Primärzellen aufladen jetzt möglich?

brainman2000

Mitglied
Hallo,

ich habe gerade in einer Fotozeitschrift einen Artikel über ein Ladegerät für Primärzellen gelesen.
Was haltet ihr davon? Geht das seitens der eingesetzten Chemie überhaupt?

Ich zitiere mal (bitte löschen, falls unerwünscht):

Was bisher nur mit wiederaufladbaren Akkus möglich war, soll laut Arktis jetzt auch mit normalen AA- und AAA-Einweg-Batterien möglich sein.
Dazu präsentiert der Hersteller das Batterieladegerät "Eco Battery Charger", das Einweg-Batterien bis zu 20 Mal wieder aufladen können soll. Eine Ausnahme bilden nach Herstellerangaben Carbon-Zink Batterien. Sie lassen sich nur 3-5-mal neu aufladen und weisen anschließend auch eine geringere Leistung als neuwertige Batterien auf. Bis zu vier Batterien können gleichzeitig geladen werden, wobei Mikrochips den Ladevorgang überwachen. Kostenpunkt für den "Eco Battery Charger": 34,90 Euro.
www.arktis.de
 

joe_sixpack

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Hallo Markus!

Das geht schon länger, aber:

1. Primärzellen sind nicht wirklich auslauffest und fangen spätestens bei der 3 Ladung an zu "sabbern" und versauen dir das genutzte Gerät und/oder die Batteriekontakte!

2. Die Aufladung ist nur möglich, wenn die Zellen nicht wirklich Kapazität verloren haben, also von 85% -> 100%. Ein Wiederaufladen einer Zelle, die noch 5% Leistung hat, ist so gut wie unmöglich.

3. Es gibt keine "Schnell-Ladung, dauert insgesamt relativ lange (im Stunden-Bereich)...

4. Aufgeladene Zellen sind nicht "hochstromfähig" (soweit Primärzellen das überhaupt sind)

Letztendlich kannst Du dir auch Eneloop-Akkus in der gewünschten Größe und einen passenden Lader zulegen, das macht unter'm Strich mehr Sinn.
Die Dinger bekommst du innerhalb von maximal 2 Stunden wieder voll, sie sind hochstromfähig und die Selbstenladung kannst du fast vernachlässigen!
In'ner Foto-Zeitschrift ist das Themas eh etwas ominös: Vernünftige Kameras (zumindes so ziemlich jede digitale SLR) hat einen Lithium-Akku. Alternativ geht teilweise eine 2CR5 (Primärzelle auf Lithium-Basis).
Konsumer-Kameras (die typische Billig-Knipse) hat entweder einen proprietären Lithium-Akku (den man kaum als Ersatzteil bekommt) oder will 2 - 4 AA-Zellen (manchmal auch AAA), die im Blitzbetrieb ziemlich schnell einen Heldentod sterben, weil die Strombelastung beim "Blitz nachladen" sehr hoch ist (kameraabhängig bis 3 A).

Es gab mal sogenannte RAM-Zellen (so was wie 'ne nachladbare Alkali-Zelle). Die Teile bekommt man heute noch für abstruse Preise, aber ausser der höheren Spannung (1,5V statt 1,2V) haben diese Zellen keine Vorteile und sich nie in der Masse durchgesetzt...

Viele Grüße, Torsten
 

crashlander

Mitglied
In'ner Foto-Zeitschrift ist das Themas eh etwas ominös: Vernünftige Kameras (zumindes so ziemlich jede digitale SLR) hat einen Lithium-Akku.

Die meisten externen Blitzgeräte verwenden jedoch AFAIK AA-Batterien. Insofern sind viele Fotografen schon auf vernünftige Akkulösungen in diesem Format angewiesen.

Ich würde aber auch dringend zu Eneloops raten, allein schon damit man sich drauf verlassen kann, nach dem Ladevorgang auch wirklich wieder Batterien mit voller Kapazität zur Verfügung zu haben.
 

Seitenwind

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Hallo Markus!

Das geht schon länger, aber:
Richtig, wir hatten sowas Mitte der 90er mal bei der Feuerwehr probiert, die Ergebnisse waren eher ernüchternd. Und von "bis zu 20 mal wieder aufladen" weit entfernt. Das Ding stammte damals von Westfalia/Wetech
3. Es gibt keine "Schnell-Ladung, dauert insgesamt relativ lange (im Stunden-Bereich)
Das ist wahrscheinlich noch untertrieben, unser Gerät hatte über 14h gebraucht.
Ich kann mich joe nur anschließen, lieber das Geld in Eneloops investiert! :super: Das PC Magazin c't kam vor längerem mal auf das gleiche Fazit...
 

brainman2000

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Hi und danke für die Antworten!

Ich selbst nutze 'ne Canon DSLR mit entsprechendem Lion-Akkus und auch die "Knipse" hat einen Lion-Akku.
Für's Blitzgerät nutze ich auch schon lange Eneloops bzw. Panasonic Infinium. Als Ladegerät kommen ein Akkutrainer AT-1 sowie das BC-700 zum Einsatz.

Tja... wie der Artikel in die Profifoto kommt, weiß ich auch nicht...
Aber es hätte ja sein können, daß es da einen "Durchbruch" in der Wissenschaft gab und NIMH-Akkus jetzt überflüssig werden... :steirer:
 

joe_sixpack

Mitglied
Hi!
...wie der Artikel in die Profifoto kommt, weiß ich auch nicht...
Aber es hätte ja sein können, daß es da einen "Durchbruch" in der Wissenschaft gab und NIMH-Akkus jetzt überflüssig werden... :steirer:

Die Hoffnung hatt wohl schon so mancher! Der "Umstieg" auf LiIo/LiPo ist schon mal ein Meilenstein. Eine TaLa mit so viel Energie aus'm NiCd oder NiMH-Pack möchte ich nicht wirklich haben, dann bin ich nämlich wieder beim sogenannten Leuchtknüppel (andere nennen sowas auch MagLite:haemisch:)

Die als "...Revolution im Akku-Markt..." gepriesene RAM-Zelle war nie für Hochstromanwendungen (wie DigiCam) zugelassen, sondern nur für Anwendungen, wo selbst 'ne Zink-Kohle-Zelle reichte...
Ich habe selbst mal ein wenig mit dem Wiederaufladen von Primärzellen experimentiert, diverse sind ausgelaufen (insbesondere sehr preiswerte Zellen). In'ner Digicam ware sie alle nicht nutzbar, weder im Neuzustand noch als wiedergeladene Zelle. Meine alte Kodak will halt beim Blitz Laden schon mal 2,5A aus 2xAA zerren, da kommen nicht viele Zellen mit.
Selbst mit NiMH sieht es ziemlich traurig aus, viele Zellen schaffen gerade mal 20 Bilder und dann ist Schluss (trotz Kapazitäten jenseits der 2000mAh). Mit 2 alten NiCd (600mAh) sind immerhin 80 Bilder möglich. Die Eneloop funktionieren da recht gut, weil der Innenwiderstand nicht so hoch ist und komischweise auch ein paar "Grundig"-Akkus aus'm Netto. Der gesamte Rest an Akkus (Panasonic, GP, MaxCell, Camelion, No-Name vom Aldi) funktioniert im Discman tagelang, aber in der ollen DigiCam schaffen die meisten keine 10 Bilder...

Viele Grüße, Torsten
 

Faltradl

Mitglied
Die meisten externen Blitzgeräte verwenden jedoch AFAIK AA-Batterien. Insofern sind viele Fotografen schon auf vernünftige Akkulösungen in diesem Format angewiesen.
Wobei man bei externen Blitzgeräten einen sehr genauen Blick in die Gebrauchsanweisung werfen sollte. Sind dort nur Batterien (Primärzellen) erwähnt, dann meint der Hersteller das auch so. Da führen der niedrigere Zellenwiderstand und die Hochstromfähigkeit von Akkus zu einer Überlastung des Spannungswandlers.

Ich erzähle keine Märchen. Ich hatte mal ein Blitzgerät von Metz. Weil da nichts von Akkus stand habe ich damals dem Kundenservice geschrieben. Und die waren so nett mir zu antworten. Da musste ein kleiner Leistungswiderstand in Reihe mit den Akkus geschaltet werden. (Kein großer Akt, sofern man nach dem Öffnen den großen Kondensator erst mal "entschärft".) Trotz des Umbaus war der Blitz mit Akkus flotter bereit als vorher mit Batterien.
 
Ein etwas sehr ökofreakiger Freund hat das schon vor vielen Jahren mit den normalen Batterien in einem normal-Akkuladegerät gemacht, das soll auch mehrmals funktioniert haben, mit Abstrichen von der Kapazität, aber eine Zeitlang hat es wohl hingehauen...
 

Saletti

Mitglied
Ein etwas sehr ökofreakiger Freund hat das schon vor vielen Jahren mit den normalen Batterien in einem normal-Akkuladegerät gemacht, das soll auch mehrmals funktioniert haben, mit Abstrichen von der Kapazität, aber eine Zeitlang hat es wohl hingehauen...

Vor "vielen Jahren" war das wahrscheinlich ein Ladegerät, das mit deutlich unter 100 mA geladen hat? Mit einem aktuellen Schnelladegerät würde ich das lieber nicht testen. (Gut, ich habe den Hinweis "nicht wieder aufladen" sowieso immer wörtlich genommen.)
 

HankEr

Super Moderator
Habe ich jahrelang so gemacht. Duracell Mikro im Palm III. Wenn Sie so etwa auf 50% waren in ein Accucell Ladegerät und danach wieder in den Palm. Das Ganze etwa 7x und danach gab es frische Batterien.

Mittlerweile handhabe ich das jetzt wieder ähnlich mit den Baby-Zellen eines Kinderkassettenrecorders. Bei etwa 50% kommen Sie für ein paar Stunden in ein älteres Ansmann Ladegerät für NiCd/NiMH und verrichten Ihren Dienst dann weiter. Nach 2x aufladen werden Sie dann entsorgt sobald sie leer sind.

Das sind natürlich beides keine Hochstromanwendungen und wichtig ist, daß das Ladegerät wirklich nur mit geringem Strom lädt und man die Ladezeit im Auge behält, bei 1,65V muß Schluß sein. Optimal ist vermutlich so ein günstiges 14h Ladegerät aus dem Discounter.

Ob sich das rentiert muß jeder selber entscheiden, aber es funktioniert in gewisse Maße um die Lebensdauer der Batterien zu verlängern.

Mit Lithium-Primärzellen sollte man das aber nicht versuchen und wenn der Anwendungsbereich auch Eneloops zuläßt, dann ist das sicher die bessere Alternative.

Ein Link dazu: Alkali Batterien regenerieren
 

Cloudforce

Mitglied
Oder man hat Glück und hat ein Ladegerät im Keller stehen das auch RAM-Zellen verarbeiten kann. Leider verkürzt auch das nicht die Ladezeit, macht die Handhabung aber angenehmer :)
 

Hiltihome

MF Ehrenmitglied
Und was hat das mit Taschenlampen zu tun?

Nichts!

Als Kind habe ich auch primär Zellen auf die Heizung gelegt und so wieder "aufgeladen".
Hat auch etwas gebracht, wenn gleich nicht viel...


Ich rate von Versuchen in dieser Richtung ab, egal ob Heizung, oder RAM-Lader.

Selbst mit speziellen RAM-Zellen ist kein befriedigendes Ergebnis möglich.

Zudem sind RAM-Zellen schon im Neuzustand untauglich für leistungsfähige Taschenlampen;
normale primär Zellen, wenn "aufgeladen", sind noch weniger tauglich.


Wer sparen will, oder häufigen Zellenwechsel vermeiden will, greift im AA-Bereich besser zu Sanyo Eneloop.



Heinz
 

joe_sixpack

Mitglied
Hallo Heinz!
...Ich rate von Versuchen in dieser Richtung ab, egal ob Heizung, oder RAM-Lader.

Selbst mit speziellen RAM-Zellen ist kein befriedigendes Ergebnis möglich.

Zudem sind RAM-Zellen schon im Neuzustand untauglich für leistungsfähige Taschenlampen;
normale primär Zellen, wenn "aufgeladen", sind noch weniger tauglich.


Wer sparen will, oder häufigen Zellenwechsel vermeiden will, greift im AA-Bereich besser zu Sanyo Eneloop...

Das kann ich voll so unterschreiben. Ich hatte es ja selbst schon erwähnt: "So'ne RAM-Zelle taugt nur da was, wo es auch eine normale Zink-Kohle (nicht mal Alkaline) macht." Und gerade dort ist der Ensatz dann rausgeworfenes Geld.
Witzigerweise kann ich damit aber die Lebensdauer der 3 AAA aus der gemoddeten TaLa von meinem Kind noch eine ganze Weile strecken. Allerdings zieht die maximal 700mA und ist selten im High-Mode in Betrieb. Außerdem ist die verbaute XRE recht effizient, da fällt etwas weniger Strom nicht wirklich auf (vielleicht meßtechnisch, aber nicht am menschlichen Auge)...

Viele Grüße, Torsten
 
Primärzellen wieder aufladen............. klingt gut ist aber alles andere als wirtschaftlich. Die Kapazität ist lächerlich und an hohe Ströme braucht man nicht mal denken.
Die dinger laufen dazu gerne aus, allein aus diesen grund ist mir das zu Gefährlich.

Ich hab inzwischen NUR noch Eneloops und kann absolut nicht meckern.
Das Geld was man im Haushalt für Primärzellen rauswirft hat man bei hohen Batteriebedarf ruck zuck wieder drinnen.

Ich hab die Eneloops in Taschenlampen, Fernbedienungen, elektr. Zahnbürste, Digicam usw.

Bei Primärzellen kauft man sich nur dumm und dämlich, Discounterzellen taugen in der Regel keinen Schuss Pulver.

Das beste Beispiel sind die Aldi Zellen in der EagleTac P20A2 MKII............ 8 Minuten Turbo und die Batterien sind platt. Mit Eneloops komm ich auf 60 Minuten.

Der Preis für die Eneloop Zellen ist auch nicht allzuhoch mit ca. 1,80 €/stk. wenn man die im 32er Pack auf **** kauft.