Probleme bei Mosaikdamast Experiment

Laketrout

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Hallo
mit einem Kollegen zusammen wollten wir als Experiment, einen einfachen Mosaik-Damast machen.
Er hatte ein grösseres Stück 15CrNi6 (1.5919) erhalten, es war ursprünglich mal als Material für Pleuel in einem Rennmotor vorgesehen.
Darin hatte er Löcher gebohrt und passgenau zylindrische Walzen aus einem Lager (wir gehen von 1.3505 aus) musterförmig eingefügt. Diese hat er mit WIG oben und unten luftdicht verschweisst.
Zwei so vorbereitet Stücke sollten die Aussenlagen abgeben, als Schneidlage für die Mitte hatten wir CK75 verwendet.

Wir haben insgesamt zwei solcher Pakete vorbereitet jeweils mit einem anderen Muster versehen.
Die mini Pakete haben wir wie gewohnt in der Gassesse mit Borax feuer verschweisst.

Nach dem wir, beim ausrecken, etwa die doppelte Länge erreicht hatten traten bei beiden Risse entlang der Wälzlager auf. Die Feuerschweissung der 15CrNi6 Aussenlagen mit dem CK75 scheint gehalten zu haben, da ging auch beim hochkant schmieden nichts auf.

Was könnte Eurer Meinung nach das Problem sein, dass die Wälzlager nicht mit dem 15CrNi6 verschweisst haben ?

Gruss
Roland
 

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JostS

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Hallo Roland -
ihr habt versucht, 2 chromlegierte Stähle zu verschweißen. Prinzipiell geht das, ist aber etwas zickig (Chromoxide). Das funktioniert am besten mit frisch geschliffenen Oberflächen unter Ausschluss von Sauerstoff.
Leicht chromlegiert mit C-Stahl funktioniert in der Regel super - habt ihr ja gemerkt ...
Ein weiteres Problem könnte die Temperaturführung sein. Je mehr C und Chrom, desto genauer sollte man die Schmiedetemperatur einhalten, um Risse zu verhindern.
Herzliche Grüße aus Stuttgart,
Jost
 

Laketrout

Mitglied
Danke für die Antworten.
Wegen dem Chromoxyd haben wir die Wälzlager mit WIG luftdicht verschweisst, in der Meinung so eine problemlose Schweissung zu erreichen.

Wir werden das nächste mal wohl eher ein Trägerstahl ohne Chrom wählen. War halt wie beschrieben ein Experiment weil von dem 15CrNi6 ziemlich viel vorhanden ist.
Gruss
Roland
 

Xerxes

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Wenn alles schön blank, passgenau und luftdicht verschweißt war, dürfte es an den Vorbedingungen nicht liegen.

Habt ihr das Paket beim Feuerschweißen von allen Seiten durchgeschmiedet?

Gruß Jannis
 

Uli Hennicke

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Sinn würde es machen die Walzen Abschnitte länger als das Grundmaterial zu lassen damit sie sich beim Feuerschweißen in das Grundmaterial pressen.
So mache ich das zumindest.:)
 
Zuletzt bearbeitet:

U. Gerfin

MF Ehrenmitglied
An sich hätte Euer Experiment gelingen müssen.

Der Chromgehalt der als problematisch angesehenen Stähle ist nicht so hoch, daß er eine Verschweißung unmöglich machen würde. Das gilt insbesondere dann, wenn die Materialien metallisch blank zusammenkommen und der Zutritt von Sauerstoff verhindert wird.

Das müßte hier eigentlich gewährleistet sein, wenn die Bohrungen sauber und die Einsatzstücke exakt passen und blank sind.

Hier ist unbedingt zu beachten, daß sie beidseitig etwas überstehen müssen, damit sie sich beim Schmieden ausdehnen und genug Seitdruck zum Verschweißen in den Löchern entwickeln.
Uli Hennicke hat das zu Recht hervorgehoben.

Versucht es nochmal mit der nötigen Sorgfalt und ich bin überzeugt, daß es klappt.

Vielleicht noch ein Punkt, der beachtet werden sollte: Die chromhaltigen stähle sind etwas warmfester als der C-Stahl. Es empfiehlt sich daher, zu niedrige Schmiedetemperaturen zu vermeiden, da sie zu Abschereffekten führen können.

Freundliche Grüße

U. Gerfin