warten. Außerdem habe ich mir in meiner Begeisterung ein Böker Gemini (X - 15 T.N-Stahl) bei Globetrotter für knappe 70 Mark gekauft.

Habe die Schärfe-FAQ`s rauf und runter gelesen - und bin so klug als wie zuvor. Wollte mir eigentlich bei Globetrotter das Gatco-System kaufen (Lansky Klon mit breiteren Steinen). Bin jetzt aber unsicher, ob ich damit auch mein Gemini scharf halten kann. Außerdem scheint es "fummelig" zu sein.

Schleifsteine scheinen die ideale Lösung zu sein. Bin mir aber nicht sicher, ob ich die Schleifwinkel hinkriege und habe außerdem den Eindruck, dass Schleifen hier zum Selbstzweck wird.

Neige zu Gatco-Lansky-Systemen. Allerdings winken hier in der Liste viele Experten ab ("liegt in der Ecke") und mir ist unklar, ob ich mit den dort verwendeten Steinen das Gemini schärfen kann.

Spyderco Sharperner wird gelobt. Vielleicht ist das die Lösung für mich? Kurz mal drüber gefahren und alles ist so scharf wie mein ehemals neues Victorinox - und dass ist das Wenigste was ich will, ernsthaft.

Kommentare und Tipps sind willkommen.

Gruß Rob
 

Gerber

Mitglied
Ich habe das Lansky System und bin zufrieden. Mein Gebrauchsfolder wird hiermit ca. alle 3 Wochen nachgeschärft, Zeitaufwand ca. 5 Minuten. Ich benutze nur mittelfeinen Stein des Sets (Faulheit, Zeitersparnis..). Reicht meiner Erfahrung nach für eine ordentliche Schärfe völlig aus (man kann sich gerades so damit rasieren, ist aber nicht "hair-poppin" scharf, was man natürlich mit mehr Zeitaufwand den feineren Steinen und einem Abzugsriemen auch erreichen kann).
 

fria

Mitglied
hallo rob,
die faq`s hast du ja schon gelesen darum nur kurz:
spyderco triangle sharpmaker, weil es unkompliziert und einfach ist damit messer zu schärfen, bei schleifsteinen ist es für anfänger schwierig den winkel zu halten.
 

eisensack

Mitglied
Mit einen Gatco-Lansky-DMT Systemen kanst du eigenlich nichst falsch machen,und du lernst nach einigen Messern daß freihändige schleifen.Eigenlich würde ich dir das DMT system empfehlen weil die "Steine" ewig halten und man kein Öl braucht,aber die Klammer ist Sch***.
 
Also ich empfehle mal dreist, sich einen schoenen grossen Schleifstein zu kaufen, die Kuechenmesser aus dem Schrank zu holen und einfach anzufangen.. Anleitungen dazu hast Du ja offenbar gefunden und gelesen, und so schwer ist das nicht mit etwas Uebung. Wenn man dann mit dem Ergebnis zufrieden ist, kann man sich dann an die "guten Stuecke" wagen. Was den "Selbstzweck" betrifft: Wohl wahr, nur wenn die Beschaeftigung mit und Freude am Messer nicht waere, wuerden wir uns alle 'ne Zehnerpackung Teppichmesser kaufen und die Dinger wegschmeissen, wenn sie stumpf sind :D Klar ist Freihandschleifen Liebhaberei, aber wenn man seinen ersten ordentlichen Schliff so hinbekommen hat, ist es wirklich eine nette Sache. Und man kriegt ein gewisses Gefuehl fuer den Stahl und Schleifwinkel...

Maik. "Leidet" an Schleiferitis. Eigentlich leiden mehr seine Messer :irre:
 

zorro_43

Mitglied
Hi,
ich benutze seit Jahren das Lansky-System und bin immer noch
sehr zufrieden. Die gröberen Steine brauche ich garnicht.
5-10 Streiche mit dem mittleren Stein beseitigen alle Gebrauchsspuren
und dann noch kurz mit dem feinen Stein, dann kann ich mir mal wieder den Unterarm rasieren.

Andreas
 

HankEr

Super Moderator
Über schärfen haben wir ja schon öfter diskutiert (s.a. Suchfunktion), aber ich geben noch einmal ein paar Löffel meines Senfes hinzu:

Lansky, damit bekommt man Messer schon scharf, aber recurved Klingen sind etwas ein Problem, wenn man sich die Steine nicht erst ein wenig rund schleift. Zwar habe ich ein Lansky, aber ich nutze es nicht. Erstens, weil es mir zu lahm geht, ich stehe nun einmal auf einen feinen polierten und abgezogenen Schliff, bis ich da mit dem Lansky --- bei stark angeschlagenen oder einfach stumpfen Messern ---- angelangt bin habe ich die Geduld verloren (die feinen (< Medium) nehmen kaum was ab) (ich spreche hier von den normalen Steinen, die Diamantsteine kenne ich nicht). Zweitens weil es mir zu umständlich ist das Klammergepopel. Irgendwie bekomme ich sie in den seltesten Fällen so auf den Klingenrücken, daß sie auch richtig hält. Drittens fehlt es mir bei solchen Gadgets ein wenig an Freiheiten beim Schleifen.

Der Sharpmaker (habe ich nicht, als spreche ich nur aus geringer Erfahrung und theoretischer Einschätzung) hat seine Vorteile bei recurved Klingen und bei Wellenschliffen. Aber man braucht einfach ewig um zu einem Ergebnis zu kommen. Nur um eine leicht stumpfe Klinge nachzuschleifen mag er schon i.O. sein, aber wenn man --- wie ich --- nahezu jedes Messer erst einmal mit einem flacheren Schliff versehen will schleift man sich in meinen Augen einen Wolf (was man umgehen kann wenn man sich fürs Grobe zusätzlich noch einen Stein mit hoher Abtragleistung (Diamant) besorgt und diesen zum Halten des Winkels an die Schenkel des Sharpmakers lehnt). Allerdings hat der Sharpmaker --- gegenüber dem Lansky den Vorteil (neben Wellenschliff und recurved), daß man ihn auch als flachen, normalen Schleifstein einsetzten kann, und daß er quasi immer sofort einsatzbereit ist, ganz ohne Klammer und Öl.

Ich für meinen Teil setze zum Schleifen --- wie schon öfter erwähnt --- einen japanischen 1000/6000er Schleifstein von Dick ein. Dieser ist zwar nicht unbedingt für Leute ohne jegliche Feinmotorik, nicht für Wellenschliffe und kaum für recurved oder beschichtete Klingen geeignet, aber das Schleifen geht damit auch bei feiner Körner extrem flott von der Hand. Anschließend noch mit etwas Diamantpaste auf einem alten Gürtel abgezogen und ratz-fatz hat man einen prima, feinen und haltbaren Schliff.
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
@rob: ich wuerde fuer den Anfang, damit man einfach mal schnell ein Messer scharf bekommt, ohne was kaputtzumachen, eines der Idiotensysteme nehmen.

Sharpmaker - wenn Du die Schärfe auffrischen willst
Lansky, am besten Diamant - wenn Du nen neuen Schliff reinbekommen willst.
Der Abtrag ist beim Spyderco ziemlich maessig, wenn man damit einen neuen Schliff hinbekommen will, ist das eine Sache von Stunden (alternativ Schleifpapier um die Staebe wickeln). Andererseits kann man mit sem Sharpmaker auch grosse Messer und Wellenschliff relativ problemlos schärfen.

Ich hab beide und brauche beide. Ist sicher und schnell. BTW hat jemand das edge pro?

So. Und fuers richtig Schärfen einen Kombi Wasserschleifstein von Dick, möglichst gross, dazu noch diesen staehlernen Einspanner und von IKEA das Küchenmesserset fuer 15 Märker. Damit kann man dann ueben.

Gruesse
Pitter
 

eisensack

Mitglied
Pitter,beim Wasserstein,möglichst gross,muß ich dir wiedersprechen.Wenn Rob so eine kurze Klinge auf einen breiten Wasser(!)stein schleift,wird der Stein zu schnell uneben.Die Tischschleifsteine von Spyderco sind wie ich finde die besser alternative.Sie sind sehr viel billiger und nutzen sich nicht ab.
 

freagle

Mitglied
Hallo Leute,

ein DMT diamantbeschichteter Block mittel, damit stelle ich sogar bei meinen selbstgemachten Messern eine komplett neue Schneide her, auch bei recht abriebfesten Stählen wie z.B. RWL34. und das Messer ist schon so scharf, dass es leicht rasiert. Dann erst nehme ich den Spyderco Sharpmaker, um eine für alle Anwendungen ausreichend scharfe Schneide herzustellen, auser vielleicht für Schärfefetischisten.
Wers dann noch schärfer mag, kann zum Riemen greifen :)-).

So ein Stein wie der DMT oder andere, erfordert schon ein wenig Übung, es ich aber kein Hexenwerk, einfach mal mit älteren oder günstigen Messern trainieren.

Grüße freagle


Freagles Selbstgemachte
 

WalterH

Mitglied
Original geschrieben von Maik Amelmann
Also ich empfehle mal dreist, sich einen schoenen grossen Schleifstein zu kaufen, die Kuechenmesser aus dem Schrank zu holen und einfach anzufangen
*Räusper*

Kann ich unterstreichen. Ich habe vor längerer Zeit ein Lansky Set gekauft und damit alles geschärft, was so anfiel.

Dann habe ich das Forum gefunden und fahrlässigerweise ein paar Artikel über das Schärfen gelesen.

Und dann hab ich mir gedacht, probiers mal aus und hab den Stein gekauft, von dem HankEr schreibt. Wollte doch mal sehen, ob ich freihand nicht auch nen ordentlichen Schliff hinkriege. :haemisch: :haemisch:

Das war vor 4 Wochen. Über die ersten Ergebnisse breiten wir besser den Mantel des Schweigens. Inzwischen gehts besser. Breite Klingen, z.B. Küchenmesser, bekomme ich jetzt freihand fast so scharf wie mit dem Lansky. Grade eben mal so rasierscharf - Bei einem zusammengerollte Küchentuch muss ich aber ziemlich drücken, da schneiden meine "Lansky Messer" deutlich besser. Bei kleinen Klingen (Victorinox) habe ich noch deutlich mehr Schwierigkeiten, den Winkel zu halten, aber das wird schon noch.

Einen Einspanner zum Winkel halten will ich nicht verwenden. Dann könnte ich ja gleich beim Lansky bleiben. Entweder ich schaff das so, oder eben nicht. Aber da bin ich jetzt ehrgeizig! :haemisch: :haemisch:

Jedenfalls machts Spass! Deutlich mehr als bei dem "Idiotensystem" (O-Ton pitter). Ich ertappe mich jetzt öfter dabei, dass ich durch die Wohnung geh und nach was schärfbarem zum Üben such. :D :D

-Walter
 

oschapp

Mitglied
Bis vor 2 Jahren hatte ich Lansky, Spyderco, Gerber SharPak und lose Steine versucht.. so richtig glücklich war ich damit nicht - vor allem waren die Ergebnisse leider nicht reproduzierbar.
Die DMT-Diamante taugten herzlich wenig, setzen sich zu und halten nicht lange.
Ich bin begeistert von den EZLap Diamanten - ein himmelweiter Unterschied zu den DMTs.
Ich verwende die langen Platten (ca. 6x28 cm) in 600 und 1200 gr.
Damit klappt das Abziehen bei mir prima - kommt mir in Bezug auf Materialabtrag nicht zu aggressiv vor - die Platten nutzen sich, auch wenn kleine Klingen geschärft werden, nicht nur in der Mitte ab -
und ich kann meine Keramikmesser schleifen (musste ich nur 1 mal bisher)..
Ich bin leider nicht geschickt genug um meine langen Klingen mit ausreichender Gleichmäßigkeit zu schleifen. Auch die ganzen Systeme mit festen Klammern zur Winkeleinstellung versagen hier, da der Drehpunkt der Schleifarme fest ist und sich somit besonders bei längeren Klingen der Schliffwinkel ändert. Ebenfalls fällt es mir mit der Freihand-Methode schwer, wenn es um einen kompletten Neuschliff geht (nach tiefen nicks und gebrochener Spitze)
Das wirklich Ultimative habe ich mir mir dem EDGEPRO von Ben Dale geschenkt !! Superkonsistente Schliffgeometrie über die ganze Klingenlänge. Die mitgelieferten Steine sind sehr gut und reichen völlig aus. Aber ich wollte halt meine EZLaps nicht missen, da hat mir Ben "custom-made" Plättchen eingearbeitet.
Ich bin wirklich komplett überzeugt von dem System ! (DM 389.- für das APEX - ist mir der Spaß an meinen Messern wert -dafür hab ich´s nicht so mit dem samstäglichen Autowaschfetisch)

oliver
 

Mike

Mitglied
Hallo Rob,

ich habe das Spyderco Schärfsystem und bin zufrieden damit.

Deine Schweizermesser bekommst Du damit proplemlos wieder scharf.
Man kann mit dem System im 30 oder 40 Grad winkel schleifen oder aber freihand.
Alles wird in dem normalerweise beiligendem Video und Heft ausführlich beschrieben.

Mfg, Mike
 

Geist

Mitglied
Diese EdgePro Sharpening Systems ist ja echt FETT, das Teil kannte ich auch noch nicht, finde das Teil sehr interessant, aber der Preis... da bleibe ich wohl beim Spyderco Sharpmaker.

Ciao Geist