Öffentliche Verkehrsmittel = öffentliche Veranstaltung

DonDisco

Mitglied
Hallo alle zusammen,

kürzlich ist mir eine Horrorstory zu Ohren gekommen, die mich ganz blass werden lies:

Angeblich zählen öffentliche Verkehrsmittel zu den "öffentlichen Veranstaltungen" im Sinne des Waffenrechts.
Stimmt das?

Wenn ja, würde es bedeuten, dass ich in der Vergangenheit mindestens zweimal täglich das Gesetz verletzt habe (mit der U-Bahn ins Büro + Endura in der Tasche = Knast?).
Ich komme mir schon ein bißchen wie ein Outlaw vor... So hat sich also Billy the Kid gefühlt.


Im Ernst: Stimmt das?

Quelle dieser Info ist übrigens der aktuelle Globetrotter-Katalog.


Danke für die Aufklärung,
Don Disco
 

HankEr

Super Moderator
Ach von wegen.
Wer an öffentlichen Vergnügungen, Volksfesten, Sportveranstaltungen, Messen, Ausstellungen, Märkten oder ähnlichen öffentlichen Veranstaltungen teilnimmt, darf keine Waffen im Sinne des § 1 Abs. 2 führen.
Eine öffentliche Veranstaltung zeichnet sich dadurch aus, daß sie wie der Name schon sagt öffentlich (jeder darf hin, nicht nur geladene Gäste) und eine Veranstaltung ist (d.h. daß sie nicht regelmäßig stattfindet. Eine Party ist eine Veranstaltung (wenn auch meist nicht öffentlich), die Fahrt in die Arbeit ist keine Veranstaltung).

... zudem ist ein Endura keine Waffe.

Alle Angaben natürlich ohne jegliche Gewähr, aber manchmal frage ich mich schon. Das Gesetz ist nicht einfach und schon gleich nicht logisch, aber so kompliziert ist es auch wieder nicht. Richtet sich jetzt nicht gegen Dich, sondern gegen die die so einen Mist auch noch Schwarz-auf-Weiß verbreiten.
 

eisbaer

Premium Mitglied
Die Passage aus dem Globetrotter Katalog kenne ich. Vermutlich wollen die eben auf Nummer sicher gehen, damit keiner hinterher sagen kann: "Der Verkäufer hat aber gesagt das Messer darf ich überall mit hinnehmen!" und mit dieser Begründung evtl. das Messer irgendwann mal wieder zurückgeben will.

Letzten Endes dürfte aber auch hier der Satz: "Zwei Juristen, drei Meinungen." gelten.
Da Gesetze eben immer mehr oder weniger abstrakt formuliert sein müssen, gibt es bei der Auslegung im konkreten Einzelfall immer einen gewissen Interpretationsspielraum. (Dafür gibt es ja so viele Juristen)

So viel ich weiß, ist die Meinung, die im Globetrotter Katalog vertreten wird, eben eine Mindermeinung, die von HankEr dargestellte die gerade herrschende Meinung, der die nüberwiegende Mehrheit folgt.


Edit: Wie HankEr schon sagte: Das Endura ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Waffe im Sinne des WaffG.
Aber auch bei mir gilt: Alle Angaben ohne Gewähr!
 
Zuletzt bearbeitet:

DonDisco

Mitglied
Danke.

Wenn ich zuhause bin, suche ich die betreffende Seite im Katalog.

Das ein Endura keine Waffe ist, sehe ich genauso. Allerdings mit 10cm Klingenlänge wäre es bei einer "öffentlichen Veranstaltung" schon kritisch.

Andererseits kann ich die Klassifizierung von öffentlichen Veranstaltungen anhand des Merkmals "regelmäßig" nicht ganz nachvollziehen. Die Dippemess ist regelmäßig zweimal im Jahr, schon seit Jahrzehnten. Trotzdem wird niemand bestreiten, dass es sich hierbei um eine öffentliche Veranstaltung handelt.


Don Disco
 
Zuletzt bearbeitet:

HankEr

Super Moderator
Allerdings mit 10cm Klingenlänge wäre es bei einer "öffentlichen Veranstaltung" schon kritisch.
Nach dem Versammlungsgesetz (Demos; ist aber ja wieder eine ganz andere Baustelle) wahrscheinlich, aber nicht nach dem WaffG.

Andererseits kann ich die Klassifizierung von öffentlichen Veranstaltungen anhand des Merkmals "regelmäßig" nicht ganz nachvollziehen. Die Dippemess ist regelmäßig zweimal im Jahr, schon seit Jahrzehnten.
Ja das ist natürlich wie so vielen Relativ. Alles was täglich stattfindet ist auf jeden Fall definitiv keine Veranstaltung.

Immer noch ohne Gewähr.
 

eisbaer

Premium Mitglied
So weit ich weiß ist das mit dem "nicht regelmäßig" eher so zu verstehen, dass sich die Veranstaltung aus dem Alltagsgeschehen abhebt.

Da der regelmäßige Verkehr von öffentlichen Verkehrsmitteln aber durchaus Bestandteil des Alltagsgeschehens ist, würde ich sie nicht als öffentliche Veranstaltung betrachten. (Meine Meinung und ohne Gewähr)
 

Floppi

Mitglied
Was sind öffentliche Verkehrsmittel?

Hinweis: "Öffentliche Verkehrsmittel" ist ein relativ weiter Begriff. In Hamburg gibt's z.B. den HVV (Hamburger Verkehrsverbund). Das ist ein Zusammenschluss mehrerer "privater" Unternehmen. Und bei denen gibt's eine Hausordnung (die unter anderem besagt, dass man nur mit gültigen Fahrscheinen deren Grundstücke betreten darf). Ggf. gibt's in der Hausordnung anderslautende Beschränkungen bzgl. Mitführen von Waffen / gefährlichen Gegenständen.
 

eisensack

Mitglied
Eine öffentliche Veranstaltung muß sich räumlich UND zeitlich aus dem Alltagsgeschehen abheben.
Zum Beispiel ist ein zeitlich begrenzter Jahrmarkt ist eine öffenliche Veranstaltung,ein Vergnügungspark nicht.
 

Hayate

Mitglied
Re: Was sind öffentliche Verkehrsmittel?

Original geschrieben von Floppi
Ggf. gibt's in der Hausordnung anderslautende Beschränkungen bzgl. Mitführen von Waffen / gefährlichen Gegenständen.

Wobei die Verletzung einer Hausordnung wesentlich weniger schwerwiegend ist als ein Verstoß gegen das Waffengesetz.
 

DonDisco

Mitglied
So langsam beschleicht mich das Gefühl, Jura studieren zu müssen...

Besteht der Sinn von Gesetzen eigentlich in der totalen Verwirrung der Bevölkerung? Oder soll durch Gesetze das öffentliche Leben geregelt werden?

Und für meine zwei Benchmade-Butterfly, die ich zur Polizei getragen habe, gab's auch keine Entschädigung. Enteignung durch Vadder Staat.
Wahrscheinlich wurden die ganzen abgegebenen Messer gesammelt und im Ausland verkauft, um die Staatsfinanzen aufzubessern.

Jetzt setzt die Resignation ein, mir is' alles egal und ich schleppe mit mir herum was mir gerade beliebt.


Danke,
Don Disco
 

Blackhawk

Mitglied
Soweit ich weiß ist das nicht der Fall. Bus=öffentliche veranstaltung.

Logisch weil keine Veranstaltung.

Ausserdem ist ein Spyderco Endura keine Waffe im sinne des
BundesWaffengesetzes. Damit darfst du auch auf den Rummel.

Um Waffe im sinne besaagtem Gesetzes zu seien müsste dein Endura:

Springmesser sein,

Balisong sein (Total verboten),

Auch am Klingenrücken geschliffen sein

oder zumindest als Waffe gedacht sein.(ist es nicht, denn der Hersteller giebt nicht die Bezeichnung Tactical oder vergleichbares an
und am Messer selber deuted auch nix darauf hin.)

Die Tatsache, dass man es mitttels einer Hand öffnen kann macht aus ihm (dem Endure) noch lange keine Waffe.

Richard:haemisch: