Polieren von Vollausteniten

Azkaenion

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Hallo! Hat hier jemand Erfahrungen mit dem umgangssprachlich als Uboot Stahl bezeichneten Legierungen 1.3964, 1.3974 und 1.3952? Ich würde mir daraus gerne ein Gehäuse für eines meiner Messer bauen und das auf hochglanz polieren und Innen mit samt aukleiden. jetzt habe ich gelesen, das man geschweißte Vollaustenite nicht polieren kann. Gerade den 1.3974 und 1.3964 nicht weil da Niob enthalten ist. Eine alternative wäre, das Gehäuse perlstrahlen zu lassen. dazu müßte ich es aber so fein vorschleifen, das keine Schleifspuren mehr sichtbar sind, damit die Strahlung rein optisch und nicht abrasiv ist. Bekommt man das den hin bei dem Material? Will es nicht verderben und frage daher lieber vorher die Experten.
 

uuups

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Von Niobschlieren habe ich noch nie gehört.

Das Problem kenn ich bis jetzt nur bei Blechen aus 1.4571. Das enthaltene Titan kann beim polieren zu Titanschlieren führen.
1.4301 hat dieses Problem nicht. (Kein Ti)

Die Legierung des Schweißzusatzes müsstest man sich natürlich auch noch ansehen.
Des weiteren kann es in der Wärmeeinflusszone zu Veränderungen kommen die das Aussehen der Politur beeinflussen.

(Bei der Schweißerprüfung wird der Querschnitt poliert und geätzt um die Schweißnaht zu begutachten.
Da sieht man dann schön den Unterschied zwischen GW, WEZ und der Schweißnaht)

Ev. könnte ja ein Metallurge noch genaueres dazu berichten.
 
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Azkaenion

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Für Vollaustenite nimmt man wohl Nickelbasislegierungen als Schweißzusatzstoff. Die wird es mit Sicherheit auch ohne Titan und ohne Niob geben. Es gibt auch Uboot Stahl ohn Niob. Das wäre der 1.3952. Wahrscheinlich wird es auch höher legierte Legierungen geben ohne Niob. Wenn man den Chromgehalt noch etwas erhöht und auch den Nickelanteil, dann braucht man auch kein Niob mehr. In jedem Fall wird Perlstrahlen wohl die bessere Optik geben.
 

luftauge

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Hast du damit schon gearbeitet oder Erfahrungen? Das ist ist ein ekeliges Zeug zum Verarbeiten, egal, ob von Hand oder mit Maschine. Wenn das nicht schnell entsprechend beschichtet oder penibelst sauber verarbeitet ist, rostet es einem während der Bearbeitung in der Maschine... Die Werkzeuge dafür sollten gut ausgesucht sein und möglichst "frisch" aus der Box...
Ein Ausbildungsmeister hat mal zu seinem Spaß einige Reststücke "Thyssen B2" (eine interne Bezeichnung dafür) direkt von TNSW als "Übungsstücke" von verschiedenen Leute an verschiedenen Maschinen bearbeiten lassen (fräsen, bohren, drehen und schleifen...) ... Er wusste was es ist, hat uns aber nichts gesagt und wollte dann unsere "Beobachtungen" und Einschätzungen hören... o_O:censored::mad::
 

uuups

Premium Mitglied
Nickelbasis als SZW wird sich schon von Farbton her von 1.3953 (1.3964) usw. unterscheiden. :unsure:
Der SZW sollte möglichst artgleich sein z.B. 1.3953 ;), wobei ich nicht weiß, wie sich der erhöhte Si-Gehalt auf das polieren auswirkt.
1.3952 sollte ja eigentlich nicht rosten. :confused: (Kontaktkorrosion oder wie?)

Mach doch mal einen Test mit einem Stück Flachstahl aus 1.3964. Einfach eine Loch reinbohren, wieder zuschweißen und dann polieren.
 

Azkaenion

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Danke für eure Tipps! Kontaktkorrosion ist bei Edelstahl echt eine üble Sache. Das Silizium macht nichts. Ich habe verschiedene Datenblätter durch gesehen von Edelstählen welche die gleiche Menge Silizium enthalten und diese sind trotzdem polierfähig, oder sogar hochglanz polierfähig.
Ich wünsche euch allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr.