Paul Chen / Hanwei - Europäische Blankwaffen

Tierlieb

Mitglied
Hallo zusammen!
Hatte schon jemand welche der europäischen Waffen von Paul Chen in der Hand?
Was taugen die als echte Waffen? Ich interessiere mich besonders für das Practical Rapier, da habe ich auf einer Vergrößerung, die Thomas Wahl mir netterweise geschickt hat, so eine Verbreiterung auf der Spitze. So'nen Nüppel halt.

Das sieht mir schon mal nicht mehr wie echte Waffe aus. Jetzt sorge ich mich, ob die Klingengeometrie eher schaukampftauglich gehalten ist (sprich tiefere Hohlkehle, stumpfe und breite Schneiden), ob die Härte paßt und ob die Flexibilität eines europäischen Rapiers beibehalten wurde -- das Katana verbiegt sich ja auch nur, aber ich frage mich eben, ob das nur einfacher zu machen war oder ob es dem japanischen Stil entsprechen sollte. Ich bin halt skeptisch.

Auch wenn das Rapier verhältnismäßig günstig ist und dank Thomas tollem Osterangebot um so mehr, so möchte ich nichts riskieren...

Schwerter kaufen ist für mich bisher fast immer so ein deprimierendes Erlebnis gewesen (von 8 Stück taugten 2 was -- das Practical Katana als Echtwaffe und das Paul Binz Wiki-Schaukampfschwert).

Kennt jemand vielleicht andere Tests? Ins swordforum werde ich mich jetzt gleich selbst begeben, aber ansonsten kenne ich nicht viele Webseiten.

MfG, Tierlieb
 

Tierlieb

Mitglied
http://forums.swordforum.com/showthread.php?s=&threadid=15652&highlight=paul+chen+practical+rapier

Okay, nachdem mir dann mein Passwort beim swordforum wieder eingefallen ist, war es doch ganz schnell erledigt.
Für alle, die ungern Englisch lesen oder sich da nicht registrieren wollen, meine kurze Zusammenfassung:

Das Practical Rapier ist definitiv eine Trainingswaffe. Wird von den meisten Leuten, die was dazu gesagt haben, als ein wenig zu flexibel beschrieben, aber als gute Anfängerwaffe für das Training bei der SCA (und SCA in Amerika ist ja mehr oder weniger _die_ Mittelaltertruppe), wobei der streit geht, ob man beim geringen Verschleiß an einem Rapier nicht auf die Anfängerwaffe verzichten sollte und gleich soviel Geld wie möglich investieren sollte.

Das war meine kurze Zusammenfassung der gefunden Swordforumstexte per http://forums.swordforum.com/search...d=109642&sortby=lastpost&sortorder=descending

Practical Rapier fällt damit wohl aus, für das Training benutze ich leiber eine (noch herzustellende) Feder nach dem Vorbild von Arno Eckhardt (www.dietraumschmiede.de).
Ich werde mal nach Erfahrungen mit einem höherwertigen Exemplar schauen (aber die sind dann wieder in der Preisklasse der Practical Katanas).

Hat jemand von Euch was zu berichten?


MfG, Tierlieb
 

realbat

Mitglied
Hast du mal ein paars Specs der Waffe? Also für Schaufkampf werden eigentlich nur stumpfe Klingen verwendet, wegen der Absplitterungsgefahr. Glaube aber nicht das die Europawaffen von Hanwei dafür gearbeitet sind. Habe ich auch nirgendwo gelesen das es anders wäre. Zum üben sicherlich ok.
 

Tierlieb

Mitglied
Specs der Waffe sind ein echtes Problem: Die Rapiere gibt es in 38 und 43 Zoll, mehr weiß ich gerade nicht. Da kannst Du allerdings einiges bei www.by-the-sword.com finden.

Was Schaukampfwaffen angeht: Ich finde es auch seltsam: Das Practical Katana ist eine echte Waffe, ausgelegt für Schnitttests.
Aber das Practical Rapier und auch das Practical Knightly Sword sind beides Schaukampf-Waffen (das Knightly Sword ist übrigens mit angegebenen 2.2lbs ziemlich leicht für einen stumpfen Schaukampfprügel).
Ich vermute mal, Hanwei hat einfach geschaut, wo der größte Bedarf beim jeweiligen Modell herrscht und es dann möglichst günstig produziert: Für europäische Waffen gibt es eben wenige, die sich für Schnitttests (oder eher Hau- und Stichtests in den meisten der Fällen) interessieren dürften. Dafür gibt es wohl auf dem amerikanischen Markt viele aus der SCA, die Schaukampfwaffen haben wollen.

Jedenfalls sind beide Modelle Schaukampfwaffen, die scharfen Versionen sind um einiges teurer (bei Thomas Wahl ganz leicht zu erkennen: Das sind in etwa die in der Preisregion des Practical Katana).

MfG, Tierlieb
 
Hallo!
Ihr wollt ein qualitativ hochwertiges Schaukampfschwert,
dass euren Vorstellungen entspricht. Einfach ein Custom bauen lassen. Ist bei Selten-Handwerk preiswert und hat ne erstklassige Qualität!
Habe mir da schon einige Customs machen lassen und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
 

Viator

Mitglied
Seid gegrüßt!

Dies sei mein erstes posting in diesem Forum:

Ich hatte neulich die Gelegenheit, mit einigen CAS Iberia Schwertern (lies: Paul Chen / Hanwei) herumzufuchteln. Habe mir auch was gekauft, nämlich einmal das "Practical Hand-and-a-Half", und zum zweiten, und das dürfte dich mehr interessieren, das Fencing Rapier mit Main Gauche.

Das PHH ist halt ein stumpfer Anderthalbhänder, entspricht also dem Practical Knight und Practical Viking. Ganz unspektakulär. Nicht so lumpig wie das indische Zeug, wo überall der Kleber rausquatscht, aber auch nicht sooo präzise und sauber verarbeitet.

Das Fencing Rapier ist dagegen echt schmuck, ich hatte aber noch keine Gelegenheit, es einzufechten. Das Rapier hat im Wesentlichen eine Degenklinge, die aber recht hart ist (afaik C90er Stahl). Wenn du mit einem normalen Degen z.B. eine Matte "angreifst", biegt sich der Degen. Wenn du das mit dem Fencing Rapier machst, hauts die Matte weg. ;)

(Zur Information, ich habe kürzlich mit olympischem Fechten angefangen, möchte dann mal mit Rapierfechten weitermachenn.)
 

realbat

Mitglied
@Viator

Hallo im Forum und viel Austausch mit uns allen!:)

Der Ersteller des Themas hat sich vor kurzem leider vom
Forum distanziertTierliebs austreten

Tja schade wegen sowas :( !

Egal, gegen welche Matte(n) hast du denn den Degen gerichtet?
Bambus oder was anderes? Es kommt halt auch immer ein bissl auf die Konsistenz der Matte an.
Ich persönlich nehme zum Tameshigiri (Schnitttest), bin mehr so der Japanschwertfan, eine gerollte Bambusmatte.
 

Floppi

Mitglied
Original geschrieben von Viator
Das Rapier hat im Wesentlichen eine Degenklinge, die aber recht hart ist (afaik C90er Stahl). Wenn du mit einem normalen Degen z.B. eine Matte "angreifst", biegt sich der Degen. Wenn du das mit dem Fencing Rapier machst, hauts die Matte weg. ;)
Was heißt "im wesentlichen eine Degenklinge"? Schlager oder Epee? (Oder für die nicht Fechter: Rhombischer Querschnitt oder dreieckige Klinge?)

(Zur Information, ich habe kürzlich mit olympischem Fechten angefangen, möchte dann mal mit Rapierfechten weitermachenn.)
Bzgl. olympisches Fechten/Rapierfechten: Ich hab zwar nie olympisches Fechten gemacht, mich aber mit Rapierfechten beschäftigt. IMHO sind das 2 total unterschiedliche Dinge. Sowohl vom Fechtstil, als auch von den Waffen. Der Degen beim olypmpischen Sportfechten wiegt meines Wissens nach ca. 700g. Ein originalgetrauer Rapier ja nach Ausführung um die 1250g. Das Rapier ist dabei auch noch meist länger. Hängt ein wenig davon ab, aus welcher Zeit und Region das Rapier stammt.
Gute Seite mit vielen Transkriptionen von Fechtbüchern: www.freifechter.org
 

Viator

Mitglied
Tja, das es in Foren immer wieder mal zu Knatsch kommt, ist ja nichts neues. Ich hab mir aber ehrlich gesagt den Austritts-Thread nicht weiter angesehen. ;)

Was nun mein Rapier angeht, es hat eine Epée Klinge - um genau zu sein, Double Wide Epée Blade; gibt es aber alternativ auch mit Schlager blade. Mag sein, dass es eine Winzigkeit schwerer ist als ein Degen, aber so genau nehm ichs da nicht. Zum Schattenfechten reichts erstmal ;)

Achja, was die Matten angeht: dabei handelt es sich um ziemlich profane Sportmatten (ca. 20cm dick), die halt in der Turnhalle, wo meine Fechtgruppe übt, an der Wand stehen. Also nix mit Bambus oder so. :)
Was Katanas angeht, hab ich ja im anderen Thread was zu gepostet, ich kenn mich quasi null damit aus aber das möchte ich ändern.