Schaden an Offiziersdolch WK2

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Bushwacker

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Hallo liebe Blankwaffenkenner!

Als Schadenregulierer haben mir meine lieben Kollegen einen Schadenfall "angedreht", bei dem es um einen beschädigten Offiziersdolch aus dem 2. Weltkrieg geht. Auf der Klinge ist "Puma - Solingen" eingraviert oder geätzt

Bei dem Schadenereignis hat sich die Verursacherin auf den Dolch gesetzt, wodurch ein Stück Metal, welches sich unter dem Reichsadler befindet, abgebrochen.

Ist hier jemand im Forum, der zu einem etwas zum Wert des Dolches sagen kann oder ob eine Reparatur möglich ist und wieviel diese kostet.

Fotos kann ich per Email zur Verfügung stellen - hier posten werde ich sie aus wohl verständlichen Gründen im Forum nicht.

Vielen Dank für eine Antwort!

Bushwacker
 

Armin II

Mitglied
Die erste zu klärende Frage wäre ob es sich bei dem Dolch um ein Original handelt oder um eine Replik, von letzteren gibt es nämlich mehr als genügend.

Ansonsten würde ich dir die Ergebnislisten verschiedener Auktionshäuser wie Stauffer Auktionen oder Hermann Historica empfehlen.
 

Chayron

Mitglied
Allerdings sind in dem Fall Bilder wohl essentiell, ich geh ja auch nicht zum Arzt mit ner Wunde und zeig sie ihm nicht.
Es muss ja kein mit patriotischer Musik unterlegter Riefenstahlfilm sein, man kann ja ausserhalb des Schadens das Bild ja auch einfach verändern :staun:.
 

Taras Bulba

Mitglied
EIn paar Bilder von Wehrmachtsdolchen gibts hier:

http://germanmilitariacollectibles.com/blog/labels/daggers.html

http://www.pumahunter.de/page2.php?view=thumbnailList&category=10

Bei der Gelegenheit, wann wurden welchen von Eickhorn bzw. Puma gefertigt....das würde mich z.B. interessieren?

Vorab weiß ich aber soviel, der Wert hängt stark davon ab, ob es z.B. Widmungen auf der Klinge gibt. Außerdem gehören insbesondere zu den Offizieresausgehstücken das Portepee und ggf. Tragegurt. Wenn alles da ist, ist das Teil natürlich auch mehr wert. Insgesamt natürlich wie so oft, man kriegt nicht immer das, was das Teil wert ist. Außerdem schwanken die Preise bei solchen Teilen ganz extrem. Such auch mal auf Englisch, die Ammis kennen sich teilweise echt gut mit sowas aus und sagen dir auch wie lang genau z.B. das Portepee sein müsste, so kann man u.U. auch rausfinden, ob es sich um eine Fälschung handelt.

Wie dem auch sei, zeig her das Foto...(-:
 
Zuletzt bearbeitet:

jo78

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Hallo Zusammen,

ich sammle Blankwaffen des III. Reiches - bilde mir also ein auch ein wenig Ahnung zu haben.
Ich halte es für sehr unwahrscheinlich bis unmöglich, dass das Hakenkreuz beim "sich draufsetzen" abbricht. Der Wert eines Heeresdolches liegt bei ca. 300€ für ein Standardstück.
Sollte uma Solingen tatsächlich graviert oder geätzt und nicht gestempelt sein handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um eine Kopie.
Eine "Reparatur" des Dolches stellt nicht automatisch den ursprünglichen Wert wieder her, da es sich dann um ein "gebasteltes" Stück handelt, welches unter Sammlern unbeliebt bzw. nahezu wertlos ist.

Ich korrigiere - es gab auch ein geätztes Pumalogo in der Raute.
Es müssen also Bilder her :D
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Bushwacker

Mitglied
Hier die Fotos:

Dolch1.jpg


Dolch2.jpg


Ich denke, jetzt wieß auch jeder was und wo was abgerochen ist.
 

T08Y

Mitglied
Hallo
vielleicht denke ich da etwas rustikal und so wie ich es machen würde aber ich schreib mal rein was ich denk:
was mir da zuerst in den Sinn kommt um soetwas zu reparieren ist Laserschweißen bei einem Zahntechniker, was jedoch sicher sichtbar wäre aber in der regel recht stabil. (die schweißnaht wäre dann vlt ca einen mm breit.
Wesentlich unauffälliger, fast unsichtbar, und vielleicht nicht ganz so stabil wäre da kleben. Es gibt ja heutzutage wirklich richtig gute Kleber!
(da fällt mir als erste Anlaufstelle ebenfalls ein Zahntechniker oder Zahnarzt ein)
Soetwas muss man aber schon mal gemacht haben um es unsichtbar hinzubekommen und solche Kleber sind nicht überall zu bekommen oder erfordern unter umständen Spezialwerkzeug zum aushärten z.b. Lampe mit bestimmter wellenlänge experimentieren würde ich an dem guten Stück da nicht, wenn dann zumindest an nem anderen gebrochenem Metall ausprobieren.

Vielleicht hilft's ja
Grüße
 

jo78

Mitglied
Der Dolch ist original. Was der Faustriemen da oben soll weiß ich nicht. Dazu gehört er jedenfalls nicht.
Zerstört ist er wie angenommen unwiederbringlich, da eine Restauration den Wert nicht wieder steigern würde. Eine intakte Parierstange liegt bei ca. 50€. Um diesen Wert ist der Gesamtwert des Dolches also in etwa gemindert.
 

Bushwacker

Mitglied
Guten Morgen!

Erst einmal vielen Dank für alle Beiträge.

@jo78

Zerstört ist er wie angenommen unwiederbringlich, da eine Restauration den Wert nicht wieder steigern würde. Eine intakte Parierstange liegt bei ca. 50€. Um diesen Wert ist der Gesamtwert des Dolches also in etwa gemindert.

Verstehe ich das richtig, dass man den Dolch nicht reparieren kann, dass aber die Parierstange ausgetauscht werden kann - für 50 EUR?

Dann müßten wir dem Anspruchsteller lediglich eine Entschädigungsleistung für eine "neue" Parierstange zur Verfügung stellen und natürlich den Dolch zurückgeben.

Bushwacker
 

chamenos

Super Moderator
Dann müßten wir dem Anspruchsteller lediglich eine Entschädigungsleistung für eine "neue" Parierstange zur Verfügung stellen

Nö.

Der Schaden beläuft sich auf das Besorgen der Ersatzparierstange, der Parierstange selber und dem Auswechseln durch jemanden, der das kann.

Wenn dir jemand ein Fenster einwirft ist der Schade auch größer als der reine Glaspreis;)
 

jo78

Mitglied
Richtig. Außerdem gibt es x verschiedene Parierstangentypen. Die passende zu finden dürfte nicht so einfach sein und der Zustand muss ja auch noch passen. Sonst sieht man sofort, dass gefummelt wurde.
 

Chayron

Mitglied
Mal abgesehen vom diesem Schaden, wie läuft solch eine Regulierung denn sonst ab?
Man kann sich ja nicht mit allem auskennen.
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Mal abgesehen vom diesem Schaden, wie läuft solch eine Regulierung denn sonst ab?
Man kann sich ja nicht mit allem auskennen.

Der, der einen Anspruch stellen möchte, teilt diesen dem Anspruchgegner mit.
Der Anspruchsgegner erfüllt, oder erfüllt nicht.
Wenn ja -> gegessen
Wenn nein -> jetzt ist wieder der erste dran.

Was das "Auskennen" angeht: Wenn man sich nicht auskennt, fragt man jemand, der sich auskennt. Wie im echten Leben. Und wenn das beide machen, streiten man sich mit Gutachtern vor Gericht. Auch wie im wahren Leben. Oder, falls man eine Haftpflicht hat, teilt man den Schaden der Haftpflicht mit. Dann wird zwar auch gestritten, allerdings kann man dann alles auf den Sachbearbeiter schieben.

Grundsätzlich ist auch zu bedenken, dass bei solchen Regulierungen sehr häufig die gemeinsamen Grillfeiern gemeinsam waren. Man sich jetzt aber sinnvollerweise einen eigenen Grill anschafft.

Ich mein, was möchtest Du jetzt hier lesen? Grundzüge des Zivilrechts?

Pitter
 

Bushwacker

Mitglied
allerdings kann man dann alles auf den Sachbearbeiter schieben.
:super: Hast Du schon mal in einer Schadenabteilung gearbeitet?

Aber zurück zum Thema

Ok. Es geht also um die Kosten für eine fachgerechte Reparatur/Restaurierung mit einer passenden Parierstange, incl. aller dazu gehörenden "Nebenkosten" -das hatte ich allerdings auch bei meiner frühmorgentlichen Nachfrage -6:00 - gemeint aber unpräzise ausgedrückt.

Da allerdings die Parierstange laut jo78 nicht so einfach zu finden ist und der Reparaturerfolg eventuell vom Anspruchsteller nicht akzeptiert wird, werden wir wohl den Dolch komplett regulieren (300 EUR)

Die hier geäußert Zweifel am Hergang ließen sich nur mittels eines Sachverständigen beweisen - diese Kosten geben wir bei der Höhe der Forderung nicht aus.

Noch mal vielen Dank für die Antworten

Bushwacker
 

jo78

Mitglied
Meine Schilderung bis jetzt war aus Sammlertechnischer Sicht. Aus Versicherungstechnischer Sicht würde ich eine Parierstange des entsprechenden Typs mit max. 80€ regulieren.
 
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