Paul Chen Pratical Katana

Tierlieb

Mitglied
Ob das jetzt unter Schwerter gehört, oder in die Test-Rubrik?



Also, ich habe das kleine Paulchen über Thomas Wahl bestellt. Bestellung hat -auch wegen Thomas Unfall- sehr lange gedauert, aber dafür war es unheimlich günstig (227 Euro). Gute Sache, das Geschäft. An dieser Stelle Danke, Thomas.
Weiterhin möchte ich ein wenig über mich sagen um Mißverständnissen vorzubeugen:
Ich mache, seit ich 16 bin, Schwertkampf. Ein wenig Säbelfechten im Verein (Meinerzhagen), ein wenig Schaukampf im Wiki-Stil, ein wenig Schaukampf im SpäMi-Stil und auch ein noch kleineres bischen im Renaissance-Stil. Dazu kommt ein wenig Prügeln mit der SCA und natürlich noch ein wenig Bujinkan Budo Taijutsu.
Dementsprechend wirr sind meine Ansichten - aber für mich reichen und funktionieren sie.
Sollte ich irgendeinem anerkannten Großmeister widersprechen, möchte ich gleich hier Upsi sagen. Aber das Thema eröffnet sich mir eben auf meine seltsame Art und die bekommt Ihr jetzt zu spüren.

Erstmal die Fakten - da hier wohl auch nicht-Sammler sind, nehme ich das mal als Vorwand, mir die japanischen Begriffe zu sparen, wo es mir gerade einfällt.

Stärke: 8,5mm über den Großteil der Länge, vorne auf 6,5mm runter
Länge: 69cm Klinge und 101cm Gesamtlänge.
Klingenmaterial: Irgendein differentiell gehärteter Karbonstahl, laut Hersteller 1095 nach einem dieser obskuren amerikanischen Systeme ;-).
Härte: Klinge 60 HRC, Rücken 40 HRC laut Hersteller.
Griffmaterial: Plastik in Same-Optik mit Baumwollband gewickelt. Menuki/Beschläge aus Kupfer, wie es scheint.

So, jetzt die eigentliche Meinung:

Zum Preis:
Schweinegünstig für ein Katana. Aber bei einem Katana zahlt man immer noch den Hype mit, ist ja klar. Mit ein wenig mehr Distanz betrachtet ein normaler Preis für ein normales Schwert.

Zu den Maßen:
Für meine 1.83m ist mir persönlich das Ding ein wenig zu lang, zwei Zentimeter weniger sind für meinen Bujinkan-Stil wohl besser. Aber ich denke, die Kendo-Praktizierenden werden genau glücklich sein.
Die Krümmung der Klinge beginnt fast genau in der Mitte, taugt also zum Fußkampf Mann gegen Mann am besten. Mein tameshi-giri-Ständer ist ein wenig zu hoch geworden, ich habe also vor allem Schläge nach oben (oder Treffer weit oben) geführt, da wäre mir eine weiter vorn gelegene Krümmung natürlich lieber gewesen.
Ist ein wenig kleinlich, ich weiß, aber wenn ich schon mal einen Säbel in der Hand habe, will ich da auch genau drauf achten.
Wo ich bei "Säbel" bin: Das Paulchen ist nicht toll ausgewogen. Wie alle Katana liegt der Schwerpunkt irgendwo in der Mitte der Waffe... naja, zumindest nicht an der Tsuba/am Parier, wo ich ihn gerne habe.
Das ist also ein Problem aller Katana. Ärgerlich beim Paulchen ist aber, daß das Gewicht an sich auch noch hoch ist. Die Kombination beider Fakten macht die Waffe schwer zu führen, in etwa wie einen Marine-Säbel.

Zum Stahl:
Differentiell gehärtet isses, und 40 bzw. 60 HRC kommen wohl hin. Hinten packt die Feile, vorne kaum. Der verwendete Stahl ist nicht mein Fall, aber er hat ein japanisches "Feeling". Sprich: Er neigt dazu, sich zu verbiegen und dann in dieser Form zu bleiben. Wer flexible europäische Klingen, die seitlich federn, gewohnt ist, wird sowohl vom Langzeit-Handling (sprich: man muß die Klinge gerade biegen, wenn man Mist macht) als auch vom Gefühl in der Hand beim Auftreffen ein wenig irritiert sein.
Tja, aber das ist der japanische Weg. Und dafür paßt es, da habe ich schon schlimmere Schwerter für mehr Geld in der Hand gehabt.

Zur Klinge selbst:
Hamon/Härtelinie ist gut zu sehen, aber überhaupt nicht künstlerisch ausgeführt. Will sagen: Gerade. Gefällt mir, unterstreicht die Schlichtheit der Waffe.
Die Politur... ist vorhanden. Sie ist offenporig, zumindest erscheint es mir so. Ich denke, das ist nötig, um den Hamon erkennbar zu machen (irgendwo im Forum habe ich was von "zuschmieren" bei der Benutzung von Polierscheiben auf Maschinen gelesen - da ich mich nicht damit auskenne, übernehme ich das mal so). Die Polierung ist aber nur sehr grob ausgeführt, was kein schöner Anblick ist. Zumindest ist die Spitze/Boshi in eineranderen "Strichrichtung" poliert, was dem traditionellen Polieren entspricht, wenn ich meinen Meister richtig verstanden habe.
Schärfe ist nicht vorhanden... naja, wenn man Messer gewohnt ist. Wenn man wirklich militant ist und auf BDSM/knife-play steht, mag man auch sagen, man könne drauf reiten. Da mir keine vernünftige Möglichkeit einfiel, einen gleichmäßigen Schliff anzubringen, ist die Klinge immer noch im Originalzustand. Und funktioniert hat der Schnitttest damit.

Zum Griff:
Der Griff wurde in dem einen mir bekannten Test der Paulchen stark kritisiert. Nun mag man mich als den Gaijin erkennen, der ich bin, aber ich fand ihn nicht schlecht. Die Menuki sind hübsch.
Das Plastikzeug, daß Same sein soll, ist dagegen ein Albtraum. Häßlich, grobkörnig und zu starr (es ist in der Mitte schon weiß, weil durch den unterliegenden Erl gebrochen). Die Form des Griffes ist auch so eine Kritiksache.
Der echte Sammler wird sich wohl eine Uhrglass-Form oder zumindest ein schlankeres Ende wünschen.
Nun, die Uhrglassform ist definitiv eine tolle Sache, weil man es schafft, so mit beiden Händen mit den oberen Fingern fest und den unteren locker zuzugreifen - wie man nach meiner Meinung den besten Griff erreicht.
Eine sich nach hinten verjüngende Form bringt einen eher dazu, die zweite Hand nur zum Führen zu benutzen.
Der gerade Griff beim Paulchen verleitet zum echten beidhändigen Führen, was mir bei beim schlecht ausgewogenen Paulchen sehr lieb ist.
Die Baumwollwickelung taugt auch ordentlich, nimmt Schweiß gut auf und erspart Schwielen.

Zur Scheide:
Zu allererst - das Paulchen kommt mit einer netten Stoffhülle. Hübsch, kardinals-lila ist absolut meine Farbe. Und damit macht der Transport nochmal soviel Spaß. Die Scheide/Saya selbst ist ordentlich gemacht, ein Beispiel dafür, daß Industriefertigung nicht unbedingt zu verdammen ist.
Makellos lackiert in einem schönen, schlichten schwarz, so gefällt das dem Onkel. Die Paßgenauigkeit ist moderat, es klappert wenig.
Kann man nix gegen sagen, wurde mein Meister schon neidisch drauf...

Zur Funktion:
Das Paulchen war von mir für Schnitttests gedacht. Und da habe ich doch gleich einige ausgeführt.
Zuerst vorsichtig an 5cm Zeitungsrollen. Problemlos. Dann wurdne die Rollen immer dicker, bis sie meinen Oberschenkeldurchmesser hatten. Hat ebenfalls funktioniert.
Um ehrlich zu sein: Es hat so gut funktioniert, daß ich mich zwischendrin genötigt fühlte, den Ständer (aus 3cm starken Buchenholzstangen, wie man sie zum Landschaftsvermessen benutzt) gleich mit zu zerlegen.
Drei Ständer sind drauf gegangen... beim letzten habe ich mich allerdings überschätzt und die Klinge verzogen. Ergebnis: Ein verkanteter Treffer. Hat die Stange zwar gespalten (ein Schnitt von etwa 25cm Länge), aber die Klinge auch seitlich verbogen. Kommt davon, wenn man seitlich rumläuft beim hacken...
Deswegen kann ich jetzt auch eine Aussage zur Benutzbarkeit machen, frohlocket also: Super. Die Klinge läß sich wieder ordentlich geradebiegen.

So, jetzt für alle, die wegen der Überlänge die Lust am Lesen verloren haben, hier nochmal eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:

Fazit:
Das Pauchen ist ein großes, überraschend schweres Katana, das mit ordentlichem Beiwerk (Scheide und Tuchhülle) kommt. Die Schärfe out-of-the-box schreit nach "zurück in die Box", aber das stört für die übliche Benutzung als Schnitttestschwert genau so wenig wie die grausame Polierung oder der ästhetisch wenig ansprechende Griff.
Die Berarbeitung ist ordentlich und als Arbeitswerkzeug ist es mit dem Preis für ein Katana perfekt. Ein echtes Practical Katana.

Für eine ähnliche Benutzung kämen sonst wohl nur WKII-Guntos in Frage, und deren Schwächen liegen wohl im gleichen Bereich wie beim Paul Chen: In der Optik.
Allen, die ein Schwert als EDC suchen, kann ich nur sagen: Kauft es.

MfG, Tierlieb

Edit: Mehrere Schichten Rechtschreibkorrektur...
 
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Tierlieb

Mitglied
Hmmm... diesen unheimlichen Ansturm hatte ich nicht erwartet...
Woran liegts?
Ist mein Stil zu unübersichtlich, wie ich befürchte?
Wenn ja, dann gebt mal Tipps.

Und keine falsche Rücksicht.

MfG, Tierlieb
 

Nidan

Mitglied
Hier Tierlieb,

vielleicht hättest du ganz fett TEST dazuschreiben sollen. Ich selber bin eigentlich auch mehr aus Langeweile in den Thread reingegangen, aber es hat sich wirklich gelohnt. Ich finden deine Review super :super:

Allerdings irritiert mich schon ein bisserl, daß sich bei dem Teil die Klinge verbiegt und daß sie so stumpf ist. Aber ich gab ja auch gern zu von Schwertern nicht viel Ahnung zu haben, aber interessant find ich das Thema immer :D
 

Fenrir

Mitglied
Moinsen!
Also, ich habe von der Materie aber so was von überhaupt keinen sitzen und habe Deinen Test genossen.
Unterhaltsam geschrieben und nicht nur für Ninjas. ;)
Muss Nidan Recht geben, liegt wohl an der Überschrift. Aber HankEr wird's richten. ;)
 

Tierlieb

Mitglied
Hoihoi Nidan!
Tja, hast recht, da hätte noch "Test" drüber gemußt. Naja, mein Fehler.
Ansosnten: Danke für di Blumen, hat mich gefreut.

Was das Verbiegen angeht: So kam es zum Verbiegen:
War auch mein Fehler. Klar, bei der Länge kann schon mal viel seitliche Hebelkraft auftreten. Ist kein Problem, wenn man nur kurz durch ein relativ weiches Ziel schlägt. So lernt man sowas auch.
Aber wenn man sich blöd anstellt, zieht man den Schnitt nicht auf der kürzesten möglichen Bahn durch sein "Opfer", sondern schlägt eben zu schräg.
25cm Schnittlänge auf 3cm Breite sind definitiv zu schräg, das ist ja fast, als würde ich versuchen, so einen Holzstamm zu spalten.
Tja, und wenn man während dieser Bewegung ein wenig seitwärts tritt, um noch mehr Schwung einzubringen, dann verbiegt man die Klinge...

Jetzt zur Frage: Ist das schlimm?
Ich fand es schlimm. Ich bin, wie gesagt, gute europäische Schwerter gewohnt (soll heißen: sogar für meinen Schaukampfprügel habe ich 800 DM bezahlt), die sind eben flexibel.
Aber in Japan schein es anders üblich zu sein. Was wohl auch an zwei Dingen liegt: Der Einschneidigkeit der Klinge, die erlaubt, viel mehr Rücken weich zu lassen, und der etwa 10HRC größeren Härte verglichen mit einem europäischen Schwert (Faustformel, die ich mal gelernt habe, war 48-58 HRC Europa und 58-68 HRC Japan, Durchschnittswert 16 Jhd.). Da mag aber eines der Härterei-Götter genaueres zu sagen.
Wie dem auch sei: In Japan ist es wohl etwas ganz besonderes, das man eine Klinge auch zurückbiegen kann. Da wird von einem teuren Schwert erzählt, das sich bei einer Parade eines Polizeiknüppels verbog und das -oh Wunder der Qualität- dann von einem Togishi aufs heldenhafteste zurückgebogen werden konnte. *schulterzuck* Muß wohl was ganz Tolles sein.
Jedenfalls: Das Paulchen hat es überlebt.

MfG, Tierlieb

Edit: Hallo Fenrir!
Ebenfalls danke für die Blumen. Freut mich, daß Dir der Bericht gefällt.
 
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El Dirko

Mitglied
Lechz.
Cooler Test. Ich mache meine Freiübungen ja nach wie vor mit einem 420 billig Schwert. (Grade und kurz und ziemlich stumpf.)
Ich werde es mal kürzen, es ist mir immernoch zu lang.

Aber ich kenne auch nur einige Grundzüge der Schwerttechniken im Ninjutsu. (So weit bin ich noch nicht.):D Ich habe z.Z. im Hanbo meine Waffe gefunden. Das Schwert ist mir noch zu schwer in der Handhabung, auch schätze ich die, meines erachtens, größere Vielfältigkeit des Hanbo.
Ich würde nun ja zugerne mal sehen wie Du mit dem Schwert umgehen kannst, meine eigenen Kenntnisse sind noch bescheiden. Ich habe auch selten Gelegenheit bessere "Schwert-Kämpfer" live zu erleben, es gibt IMHO erstaunlich wenige die ein Schwert auch nur einigermaßen beherschen.
Gruß
El
 
Zuletzt bearbeitet:

Haudegen

Mitglied
Original geschrieben von El Dirko
im Hanbo meine Waffe gefunden. Das Schwert ist mir noch zu schwer in der Handhabung, auch schätze ich die, meines erachtens, größere Vielfältigkeit des Hanbo.

hi kollege, ganz meine meinung.

wobei ich halt genau wie meine vorschreiber keine ahnung von schwertern habe.
deshalb: danke für,n test tierlieb. so lernen auch wir azubis.;)
 

Tierlieb

Mitglied
@El Dirko und Haudegen:
Hey Jungs, macht mich mal nicht zum Helden. Ich kann auch nur so ein wenig damit rumwedeln. Habe eben hie und da was aufgeschnappt.
Ich wette, Ihr wärt überracht, wie einfach das geht, wenn man ein halbwegs scharfes Schwert in der Hand hat und mal ein paar Versuche peinlichster Art und Weise hinter sich hat - um was in Oberschenkelstärke durchzuhacken habe ich auch erst mehrere Versuche gebraucht, jetzt -nach dem 10ten Versuch- geht es. Zwar Konzentrationssache, aber bisher ohne weitere Fehler.

Kommt eben, wie bei allem darauf an, es mal gemacht zu haben. Wenn ich das nur im Dojo üben könnte, wäre mir das auch zu wenig gewesen. Also einfach mal ein wenig unterschiedliche Dinge probieren.
MA-Schwertkampf und Ninjutsu zusammen geben einem das Gefühl, was man alles machen kann (eines von beiden wäre mir zu wenig) und mit Fechten und vor allem SCA-Kampf lernt man dann, welche Taktiken und welche Ausdauerkomponenten man braucht.

Verdammich, das hat mich wirklich verlegen gemacht. Noch mehr Glücksgefühle heute.
:irre:

Danke, Leute.

MfG, Tierlieb
 

Thomas Wahl

Mitglied
Hi Jungs!!

Ja das mit dem Tameshi-Giri (also die Schnitt-Tests an eingerollten Reisstrohmatten und anderen Materialien...:staun: ) ist schon so eine Sache. Der Test soll ja nicht nur die Güte der Klinge zeigen, sondern auch die Güte oder Präzision der Technik des Typen, der die Klinge führt. Und wenn sich die Klinge verbiegt oder gar ganz abfatzt, hat man halt was falsch gemacht. Kommt wohl öfter in dem Bereicht vor. Ich habe da mal ein gutes Forum gefunden, in dem es einen Bereich nur für Tameshi-Giri gibt. Muß mal nach der URL suchen. Da wird öfter mal von so komischen Vorkommnissen berichtet. Das passiert auch mit ganz teuren supergeschmiedeten und durch das Blut von Jungfrauen abgeschreckten Klingen vor....
Deshalb ist ja meiner Meinung nach das Practical und das Practical Plus so practical :irre: , weils halt nicht so teuer ist. Stellt Euch mal vor, es passiert einem mit einem 2000 Euro-Schwertli. :glgl: :hintern: :argw:
 
Hi Tier,

ein schöner Test.
Es ist ganz praktisch, wenn man seine Erfahrungsberichte hier mal kundtut. Hat mir auf jeden Fall schon mal in meiner Entscheidungsfindung, welches Schwert es denn sein soll, weitergeholfen.

Gruß, 1
 

dia-tomic

Mitglied
Original geschrieben von El Dirko
Lechz.
Cooler Test. Ich mache meine Freiübungen ja nach wie vor mit einem 420 billig Schwert. (Grade und kurz und ziemlich stumpf.)
Ich werde es mal kürzen, es ist mir immernoch zu lang.

El

ehm ... naja ich finde ist auch gut wenn man mit einem billig schwert anfängt, die hand-geschmiedeten katanas sind mir doch ein weinig zu scharf, und ich bringe nicht uber's herz eine ab 2000€ klinge für übungen zu versauen

sonst is der bericht ziemlich klar und deutlich
 

Miroculix

Mitglied
Ich habe mir das Schwert jetzt auch gekauft.
Allerdings habe ich 299 EUR dafür bezahlt, ist das okay?

<<< entfernt >>>

Kann man dabei wirklich von einer handgeschmiedeten Klinge reden? Und ist die wirklich 6 mal gefaltet?
Hier der Shop, wo gesagt wird, dass es 6 mal gefaltet sein soll:

<<< entfernt >>>

Den Griff werde ich vielleicht noch anders wickeln. Vielleicht wie es hier beschrieben ist: http://www.jogibeer.de/katana/index.htm
Was meint ihr?

Und ist bei euch (sofern ihr das gute Stück auch habt) die Scheide auch ziemlich voll Öl? Beim Rausziehen ist die Klinge ungleichmäßig verölt und es hängen Holzspäne dran. Habt ihr das irgendwie auf Reihe gekriegt?

Gruß von einem frisch gebackenen Katana-Besitzer

:lechz: Michael
 
Zuletzt bearbeitet:

Viator

Mitglied
Ächz... das ist ja witzig. Manchmal liegt sowas anscheinend echt in der Luft. Ich kann dir sogar aufs Gesicht zusagen, daß du das Teil bei samuraischwerter.de gekauft hast.

Witzigerweise wurde nämlich grade vor ein paar Tagen genau dieses Thema bzgl. dieser Website in einem anderen Forum besprochen, wo ich gelegentlich poste. Hier der Direktlink zum Thread:

http://www.nordavind.net/forum/viewtopic.php?t=103

Um's kurz zu machen: du wurdest übers Ohr gehauen, die Klinge ist nämlich gar nicht gefaltet. Diese Art von absichtlich falscher Produktbeschreibung ist in meinen Augen Betrug.

Die denken sich wohl: wer sich auskennt, kaufts eh nicht bei uns, und wer sich nicht auskennt, merkt auch nicht, das er übers Ohr gehauen wird.

Also, ich würde die damit jedenfalls nicht durchkommen lassen. Die Varianten, die ich sehe, wären:
1. Hinfahren und [HankEr: immer schön sachlich bleiben!]
2. Verklagen wegen Betrugs/arglistiger Täuschung

Oder wenn dir das zuviel Aufwand ist, dann doch wenigstens von deinem Rücktrittsrecht Gebrauch machen, und lieber woanders ein Katana kaufen. Sowohl Thomas Wahl wie auch Nordavind bieten es für ca. 250 Euro an. Oder du legst ein paar Flocken drauf und besorgst dir etwas gescheites.
Aus Prinzip aber würde ich diese Betrüger nicht damit durchkommen lassen, dir dein sauer verdientes Geld abzuschwindeln. *aufreg* :mad:
 

Menuki

Mitglied
Miroculix schrieb:
Kann man dabei wirklich von einer handgeschmiedeten Klinge reden? Und ist die wirklich 6 mal gefaltet?

Hi Michael,
also die Klinge des Practical Katanas ist nicht gefaltet...
...s.o. (Da war wohl einer schneller...)

Ich habe meines aus den USA bestellt - hat alles prima geklappt (auch wenn der Zoll dann noch kohlemäßig frech zugelangt hat :mad: )

Schau' dass Du dein Teil zurückgeben kannst und bestell es Dir dann bei den Händlern, mit denen die hier im Forum gute Erfahrung gemacht haben.


Viel Erfolg und Spaß damit! ;)
 
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Miroculix

Mitglied
Damit hier keine Verwirrung aufkommt:
Ich habe mein Posting oben erweitert um die Quelle und einen Screenshot vom Shop.

Danke für eure Hinweise, ich werde mich gleich mal bei dem Shop melden.
:mad: :mad: :mad:

@ Viator: Wenn es nichtmal 250 EUR wert ist, wieviel ist es denn dann in etwa Wert?

6 mal gefaltet kam mir gleich komisch vor. Aber stimmen denn wenigstens die anderen Angaben? Also was "Tierlieb" oben schrieb... :confused:

Härte: Klinge 60 HRC, Rücken 40 HRC laut Hersteller.
 
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Viator

Mitglied
Also billiger als die 250 Euro wirst du's neu kaum kriegen. Und immerhin ist ja auch die Saya und ein Stoffbeutel dabei. Aber es ist eben Fakt, dass das Schwert in den USA für unter $200 gehandelt wird, wenn man da die deutsche Mwst dazurechnet, ist das nach derzeitigem Kurs unter 200 Euro.
 
Hallo Leute,
was ich noch zu dem Thema weiss:

1.
Die günstigste europäische Quelle für das PK, die ich kenne, ist: http://www.ingali.com
Der Shop ist in Belgien und inkl. Versand nach Deutschland kommt das PK für ca. 227 EUR (laut einem Forumianer eines anderen ähnlichen Forums; ich habe aber noch keine Erfahrungsberichte zu diesem Shop gelesen).

2.
Meines Wissens nach ist die Klinge des PK nicht gefaltet. Wenn es gefaltet wäre, so würden doch sämtliche Vertreiber das auch ganz gross betonen. Aber: ich war noch nie beim Produktionsprozess dabei und kann deswegen nur mutmaßen.
Was mich bei den Paul Chen Schwertern stört, ist, dass der Hamon geätzt und nicht poliert ist. Die Säure, die man dafür braucht, kriegt man NIE ganz wieder aus dem Stahl und lässt den Hamon mit der Zeit ermüden/blass werden, was bei einer richtigen Politur schon ärgerlich sein kann.

3.
Einfuhr aus einem Nicht-Eu-Land:
Dazu kommen 16% Einfuhrumsatzsteuer und 1,7% Zoll (für Messer/Blankwaffen). Grundlage ist der Gesamtpreis (inkl. Versandkosten). Weiterhin ist der Geldtransfer ins Nicht-Eu-Ausland auch meistens nicht günstig. So sollte man sich also alles zusammenrechnen, bevor man bestellt. Vielleicht ist's doch in der Heimat günstiger als man denkt (und ihr tut was für's gute Europa :hehe: )

4.
Der rechtliche Teil:
Du und der Shop habt einen Kaufvertrag nach §433 BGB:
Du -> Kaufpreis gezahlt -> JA.
Shop -> Sache frei von Mängeln Dir verschafft -> NEIN. (Sachmangel ist u.a. das Fehlen einer zugesicherten Beschaffenheit (gefaltet!) nach §434 Abs.1 Satz1 BGB)

Deine Rechte bei Mängel (§ 437 BGB Varianten 1-3):
1. Nacherfüllung
2. Rücktritt vom Vertrag ODER Kaufpreisminderung
3. Schadensersatz ODER Ersatz vergelblicher Aufwendungen

Alle Varianten haben gewisse Bedingungen, wie z.b. Fristsetzung. Und da jetzt noch näher drauf einzugehen, will ich mir und Dir nicht antun. Wenn Du Lust hast, schnapp Dir einfach ein BGB (glaub, die 54. Auflage ist die aktuelle).



Mein Tip für Dich: einfach mal beschweren, dass die Klinge ja gar nicht gefaltet wäre und Du Dein Geld zurückhaben wolltest. Stell Dir das aber nicht so einfach vor.

Danach:

-entweder Sparen für:
--ein anderes Schwert von einem Schmied, der sich damit auskennt und Dir was "richtiges" machen kann (Schmiede aus deutschsprachigen Landen laufen hier doch einge rum, oder nicht?! Oder Du fragst mal in Japan an)
--oder ein anderes "fertiges" Schwert (z.B. Last Legend -Du hast in deren Forum ja schon gepostet ;) )

-oder woanders kaufen (Thomas Wahl, ingali, etc.)


Wünsch Dir auf jeden Fall viel Erfolg und/oder viel Spaß mit Deinem neuen Schwert, das bei guter Pflege und eventueller Verschönerung ja auch kein zu verachtenes Schwert sein kann.

Gruß, sin²+cos²
 
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Miroculix

Mitglied
Danke für die ausführlichen Hinweise! :super:

Ich habe mit dem Shop Kontakt aufgenommen.
Einen Preisnachlass gibt es nicht. "Ich könne aber selbstverständlich das Schwert zurücksenden" und bekomme mein Geld zurücküberwiesen...
... na wollen wirs mal hoffen. :hmpf:

Habe mich jetzt ein wenig in das Tsunami DS verliebt. Das ist zumindest ein Schwert wie ich es mir gewünscht hatte. Muss nur ein wenig sparen... :cool:
 

Bene686

Mitglied
faltung

wenn bei einem Schwert nur ein stahl angegeben ist ,würde ein faltung ja auch keine verbesserung herbeifüren.