Obstbaumschnitt - welche und wieviele Messer ?

luftauge

Mitglied
Mal ne Frage am alle Gartenbesitzer und Obstbaumliebhaber:

Da ja nun der Saft "steht", bzw. stehen sollte, wird es auch bald Zeit für den Winterschnitt.

Wer aus dem Forum macht es selbst (traut es sich zu) ?
Welche Messer und wieviele verschiedene Messertypen (auch andere Schneidwerkzeuge) benutzt Ihr für Eure Schnittarbeiten ?

Auch interessiert mich die bevorzugte Stahlqualität des Messers, sofern angegeben (insb. rostend oder rostträge) mit Begründung.
Ebenso, ob Ihr für verschiedene Obstgehölze auch jeweils verschiedene Typen einsetzt.

Dass die Messer wegen der Baumhygiene regelmässig gereinigt und geschärft werden, ist wohl selbstverständlich, (edit:) regelmässig heisst normalerweise von Baum zu Baum !!!

Ich benutze eigentlich alles, was schneidet:
- Baummesser (Hippe) von Wolf (ist wohl 420er/4034), ggf. auch Teppichmesser mit Hakenklinge und auch Cutter
- Astschere
- Säbelsäge von Wolf
- LacBalsam zum versorgen der Schnittflächen

Gruß Andreas
 
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F

filosofem

Gast
Mein Vater kennt sich bei diesem Thema ganz gut aus. Wenn ich mich recht erinnere benutze er änliche Dinge wie du, also:

- Hippe (Kohlenstoffstahl, rostend, aber leicht zu schärfen)
- Astscheren (von klein bis riesig)
- irgendeine Säbelsäge (rostend?)
- ein kleines Messer mit einer "Hakenklinge", die genaue Bezeichnung fällt mir nicht ein.
- die abgeschnittene Stellen werden auch mit einer Tinktur bestrichen. Obwohl man das wieder mehr am lassen ist, da sich darunter auch öfter Pilze u.ä. bilden können. Obstbäume sollte man eher nicht damit bearbeiten. Haben eh weniger Saft, als z.B. ein Nußbaum.

Andreas, wenn du spezielle Fragen hast sag mir Bescheid. Ich werde ihn dann mal fragen. Hat auch meterweise Literatur zu diesem Thema.

Noch ein Nachtrag. Das Hauptwerkzeug ist eine Seilsäge von Felko.
 
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tiborius

Mitglied
Also wir benutzen dazu immer ne Astschere(schätz so 70cm lang) oder bei dünneren Äste und im Wengert Räbscheren.
Dazu Messer zu verwenden find ich ziemlich unnütz, macht vielleicht riesen Spaß, aber braucht unverhältnismäsig lang und ist oft auch ned möglich(wenn mer auf Grund von dichtem Gewächts ned aushölen kann oder die Äste zu stark nachgeben also die dünnen.)
 

Aleena

Mitglied
Hi,

ich benutze immer Scheren zum Teil recht große Teile zum eigendlichen Schnitt. Wenn mir die Schnittfläche nicht gefällt arbeite ich mit einer Hippe (rostend) nach.
 

luftauge

Mitglied
Also die Frage nach rosta/rostafrei ging in Richtung des feinen Schnitts, der bei alltäglichen Sachen so oft hervorgehoben wird.
Nur bei Baumarbeiten hat man ja meist mehrere Schnittguthärten in verschiedenen Feuchtegraden, von weicher Rinde zu mittlerem frischen Holz bis zu Nüssen oder hartem Kernholz (was allerdings im Baum seltener trockenhart ist).

Zu den eigentlichen Schnittarbeiten:
Bis ca. 10mm Astdurchmesser Astschere (eher eine Schnabelschere, evtl. gerade noch eine Ambossschere)
Ab 10mm die Säge, wenn Ast entsprechend erreichbar (meist steht Sandvik oder Schwedenstahl drauf :rolleyes: )

Das (die) Messer kommen meist erst beim "entgraten" (glätten) der Schnittfläche zum Einsatz, um die Wundränder/-flächen zu glätten, damit das nachwachsende Holz (-> Rinde/Cambium) sauber über die beschnittene Fläche wächst (die Oberfläche wird relativ größer, aber die Rauhheit kleiner = weniger Angriffsfläche in die Tiefe für Pilze und sonstige Verschmutzungen).

Dazu die Frage nach verschiedenen Messertypen in verschiedener Ausführung.

Ich würde zu einem Stahl von mindestens 420/4034 (vielleicht auch etwas darüber/besser) tendieren, je nach Baum und spezieller Schneidaufgabe - die Rostträgheit und gegenüber C-Stahl etwas höhere Schneidhaltigkeit ziehe ich beim Baumschnitt den feinen Schnitten vor, und sie lassen sich gegenüber Rostenden auch etwas besser pflegen.
Leider fehlen die Stahlangaben auf diesen Messern (meistens nur rostfrei oder Inox)

Für schnelle und dauerhafte Nachschärfbarkeit sehe ich keinen Anlass, da man sich bei solchen Arbeiten sowieso Zeit nehmen sollte, allerdings muss es auch nicht für mehr als einen Baum reichen.
und eine "hohe" Härte (>58 HRC) würde ich nicht unbedingt nehmen, da ein Verkanten und unerwünschtes Hebeln (Ausbruchgefahr) bei ungünstigen Astlagen nie ganz ausgeschlossen werden kann.

Gruß Andreas
 
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