Original japanisches Katana/Wakizashi?

Koshirae

Mitglied
Geneigte Fachleute.

Mich beschäftigen zwei Fragen, auf die mir von dieser Runde ggf. Antworten erwarte.

Also,...

1. Bei ausgewiesen original japanischen Schwertern (egal ob z. B.Katana oder Wakizashi) ist KEINE Signatur auf der Angel vorhanden und es existiert auch kein Papier.

Können diese Stücke dennoch in nihonto bzw. im cobuse-Verfahren hergestellt worden sein? Oder ist soetwas grundsätzlich nicht möglich?

(Was bedeutet in diesem Zusammenhang eigentlich eine fehlende Signatur? mögliche Antwort-Frage: War das gefertigte Stück zu schlecht, aber zum Vernichten zu gut???)

2. Sich der ersten Frage irgendwie anschließend:

Kann ich im Umkehrschluss, bei einer vorhandenen Signatur von nihonto ausgehen, auch ohne Papier?

Ich bitte vorab die Fachleute um Entschuldigung, ob der ggf. etwas deletantisch wirkenden Fragestellungen!

mfG

Oli
 

sanjuro

Mitglied
Original-japanisches Katana/Wakizashi?

......zwei Fragen......

1. Bei ausgewiesen original-japanischen Schwertern (egal ob z. B.Katana oder Wakizashi) ist KEINE Signatur auf der Angel vorhanden und es existiert auch kein Papier. Können diese Stücke dennoch in nihonto bzw. im kobuse-Verfahren hergestellt worden sein?

(Was bedeutet in diesem Zusammenhang eigentlich eine fehlende Signatur?.....

2......Kann ich im Umkehrschluss bei einer vorhandenen Signatur von nihonto ausgehen, auch ohne Papier?

Ich bitte ......um Entschuldigung ob der ggf. etwas dilettantisch wirkenden Fragestellungen!.....
Nr. 1) ist für mich nicht recht verständlich. Ist der erste Satz eine Frage oder eine Feststellung? Sollte letztgenanntes zutreffen: nein, falsch.

Es gibt kein 'NIHONTO'-Verfahren (NIHONTO heißt 'japanisches Schwert'), KOBUSE steht für einen sehr einfachen Klingenaufbau mit Stahlmantel und elastischem Klingenkern. Eine Signatur macht weder ein originales noch ein gutes Schwert, und ein Papier (Du weißt, was damit gemeint ist?) bekommen Klingen mit und ohne Signatur, wenn ihre Originalität außer Frage steht, wenn der Zustand akzeptabel ist und die Zuordnung zu einer Schule oder einem Einzelschmied möglich ist.

Zu 2) Es gibt zahlreiche Klingen mit falschen Signaturen, es gibt sehr hochwertige und wertvolle OHNE Signatur, und wie man hört, gibt es auch (geduldiges) Papier....

Zu diesen Themen gibt es mittlerweile ein paar Buchtitel, sogar auf deutsch, deren Lektüre ich Dir empfehle.


Gruß

sanjuro
 
G

gast

Gast
@Sanjuro : Sehr gute Umschreibung :"Sehr geduldiges Papier" Wie vernichtend und höflich gleichzeitg.:super:
 

Koshirae

Mitglied
@sanjuro: Der unter 1. niedergeschriebene Satz war so ein "Eingangsszenario", also wie ist ein Schwert "ohne alles" zu beurteilen?!

Vielen Dank Männer, wie immer bei dem Thema, alles ist möglich! oder auch....studieren, studieren, studieren!

Grüße,

Oli
 

Ookami

Mitglied
[...]also wie ist ein Schwert "ohne alles" zu beurteilen?!

Nur mit viel Fachwissen und Erfahrung.

Man schaut sich das Schwert an und ordnet es anhand der Details einer Zeitepoche, Schule und evtl auch einem Meister zu. Wird natürlich schwieriger je weiter das Schwert vom Idealzustand - sprich einer professionellen Politur - entfernt ist.

Die Signatur ist dabei nur das Tüpfelchen auf dem i. Sie sollte bei einer kundigen Beurteilung des Schwertes lediglich das bestätigen, was man schon an der Klinge abgelesen hat.


Ookami
 

sanjuro

Mitglied
Original-japanisches Katana/Wakizashi?

....... wie ist ein Schwert "ohne alles" zu beurteilen?.....
Ich habe unter KATANA KANTEI bei Google das Folgende gefunden:

Katana Kantei: Facts and Fundamentals: a new book published by Kodansha

Das müsste Dir weiterhelfen. Es geht um die Beurteilung unsignierter Klingen. Du kannst Dich aber auch an die Europa-Abteilung der NBTHK wenden, wo regelmäßig auf Versammlungen die Beurteilung an hochwertigen Klingen geübt wird.

Viel Freude!

Gruß

sanjuro
 

sanjuro

Mitglied
Ich rate dringendst davon ab, den Nakahara-Wälzer mit seinen "Fakten" als Grundlage zum Einstieg zu nehmen. Viele der Ansichten, die er vertritt, sind gelinde gesagt, eher erstaunlich und aus der Sicht vieler einfach falsch.
Ich würde eher den Nagayama (Kantei Dokuhon), die Yamanaka-Newsletter 1-4 und die von Allan überstzten Nihonto-Koza-Bände als Anfangsliteratur vorschlagen......
Ich kenne von dem Buch nur die inhaltliche Zusammenfassung von Pierre Nadeau. Mein Hinweis sollte eigentlich nur eine Ermutigung sein, selbst im Netz und in Büchern nach Infos zu suchen.

Gruß

sanjuro
 
G

gast

Gast
@Sanjuro :
Genau deswegen warne ich vor dem Wälzer. Wegen so einer Zusammenfassug hab ich es mir ageschaft. Es hat mich wahrlich mehr als erstaunt...
Aber hast schon recht : Literatur lesen in größeren Mengen ist immer gut.:)
Gruß
Kaji
 

D.Kraft

MF Ehrenmitglied
Mein Meinung zu dem Buch " Fakts and Fundament"......

Es ist die schriftlich niedergelegte Meinung des Autor !!!!!! Punkt!

Diese Meinung sei Ihm gegönnt.

Ich werte das Buch als sehr schöne Anregung bei passender Gelegenheit mal im Angesicht eines Fallbeispieles darüber zu diskutieren.

Aber nicht hier und jetzt !

Teilweise sind die Argumente aber auch schon lange in der Scene bekannt und sorgen regelmäßig für Diss.

Nur bisher hat sich eben keiner getraut das mal zu Papier zu bringen.

Von daher empfehle ich dieses Buch schon....aber nicht für einen Neueinsteiger der noch sehr wenig an Klingen in Natura gesehen hat.

@Kajihei Für wahr ...gehen Sie zur NBTHK solange Sie noch da ist.