Nochmal zum Streichriemen

ge2r

Mitglied
Hallo zusammen,

Ich habe mir nach der Anleitung in diesem Thread einen Streichriemen gebastelt und gute Erfahrungen damit gemacht.

Obwohl die Messer nach dem Abziehen deutlich besser rasieren (ich habe Probleme, noch Haare an meinem Körper zu finden zum Testen :steirer: ), hab ich das Gefühl, dass die Klingen etwas von ihrem Biss verlieren, z.B., wenn man sie ohne Druck über den Finger zieht.

Liegt das daran, dass der Grat verschwindet, oder mache ich was falsch ? Vieleicht arbeite ich mit zuviel Druck und die Schneide wird konvex ?

Danke schon mal im voraus für alle Tipps!

ger
 

Tolstoi

Mitglied
hallo ge2r,

das gleich passiert mir auch immer wieder. Das Du den Grat mit dem Streichriemen entfernst, ist sicherlich der Sinn des Streichriemens.
Schließlich sollte eine Klinge ja nicht mit dem Grat schneiden, da dieser zwar im ersten Moment sehr scharf ist, sich aber ziemlich
schnell umlegt, und das Messer somit wieder "stumpf" wird.
Ich denke es ist sehr wichtig auch beim Streichriemen den Schleifwinkel exakt einzuhalten, was mir sehr schwer fällt, weshalb ich mir für mein Lansky-Set so einen "Stein" nachgebaut habe.
Ich habe einfach ein Stück Leder auf ein Holz geklebt, welches ich vorher auf die Größe eines Lansky-Steines zurechtgesägt habe.
Mit diesem habe ich dann verschiedene Messer abgezogen (mit
Diamantpaste) und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Grüße

Tolstoi
 

WalterH

Mitglied
@ge2r: Jau, das ist paradox. Aber eine wirklich scharfe Schneide fuehlt sich beim sehr sehr sehr vorsichtigen Entlangfahren "stumpf" an. Das liegt daran, dass das was Du beim Entlangfahren spuerst, der Grat ist. Eine Art Mikro-Saege, an der die Fingerkuppe ab und an "haengen" bleibt. Wenn der Grat weg ist, gehts leichter - die Schneide selbst spuerst Du erst, wenn Du ein bisschen zu fest aufgedrueckt hast. Und dann ist's zu spaet! :D

-Walter
 

Andreas

Mitglied
und genau das, was walterh beschreibt ist halt die "krux".
eine rauhe klinge (micro-zahnung) ist klasse für einen ziehenden schnitt. die schneide zieht z.b. durch ein stück stoff wie durch butter. für einen drückenden schnitt (rasur), wenn die klinge durch das schnittgut ohne ziehende bewegung gedrückt wird, ist eine polierte, möglichst glatte klinge besser.
ist halt die frage, was du mit dem messer machen möchtest.
ich bin von der "haarspalt-schärfe" wech. mir ist die klinge dann "zu scharf". 1000er wasserstein, grat auf dem lederriemen mit ein paar zügen entfernen und gut.
 

Moppekopp

Mitglied
Wenn für einen Druckschnitt, wie beim Rasieren angewendet, ein Grad eher hinderlich ist, warum benutze ich dann bei einem Rasiermesser den Streichriemen um den Grad wieder aufzurichten?


Gruß Tobi
 

Andreas

Mitglied
mit dem streichriemen wird die schneide aufgerichtet, die sich zur "seite neigt". von einem grat würde ich bei einem rasiermesser da noch nicht reden.
 
S

SteffenG

Gast
Original geschrieben von Tolstoi
[...]Das Du den Grat mit dem Streichriemen entfernst, ist sicherlich der Sinn des Streichriemens.[...]
Das würde mich interessieren. Ich bin mir da nämlich nicht so sicher. Ich denke, wenn ich von den Steinen runtergehe, dann ist da kein Grat mehr, den ich mit einem Lederriemen aufrichten könnte.:p
Ich würde einen Lederriemen eigentlich hautpsächlich dafür verwenden, die Schneidenoberfläche noch glatter zu machen, um die Klinge für bestimmte Aufgaben zu optimieren (z.B. Rasieren).
Den Lederriemen zum Entfernen des Grats zu verwenden ist in meinen Augen ein bisschen wie schummeln.:argw: Zumindest stellt es für mich einen gewissen Anreiz dar eben schon nach den Steinen keinen Grat mehr zu haben.


perfektionistische Grüße
Steffen
 

HankEr

Super Moderator
Naja einen Grat mußt Du ja auch nicht haben, aber halt wenn man so will --- je nach Feinheit des letzten Steines --- viele kleine Grate. Die sind auch kaum abgestützt und fallen recht schnell um oder brechen ab.
 

HankEr

Super Moderator
Naja einen Grat mußt Du ja auch nicht haben, aber halt wenn man so will --- je nach Feinheit des letzten Steines --- viele kleine Grate. Die sind auch kaum abgestützt und fallen recht schnell um oder brechen ab.