Petty + Gyuto, 150-250€

philp

Mitglied
Nach stundenlanger Lektüre hier und in einigen anderen Formen brauche ich etwas Hilfe bei der Entscheidungsfindung. Ich fange mal mit dem Fragenkatalog an:

Erstanschaffung oder Erweiterung (d)eines Sortiments?
Für berufliche oder private Verwendung gedacht?
Soll es eventuell ein Küchenmesser für Linkshänder werden?


Erweiterung des privaten Bestands. Wir sind im Prinzip mit Küchenmessern der einschlägigen Solinger Hersteller gut versorgt. Was ich vermisse sind richtig scharfe Gebrauchsmesser mit sehr guter Standzeit. Ich bin Rechtshänder, aber es sollen schon beidseitig geschliffene Klingen werden.

Küchenmesser-/set, welcher Stil?
Gewünschte Bauform und ca. Länge?


  • Petty, 13-15cm
  • Gyuto/Kochmesser, 18-21cm
  • Schneidefreudige Geometrie mit dünnem Blatt
  • Europäische Griffform
  • Kein Kropf
Rostfreie / nicht rostfreie Klinge
Gewünschte Stahlqualität (z.B. Monostahl, 3-Lagen, Damast, pulvermetallurgischer Stahl usw.)


  • Rostfreier Stahl
  • Rostend mit rostfreien Flanken würde ich evtl. in Erwägung ziehen (siehe unten)
  • Gut schärfbar
  • Keine Damasttapete
Als Schleifmittel stehen Naniwa-Steine mit Körnung 1000 und 3000 zur Verfügung, ein 8000er kommt demnächst noch dazu.

Bevorzugtes Griffmaterial (z.B. Kunststoff, spezielles Holz, Hornzwinge usw.)

Beim Griffmaterial will ich nicht einschränken, es wird wohl auf Kunststoff oder ein Holzlaminat hinauslaufen. Ein schöner Holzgriff (Massivholz) wäre ein Pluspunkt, ist aber nicht zwingend und in dieser Preisklasse wohl auch nicht realistisch.

Welches Budget steht zur Verfügung?

150-250€ insgesamt

Kommt eine Bestellung außerhalb des deutschsprachigen Raumes in Frage?

Ja, zumindest bei anerkannt zuverlässigen Händlern (JCK, Korin).

Gibt es schon ein/mehrere Messer, die theoretisch in Frage kommen (bitte vollständige Bezeichnung(en) mit eventuellem link)

Allerdings. Hier ist meine Vorauswahl:

  • Togiharu G1 Molybdenum

    Mein derzeitiger Favorit, passt voll in mein Suchprofil und ist preislich attraktiv. Mir gefällt auch das schlichte Design der Messer.

  • Hiromoto Tenmi-Jyuraku Gingami-3

    Passt ebenfalls gut in mein Suchprofil. Wie schätzt Ihr diese Messer im Vergleich zu den Togiharus ein (Stahl, Blattstärke, Verarbeitung)?

  • Masamoto VG

    Hier bin ich irritiert von der Beschreibung bei JCK. Offensichtlich sind die japanischen Messer der Serie aus VG-10, die westlichen aber aus einem anderen, nicht genau spezifizierten Stahl (vermutlich weicher). Weiß jemand mehr? Falls nicht, werde ich es wohl aussortieren.

  • JCK Kagayaki VG-10

    Ich erwähne diese Messer nur, weil sie häufig empfohlen werden. Sie passen prinzipiell in mein Suchprofil, sind aber raus. Ich weiß nicht warum, aber mir gefallen die Griffe überhaupt nicht.

  • Aoki Grand Cheff

    Vielfach für gute Verarbeitung und Geometrie gelobt, beim Stahl aber die weichsten Messer im Feld. Ich habe mittlerweile gelernt, dass nackte HRC-Werte nicht alles sind und es immer auch auf die Güte des Stahls und auf die Geometrie ankommt, aber bei der Standzeit ist die Härte schon der entscheidende Wert, oder?

  • Suisin Special Inox
  • Ryusen Blazen

    Überschreiten beide das Budget und stehen stellvertretend für viele andere Messer, die man noch auflisten könnte. Die Frage ist: Lohnt sich die Mehrausgabe? Was zeichnet diese Messer gegenüber den günstigeren Modellen aus? Ist das Suisin so viel besser verarbeitet? Hat der harte PM-Stahl des Ryusen Blazen eine so viel längere Standzeit? Und: Kann ich diesen PM-Stahl auf Naniwa-Steinen in endlicher Zeit schleifen oder brauche ich dafür andere Schleifmittel?

  • Hiromoto Tenmi-Jyuraku Aogami Super

    Dieses Messer steht auch stellvertretend für viele andere: rostende Schneidlage, rostfreie Flanken. Ich würde diese Bauart in Betracht ziehen, wenn die Klinge den rostfreien in Sachen mögliche Schärfe und Standzeit spürbar überlegen ist. Wie schätzt ihr das ein? Ich weiß, dass diese Frage häufig sehr emotional diskutiert wird, habe bei der Forenlektüre aber den Eindruck gewonnen, dass der Unterschied AS vs. VG-10 o.ä. in der Praxis dann doch nicht so stark ins Gewicht fällt. Täusche ich mich da?
Ich würde gerne auch die heimischen Hersteller in Betracht ziehen, wenn sie denn etwas für mich im Angebot hätten. Bei Herder bekommt man zwar ein schlankes Blatt, aber nur weichen rostfreien Stahl oder Monostahl rostend, außerdem nicht die richten Formen (das Kochmesser der 1922er Serie hat einen Kropf, ein Santoku liegt mir nicht). Die Absolute ML-Serie von Solicut hat Damasttapete, ebenfalls kein Gyuto/Kochmesser, sondern nur ein Santoku. Einzig die Resolute-Reihe wäre evtl. relevant, aber die Griffe sagen mir nicht zu. Habe ich etwas übersehen oder bin ich bei den japanischen Herstellern mit meinen Anforderungen einfach besser bedient?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo

Ich hatt mir auch diese Anforderungen gestellt und bin dann letztendlich bei der Pro-M Serie von Kanetsugu (Check out JCK) hängengeblieben. Die sehen zwar etwas komisch aus, performen aber wie die Sau! Und preislich kann man da echti nichts sagen. Die sind mM nach einen Blick wert..

Greets Slicy
 
Zuletzt bearbeitet:

Mehlwurm81

Mitglied
ICh weiß ja nicht ob Du meinen Erfahrungsbericht über das Hiromoto AS gelesen hast. Ich kann das Messer nur wärmstens empfehlen. Bis jetzt hat sich auch noch kein Rost gezeigt. Nachschärfen musste ich bisher auch noch nicht, allerdings kommt es nicht sonderlich oft zum Einsatz bisher. So ca 2-3 mal die Woche.
Und für Zuhause würde ich auch vor "rostenden" Messern nicht zurückschrecken. Da hat man ja die Zeit und die Muse sich um das Messer ordendlich zu kümmern.
 

philp

Mitglied
@Mehlwurm81: Habe ich gesehen. Das ist auch ein Grund, weshalb das Messer auf meiner Liste gelandet ist.