Rex Applegate

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Rex Applegate

Das Design der sogenannten Applegate-Dolche ist nahezu sprichwörtlich und viele namhafte Messermacher und Messerhersteller haben dieses Design aufgenommen und bis heute mehr oder weniger exakte Anlehnungen an das Urmodell produziert.
Wahrscheinlich wäre es eine besondere Freude für den im Alter von 84 Jahren verstorbenen Colonel und Ex-Geheimdienstmann Applegate, wenn er wüsste, dass sein Dolch-Design im Jahre 2005 im internen Verbandsabzeichen des Kommando FOSK (Kommando Führung Operationen von Spezialkräften) der Bundeswehr aufgenommen wurde; ebenso zeigt das interne Verbandsabzeichen der 3. Kommandokompanie des KSK diese Waffe in der Draufsicht.

Während dem Militär früher nahezu ausschließlich irgendwelche symmetrischen Klingen als Abzeichenschmuck dienten, häufig auch Fairbairn-Sykes-Dolche als Vorlage verwendet wurden, ist nun die Gestalt des Applegate-Fairbairn-Dolches in militärischen Kreisen durchaus gesellschaftsfähig und taugliches Symbol für Kommando- und Spezialeinheiten.
So wundert es nicht, dass der Dolch auch in der Filmwelt gerne gezeigt wird, um gefährliche Situationen dramatisch zu untermauern. Kameraden von John Rambo tragen Applegates Messer in "Rambo IV", während er selbst eine handgeschmiedete Eigenproduktion verwendet; in CSI Folge 5/16 "Mann ohne Gesicht" kämpft ein Böser erfolglos gegen die Gute (Ziva David) mit einem Applegate und in dem Messer-Film-Klassiker schlechthin "El Arte de Matar / Exposure" gesteht der Messerhändler des Vertrauens dem präsentierten A-F-Fighter zumindest zu, nicht schlecht zu sein.
All dies scheint zu belegen, dass sich das Design des Dolches etabliert hat. Sicherlich ist es ausgesprochen schwer, ein symmetrisches Klingendesign hässlich zu gestalten, aber beim Applegate scheint neben der Harmonie der Linienführung auch noch durchaus effektive Ergonomie und ein resultierender praktischer Nutzwert hinzu zu kommen, so dass der Dolch nicht nur ästhetisch überzeugt.
Es kursiert die Fabel, dass jemand, der ein Kampfmesser mit verbundenen Augen auswählen soll, in Konkurrenz zu anderen namhaften "Fightern" das Applegate favourisieren wird, da hier Griffgestaltung und Balance haptisch absolut überzeugen.

Rex Applegate wäre im letzten Jahr einhundert Jahre alt geworden; deshalb scheint es sinnvoll, Messer, die seinen Namen tragen, hier im Museum abzubilden. Von den Anfängen der Kooperation und Produktion des Dolches in seinen verschiedenen Spielarten von T. J. Yancey, W. Harsey, Al Mar, BlackJack und Böker über die einzelnen Smatchet-Produkte (Wells Creek / Harsey / Al Mar / Böker) und die wegweisenden Klapp-Dolche (Volloton / Harsey / Gerber) gibt es so viele Messer und Varianten zu besprechen, zu zeigen und zu dokumentieren, so dass die Hoffnung besteht, dass nebenher ein messerkulturhistorischer Nutzwert dabei herausspringt.
An dieser Stelle sei auf entsprechende Fachliteratur verwiesen. Der besonders interessante und gehaltvolle Artikel "Was willst du mit dem Dolche, sprich?" über Colonel Rex Applegate und seine Messer von Dietmar Pohl und Matthias Recktenwald stammt bereits aus dem Jahre 1996 und ist in: Visier Das internationale Waffen-Magazin (8/1996, S. 12-24) erschienen. Hier finden sich viele Geschichten, Fotos, Daten und Zahlen zu Applegate, Fairbairn und Sykes und deren Viten und Produkten, so dass an dieser Stelle darauf verzichtet werden kann.
Den Anfang soll ein frühes, noch nicht sehr typisches Modell aus dem Jahre 1942 machen, der OSS Dagger.

Im April 2020 wurde ein historischer Film-Beitrag zu Rex Applegate bei youtube eingestellt, der ca. ab Minute 50 auf das Design des AF-Dolches eingeht. Applegate selbst berichtet in diesem Beitrag, woher das Design stammt, wozu es dient und welche Alternativen es dazu gibt. Im weiteren Verlauf wird auch über das Smatchet berichtet. Der Titel lautet: "Very rare knife tutorial: applegate lost file (martial lab archive)" / Lost tapes" oder hier: https://www.youtube.com/watch?v=rzbm-NjcTXQ .
 
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