Säure vs. Eisen III Chlorid

C. Raiber

Mitglied
Säure vs. Eisen III Chlorid
Hab bis jetzt alle Damaststähle mit Schwefelsäure geätzt und hab mir überlegt es auch mal mit Eisen III Chlorid zu versuchen. Ich hab schon einiges über die Suchfunktion gefunden aber dennoch ist mir nicht ganz klar wo die Vorteile bzw. Nachteile einer jeweiligen Methode liegen. FeIIICl scheint schnell anzugreifen allerdings scheint erhitzte Säure noch besser zu sein. FeIIICl ist scheinbar ungefährlicher und stinkt nicht so. Wie sieht es mit dem Preis - Leistungsverhältnis aus? Bei conrad gibts zwar relativ preisgünstig FeIIICl aber wieviel brauch ich denn von dem Zeug um eine wirkungsvolle Lösung herzustellen? Wie oft kann man es wiederverwenden? Viele Fragen ich weiß, aber vielleicht kann mir jemand von euch weiterhelfen. Wer hat Erfahrung mit beiden Mitteln?

Gruß Christoph
 

DeadlyEdge

Mitglied
Hi, Cristoph,

FeCl3 ist ja eine starke Säure - nach der Deffinition von Lewis (Elektronenpaar-Akzeptor) :)
Zum Damastätzen ist eine warme ca. 20% Lösung ("in vierfacher Menge Wasser auflösen") ganz OK.
Wie oft man es wiederverwenden kann kann ich nicht genau sagen, aber bestimmt mehrmals.

Gruß,

Martin
 

Armin II

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Ein Problem gibts allerdings mit FeCl3:

Fingerabdrücke und ähnlich Rückstände führen zu Ätzfehlern da Fettrückstände usw. von FeCl3 nicht entfernt werden. Ich habe da trotz sorgfätigster Entfettung mit Spiritus, Pinselreiniger u.ä. immer wieder Stellen gehabt die nicht geätzt wurden.
 

ozelot

Mitglied
FeCL3 wird soweit ich weiß im Elektronikbereich benutzt um Platinen zu ätzen. Evtl. gibt es ja dafür dann auch bestimmte Reinugungsmittel um die Platine vor dem Ätzen fettfrei zu bekommen. Da ist es ja echt wichtig das es keine Bereiche gibt die nicht vollständig geätzt werden.
Nur mal so eine Vermutung...
 

morlock

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Also ich nehm erst Aceton und wasch dann nochmal mit Seifenlösung(Spüli) und hatte bisher noch nicht solche Probleme.Wenn die Klinge keine gleichmäßige Härtung hat treten meist unregelmäßigkeiten auf.
M.f.G.
Morlock
 

Armin II

Mitglied
Also ich hab beruflich 5 Jahre lang leiterplatten hergestellt, (nur so nebenbei bemerkt). Dabei wird das Material vor dem Beschichten mit Ätz- oder Galvanoresist erstmal gebürstet (mit Schleifwalzen ähnlich dem Scotchbritch Scheuerschwamm, und dannach nochmals mit Bimsmehl behandelt. Also Ahnung was ich mach hab ich schon, beim Damast hab ich das im Prinzip gleichgemacht und trotzdem war das Ergebnis nich zufriedenstellend. Schwefelsäure oder Salzsäure macht solche Problem nicht.
 

ozelot

Mitglied
Sorry Armin, ich wollte Dir nicht auf die Füße treten - nix für ungut. Wie oben schon gesagt, das war nur mal so ein Gedanke.

Wie ist eigenltich so die Meinung zu Essigsaäure, sprich Essigkonzentrat mit 25% Säure, zum Damast ätzen? Ich hab´ es mal mit einem Ring aus Damasteel ausprobiert und war mit dem Ergebnis ehrlich gesagt nicht so besonders zufrieden. Irgendwie war das Stück am Ende, trotz leichten darüberpolierens, etwas kontrastarm.
 

Nidan

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Also zur Essig-Säure kann ich was sagen :) Ich hab es probiert und das Ergebnis war gar nicht sooo schlecht. Auf jeden Fall kam die Damaststruktur schon ein klein bisserl raus.

Aber ich hab`s dann doch noch mal mit Eisen III Chlorid nachgeätzt und das Zeug haut schon ganz anders rein :D Jetzt kann man auf der Damastklinge die Struktur richtig mit dem Fingernagel fühlen.
 

Camig

Mitglied
Ich habe den Eindruck, daß H2SO4 eher flächig angreift aber nicht so intensiv färbt im Gegensatz zu FeCl3 das sehr schnell sehr intensiv schwarz färbt aber die Oberfläche nicht so schnell angreift.
Soll heißen: das erste mehr für die Struktur, das zweite mehr für die Optik - kann man natürlich auch kombinieren.
 

C. Raiber

Mitglied
Danke für eure Antworten.
Werd mir wohl FeCl3 besorgen und mal etwas rumexperimentieren.
Noch unklar ist mir ob man die fertige Lösung warm verwenden sollte damit es richtig reagiert oder geht es kalt auch. Das Zeug mit Vorsicht zu behandeln wie Säure (ist ja auch Säure) ist klar. Gibt es sonst noch was zu beachten wie giftige Dämpfe, also dann besser nur im Freien verwenden etc.?
Intressant klingt, daß es farblich besser reagiert wie H2SO4 und gegen das Problem der teilweise schlecht geätzten Stellen könnte man ja zuerst kurz mit Säure anätzen um eine saubere Oberfläche zu bekommen und danach dann mit FeCl3.
Irgendwo stand mal was von einem Neutralisationsmittel nach der FeCl3 Behandlung. Ist das wirklich nötig oder reicht es auch, einfach danach mit Wasser abzuspülen?

Gruß Christoph
 

Camig

Mitglied
Heiß geht immer schneller, aber kalt geht auch.
Kalt werden keine Dämpfe freigesetzt, heiß sollte eigentlich auch nur Waserdampf entstehen- schließlich ist die Substanz ja im Reinzustand fest.
Im Gegensatz zu H2SO4 das ja flüssig ist und dann fröhlich vor sich hin verdampft, im wahrsten Sinne des Wortes ätzend -gilt auch für Schleimhäute und Bronchien.
Neutralisieren mit reichlich fliessendem Wasser und dann gut einölen und einwirken lassen.
 

Aleena

Mitglied
Original geschrieben von Camig
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Kalt werden keine Dämpfe freigesetzt, heiß sollte eigentlich auch nur Waserdampf entstehen- schließlich ist die Substanz ja im Reinzustand fest.

Wäre zu einfach! Die wirksame Säure ist Cl(minus) und das kann wenn die Lsg erhitzt wird als HCl abgasen.