Satinfinnish und saubere Schleiflinien

freagle

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Ich wollt mal fragen wie ihr ein Satinfinnish macht. Wenn ich den Flachschliff mache, dann schleif ich am Bandschleifer mit Körnung 80 vor und schleif dann mit K 320. Wenn am Bandschleifer fertig bin hab ich immer schöne scharfe Schleiflinien an den Übergängen, die ich aber wenn ich dann per Hand weiterschleife,wieder etwas abrunde egal wie viel mühe ich mir gebe. Ich schleif nach dem Bandscheleifer k320 mit einem ebenen 25mm breiten Holzstückchen weiter auf das ich dann das Schleifpapier ab k600 festmache, dass es sauber gespannt ist.

Kann ich solche sauberen scharfen Übergänge nur bekommen wenn ich komplett am Bandschleifer finnishe? Wie geht ihr vor, wenn ihr so ein z.B. 1000er Satinfinnish macht? und wie schleift ihr ganz zum Schluss, damit das Strichbild schön durchgehend gerade und ansatzlos ist.

Freagle
 

HankEr

Super Moderator
Was ist denn so schlimm an verwaschenen Übergängen? Die sind doch allemal praktischer als Kanten.
 

Flaming-Moe

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Stimmt im Prinzip, aber bei manchen Messern ist ne harte Kante optisch einfach schöner.

Auch wenn meiner Meinung nach dieser 2/3 Schliff lange nicht zu allen Messertypen paßt.

Das Problem bleibt...
 

luftauge

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Wenn der Strich winklig zur Schneide verläuft, bekomme ich es auch gerade so hin :hmpf:, sogar beim jetzigen Hohlschliff.

Ich habe mir als Schleifhilfe eine alte Glasablage L=500/t=6/B=115 vom Badezimmerspiegel auf Multiplex geschraubt, an den Enden Blechwinkel zum Klemmen des Schleifbandes - nutzbar ca. 400mm.
Aber das hilft Euch wohl kaum weiter, da der Ricasso-Ubergang zur Schneide stört, richtig ?

Gruß Andreas/L
 

freagle

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Ich finds halt einfach schöner wenn saubere scharfe Schleiflinien (Grindinglines) vorhanden sind. Wenn man so in den US Foren liest, dann gilt das dort anscheinend als eine Art Qualitäsmerkmal für perfekte saubere Arbeit, die sprechen dann von Schleiflinien die so scharf sind dass sie von selbst schneiden, im übertriebenen Sinne natürlich.

Für den letzten Schliff beim Satinfinnish, nehm ich so ein Stück Parket auf dem eine dünne Gummischicht aufgebracht ist (Leder soll auch gehn), darauf mach ich das Schleifpapier fest, durch die weiche Schicht, passt sich das Papier gut den Konturen an, bei längeren Messern, spann ich neben der Klinge noch eine Art Führungsleiste in den Schraubstock, an der ich das Schleifpad führen kann, so bekomm ich dann gerade Linien, ich zieh dann vom Erl aus gleichmäßig und ansatzlos bis über die Spitze weg.

Mich hatt halt mal interessiert, wie ihr das macht.

freagle
 

luftauge

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@ freagle :

Mir gefallen die scharfen Übergänge eigentlich auch besser, ich poliere sie aber weg, was ich hinsichtlich der Gesamtoptik und geringerer Angriffsfläche (Korrosion) gar nicht so schlecht finde.
Ist mir bei rostenden/rostträgen Stählen doch lieber, obwohl ich meine Ideal-Hochglanzpolitur noch nie hinbekommen habe.

Für die gewölbten Flanken hab ich mir Buchenholzstücke angerundet, lege evtl. Segeltuch unter das Schmirgel, heute hab ich einen Silikonfugenglätter besorgt, ist aus Hartgummi und flach gewölbt, mal sehen...

Gruß Andreas/L
 

micknives

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hallo freagle,

schleif dein finish bis 600 besser 800 körnung am bandschleifer
benässe die schleifbänder mit schleiflubricant o. bohrmilch öl
geht auch. du wirst vom ergebnis begeistert sein. willst du

einen noch feinerés finish, dann benutze 1200 körnung mit
diamantpaste im handabzug. zum anfang nimmst du als schleifunterlage ein schmales stück messing. beim schleifforgang kannst du am anfang
hin und her ziehen. hast du nach einer weile keine senkrechten
kratzer mehr, dann ziehst du noch in einer richtung, mit gummi-
unterlage

gruß

micknives
 

Leonardo75

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Danke für den Tip

Hallo mickknives!

Vielen Dank für Deine Tips zum Schleifen, ich werde sie bei nächster Gelegenheit wohl mal ausprobieren.

In einem englischen Messermachbuch habe ich gelesen, dass dieser Macher zum Endfinish für jeden Schleifstrich ein neues Stück Schleifpapier nimmt. Das kam mir bisher allerding zu verschwenderisch vor, aber vielleicht sollte man das wirklich mal ausprobieren.

Viele Grüße sendet Euch der Leo.
 

micknives

Mitglied
ist vielleicht ein kleines bischen übertrieben, obwohl,
wenn du cpm 420 o.440v schleifst verhält es sich fast
wirklich so. einmal abgezogen ist das stück papier
so gut wie fertig bei diesen stählen ist diamantpaste
ein unbedingtes erforderlich. ich selbst verwende
bei 1200 körnung nur 3M-paier, mach das beste finisch.

gruß
micknives
 

Flaming-Moe

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... durch die weiche Schicht, passt sich das Papier gut den Konturen an, ...

freagle [/B]

Vielleicht ist das genau das Problem.

Um ne scharfe Kante zu behalten müßten ja theoretisch der geschliffene und der ebene Teil der Klinge absolut plan und jeder Teil in seinem eigenen Winkel (getrennt von einander) abgezogen werden.

Das weiche Material legt sich immer leicht um die Kante herum.

Wie wäre es mal mit einem absolut unnachgibigen Material als Schleifkörper? Einen planen Stein oder ein hartes Holz.
 

freagle

Mitglied
@ Mickknives

Danke für die Tips Mickknives, ich werd das auf jedenfall mal so machen, die Bilder von deinen Messern,die du bisher hier gezeigt hast, sprechen ja für sich. Dann werd ich das nächste mal auch feinere Bänder mitbestellen und ich werd mich mal nach Diamantpaste umsehn, wo kaufst du denn deine Schleifmaterialien ein? Die Bänder kauf ich neuerdings bei .Scharnau bin von der Qualität und deren Preis überzeugt, das 3M Schleifpapier und Scotchbritepads würd ich aber gerne mal ausprobieren.

@Flaming Moe

das Stück mit der Weichen Unterlage nehm ich nur ganz zum Schluss, um ein sauberes Strichbild zu bekommen, die Kanten sind dann zuvor schon nicht mehr so scharf.

Das mit den feineren Bändern leuchtet mir ein, arbeitet man dann mit der Hand weiter, muss man nicht mehr so viel Material abtragen und man schleift dann auch nicht so oft über die Kanten.

freagle
 

micknives

Mitglied
hallo freagle,

scharnaugmbh ist mein hauptlieferant was bänder angeht. die machen
dir auch extra wünsche sehr günstig fertig o. kleine mengen auch
ohne mindermengen zuschlag. probiermal die trizakbänder von scharnau.
gibt in körnung A100 - A6 wobei A6 das feinste band mit vergleichbarer körnung 2000 ist.die bänder erzeugen ein perfektes
finish. sind zwar etwas teurer halten auch länger.
(wende dich bei scharnau gmbh an fr. exner mit besten grüssen von
herrn jankowsky, sie kennt sich super aus in der materie)
von norton sind jetzt auch ähnliche bänder auf dem markt die nennen
sich "norax" habe ich aber noch nicht ausprobiert.(besonderheit,
diagonal angeordnete rechteckige schleifpyramiden).

3M schleifbögen bekomme ich von FA. büttig industries. gmbh berlin
tel. 030-72325894

gruß
micknives