Pohl Force - H3 Alpha One - Review

basti

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Bei dem Alpha One handelt es sich um das zweite Modell der Firma Pohl Force. Das erste Messer, das Hornet XL, welches in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Messermacher Spencer Alan Reiter entstand, konnte durch hochwertige Materialien, sehr gute Verarbeitung, außergewöhnlichem Design und einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis punkten.

Ausführliche Reviews zum Hornet XL sind hier und hier zu finden. Zudem findet sich hier ein ausführlich bebildeter Bericht zur Entwicklung vom Custom-Modell über diverse Prototypen sowie eine Betrachtung der Problematiken in der Umsetzung zur Serienreife.

Bei dem Alpha One handelt es sich um das erste „vollständig“ eigenständige Modell der Firma Pohl Force.
Hinter Pohl Force steht Geschäftsführer Dietmar Pohl, welcher als Chefdesigner bei Böker Solingen und Eickhorn Solingen diverse (Einsatz-)Messer, zum Teil in intensiver Zusammenarbeit mit professionellen Anwendern, entwickelte und konstruierte.

Somit war ich seit der Ankündigung des Alpha One sehr auf dieses Messer und Konzept gespannt.

Für ein sinnvolles Messer mit hohem Gebrauchswert sind Erfahrungen von professionellen Anwendern, welche in die Umsetzung mit einfließen, von sehr großem Wert. So ist es nicht verwunderlich, dass auch am Projekt Alpha One zahlreiche Fachleute und Anwender aus Spezialverbänden involviert waren und ihr Fachwissen und Praxiserfahrung in die Entwicklung mit einfließen haben lassen. Allen voran Mitarbeiter der H3 Group, ein Unternehmen, dass im Bereich polizeilicher sowie militärischer Ausbildung aktiv ist. Das Logo der H3 Group ziert auch die rechte Klingenseite des A1.
Dietmar Pohl unterzog das Messer(-konzept) ebenso zahlreichen Tests mit diversen deutschen Spezialverbänden. Auch in Rettungsübungen mit der Feuerwehr wurde das Alpha One auf seine Tauglichkeit geprüft.

Das Messer ist in zwei Ausführungen erhältlich, als Tactical und als Outdoor Version.

Hier die technischen Daten im Überblick:

  • Klinge aus 440C (58-59 HRC), Flachschliff
  • Klingenlänge 11,3 cm
  • Klingenstärke 5mm
  • Griffschalen aus schwarzem glasfaserverstärktem Zytel mit einer speziellen Mold-Tech - 11050 Struktur, ca. 4mm stark
  • Platinen aus 2 mm Edelstahl
  • Teflon- und Bronzewasher
  • Hohlachsen mit 11mm Durchmesser
  • Draht-Clip
  • Lanyard aus Flexcord
  • Gesamtlänge 26 cm
  • Gewicht 220g (gem. Herstellerangabe)

Die Bauteile der Tactical-Variante sind mit einer schwarzen Titan-Aluminium-Nitrid (TiAIN) Vakuumbeschichtung (PVD) versehen. Die Bauteile der Outdoor Variante sind perlgestrahlt.

Preis:

139,00 € (Tactical)
129,00 € (Outdoor)


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Das Alpha One wird in einem schwarzen Karton mit Pohl Force Logo ausgeliefert. In diesem befindet sich das Messer in einer schwarzen gepolsterten Sammlertasche.

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Das Zipper-Case ist sauber verarbeitet und bietet zwei Fächer. In einem befindet sich bei Auslieferung das Messer, in dem anderen Fach die Anleitung, Zertifikat sowie ein optionaler Klingenlifter.
Das aufgestickte Logo sowie das Lanyard wurden passend in derselben Farbe gehalten und bilden einen netten Kontrast zur schwarzen Tasche, ein schönes Detail.
Eine solche Verpackung wirkt sehr edel und hochwertig. Zudem ist der spätere praktische Nutzen eines Zipper-Case wesentlich höher als eines Kartons. So lassen sich ein Messer und oder kleine Lampen geschützt verstauen und transportieren. Es passen aber auch problemlos zwei Messer hinein.

„Das Messer soll so ausgeliefert werden, wie ich es mir selbst wünschen würde….“

Dem Alpha One liegt eine sehr ausführliche und bebilderte Anleitung bei. Auf dem kleinen Zertifikat sind Seriennummer des Messers sowie Kontrolldatum und Unterschrift von Geschäftsführer Dietmar Pohl zu finden. Dietmar Pohl prüft vor der Auslieferung jedes Messer persönlich.

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Der Griff besteht aus zwei 2mm starken Edelstahlplatinen, welche Zwecks Gewichtsreduktion große Aussparungen aufweisen. Auf den Platinen sitzen die massiven 4mm starken Griffschalen, die aus glasfaserverstärktem Zytel hergestellt sind.

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Dieses Material zeichnet sich durch große Schlag- und Stoßfestigkeit sowie Unempfindlichkeit gegenüber Temperaturschwankungen oder Luftfeuchte aus. Bei einem solchem Messer, dass auch in vielen verschiedenen Gebieten der Welt Einsatz finden kann, sicher von Vorteil.

Der Backspacer ist ebenfalls aus demselben Material und im Gesamten sehr massiv ausgefallen. Die Struktur in den Griffschalen ist recht außergewöhnlich und sorgt in der Praxis für ein angenehmes und sicheres Griffgefühl. Um die Griffigkeit und Rutschsicherheit noch einmal zu erhöhen, wurde die Oberfläche mit einer patentierten Mold-Tech-11050 Struktur versehen. Diese fühlt sich etwas wie Sandpapier an, jedoch nicht so scharfkantig. Der vordere und hintere Griffbereich wurde mit einer groben Rillenstruktur versehen, um der sicheren Handhabung mit Handschuhen gerecht zu werden und um Verschmutzungen leicht wieder entfernen zu können. Dennoch fühlt sich diese große Profilierung auch ohne Handschuhe gefällig an und sorgt für sicheren Griff.

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Zwei beeindruckende 11mm große Hohlachsen sorgen für ausreichende Stabilität. Diese werden von beiden Seiten jeweils verschraubt. Die kleineren Schrauben im Griffrückenbereich greifen nicht direkt in den Backspacer sondern in eine extra eingeschobene Hülse. Sollte also einmal eine Gewindehülse beschädigt werden, kann diese problemlos ausgetauscht werden. Diese sind, wie auch die beiden Hohlachsen durch eine flache Kante gegen ein Verdrehen geschützt - sehr schön und sauber gelöst.

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Die Grifflänge wird optimal ausgenutzt.

Bei allen Schrauben handelt es sich um ein einfaches Schlitzschraubenprofil. Dies war eine der Bedingungen, welche die Experten an ein solches Arbeitsmesser stellten. Schlitzschrauben lassen sich sehr einfach wieder anziehen ohne Spezialwerkzeug zu benötigen. Die meisten Taschenmesser und Multitools können somit als Werkzeug zu Verfügung stehen. In Krisengebieten lassen sich so Schrauben auch mit provisorischen Hilfsmitteln wieder festziehen. Dort einen passenden Torx-Schraubendreher zu bekommen ist oft sehr viel schwieriger.

Die Klingenachsen lassen sich sogar mit einem 5 Centstück anziehen. So ist es auch möglich, unterwegs schnell und unkompliziert den Klingengang neu zu justieren. Dies ist äußerst praktisch.

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Jedes Messer trägt eine individuelle Serienummer.

Das Alpha One verfügt über einen klassischen Backlockverschluss. Dieser arbeitet sehr zuverlässig. Die Backlock-Feder ist recht kräftig, so dass man schon ordentlich Kraft im Daumen benötigt um die Verriegelung zu lösen. Nach dem Öffnen rastet die Klinge mit einem satten *klack* ein. Durch die solide Bauweise des Griffs und den massiven Platinen und Zytelschalen kommen zu keinem Zeitpunkt Zweifel auf, das der Lock versagen könnte.

Die Klinge steht felsenfest. Wie bei einem Fixed.

Weder vertikales Spiel, noch horizontales Klingenspiel ist spürbar. Dafür sorgen ferner auch die Bronzewasher, auf welchen die Klinge läuft. Diese sind zur Klingenseite noch mal mit dünneren Teflonwasher unterlegt und sorgen für einen geschmeidigen Klingengang. Die Klingenwurzel ist sauber poliert, der Klingengang angesichts des strammen Backlocks recht stramm. Die Klinge fällt daher nicht einfach locker ins Heft.

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Sowohl geöffnet als auch geschlossen steht die Klinge absolut mittig und wird durch den Backlock zuverlässig im Griff gehalten. Im Bereich des Schneidenanfangs liegt die Klinge auf dem Backlock auf und sorgt dafür, dass die Schneide nicht auf dem Backspacer aufliegt. Da dies im direkten Bereich der Hebelachse erfolgt federt die Klinge, bei Druck, nicht nach. Beim Schleifen der Klinge sollte man darauf achten, am Ansatz der Schneide nicht zu stark/ unsauber zu schleifen, da sonst die Möglichkeit besteht, dass die Schneide danach möglicherweise auf den Backspacer auftrifft (im geschlossenen Zustand).

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Der Clip des Alpha ist aus Draht und ca. 6 cm lang. Die Spannung ist stramm, dies lässt sich jedoch auch mit einer Zange auf eine gewünschte Spannung gut nachjustieren. Der Clip wird mit einer Schraube mit einer der Achshülsen verschraubt und sitzt so sehr fest. So ist dieser in vier verschiedenen Positionen montierbar (rechte und linke Seite tip-up/ tip-down). Durch die offene Bauweise wirkt der Draht-Clip nicht aufdringlich oder störend.

Rundum ist das Alpha One sehr solide und massiv konzipiert.

Die Konstruktion ist im Gesamten ausgesprochen durchdacht. Einzelne Teile können Problemlos ausgetauscht werden ohne die Funktionstüchtigkeit zu beeinflussen. Der Folder lässt sich problemlos zerlegen. Das Wichtigere ist demgegenüber, dass das Messer sich auch ohne Schwierigkeiten wiederum zusammensetzen lässt und danach einwandfrei wieder funktioniert. Auch die Klinge stand nach dem Zusammenbau absolut mittig. Da musste ich mit anderen Foldern schon einige nervenzerreibende Stunden Frimelarbeit durchleben, welche nicht das gewünschte Ergebnis brachte. „Einmal zerlegt und nie wieder richtig zusammenbekommen…“. Dies wird man beim Alpha One wohl nicht erleben.

Dennoch rate ich, jedes Klappmesser nicht nur aus Spaß zu zerlegen. Verschmutzen etc. lassen sich auch in einem Wasserbad erfolgreich lösen. Trotzdem sehr beruhigend zu wissen, dass beim Alpha die Konstruktion sehr ordentlich ausgeführt wurde.

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Bei der Klinge handelt es sich um eine Spear-Point Form mit einem leichten Recurve. Diese ist für viele Aufgaben sehr funktional einsetzbar. Der leichte Recurve sorgt für effektives Arbeiten. Dank der 5mm Rückenstärke und eines leicht konischen Flachschliffes ist das Messer auch für Hackarbeiten gut geeignet.
In Überlebenssituationen ein wichtiges Detail um das Messer weit reichend einsetzen zu können. Mit 11,3cm steht auch genügend Klinge zur Verfügung. Out of the Box waren die Messer rasierscharf abgezogen und die Schneide symmetrisch. Nach der Testzeit rasierte das Messer noch, jedoch unter erhöhten Druck. Druckschnitt durch Papier war problemlos möglich.

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Als Klingenstahl hat Dietmar Pohl bewusst 440C gewählt. Dieser ist bei guter Wärmebehandlung ausreichend schnitthaltig und selbst auch mit einfachen Mitteln im Einsatz sehr gut nachschärfbar. Zudem ist der 440C auch ausreichend rostträge damit man sich um diese Problematik wenig sorgen machen braucht.

Die Tactical Variante bietet einen ca. 3,6cm langen Bereich mit Wellenschliff. Der Anschliff befindet sich auf der rechten Klingenseite. Ungewöhnlich und für Katalogfotos weniger Vorteilhaft aber für die meisten Anwender wesentlich praktischer.

Bei dem H3 Alpha One hat der Praxisnutzen Präferenz.

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Der Wellenschliff eignet sich hervorragend zum zertrennen von Gurten oder Seilen. Auch größere Seile lassen sich schnell zerteilen. Es stehen darüber hinaus weiterhin ca. 6,3cm glatte Schneide zu Verfügung und sorgen für einen großen Praxisnutzen.

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Paracord und Gewebegurt stellen kein Hindernis dar und lassen sich spielend mit dem Wellenschliff zertrennen.

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basti

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Eine weitere Prämisse der Experten war es, das das Alpha One auch mit Einsatzhandschuhen zuverlässig zu bedienen ist. Dafür sollte zudem auch eine Möglichkeit gegeben sein, das Messer mit einer Hand öffnen zu können. Gerade bei Rettungseinsätzen etc. ist dies sehr nützlich um eine Hand frei zu haben um sich zu sichern oder festzuhalten. So ist es optional möglich, das Alpha mit einem Klingenheber nachträglich auszustatten. Dieser wird mit einer Schraube auf dem Klingenrücken befestigt. Eine große Profilierung sorgt für ausreichend Grip gerade beim Öffnen mit Handschuhen.

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Das Alpha One mit montierten Klingenheber.


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Damit das Messer nicht nur unter den Einschränkungen für Einhandmesser tragbar ist, wird es serienmäßig ohne montierten Lifter ausgeliefert. Da genügend Klingenfläche aus dem Griff hervorsteht, lässt sich die Klinge mit zwei Fingern der anderen Hand greifen und ausklappen. Ein Nagelhieb ist somit nicht erforderlich.

Um dennoch professionellen Anwendern bei Feuerwehr und weiteren Spezialverbänden die Gestaltungsoption für ein einhändiges öffnen zu geben liegt ein optionaler Klingenheber im Lieferumfang bei. Dieser lässt sich durch eine angebrachte Nut sauber aufsetzen und verschrauben. Ohne diesen ist ein einhändiges Öffnen nicht möglich.

Ohne den montierten Lifter sorgt die Schraube für einen sauberen Abschluss auf dem Klingenrücken.

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Um ein Messer auch mit Handschuhen sicher bedienen zu können ist ein ausreichend großer und markant ausgeprägter Griff vorteilhaft. Viele Messer fühlen sich mit Handschuhen nur noch sehr undifferenziert an und sind nicht immer sicher zu bedienen.
Anders beim Alpha One. Ausgeprägte Fingermulden sorgen auch mit Handschuhen für einen sicheren Griff. Angst, dass man auf die Schneide abrutschen könnte ist unbegründet. Die beiden Vertiefungen im Rückenbereich sorgen für einen sicheren und ergonomischen Halt des Daumens.

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Je nach Einsatz und Verwendung lässt sich das Messer in vier verschiedenen Grundpositionen halten. Beispielsweise im Hammergriff um das Messer z.B. bei Hackarbeiten/ Äste abschlagen zu halten. Im Fechtgriff für einen druckvollen Schnitt beispielsweise beim Schnitzen.

Um feine Aufgaben mit dem Messer ausführen zu können, besteht die Möglichkeit dieses recht kurz zu fassen und den Daumen direkt auf die Mulde im Klingenrücken zu legen. Dies ist recht komfortabel und sorgt für eine sehr gute Kontrolle (des doch recht großen Messers) im vorderen Klingenbereich beispielsweise bei feinen Schnitzarbeiten oder Zubereitung von Nahrungsmitteln. Bei dieser Haltung besteht theoretisch das Risiko mit dem Zeigefinger in den Schneidenbereich zu kommen. Jedoch nutzt man diese Haltung nur bei eher feineren Arbeiten.

Alle Griffpositionen lassen sich auch ohne Handschuhe sehr gut und ebenso sicher greifen. Hier hat man eine sehr gute Balance gefunden. Der Griff liegt wie in die Hand gewachsen. Ein ähnlich gutes Griffgefühl hat das Böker Turbine.

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Zum Hacken lässt sich das Alpha One auch weiter hinten greifen.

Serienmäßig befindet sich eine Lanyard aus Flexcord am Messer. Diese kann durch beide Hohlachsen gezogen und neu verknotet werden. Auf diese Weise bietet die Flexcordschnur eine elastische Handschlaufe. Auch bei geöffneter Hand fällt das Messer so nicht zu Boden. Praktisches Detail, gerade bei Kälte und in Stresssituationen hilfreich, um das Messer nicht zu verlieren. Aufgrund der Länge jedoch etwas frimelig zu verknoten. Ein bisschen länger wäre schön.

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Mit Handschuhen: 01 02

Die Schließfeder ist mit einer sog. Safety Dent ausgestattet. Dabei handelt es sich um eine kleine Sicherheitsmulde, welche ein unbeabsichtigtes entriegeln verhindert. Zudem erspürt man durch diese Delle auch mit groben Einsatzhandschuhen schnell und zuverlässig den Lock - praktische Sache.

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Beim Schließen wird die Klinge durch den, in der vorderen Griffmulde liegenden, Zeigefinger
gestoppt. Ein Verletzen durch das zuklappende Messer ist so nicht möglich. Zudem fällt die Klinge auch nicht leichtgängig nach unten, da der Backlock sehr stramm ist.

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Handlage des Alpha One Tactical mit Einsatzhandschuhen: 01 02 03 04 05
 
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basti

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Aufgrund des hochgezogenen Flachschliffs ist die Klinge, trotz 5mm Stärke, recht schnittfreudig. Ebenso können auch grobe Hackarbeiten an stärkeren Ästen ausgeführt werden. Pitter hat dazu hier einen sehr schönen und anschaulichen Test verfasst, dass auch grobe Arbeiten mit dem Alpha kein Problem darstellen. Aber auch feinere Arbeiten wie Nahrungsmittelzubereitung (Gemüse, Obst schneiden etc.) lassen sich mit dem Alpha One gut bewerkstelligen. Die Spear-Point Form in Verbindung mit dem Flachschliff sorgt für ein breites Nutzungsspektrum.

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Auch nach Hackarbeiten, Schnitzen und kleinere Holzscheite spalten stellte sich kein Spiel ein. Aufgrund der ausgefeilten Oberflächenstruktur rutscht das Messer auch bei nassen Händen nicht weg.

Dank der sehr massiven Bauweise ist das Messer vielfältig einsetzbar.

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Die Griffstruktur schaut einfach gut aus.

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Die Perlgestrahlte Oberfläche des Outdoor ist recht unempfindlich. Kratzer etc. konnte ich bisher nicht feststellen. Auch die PVD Beschichtung des Tactical zeigt sich robust. Lediglich ein paar glatte Stellen wies die Beschichtung auf.

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Outdoor... auf das A1 konnte man sich verlassen. Ein Fixed war nicht dabei...

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Abseits der Wege...

Ich hatte das Messer bei einigen Wanderungen und Touren dabei und für alle anfallenden Arbeiten genutzt. Dabei hat sich das H3 Alpha One sehr gut geschlagen. Ein Fixed könnte so das ein oder andere Mal bei Touren auch gut zuhause bleiben.

Weil das Messer nicht gerade klein ist stellt sich die Frage der Transportmöglichkeiten. In der Gesäßtasche kann man das A1 tragen. Für ein Tragen in einer der vorderen Hosentaschen ist das Alpha zu groß. Eine weitere Alternative könnte eine IWB Trageweise (im Bereich 4-5 bzw. 7-8 Uhr) sein. Dort lässt sich dass Messer auch im sitzen einigermaßen gut unterbringen.

Ein Holster bietet sich dennoch bei diesem Format an. Nur welcher passt oder sitzt optimal?
Im Zubehör gibt es vielfältige Varianten aus verschiedenen Materialien und in verschiedenen Größen und Qualitäten. Diese Frage stellt sich jedoch eigentlich nicht.
Auch an die Fragestellung, nach einem guten und funktionellen Holster, hat Dietmar Pohl gedacht. So bietet er einen speziellen Holster, extra für das Alpha One an. Damit ist eine optimale Passform gewährleistet.

Dieses wurde mit zusammen mit 75 Tactical entwickelt und bietet einige sehr praktische Merkmale. Zum Beispiel lässt sich die Sicherungslasche („Überwurf“) komplett entfernen, wenn diese nicht benötigt wird. Wer das Messer überwiegend im Holster trägt wird den Clip nicht unbedingt brauchen. Um diesem trotzdem dabei zu haben ist das Holster mit einer entsprechenden kleinen Tasche ausgestattet, um den Clip sicher aufzunehmen.

Das Holster wird in den Farben schwarz, oliv und sand, vorraussichtlich ab Juni/Juli, erhältlich sein.


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Fazit
Als Fazit bleibt zu sagen, dass Pohl Force mit dem H3 Alpha One ein ausgewachsenes und sehr hochwertiges Messer geschaffen hat. Das Einsatzspektrum ist vielfältig. Sowohl grobe als auch feine Arbeiten sind möglich. Alle Bauteile sind sauber und stimmig angepasst die Konstruktion sehr durchdacht. Über die Gestaltung der Griffform wird Dietmar Pohl sich wohl viele Gedanken gemacht haben. Herausgekommen ist eine Form, welche sowohl mit als auch ohne Handschuhe gut zu bedienen ist und ein angenehmes Griffgefühl vermittelt. Zudem sieht die Struktur der Zytelschalen wirklich sehr gut aus.

Ferner bietet Pohl Force mit dem Holster passend abgestimmtes Zubehör direkt mit an.

Das A1 ist mit 26cm Gesamtlänge, im geöffneten Zustand, und über 200g jedoch kein kleines Messer und auch kein Leichtgewicht. Ein reines EDC wird damit das Alpha nicht werden. Dafür wurde es aber auch nicht konzipiert.

Für 129,00 bzw. 139,00 Euro bekommt man einen hochwertigen und belastbaren Folder. Das Preis-Leistungsverhältnis ist mal wieder sehr gut.

Ich bin sehr gespannt, was noch für Entwürfe aus der Feder (Bleistift) von Dietmar Pohl kommen werden. Über einen kleinen kompakten (Zweihand)Folder würde ich mich sehr freuen ;-).

Ich bedanke mich für eure Aufmerksamkeit!

Vielen Dank

gruß
basti
 
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basti

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Weitere Bilder

Das Alpha One im Größenvergleich:

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Das Alpha One und das Hornet XL.


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Strider MFS, A1, Hornet XL, Turbine, A1


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A1, SAK, SNG, A1


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Orestes

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Anschlag im geschlossenen Zustand

Danke für das ausgezeichnete Review! Liebäugele schon länger mit dem Messer. Eines lässt mich noch zögern: Der Klingenanschlag im geschlossenen Zustand kurz hinter der Schneide. Der scheint mir ein einfach zu wenig "Fleisch" zu bieten. Besteht da nicht die Gefahr, dass nach gewisser Zeit und diversen Schärfens der Anschlag weggeschliffen ist??? :confused:
 

Orestes

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Im Bereich des Schneidenanfangs liegt die Klinge auf dem Backlock auf und sorgt dafür, dass die Schneide nicht auf dem Backspacer aufliegt. Da dies im direkten Bereich der Hebelachse erfolgt federt die Klinge, bei Druck, nicht nach. Beim Schleifen der Klinge sollte man darauf achten, am Ansatz der Schneide nicht zu stark/ unsauber zu schleifen, da sonst die Möglichkeit besteht, dass die Schneide danach möglicherweise auf den Backspacer auftrifft (im geschlossenen Zustand).

Da war ich wohl zu eifrig im überfliegen. Sorry. Trotzdessen ein Punkt, der mir verbesserungswürdig erscheint.
 

viperati

Mitglied
Hallo basti

wollte mich echt mal bei dir bedanken, ich habe auch schon länger überlegt mir das Messer zu zulegen. Jetzt mit diesem echt klasse super geilen Testbericht:super::super: werde ich es mir bald zulegen.

Hätte nur noch eine kleine Frage wie sieht es mit der beschichteten Klinge in der zwischen Zeit aus ist von der Beschichtung noch was da?

MFG Peter und nochmals danke das es Leute gibt die sich so eine Mühe geben. :)
 

KalleBirk

Mitglied
Hallo, ein klasse Review von einem sehr schönen Messer.
Hatte mir eines der Bilder vom Outdoor als Bildschirmhintergrund genommen und jetzt...

...hat mit meine Frau eins geschenkt! Als EDC!

Ich bin somit stolzer Besitzer der S/N 0438.

Ein wirklich eindrucksvolles Stück Eisen, aber eine Frage habe ich noch zum Schliff: Die Schneide ist bei meinem Exemplar im mittleren Bereich schön symmetrisch, aber an der Spitze ist der Schliff deutlich asymmetrisch.

Ich habe den Eindruck, dass der Schleifer hier Fehlerbegrenzung betrieben hat. An der stärker weggeschliffenen Seite ist die falsche Schneide nicht so stark ausgeführt und würde bei symmetrischem Schliff wohl nicht bis zur Klingenspitze reichen.

Ist das bei euren Exemplaren genauso oder habe ich ein Montagsmodell?
Und, Dietmar, wenn Du mitliest: sollen die Herrschaften in Taiwan das so machen?

Ist ja auch nur ein kleiner Schönheitsfehler, ansonsten ein tolles Messer.

Hatte bis zur jüngsten Waffenrechtsnovelle einen AF Combat Folder als EDC. Genauso lang, halb so hoch und etwas mehr als halb so schwer. Am Anfang habe ich auch gedacht "Was für'n Klopper" aber nach ein paar Wochen habe ich Ihn gar nicht mehr am Gürtel gespürt. Mal abwarten wie lange das beim Alpha one dauern wird. :D

Grüße aus Nordhessen, Kalle.
 
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sauerländer

Mitglied
Ich hab heute mein Alpha One Outdoor bekommen :haemisch: da ich auf der Suche nach einem großen Messer fürs grobe war ist dieses gute Stück sicher das richtige. Für den Alltag ist es zu groß aber für den harten Einsatz einfach klasse. :super:

Ein taktisches Messer will ich mir in der nächsten Zeit auch noch zulegen da steht das Alpha One Tactical oder das Pohl One G10 auf meiner Wunschliste. Als EDC wäre natürlich ein kleineres Bravo nicht schlecht mal sehn was da aus dem Haus Pohl Force noch kommen wird.
 

G-Man

Mitglied
Servus!


Toller Bericht und Test zum A1. Mich würde aber trotzdem nochmal die Beschaffenheit der Klingenbeschichtungen interessieren.

Wie resistent/ kratzfest sind die Beschichtungen?

Des weiteren habe ich gelesen, dass das finish vom A1 Outdoor "perlgestrahlt" ist. Ist die Beschichtung dann von der Art her vergleichbar wie der Böker Turbine Forum oder eher wie mit einem Microtech stonewashed (das ist wirklich total unempfindlich)?


Dank im voraus,

G-Man
 

basti

Mitglied
Hi,

vielen Dank!

Also die PVD-Beschichtung der Tactical-Variante ist schon sehr robust. Es wird natürlich im Laufe der Nutzung an Kanten oder Ecken als erstes zu blanken Stellen kommen. PVD-Beschichtungen sind, aus meiner Erfahrung, schon ordentlich resistent im Vergleich zu anderen Klingenbeschichtungen. Diese Art der Beschichtungen wird mittlerweile auch in der Schmuckindustrie an Ringen etc. eingesetzt aufgrund der Kratzbeständigkeit.

Die Klinge ist ähnlich glatt vom Oberflächengefühl wie eine normale Klinge.

Die Klinge der Outdoor-Variante ist sehr fein perlgestrahlt und fühlt sich auch sehr glatt an. Verglichen mit einer Böker Turbine noch feiner. Wobei es sich hier nicht um eine Beschichtung handelt sondern die Klinge wird gestrahlt (z.B. mit Sand, Keramikperlen etc.)

Bei einem Stonewashed-Finish ist natürlich der Vorteil, dass schon viele kleine Kratzer zu sehen sind und neue weniger auffallen.


Ich denke, dass beide Klingen nicht so schnell unansehnlich werden bzw. stark verkratzt aussehen; angemessene Verwendung mal vorausgesetzt.
 

rufuss

Mitglied
Seit 2 stunden hab ich meins auch. ( Modi hat mich überredet, danke:D)
Was für ein Klopper:haemisch:
Mein AR ist eher kleiner. Für ein Messer in der Ausführung und Verarbeitung ein Schnäppchen.

Mein Vorschlag:
Schicken Sie, Herr Pohl, mal eins zum Mick Strider, vielleicht überdenkt der Kollege dann mal seine überzogenen Preise.

Vielen Dank,
ein zufriedener

rufuss
 

bigbike182

Mitglied
Das Alpha One ist zweifellos ein gutes und Preisleistungstechnisch angemessenes Messer aber es kommen gänzlich andere Materialien als bei Strider zum Einsatz.

Im Übrigen kommen die horrenden Preise für Strider hierzulande größtenteils durch Zoll, hohe Versandkosten und ,wenn man es in einem deutschen Shop kauft, die Gewinnspanne des Händlers zustande.

Die Preisdiskussion sollten wir hier lieber rauslassen, passt nicht zum Thema und artet immer aus:eek:
 

Saker

Mitglied
hallo,

mir gefällt das teil auch. habenhabenhaben!
aber: wie stehts um die garantieleistungen?
was bietet pohl force?

habe dazu via suche nichts gefunden.

ach ja, noch ne frage zum lifter:

in einem review wurde geschrieben, dass der lifter sich beim hacken verabschiedet hat.
dazu: wie "solide" ist der, wenn montiert, verbaut.
 
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rufuss

Mitglied
Das Alpha One ist zweifellos ein gutes und Preisleistungstechnisch angemessenes Messer aber es kommen gänzlich andere Materialien als bei Strider zum Einsatz.

Im Übrigen kommen die horrenden Preise für Strider hierzulande größtenteils durch Zoll, hohe Versandkosten und ,wenn man es in einem deutschen Shop kauft, die Gewinnspanne des Händlers zustande.

Die Preisdiskussion sollten wir hier lieber rauslassen, passt nicht zum Thema und artet immer aus:eek:

Du hast ja Recht!
Ich hab mich da wohl hinreissen lassen, kein Wort mehr über €.....

Vielleicht sollte der Herr Pohl mal über eine "Custom" Serie nachdenken.
Titan würde dem Alpha auch gut stehen:glgl:

rufuss
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
in einem review wurde geschrieben, dass der lifter sich beim hacken verabschiedet hat.
dazu: wie "solide" ist der, wenn montiert, verbaut.

Ja, das war bei mir :steirer: Man sollte halt die Schraube fest anziehen. Oder gleich mit Loctite blau sichern. Dann kann man das Thema abhaken. Ich kann Dir allerdings nicht sagen, wie sich meine anderen Messer mit Daumenschraube beim Hacken verhalten - so, wie mit dem Alpha One bin ich bisher noch mit keinem Messer umgegangen ;)

Pitter