Passaround-Berichte Timberline ECS

keyplus88

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Eine reich bebilderte Beschreibung des Passaroundmessers (Prototyp!) von pitter gibt`s hier:
Timberline ECS

Eine Woche lang durfte ich das Timberline ECS jetzt nutzen.
Ein Guide bin ich nicht, Raften geh` ich auch nicht.
Aber Erdnussbutter hab ich daheim. :ahaa:

D.h. bei mir durfte das ECS vorwiegend Haushalts-/Küchenaufgaben meistern. Und das hat es zu meiner vollsten Zufriedenheit getan.
Bei beruhigenden 5mm Klingenstärke darf das Brot dann auch mal vom Übervortag sein und die Butter streichen wir auch halbgefroren. Kein Problem!
Und die ausgeprägte Spitze penetriert mühelos auch widerspenstige Verpackungen.

Der AUS-8 aus dem Land des Lächelns ist gewohnt gutmütig in der Pflege. Sharpmaker zum Scharfhalten hat dicke gereicht.
Die Beschichtung gibt anfangs noch gut Farbe ab. (Merkt man schnell beim Butterschneiden...;))

Die Handlage des Messers geht auch in Ordnung, passable Größe für ein echtes EDC-Fixed. Die "Verriegelungsfeder" freut sich über einen Spritzer WD-40 (oder etwas Butter), dann quietscht sie beim Zupacken nicht so.

Womit wir bei der Scheide wären:
Das Verriegelungssystem funktioniert erstklassig und intuitiv.
Gut gemacht, Herr Fellhoelter!

Ich hab mich in der Testwoche für den Gürtelclip entschieden, meine Kleidung ist leider nicht M.O.L.L.E-kompatibel.
Tja, der Gürtelclip. Schaut gut aus, trägt aber leider extrem dick auf.
Dafür ist der "Widerhaken", der ein Herausrutschen aus dem Gürtel verhindern soll, leider etwas unterdimensioniert.
Fazit: Wahrscheinlich ist auch hier das Tek-Lok die bessere Alternative.
(Hab`s allerdings nicht ausprobiert.)

In Summe ein nettes Fixed für jeden Tag.
Wenn der Preis hier in D nicht wesentlich über EUR 50,- liegen sollte, kann man das schon kaufen. :super:

Herzlichen Dank an pitter & The Great American Tool Company!
 
Ersteinmal vielen Dank an Pitter dafür, dass ich das Messer testen durfte!:super:

Dann will ich mal von meiner Woche mit dem Timberline berichten:

Nach Pitters Vorstellung des Messers war ich restlos begeistert. Mir gefiel das Messer zum einen optisch ziemlich gut, zum anderen fand ich den Mechanismus, mit dem das Messer in der Scheide gehalten wird, überragend und war voller Vorfreude.

Das Messer kommt in einer wirklich schicken Verpackung, in der sich das Messer mitsamt Zubehör ordentlich präsentiert. An diesem Punkt hat sich meine Vorfreude dann endgültig ins Unermessliche gesteigert.

Als ich das Messer dann allerdings das erste Mal aus der Verpackung genommen hatte, verflog die Freude leider ziemlich schnell.
Das Messer liegt einfach nicht gut in der Hand. Hätte ich das Messer im Laden das erste Mal in die Finger bekommen, hätte ich es wahrscheinlich umgehend wieder zurück ins Regal gelegt.

In diesem Fall wollte ich dem Messer aber nochmal eine Chance geben:
Das Timberline wurde, wie in Pitters Vorstellung zu lesen ist, als Notfallmesser beim Rafting konzipiert.
Nun bin ich kein Rafting-Experte, aber würde ich ein vollwertiges Messer auf einer Outdoor-Tour mitführen, würde ich es auch für andere Aufgaben einsetzen wollen, die im Outdoorbereich hin und wieder anfallen können. Da ich der ungekrönte Meister des „Pause-Machens“ bin, kamen mir spontan Essen zubereiten und Feuer machen in den Sinn, also Schuhe angezogen und erstmal ab in den Wald.
Leider setzte sich mein erster Eindruck bezüglich der schlechten Handlage konsequent fort.
Holz spalten und Hacken wollte ich dem Messer ersparen, da es nicht meins ist. Ich glaube aber nicht, dass es da Schwächen gezeigt hätte, dafür macht es einen zu robusten Eindruck, also wurde nur geschnitzt…

Beim Schnitzen habe ich i.d.r. den Daumen auf dem Klingenrücken um mehr Kraft aufbringen zu können. Das geht allerdings nur bedingt, da der ausgeprägte Handschutz dies verhindert.
Legt man den Daumen dann an den Griff an und umschließt ihn mit der kompletten Hand, verursacht die Riffelung des Griffs unangenehme Druckstellen an der Hand und nach kürzester Zeit deuteten sich dann auch Blasen an.:jammer:
Die Riffelung sorgt zwar für jede Menge Griffsicherheit bei Nässe (ich hab’s natürlich ausprobiert) und zusammen mit der ausgeprägten Spitze ist das Teil sicherlich prädestiniert um „Böden aus Boten“ o.Ä. zu trennen, aber von einem vollwertigen Messer (was Größe und Gewicht angeht) erwarte ich eigentlich ein bisschen mehr.

Zur zweiten Disziplin, dem Essen zubereiten, ging es dann wieder in die heimische Küche.
Dass das nicht gerade die Stärke des Timberlines werden würde, dachte ich mir schon. Dagegen spricht alleine schon der ausgeprägte Hohlschliff in Verbindung mit der ordentlichen Klingenstärke.
Beim Schneiden mit so kleinen Messern lege ich in der Regel den Zeigefinger auf den Klingenrücken…Pustekuchen, der Platz ist für den Handschutz reserviert. :(
Hat man sich dann mit der Griffposition arrangiert, schlägt es sich dann eigentlich ganz passabel.
Tomaten, Mozarella, Brot…alles kein wirkliches Problem, Spaß ist aber was anderes.

Nach den beiden Disziplinen, war die Lust auf Testen dann eigentlich komplett verflogen, ich hab’s mir dann aber trotzdem mal an den Gürtel gemacht und hin und wieder verwendet…Briefe, Pakete und Verpackungen öffnen, also nichts Dramatisches:eek:

Bei meinen negativen Eindrücken bezüglich des Griffs ging die Bewertung der Scheide leider komplett unter, was schade ist, weil diese wirklich genial ist!
Intuitives Ziehen ohne Widerstand, aber trotzdem ein absolut bombiger Sitz…Geniales System!

Fazit:
Optisch schönes Messer, das im Notfall absolut intuitiv zu ziehen ist und dadurch sicherlich seinen Zweck erfüllt, aber außer „Böden aus Boten“ schneiden kann es leider nichts wirklich gut.
Im Notfall mag das ausreichend sein, aber ich persönlich möchte auf einer Tour nicht mehr als ein Messer dabei haben, weil ich die Dinger nämlich alle selbst tragen muss :D

Grüße
Tunichtgut
 

Raoul Duke

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Hallo miteinand’!

Vorab vielen Dank für die Möglichkeit das Timberline ECS testen zu können!

Hier nun meine Eindrücke:

Das Messer kommt in einer hübschen Verpackung mit jeder Menge Zubehör. Davon war ich sofort begeistert. Nicht nur verschiedene Möglichkeiten das Messer in der Scheide zu tragen werden angeboten sondern vor allem auch noch ein paar schwarze Griffschalen.
Auf den Bildern von Pitter sieht das Orange der Griffschalen schön leuchtend aus, in der Realität kommt das nicht ganz so rüber. Kann natürlich sein, dass die Farbe ein wenig durch Handschweiß bzw. die allgemeine Benutzung nachlässt.
Ohnehin habe ich direkt die schwarzen Griffschalen montiert, da ich normalerweise eher nicht in Situationen gerate in denen ich mein Messer anhand der Farbe finden muss und mir das unauffälligere schwarz eher liegt.

Um das Messer zu tragen habe ich mich für den Gürtelclip entschieden, da sich dieser auch wunderbar schnell an den Hüftgurt meines Rucksacks clippen und wieder abnehmen lässt.
Auch am Gürtel war das Messer angenehm zu tragen und sitzt ziemlich hoch. Für mich positiv, da ich normalerweise kein Fixed im Alltag trage und erst recht nicht meine Mitmenschen auf das Messer am Gürtel aufmerksam werden sollen. T-Shirt drüber, fertig.

Das ECS kam mäßig scharf bei mir an, aber ich war überrascht wie schnell es mit dem Sharpmaker auf Rasierschärfe zu bringen war. Für ein Messer das für den Einsatz „draußen“ gemacht ist wunderbar, das kriegt man zur Not auch mal mit nem Stein scharf könnt ich mir vorstellen (probiert hab ich das mal lieber nicht). Insgesamt eben „typisch“ AUS-8, nicht besser und nicht schlechter als meine anderen Messer aus diesem Stahl.

In der Küche gab’s für das Timberline keine Aufgaben, auch das mit der Erdnussbutter respektive Nutella :hehe: hab ich nicht ausprobiert. Würde wohl gehen, aber im Notfall reichen dafür auch die Finger. :D
Von der Klingengeometrie und –stärke her eignet sich das ECS wohl nicht wirklich für Küchenarbeiten. Von dem Handschutz mal ganz abgesehen.
Dieser stört wirklich in vielen Situationen und das Messer hätte ohne ihn ein größeres Einsatzspektrum.

Im Wald hat sich die Notfall-Erdnussbutter-Aufstreichhilfe dann doch schon eher wohl gefühlt. Schnitzen und Stöckchen anspitzen ging gut, wenn auch nicht fantastisch. Darauf ist der Griff einfach nicht wirklich ausgelegt und der Handschutz ist mir auch hier störend aufgefallen. Statt diesem mehr Platz für den Daumen wäre besser. Rutschfest ist der Griff allerdings und sollte er wohl auch sein, wenn das Haupteinsatzgebiet Wassersport ist.

Das Verriegelungssystem funktioniert einwandfrei und narrensicher, da gibt’s nix zu meckern. Eine sehr gute Idee, vor allem wenn man bedenkt wofür das Messer gemacht ist.
Wenn’s schnell gehen muss, packt man den Griff automatisch fest genug um das Messer ziehen zu können. Andersrum halte ich für ausgeschlossen, dass man das Messer verliert (außer natürlich komplett mit der Scheide). Für so eine Raftingtour würde ich auch nicht auf den Gürtelclip vertrauen, aber dafür werden schließlich auch andere Möglichkeiten der Befestigung mitgeliefert.

Insgesamt ein schönes Messer und ein gelungenes Konzept. Für Leute die wie Brian Rafting-Touren und ähnliches machen oder ein verlustsicheres Messer haben wollen eine klare Kaufempfehlung. Ich könnte mir gut vorstellen, das Messer als Backup dabei zu haben bzw. den Handschutz am Klingenrücken zu entfernen und das ECS als Outdoor-Messer zu nutzen.
Interessant wäre mal noch der Preis. Bisher hab ich das ECS nur mal irgendwo für ca. 100,-- Euro gesehen. Das wäre durchaus fair, gerade auch in Anbetracht des mitgelieferten Zubehörs.
 

chIntz

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Dann mag ich mich auch noch anschließen.

Pitters Kurzvorstellung hatte mir den Mund dermaßen wässrig gemacht, dass die Vorfreude auf das Messer recht groß war.
Umso mehr überrascht war ich, als ich dann ddie Box öffnete und das Messer selbst ausprobieren durfte.

Ich war erst etwas skeptisch was die Handlage des ECS betrifft, da ich mir das Verschlusssystem anatomisch recht ungünstig vorstellte.
Diese Befürchtung stellte sich aber als Grundlos heraus. Das Messer macht in jeder Lage eine gute Figur, auch beim Schnitzen, wo man ja auch eher Druck auf den Handteller ausübt, macht sich das blanke Metall der Feder nicht negativ bemerkbar.
Ich habe das Messer ein wenig in der Küche benutzt, auch hier kann man es verwenden, sofern man nicht filigrane Sellerieschnitzarbeiten damit beabsichtigt. Aber schneiden tut das Teil wirklich recht ordentlich.
Insgesamt kann man die Verarbeitung für ein Messer dieser Preisklasse als sehr ordentlich bezeichnen, es sitzt stramm in der Scheide, das Tragesystem mit Klettverschlüsssen ist, bis auf den Clip, sehr gut durchdacht und praxistauglich.

Einziger Makel ist der mitgelieferte Clip, der mit Klettverschluss an das Messer befestigt wird. Das Messer ist am Gürtel mit diesem Haken nicht wirklich stabil genug befestigt, bei höherer Beanspruchung wie Klettern oder Ähnlichem kann ich mir vorstellen, dass man das gute Stück mal verliert.

Timberline ECS Bild 1
Timberline ECS Bild 2
Timberline ECS Bild 3

Ich denke, das Messer könnte sich für mich als Allrounder durchaus durchsetzen, da ich die Handlage und die Klingengeometrie recht ansprechend finde. Und man bekommt für den Preis ein wirklich taugliches Messer, da hat Timberline vom Preis-Leistungsverhältnis wirklich wieder was Nettes rausgebracht. :super:

Grooz

chIntz
 
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