Sandstrahlen

Norbert S

Mitglied
Hallo,
soll man eine Klinge (ATS34) zwecks Satinieren
besser vor oder nach dem Härten Sand- bzw.
Glasperen-Strahlen ?

Im Voraus schon vielen Dank für Eure Antworten.
Gruß Norbert !
 

Schanz Juergen

Mitglied
glasperlenstrahlen nach dem härten - wobei du dir darüber im klaren sein musst, das durchs strahlen die rostbeständigkeit wesentlich reduziert wird..
 

kababear

Mitglied
jupp tut es. sogar 440c kann rosten und das auchnoch bevorzugt, wenn er -welch wuner- sandgestrahlt wird. (=> oberflächenvergrösserung)
 
Glasperlstrahlen

Hallo Jürgen,

sorry aber die Aussage bezgl erhöhter Rostanfalligkeit beim Glasperlstrahlen ist so nicht ganz richtig. Untersuchngen bei chirurgischen Instrumenten haben gezeigt das glasperlgestrahlte Instrmente deutlich geringere Rostanfälligkeit zeigen als polierte.Das hängt in nicht unwesentlichem Maße von der erhöhten Oberflächenverdichtung beim Glasperlstrahlen zusammen.Um sicherzugehen das ich nicht falsch interpretiert werde, diese Aussage bezieht sich auf das Glasperlstrahlen nicht jedoch auf das Sandstrahlen.Weshalb das so ist, hängt ausschlaggebend mit der Geometrie Sandkörner zusammen.

Gruß

Markus Antonius
 

Schanz Juergen

Mitglied
@ markus
es gibt verschiedene strahlmethoden....
das hängt nicht nur an dem strahlmedium sondern auch vom druck ab - das was du wahrscheinlich meinst wird auch in der automobilindustrie angewendet um z.b. bleche zu verdichten und dadurch stabiler zu machen - beim "herkömmlichen" glasperlstrahlen wird aber definitiv die oberfläche nur "aufgerauht" dadurch hat der stahl eine höhere rostanfälligkeit (größere)oberfläche...

bei den chirurgischen instrumenten handelt es sich meines wissens meistens um 4034 der eh nicht so rostanfällig ist und das dieser mit seiner relativ geringen (54-56hrc)härte auch an oberflächenhärte dadurch gewinnt kann ich mir gut vorstellen..
 

Aleena

Mitglied
Hi,

beim autoklavieren (steril machen) ist Flugrost das Hauptproblem.
Flugrost entsteht wenn Eisen im Wasser enthalten ist, das sich dann auf Metall - bevorzugt Stahl - absetzt. Dieses passiert besonders gerne an hochglanzpolierten Teilen. Perlgestahlte nehmen es nicht so an.
Chirurgenstahl rostet nur bei massiver Misshandlung, z.B. Säure FeCl3 Zemententferner o.Ä.
Besonders gerne gibt es mit Teilen probleme die nicht in den Autoklaven gehören. Gebraucht Skalpelklingen oder Hartmetallintrumente, ein kleines Teil genügt und noch Tage später findet sich auf allen Intrumenten Flugrost.
 

Gerber

Mitglied
Hallo Norbert, wenn Du was zum Sandstrahlen hast komm einfach vorbei. Meine gestrahlten (sand) Ats-34 Klingen sind tatsächlich etwas rostanfälliger geworden. Ist aber bei normaler Pflege kein Problem.
Helmut
 

olli16

Mitglied
Moin,

Ich habe mich heute auch getraut meinen Rohling zu sandstrahlen und war erstaunt wie gut das Ergebnis ausgefallen ist und wie schnell es ging.

-Satiniert bis Körnung 600 (ca. 1 Std. Arbeit)

-Sandgestrahlt mit Quarzsand Körnung 0,4 mm
(Nur mit Staubabsaugung --- Quarzstaub ist gesundheitsschädigend!!)
(ca. 5 min. Arbeit)

-Anschließend mit groben und anschließend mit mittlerem Schleifpads
von 3M mit viel Priel und Wasser nachpoliert (ca. 20 min.)

Und das war´s. Die Oberfläche kann man ohne weiteres mit der des BM Monochrome vergleichen (was Optik und Feinheit betrifft).

Und von meinem Schleif-Fehler (Ein leicht balliger Bereich am Klingenrücken) ist durch die matte Oberfläche kaum noch etwas zu sehen :super: .

Gruß
Olli
 

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lisie

Mitglied
Hallo
Ich hatte mal eine Reklamation eines Kunden, dessen 440C Bauteile Roststellen zeigten. Die Bauteile waren Sandgestrahlt und nur an Der Schneidkante geschliffen. Ein Sachverständiger ermittelte, daß ich ungeeignetes Strahlgut verwendet hatte. Ich erkundigte mich und erfuhr, daß es üblich ist Sandstrahlgut Eisenhächsel zuzugeben. Das ist die selbe Nummer wie die mit einer Winkelschleiferscheibe oder einer Edelstahlbürste erst Baustahl gebürstet und dann Edelstahl. Eisenpartikel sitzen dann auf der Oberfläche das Edelstahls und oxydieren. Ergebnis, oberflächlicher Rost, der sich beim putzen natürlich in die Vertiefungen setzt. Sieht sch...... aus. Seit ich mit Glasperlen strahle und jedes Mal neues Strahlgut verwende sind meine Kunden zufrieden.
Gruß Stefan
 

Armin II

Mitglied
@ Markus Antonius: Könntest du zu diesen Untersuchungen eine Quelle nennen??

Und generell sollte wohl bekannt sein dass man feste und flüssige stoffe nicht verdichten kann!
Also sollte man sich hier doch etwas genauer ausdrücken, sonst kann sich unsereins auf dem nächsten Schmiedetreffen oder Mittelaltermarkt wieder von jedem Besucher und Zuschauer erzählen lassen dass man durch Schmieden den Stahl "verdichtet"!
 
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lisie

Mitglied
Hallo
Ich halte es für Unwarscheinlich, daß man Stahl- Oberflächen zudem es hier um gehärtete ging mit Sandstrahlen verdichten und damit verbessern kann, außer man setzt Drücke ein, die auch körper durchdringen. Verstehste ?
Stefan
 

Günther

Mitglied
Bei uns im Betrieb wenden wir beides an- Sandstraheln und Glaskugelstrahlen, jedoch um unterschiedliche ergebnisse zu erzielen.

Sandgestrahlt werden Teile, bei denen das Maß nicht passt, also abgetragen wird.
Man hat relativ rasch einige hundertstel Millimeter abgetragen, allerdings eine recht schlechte Oberfläche.

Glaskugelgestrahlt werden Teile, bei welchen es haupstsächlich darum geht, die Oberflächenstrucktur zu verbessern.
Wir wenden das grundsätzlich bei allen Flächen an, die erodiert wurden, um den "Zunder" (ist nicht der richtige Ausdruck :D ), welcher an der Oberfläche entsteht, zu entfernen.
Dabei werden zwei unterschiedliche Körnungen verwendet.
Grob um zu entfernen und fein um die Oberfläche zu glätten.

Dabei ist es so, wie teachdair schreibt.
Durch die Form der Glasperlen werden die feinen "Spitzen", welche von der Stahloberfläche abstehen, angelegt und dadurch die Oberfläche geglättet, was weniger Angriffsfläche bietet.
Ich glaube, Markus Antonius meint schon das richtige. ;)

Bezüglich der Rostbeständigkeit sollte schon ein wesentlicher Vorteil beim Glaskuglstrahlen gegenüber dem Sandstrahlen bestehen, habs aber noch nicht getestet.
 

suchoi

Mitglied
Hallo zusammen

Bezüglich des Rostproblems von lisie:
Werden durch Schleifen oder auch Sandstrahlen unedle Stalpartickel auf edle Oberflächen aufgetragen, kann es sein, dass der eigentlich rostfreie Stahl auch an unbearbeiteten Flächen zu rosten beginnt. Ist bei mir schon an Chromstahlteilen vorgekommen an denen ich die Kannte gebrochen habe. Der Stahl wird "geimpft" weshalb man für rostfreien und für Baustahl separate Schleifbänder oder Sandstrahlanlagen haben sollte.

(wenn ich mist erzähle weist mich bitte zurecht)

Ich hab gerade eine Klinge Nassgestrahlt (mit Glasperlen, Korngrösse unbekannt) und sie anschliessend zum Vakuumhärten geschickt, wo sie anschliesend brüniert wird, womit ich Rost auszuschliessen hoffe.

mfg