Säbel von WKC (Solingen)

DocArnie

Mitglied
Hallo!

Nach langer Zeit des Mitlesens habe ich mich nun endlich hier registriert.
Ich habe eine Frage, deren Antwort ich auch mithilfe der "Suchen"-Funktion nicht finden konnte.
...und zwar geht es um die Blankwaffen von WKC, dem Hersteller der auch schon zu Kaisers Zeiten Säbel für das Heer gefertigt hat. Meine Frage ist nun, ob bei der Fertigung heutzutage immernoch dieselben Kriterien (Qualität, Stabilität, Fechttauglichkeit) gelten, wie vor 100 Jahren, als die Kavallerie noch mit den Säbeln kämpfen musste, oder ob man nurnoch auf die Optik achtet.

Die Preise von WKC finde ich jedenfalls ziemlich fair, wenn ich davon ausgehe, einen Säbel von hoher Qualität zu erwerben. (ca. 180-250€?)
Immerhin beliefert WKC alle Welt mit seinen Säbeln, sogar die US-Marines und die Garde des englischen Königshauses. Diese sollten doch wissen, warum sie sich für WKC, und nicht für irgendeinen indischen Hersteller entschieden haben.(?)

Hat hier jemand bereits Erfahrungen mit den Säbeln aus Solingen gemacht?

Danke für jede Antwort!
 

Ash

Mitglied
Hi DrArnie,

ich glaube, dass diese Säbel nur Dekorationsstücke sind.
Sind also nicht zum Fechten geeignet.

Schöne Grüße
Ash
 

DocArnie

Mitglied
Danke für die Antworten.
Ich habe auch schon auf der WKC Homepage Klingen für den Fechtsport gesehen. Um Sport-Geräte geht es mir aber nicht. Ich wüsste nur gerne ob die Säbel und Degen von WKC so und in dieser Form und Stabilität früher auch an die Armee geliefert wurden.

Mich irritiert z.B. der Satz von WKC: "In intensiver Handarbeit werden von den letzten ausgebildeten Schwertfegern, Klingenschmieden und Waffenpolierern ausgezeichnete Paradewaffen gefertigt."

Macht man einen solchen Aufwand wirklich nur für Deko-Waffen? Kann man mit einer solchen Blankwaffe nicht Melonen zerhacken (wie im US-Bürgerkriegs-Film "Glory") ohne dass der Säbel kaputt geht?
Liegt es an den Klingen, oder an der Montierung? Welche Eigenschaften muss eine echte Säbelklinge denn haben, um kampftauglich zu sein? Wie wurden die Klingen früher geschmiedet, und wie heute? Was hat man bei Säbeln und Degen denn schon immer anders gemacht, als z.B. bei mittelalterlichen Schwertern?

Fragen über Fragen! :hmpf:

Ich bin für jede Info dankbar.
 
Tag,
hab vor Jahren darüber ein Artikel gelesen, es handelt sich nur um Deko Waffen. Also schön verchromte Klingen für Paraden. Die klingen verstauben sonst im Spind.Nur zu Offiziellen Anläßen sehen die das Tageslicht.Ansonsten sind die sogar stumpf. Glaube ich zumindest, ist schon zu lange her, das ich den Artikel gelesen hab.

mfg
 

Friedl

Mitglied
Hallo DrArnie,
wie der Name Parade-waffe (-säbel) schon sagt, kann man mit diesen nicht angreifen und parieren, sondern nur paradieren, d.h. sie zur Schau stellen. Daher sind sie auch verchromt, aus Eisenguss und optisch nett anzuschauen.
Hat man aber etwas Ahnung von Hiebwaffen ( trifft auch größtenteils auf Stichwaffen wie Rapier und Degen/Florett zu),so weiß man, dass diese aus mehreren Teilen bestehen, nämlich aus: Klinge, Nuss, Griffstück, Schlaufe oder Steg und einer Feststellmutter evtl. mit Kontermutter und natürlich entweder einem Korb, einer Glocke oder einem überdimensioniertem Quartbügel. Du besorgst Dir also einfach eine komplette Paradewaffe (wobei 180 -250,- o.K. ist) und ersetzt die Klinge durch eine geschmiedete Ausführung. Diese bekommst Du bei jedem besseren Couleurhändler (Schlägerklinge 70-130,-; Säbelklinge ca. 200.-), oder einer schlagenden Verbindung in Deiner Nähe. (Adressen über e-mail bei mir). Diese Klingen sind dann auch voll fechttauglich, vor allem über Schlägerklingen weiß ich davon ein Lied zu singen.
Meine Frage wäre nur, was Du mit sowas anfangen willst? Duelle auf Säbel sind nämlich sogar in Österreich illegal (kleiner Scherz).
Um einen Säbel über den Kamin zu hängen ist die glänzende Paradewaffe jedenfalls besser geeignet.

Grüße Friedl
 

DocArnie

Mitglied
Danke Friedl, hast mir echt weiter geholfen!
Ich fange (wie man gemerkt hat) ja gerade erst an, mich mit Fechwaffen zu befassen. Ich denke, ich brauche gerade in diesem Forum nicht weiter zu erklären, warum ich etwas ECHTES haben möchte, und keinen Lookalike-Säbel. ;) Hier denken doch alle so wie ich! :glgl:

Zu den Verbindungen: Warst du in einer? Welche?
Auch wenn Verbindungen bei den meisten Studenten nicht sonderlich beliebt sind, muss ich mir die Leute erst selber mal angucken, bevor ich mir ein Urteil bilde. Ein Verbindungshaus kommt für mich für die nächsten 5 Semester jedenfalls nicht in Frage.
Die Mensur finde ich allerdings schon interessant. Bist du ein "geschlagener Bursch", so richtig mit Narbe im Gesicht? :hehe:
 

Friedl

Mitglied
Hallo DrArnie,
bei einem "echten" gehört auch die Pflege dazu. Aber ein echter Stahlbegeisterter liebt sowas ja.
-zu Verbindungen:ad1: ja, ad2: Corps Germania München
-zu "geschlagener Bursch": keine Ahnung was ein "geschlagener Bursch" ist, wenn Du damit meinst ob ich Mensuren geschlagen habe und "Schmisse" auf Kopf und Gesicht habe: ja, so circa 50 Nadeln (Stiche) in 8 Partien.
Beim nächsten Münchner Treffen erfolgt hierzu eine Vorführung desselben.(Sofern es die Müncher noch wünschen, wie beim diesjährigen Treffen ausgemacht)
-zu:"ich muss mir die leute erst angucken": genau so und nicht anders.Gute und Schlechte, Lustige und Ernste, Schlaue und Id. usw. gibt es überall und in jedem Haufen. Aussuchen musst du Dir sie schon selbst.

grüße Friedl