Probleme mit ATS34

jfive

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Hallo Leute,

ich habe folgendes Problem: sehr häufig, wenn ich mein Linder SuperEdge 1 mit dem Lansky System geschärft habe, stelle ich beim Papierschnitttest fest, dass die Schneide sich wie eine Säge verhält. Ich vermute, dass es sich dabei um Ausbrüche in der Klinge handelt. Es ist mir völlig unerklärlich, da ich mit den Schleifsteinen an den betreffenden Stellen sicher nicht abgerutscht bin und somit die Klinge beschädigt habe. Ist mir dann dieser Sägeeffekt aufgefallen, fange ich nochmal bei den gröbsten Steinen an, arbeite mich zum feinsten, nur um dann feststellen zu müssen, dass das Problem immer noch / schon wieder besteht.
Die Iornie ist, dass ich das Messer teilweise (eher selten) ohne Probleme scharf bekomme und oft sind auch Stellen des Messers unheimlich scharf, während an anderer Stelle die "Säge" dominiert...

Bei Linder habe ich angefragt, die kannten ein derartiges Problem nicht. Mir wurde auch angeboten, dass sie sich das Messer mal ansehen aber da ich vermute, dass sie es mir einfach neugeschliffen zurückgeben, mir nahe gelegt wird, dass ich das Messer nicht richtig geschliffen habe und ich dann wieder vor dem Ausgangsproblem stehe, würde ich gerne selbst einen Lösungsweg oder eine Erklärung für dieses Problem finden. Wenn alles nichts hilft, schick ich es doch mal an Linder.

Andere Messer aus z.B. Niolox bekomme ich meist ohne Probleme scharf aber das SuperEdge sträubt sich leider.

Hat jemand eine Idee, die gleiche Erfahrung gemacht oder sonst irgendwelchen konstruktiven Vorschläge?

Ich danke schon mal für eure Hilfe!!!


Viele Grüße,
J5
 
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GeHaWe

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Hallo,

Kann es sein, dass Dein Messer gut geschärft ist, aber an einigen Stellen ein feiner Grat dran ist und an anderen Stellen nicht?

Schau Dir die Schneide mal unter einer guten Lupe an.

Gegebenenfalls dann an Leder abziehen. Alternativ gut schärfen, die Klinge durch ein Hirnholz ziehen und dann nochmal mit dem feinsten Stein schärfen, dann an Leder abziehen.

Oder Dein Messer ist an einigen Stellen scharf und an anderen noch nicht. Dann mit dem groben Stein länger schärfen.

Oder hier vorbei bringen. Die Tormek wird's richten.:D

Gruß

Gerhard
 

Eckhard

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Hallo, hast Du eine Leder oder eine Cordura-Scheide ?
Kann mich wage an einen Bericht im Messermagazin über das SuperEdge 1 erinnern.
Es wurde da eine Metall-Klammer kritisiert die an der Cordura-Scheide
angebracht ist.
Die Klammer dient zum Sichern des Messers, schrammt aber auch über die Schneide wenn das Messer gezogen wird. :(
 

jfive

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Hey Leute,

also Leder wurde als finaler Schritt immer gemacht. Einen Grat würde ich daher wirklich ausschließen. Auch wenn ich auf die Schneide mit bloßem Auge schaue, meine ich sehr sehr kleine Ausbrüche oder zumindest Unebenheiten in der Schneide zu sehen.

Leider kann es auch nicht an der Scheide liegen, da das Messer nach dem Schärfen nicht mehr in die Scheide gesteckt wurde und ich diesen Metallclip sowieso schon geraume Zeit entfernt habe.

Ich danke euch beiden aber diese Fehlerquellen kann ich leider ausschließen.

Edit: Habe mir das Messer jetzt nochmal bei Tageslicht angeschaut und ein Foto gemacht. Meiner MEinung nach ganz deutliche Ausbrüche (siehe Foto).

@GeHaWe

Ich danke dir für das Angebot mit der Tormek. Wenn ich danach nicht irgendwann wieder vor dem gleichenm Problem stünde, würde ich es auch sofort annehmen :). Ich habe den Prozess auch wirklich oft wiederholt, teilweise länger, teilweise kürzer an den einzelnen Steinen gearbeitet. Das Ergebnis lässt mich echt verzweifeln, weil ich dieses Problem wie gesagt noch an keinem anderen Messer hatte...weder an 154CM von TOPS, noch an 154CM von Benchmade und die sind ja angeblich analog zum ATS34. Hätte ich das Messer auch noch nie mit dem Lansky Set scharf bekommen, wäre das ja nochmal eine andere Geschichte.
Was mich zusätzlich verwirrt hat: das Messer war vor kurzem richtig scharf, nur leider gabs an einer Stelle ne kleine Macke, weil ich beim Schärfen mit einem der Steine dummerweise relativ nahe an der Spitze abgerutscht bin. Also hab ich dann die fertig abgezogene und eigentlich sehr scharfe Klinge wieder von vorne bearbeitet, mit dem Ergebnis, dass eben wieder lauter kleine Ausbrüche drin waren - auch an vorher scharfen stellen...bei gleichem Winkel.
 
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Eckhard

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Hallo, probiere mal einen größeren Schleifwinkel aus.
Möglich daß der Stahl sehr hoch gehärtet wurde und bei sehr kleinen
Winkeln ausbricht.
Ansonsten weiß ich auch nicht weiter
 

jfive

Mitglied
2 x 20° bei 60 HRC...ich werde noch mal 25° auf beiden Seiten ausprobieren aber eigentlich denke ich, dass 20° schon in Ordnung gehen sollten.
 

Hoss

Mitglied
Halo jfive,

da ist irgendwas grauenhaft falsch. ATS34 bzw. 154 CM ist zwar kein Stahl für feinste Schneiden, aber bei einer vernünftigen Wärmebehandlung packt der auch problemlos (!) 15° pro Seite. So habe ich mein Buck Alpha Hunter aus 154CM geschliffen und ich schone das Messer nicht :cool:

Ich tippe auf zu große Karbidbrocken, die dann beim Schleifen ausbrechen und diese Mikrosäge/Ausbrüche verursachen.

Grüsse
Hoss
 

Schorsch

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Mir passieren solche Grate beim Schleifen hauptsächlich dann wenn ich beim schärfen zuviel Druck auf die Schneide gebe und gegen die Schneidrichtung schärfe. Vor allem wenn ich das vor dem Anlassen versuche.
Ist die Schneide vielleicht zu hart für die bisherigen Schärfvorgänge?
 

jfive

Mitglied
Hey,

also wie gesagt, handelt es sich bei meinem Problem um Ausbrüche und nicht um einen (umgelegten) Grat. Das Lansky System bzw. seine Methode würde ich als verhältnismäßig schonend bezeichnen. Hat sich sicher auch bei etlichen Usern hier im MM über Jahre bewährt.

40° bei ATS34 sollten eigentlich auch drin sein, ist für ein Messer aus diesem Stahl kein "delikater" Winkel und 60 HRC sind schon etwas härter aber vermutlich noch im Rahmen. Offensichtlich stimmt da irgendwas nicht und wenn ich mich dazu durchringen kann, werde ich mich bald mal auf den Weg zur Post machen, um das Messer zu Linder zu schicken.

Habe das Teil mittlerweile auf 2 x 25°, also insgesamt 50° umgeschliffen und das Problem hat sich doch schon etwas verbessert. Eine feine Schneide bekomm ich trotzdem noch nicht hin - sollte bei ATS34 doch eigentlich drin sein?!
 

Hoss

Mitglied
Hallo,
wie schon oben geschrieben besitze ich einen Buck Alpha Folding Hunter aus 154CM - ist die Ami-Version von ATS34 und afaik sind die beiden Stähle praktisch gleich.

Die Klinge des Buck hat einen recht starken Hohlschliff, ist noch von Paul Bos gehärtet und von mir auf 2 x 15° = 30° umgeschliffen worden (der Originalschliff war bei knapp 50° :argw:). Und obwohl ich mit dem Messer regelmäßig Kartons zerschneide, Holz schnitze, ab und an Kupferkabel kappe usw. habe ich solche Ausbrüche noch nicht erlebt.

Aber das kommt wie gesagt von Buck mit freundlicher Unterstützung von Paul Bos. Ich würde Linder anschreiben und unter Schilderung des Sachverhalts um einen Umtausch bitten. Sollte nämlich die Wärmebehandlung bei Deinem Messer daneben gegangen sein, nutzt Dir ein neuer Werksschliff nämlich grad mal garnix.

Grüsse
Hoss
 

jfive

Mitglied
Hey Hoss,

Danke für dein Feedback. Nutzt du auch das Lansky System?
Ob man nun Paul Bos braucht, um eine anständige Klinge zu bekommen weiß ich nicht :D. Hattest du so ja aber auch sicher nicht gemeint :). Da Linder früher wohl für Fällkniven geschafft hat, sollten sie sich mit der WB auskennen - aber Fehler passieren natürlich.
Deswegen werde ich das Messer wohl mal zurückschicken. Mal sehen was passiert.

Gruß,
J5
 

Hoss

Mitglied
Nutzt du auch das Lansky System?

Nope, habe ich mal ausprobiert, ist mir ehrlich gesagt zu umständlich. Ich benutze mittlerweile neben Wassersteinen meist den Sharpmaker mit zusätzlichen Ultrafine-Stäben - und für Umschleifaktionen ´ne Jet JSSG-10 mit zusätzlichem 1000er Stein :steirer:

... sollten sie sich mit der WB auskennen ...

Jepp, sollten sie, aber wie heißt es so schön: shit happens

Grüsse
Hoss
 
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smallmagnum

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Habe das Teil mittlerweile auf 2 x 25°, also insgesamt 50° umgeschliffen und das Problem hat sich doch schon etwas verbessert.
Gut, jetzt schleif nochmal mit Lansky, und fang mit dem mittleren Stein an. Gaaanz wenig Druck und viel Öl.
Mit dem feinen Stein noch weniger Druck und wieder viel Öl.
Ultrafeiner Stein und Leder mit Paste sollten das Ganze vollenden.
 

jfive

Mitglied
Gut, jetzt schleif nochmal mit Lansky, und fang mit dem mittleren Stein an. Gaaanz wenig Druck und viel Öl.
Mit dem feinen Stein noch weniger Druck und wieder viel Öl.
Ultrafeiner Stein und Leder mit Paste sollten das Ganze vollenden.

Hey smallmagnum,

so in etwa habe ich das bisher auch immer gemacht - mit Gefühl und nicht zu viel Druck. Wenn ich jetzt aber so weiter mache, würde das ja aber bedeuten, dass ich nicht unter 50° komme, was mir eigentlich zu steil ist. Schließlich ordne ich das SE1 schon auch für etwas feinere Arbeiten ein. Wäre von Vorteil zu wissen, wie das andere Super Edge Besitzer handhaben und wie gut bei denen 40° oder vllt. sogar 30° funktionieren...
 

smallmagnum

Mitglied
Der 40°-Winkel funktioniert bei mir einwandfrei, und ich habe schon mehrere SE1 geschliffen. Sowohl mit den Lansky Diamantsteinen als auch mit den normalen. Immer mit wenig Druck und viel Öl.
Wichtig ist, dass man die gröberen Steine weglässt, die reissen Ausbrüche in die Schneide. Ich habe immer mit einem mittleren Stein angefangen. Nach Abziehen auf dem Leder war das Ergebnis eine wunderbar saubere und rasierscharfe Schneide. Mein eigenes SE1 liegt frischgeschliffen (40°) neben mir. Auch mit der Lupe keine Ausbrüche zu sehen.

Wenn Du bei 50°, wenig Schleifdruck, viel Öl, und Weglassen der extra groben und groben Steine immer noch Ausbrüche hast, stimmt definitiv etwas mit Deiner Klinge nicht.

Mach noch einen letzten Versuch. Schleif wieder auf 40°, aber fang mit dem mittleren Stein an.
Ich wette, die Schneide wird prima.
 

Armin II

Mitglied
Die Erklärung ist ganz einfach, es ist ein altbekanntes Phänomen dass im ATS 34 grobe Karbide in zeiliger Anordnung enthalten sind. Je nachdem wie die Klinge aus dem Rohmaterial herausgeschnitten wurde liegen die Karbidzeilen dann entweder parallel oder quer zur Schneide.
 

jfive

Mitglied
Ich kenne mich leider mit Stahl zu wenig aus, als dass ich da mitreden könnte. Sollte es dieses "altbekannte Phänomen" bei Linder geben, wäre es der Firma aber vermutlich bereits bekannt respektive hätten sich bereits mehrere Kunden "beschwert"...

Ich habe es jetzt mal mit der Methode von smallmagnum versucht...habe mir echt einen Wolf geschärft aber das Ergebnis ist irgendwie immer noch nicht das, was ich mir eigentlich von so einem Messer erwarte. Kann sein, dass es mit jedem Schärfen etwas besser wird, weil ich vllt. noch nicht wirklich bis ganz runter auf die Schneidkante gekommen bin. Andernfalls wäre es auf jeden Fall eine Enttäuschung und vermutlich mein letztes ATS34 Messer.
 
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nobbes

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Hallo,


der ATS-34 als solcher kann nichts dafuer! Du solltest diesen doch relativ haeufig verwendeten Stahl aufgrund Deiner Erfahrung mit einem einzigen Exemplar nicht in Bausch und Bogen verdammen.

Eines meiner EDC z.B. ist ein BENCHMADE 710, mit einer Klinge aus ATS-34. Die wird wunderbar scharf, und haelt diese Schaerfe auch recht lange. Dito ein 625 aus gleichem Haus/Material. Ich schaerfe mit einem relativ feinkoernigem Sensenwetzstein (tippe auf rund 800), danach noch mit einem 6000er. Schneidenwinkel ungefaehr 30 Grad. Abschliessender Massnahmen wie durch ein Stueck Holz ziehen bedarf es nicht.


Ich hatte auch mal ein LINDER Super Edge 2, und da gab es diese Probleme auch nicht. Eher war die Schnitthaltigkeit etwas enttaeuschend, gerade auch im Vergleich zu den beiden genannten Benchmades. Dafuer ist dann aber nicht der Stahl als solcher verantwortlich zu machen, sondern die Waermebehandlung bei Linder.


Ohnehin scheint diese einer gewissen Streuung zu unterliegen. So besitze ich zwei aeusserlich identische Drop Point Hunter mit Klingen aus 440C "Vac & Ice Tempered" und Griffschalen aus Elfenbeinmicarta (baugleich mit dem heutzutage offerierten 143509, jedoch eben mit 440C statt 440A).
Das eine ist wesentlich schnitthaltiger als das andere. Und das bei gleichen Messern vom selben Hersteller.

Ich vermute, Du hattest mit Deinem Super Edge in dieser Hinsicht Pech.
Wie Du bereits gemutmasst hast, sollte dieses Problem dann aber kein Einzelfall sein, sondern eine ganze Charge (wie gross die auch immer sein moegen bei Linder) betreffen.
Wenn es aber nicht an der Waermebehandlung liegt, sondern wie von Armin dargestellt an der Lage der Karbide, koennte es doch wirklich nur Deines oder auch nur ganz wenige Messer der Serie betreffen.

Womoeglich wuerde es dann helfen, 1-2mm an der Schneide abzunehmen und diese neu aufzubauen. Vielleicht kann uns Armin sagen, wie stark diese Karbidzeilen i.d.R. sind, damit man die Erfolgsaussichten dieses Vorgehens einschaetzen kann.


Gruesse
 

jfive

Mitglied
Danke nobbes für deine ausführliche Antwort. Dass es nicht am ATS34 liegt, weiß ich mittlerweile - und war mir eigentlich auch vorher klar, denn sonst wäre dieser Stahl nicht so populär und häufig verwendet. Ich besitze ein zweites Super Edge, das ich ursprünglich als Backup gekauft habe. War noch original verpackt und unbenutzt. Habe es dann aber doch aus der Verpackung genommen, geschärft (weils mir sowieso nicht scharf genug war) und es wurde einwandfrei scharf - ohne Ausprüche oder ähnliches. Mit 154CM hatte ich ja schließlich auch nie Probleme....

Mein erstes, fehlerhaftes Super Edge ist momentan bei Linder zur Überprüfung. Keine Ahnung was bei der Herstellung meines Messers schief gelaufen ist (falsch rausgeschnitten, falsch wärmebehandelt, etc). Werde über den Ausgang der Geschichte berichten!
 
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jfive

Mitglied
Hallo Leute,


heute erreichte mich ein Päckchen von Linder. Ich war mir ja schon fast sicher, dass das Problem für die Firma damit abgehakt wäre, wenn man mir einfach das Messer neugeschliffen zurückschicken würde. Doch weit gefehlt.
Im Katon befand sich ein neues Super Edge 1. Der Griff erweckte zwar den Anschein, als könnte es sich beim Messer um ein Retour-Modell handeln, doch die Klinge war tip top und vorallem auch super scharf! Bisher kein Anzeichen von irgendwelchen Ausbrüchen. Bin auf das nächste Schärfen gespannt. In Anbetracht der Tatsache, dass mein eingeschicktes Messer nicht mehr neu war, bin ich mit dem Service von Linder wirklich sehr zufrieden. Man hat gesehen, dass sich die Firma bemüht, ihre Kunden nicht hängen zu lassen - und sowas finde ich wirklich super. Ich schätze, dass sich solches Verhalten auf lange Sicht für die Firmen auch auszahlt. Ich jedenfalls werde das vermutlich bei meinem nächsten Messerkauf im Kopf behalten :super:.