"Roh"-Oberfläche bei D2 entfernen - Wie?

spyderbug

Mitglied
Hallo!

Ich habe gerade (besser gesagt immer noch) einen Rohling aus D2 in Arbeit. Im Rohzustand hatte das Zeug eine dunkelgraue Schicht auf der Oberfläche, die schöne schwarze Finger gibt, aber sich von Schleifpapier jeglicher Körnung gänzlich unbeeindruckt zeigt. Wenn man mit der Feile nen blöden Winkel erwischt, gleitet auch diese ab :mad:

So wäre ja dieser Stahl nicht schwer zu bearbeiten, aber mit dieser Oberfläche... grrrr...

Hat jemand vielleicht nen Tip für mich, wie man die Oberfläche möglichst schnell und schmerzlos blank bekommt (gut... muss nicht blank sein, mir würds auch schon reichen wenn ich diese Oberfläche irgendwie los werde)

Hilfe?

Danke schon mal,

Robert
 
Zuletzt bearbeitet:

Floppi

Mitglied
Dunkle Schicht auf dem Flachmaterial? Dann ist es wohl die Walzhaut. Entweder vom Profi abschleifen lassen oder Sandstrahlen...
 
P

PhilippU.

Gast
Tja hast du eine Flex(Hexe)?,mit feilen ist da nicht viel.
Wenn das Material nicht zu dünn ist kannst du es ab"flexen"
mit der richtigen Scheibe und ein bischen feingefühl .
Das ist allerdings nicht gans ungefährlich weil das Blech anfängt zu wibrieren und die Flex oder das Blech sich losreißen könnte und schwups weg ist der Kopf ;).Allso immer tief in den Schraubstock einspannen und nich feste drücken.
Was auch funktionieren könnte ist wenn du einen Schwingschleifer benutzt. Ein ganz grobes Schleifpapier(mehrere) und viel gedult. Damit klappt es in der Regel auch.
Aber am einfachsten ist es du lässt dir das Material direkt geschliffen anliefer das kostet zwar ein paar €us mehr ist aber besser.

@Floppi
Vom Profi abschleifen lassen?
Der muss auch erst eine Seite vom Abbrand befreien,
bevor er das Material auf den Strommangneten einer
Flächenschleifmaschiene spannt.

MFG
Philipp:steirer: :steirer:
 

darley

Mitglied
nur mal so kurz zum d2:

bei recknagel kostet dich ein stück 40,2 x 4,3 x 250 mm ganze 9,50€!

für das geld würd ich doch keine walzhaut weg kratzen!

bernd
 

spyderbug

Mitglied
Danke für die Tips!

Irgendwie ist mir das alles noch zu wenig radikal....

Glaubt ihr, das man die Walzhaut mit Säure beseitigen kann (so das auch noch was vom Rohling überbleibt natürlich)????

Woraus genau besteht denn diese "Walzhaut"??? Ist das Schlacke, Kohle, oder was? (Das kommt davon wenn man nen Bürojob gelernt hat..)

Grüße, Robert
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Obwohl ich es bei der Walzhaut von D2 noch nicht versucht habe, könnte es funktionieren. Bei Schmiedestücken hat es jedenfalls bis jetzt geklappt: 2 Tage in Essig-Essenz ziehen lassen. Das reine Material wird sehr viel langsamer angegriffen.
 
P

PhilippU.

Gast
Der Abbrand auf der Oberfläche von 2379 wird recht wiederstandsfähig sein. (dient als Rostschutz) Wenn ich mich nicht recht irre besteht er aus Kohlenstoff. Musste schauen welche Lauge am besten organische verbindungen auflöst. allerdings sind die für dich auch am gefährligsten, mal davon abgesehen das, das etwas übertrieben ist. nimm die Flex das geht eigentlich sehr schnell und ist mit sicherheit sicherer als mit z.B Natronlauge.


?? wie dick ist das Material eigentlich?


gruss
Philipp
 

Moppekopp

Mitglied
Die Walzhaut besteht bei D2 und allen anderen Stählen, die warm gewalzt wurden, aus Eisenoxiden. Dabei dürfte es sich um Eisen(2)oxid, Eisen(2;3)oxid und um Eisen(3)oxid handeln, da diese bei der Reaktion von Eisen mit Luftsauerstoff bei hohen Temperaturen entsteht.

Oxide sind grundsätzlich wesentlich besser in Säuren löslich als in Basen.
Also ist Guenter´s Idee schon ganz gut, die Oxidhaut mit einer schwachen Säure anzulösen.
Alledings ist Eisen(3)oxid selbst in heißen konzentrierten Säuren nicht löslich.
 

spyderbug

Mitglied
Genau das wollte ich hören! :D :D :D

Ich glaube ich versuchs mal mit der Essigessenz. Wenn das nix hilft, kann ich immer noch schleifen...

Danke auf jeden Fall für die ausführlichen Infos!

Grüße, Robert
 

DeadlyEdge

Mitglied
Hi!

Sicher kann man durch Ätzen der Oxidhaut die Knochen brechen. Das nennt man Beizen. Salz- Schwefel- und Salpetersäure sind die Grundsubstanzen der meisten Beizen. Phosphorsäure soll auch ganz gut sein, da sie die Oxide löst, das Metall aber nur wenig angreift.
Wenn du keine Säure, aber etwas Geduld hast, kannst du das Stück auch für 2-3 Tage in Cola einlegen (ethält eben etwas Phosphorsäure), am besten an einem warmen Ort stehen lassen (neben dem Heizkörper oder so).

Gruß,

DE (der sich auch mal an der Walzhaut eines 1.4111-Rohlings einen Wolf geschliffen hat).

edit: Essigessenz wird bestimmt auch gehen.
 
Zuletzt bearbeitet:

AchimW

Mitglied
Walzhaut

Leider besteht die Walzhaut von 1.2379 nicht nur aus Eisenoxiden, sondern wegen des hohen Legierungsanteils an Chrom (rund 12 %) auch aus einem Anteil Chromoxyd. Das macht sie ziemlich hart und widerstandsfähig, auch gegen Säuren. Geduld und Essig hilft meistens aber weiter.
 

roman

MF Ehrenmitglied
ICh nehm da immer zitronensäure schön heiß anrühren und über Nacht drin lassen. Hat den Vorteil dass es nicht so stinkt wie Essig und in der Regel auch gründlicher ist.
 

Nidan

Mitglied
Da hätt ich auch mal ne Frage : ich hab zwei Rohlinge aus D2 die mir Claymore gehärtet hat (nochmals Danke an dieser Stelle) und die sind ziemlich verzundert.

Man bekommt den Dreck zwar schon mit feinem Schleifpapier runter, aber könnte ich da auch Essigessenz nehmen ? Und muß man da keine Angst vor Rost haben ?
 

Armin II

Mitglied
Wieso Angst vor Rost? Zuerst behandelst du die Kling mit Säure, dannach schleifst du sie (vorher natürl mit wasser spülen) und anschliessend wird das ganze leicht eingölt, wo soll da was rosten?
 

spyderbug

Mitglied
ist zwar schon ein weilchen her....

...aber es gibt fortschritt zu vermelden!

so, mal für alle, die das selbe problem haben...

NICHT geholfen hat: Zitronensäure, Essigessenz und Fe3Cl :eek:

egal womit ich den rohling behandelt habe, die walzhaut zeigte sich weiterhin unbeeindruckt. aber da ich schon etwas von der walzhaut entfernt hatte (stundenlanges schmirgeln) trat diese nach dem ätzen mit Fe3Cl etwas erhaben hervor. ich habe den rohling dann nochmal eine ganze weile in dem zeug eingelegt, bis man die walzhaut mit den fingerspitzen richtig fühlen konnte. gerade hab ich 2 stunden
an dem rohling rumgeschmirgelt, und nun bin ich die walzhaut los. das schleifpapier hat bei der etwas erhabenen walzhaut recht gut geriffen :p

jetzt kann ich endlich mit dem finish anfangen... zeit wirds...:rolleyes:

eins habe ich auf jeden fall gelernt: diesen stahl in dem zustand - NEIN DANKE! NICHT NOCHMAL!!!!

Grüße, Robert