Problem beim Schärfen - Spitze bleibt stumpf

JoVo

Mitglied
Hallo!

Ich versuche, ein Opinel No. 9 aus rostendem Stahl zu schärfen. Dafür benutze ich den Pearl-Messerschärfer und dessen feine Keramikstäbe.
Ich habe mir sehr große Mühe gegeben, über die gesamte Klingenlänge immer den gleichen Druck auszuüben und trotzdem habe ich das Problem, dass die Spitze der Klinge, also so ca. die ersten 8mm ziemlich stumpf bleiben. Der Rest der Klinge ist für meine Begriffe relativ scharf, sodass ich dort wohl nicht so viel falsch gemacht haben kann.
Es würde mich freuen, wenn mir jemand dazu einen Tipp geben könnte.
Hier noch ein Bild, grün ist scharf, rot weniger scharf.


(Das Ausgangsbild entstammt Wikipedia und wurde vom Nutzer Dani 7C3 hochgeladen. Mein bearbeitetes Bild steht natürlich auch unter der CC-Lizenz.)

Vielen Dank!

Jonas
 

Merc86

Mitglied
Hi Jonas,

ich hätte da mal so eine Idee, warum es stumpf bleibt.

Die Stäbe beim Pearl-Schärfer sind doch rund, oder?
Wenn du nun in den vorderen Bereich der Klinge kommst, rutscht diese von der Innenkante ab
und gleitet auf der dir zugewandten Seite des runden Stabs ab.
Dabei stumpft die Klinge in den vorderen Millimetern wieder ab, weil sie im stumpfen Winkel über die Stäbe rutschen.

Die Stäbe beim Spyderco Schärfer sind ja dreieckig. Dadurch wird der Effekt denk ich verringert.

Bei meinem Keramik-Schärfstab vom Ikea muss ich auch immer aufpassen,
dass ich mit der Spitze vom Messer nicht abrutsche und genau auf der oberen "Kante" bleib.

Probiers doch mal aus, wenn du an der Spitze angekommen bist, dann den Griff anhebst und den Stab entlangfährst.

Grüße
Jan
 
Zuletzt bearbeitet:

weedpeet

Mitglied
Man neigt dazu, die Spitze an den Keramikstäben zu verunden, d.h. sie wird wie bei dir nicht richtig scharf. Es kann auch an dem etwas falschen Winkel liegen. Ich für meinen Teil habe das Problem behoben, indem ich den Stab wie einen Wetzstab in der Hand halte und so schaue, dass ich die Spitze mit einem guten Winkel bearbeite. Erfordert etwas Übung, aber es klappt bei mir 100x besser als in dem vormontierten Winkel.

Ich würde sagen, einfach mal ausprobieren. Grob etwas verkehrt machen kannst du ja nicht;)


Gruß,
weedpeet
 

blackfox

Premium Mitglied
Das liegt vermutlich an Deinem Bewegungsablauf.
Das Messer hat ab Werk einen gleichmäßigen Schleifwinkel.
Wenn Du das Messer gerade über die Stäbe ziehst, verlässt Du diesen ursprünglichen Winkel im Bereich der Rundung, und schleifst stattdessen ohne Schärfewirkung "auf der Schulter".

Opinel_1.jpg


Du kannst jetzt entweder Deine Bewegung dem ursprünglichen Schliff anpassen, oder Du schleift so lange wie bisher, bis Du mit Deiner neu angelegten Fase an der Schneide angekommen bist.
Zu Überprüfung empfiehlt sich die Edding-Methode: Damit siehst Du, wo Du wirklich schleifst.
 
Zuletzt bearbeitet:

Tamer

Mitglied
Moin Jonas

Die Spitze vom Opinel ist von Haus aus Stumpf bzw.nicht so Scharf wie rest der Klinge.Warum auch immer ?.

Habe 3 Opinel alle nicht Rostfrei,NR.7,NR.10,NR.12,sie waren alle nicht so Scharf wie man sich das wünscht,nicht nur die Spitze meine die kpl. Klinge wenn du verstehst was ich meine.

Das Problem kenn ich allerdings mit der Stumpfen Spitze,habe einen Sharpmaker.Wenn ich die Kpl.Klinge Schärfe,dauert das sehr lange bis die Spitze Scharf wird,weil die Spitze eh Stumpfer ist als der rest der Klinge,deswegen Schärfe die Spitze einzeln und wenn sie Schärfer geworden ist.Ziehe ich nochmal die Ganze Klinge ab.

Versuche mal den Schleifwinkel nicht zu Klein zu nehmen nimm mal einen Größeren Winkel,weil der Keramikstab mehr Material von der Klinge abträgt und es geht schneller ausserdem ist es fast genau so Scharf wie mit einem Kleinerem Winkel,man ist dann nicht Frustriert weil es gar nicht Scharf werden will.

Hoffe ich konnte Dir helfen und meine Schleiferfahrung Dir rüberbringen.


Gruß Tamer
 
G

gast

Gast
Das Problem wird immer bei diesem System bestehen ... beim Lanky gibts zwar auch ein Problem mit dem Spitzenschwung (die Phase wird breiter, je nach Fixierung der Klinge), aber man kann die Spitze gefühlvoll und exakt schärfen.

Für mich einfach das bessere System, wenn man die Halteklammer anständig in einem kleinen Schraubstock fixiert.
 

jollo74

Mitglied
Moin Moin,
Das von Dir beobachtete Phänomen ist so zu erklären, dass durch den ausgeprägten Bauch der vordere Bereich der Klinge in einem flacheren Winkel geschliffen wird, wenn Du die Klinge lotrecht und den Griff des Messers waagerecht hältst (ist das verständlich :irre:?). Wie schon gesagt, schleifst Du so nur die "Schulter" der Schneidfase und kommst nicht bis nach vorne durch. Guckst Dir mal genau an.

Du kannst das Problem so lösen, indem Du das Messer beim Schleifen des Bauch ein wenig eindrehst. In etwa so (!zur Veranschaulichung etwas übertrieben!):
pearl.jpg

WICHTIG: dies gilt nur für den stark geschwungenen Bauch der Klinge. Beim geraden Teil eingach wie gehabt weitermachen.

LG
Jörg
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Ich habe mir sehr große Mühe gegeben, über die gesamte Klingenlänge immer den gleichen Druck auszuüben und trotzdem habe ich das Problem, dass die Spitze der Klinge, also so ca. die ersten 8mm ziemlich stumpf bleiben.

Übe mal bitte gar keinen Druck aus. Die Schneide mag den Druck gar nicht (falls Du mal Diamantstäbe verwendest, die mögen das auch nicht). Es reicht vollkommen aus, die Klingen leicht an den Stäben entlang zu führen.

Glaube Blackfox ;) und male die Schneide mit dem Edding schwarz an. Dann siehst Du genau, wo Du schleifst, und wo nicht. Dann musst Du nicht raten, wie Du die Klinge halten musst - das siehst Du dann.

Ich habe gerade kein Opinel zur Hand, weiß also nicht, wie die die Spitze schärfen. Kann sein, dass sich der Schneidenwinkel ändert, vermutlich aber eher nicht. Üblicherweise werden die Klingen beim Schleifen entlang der Fase gedreht, da bleibt der Winkel gleich.

Egal wie, das Ding ist dünn genug, dass man die Spitze schnell umschleifen kann, bis sie zur eigenen Schleifbewegung passt. Oder man bewegt eben die Schneide passend an den Stäben entlang. Das ist Geschmacksache. Ich habe die meisten Messer so lange geschliffen, bis die Schneide zu den Winkeln das Sharpmaker passt. Dann muss ich nur noch gerade durchziehen. Bei manchen Messern - mein "Nerv-Klassiker" ist immer noch das alte, recht spröde BM710, an dem ich mit dem Sharpmaker ziemlich lange herumhampeln musste - wird dann die Schneidfase an der Spitze deutlich breiter. Stört mich nicht, dafür schneidet es jetzt auch an der Spitze besser, als im Neuzustand.


Pitter