No-Spin Techniken?

Shredder

Mitglied
Als Totalanfänger beginne ich gerade mit verschiedenen Wurftechniken herumzuexperimentieren. Besonders interessieren mich die No-Spin-Techniken, wie Ralph Thorn's Methode oder die russische Technik à là Yuri Fedin.
- Welche Erfahrungen habt ihr mit diesen Techniken?
- Gibts da Unterschiede?
- Was sind die Nachteile im Vergleich zu konventionellen Wurftechniken?
Danke für Eure Expertise...
 

MichaelPahl

Mitglied
Hi Shredder,

Es gibt folgende Nachteile gegenüber konventionellen Techniken:


1. Sehr schwierig zu lernen, besonders für Anfänger. Bevor du nicht ein richtig gutes Gefühl für's Messer und für's Werfen hast, solltest du damit nicht anfangen.

2. Die Messer fliegen unstabil (Drehung um die Längsachse und flattern)
aufgrund der fehlenden kinetischen Energie der Drehbewegung.

3. Geht nicht mit jedem Messer. Form und Gewicht spielen eine große Rolle. Hängt auch von der Wurftechnik ab. Thorn bevorzugt eher lange, schwere Messer. Thorns Technik weicht aber stark von der Fedins ab ist bei weitem nicht so ausgereift (ich sag mal Mist)

Fedin beherrscht diese Technik wirklich sehr gut. Ich kenne allerdings einen anderen Russen der diese Technik von Fedin persönlich gelernt hat und auch nach Jahren Trainings dies immer noch nicht überzeugend beherrscht.

Fedins Technik kann auch für Würfe mit Half-Spin angewendet werden.
Dies ist wesentlich effektiver und sicherer.

4. No-Spin heißt nicht, dass das Messer wie ein Pfeil die Hand verläßt. Vielmehr macht das Messer auf dem ganzen Weg zum Ziel etwa eine viertel Umdrehung (weil das Messer über dem Kopf losgelassen werden muß und wegen der notwendigen Handhaltung zum beschleunigen des Messers).

Dies bedeutet aber, dass der Wurf für verschiedene Entfernungen angepasst werden muß und nicht automatisch immer steckt. Diese Anpassung erfolgt durch winzigste Finger-, Hand- und Körperbewegungen und Krafteinsatz. Dies sauber zu beherrschen benötigt neben Talent extrem viel Training.

Aber wenn du Freude daran hast, warum nicht.

Gruß Michael
 

Shredder

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Hi Michael, vielen Dank für Deine Rückmeldung!
Ich benutze seit etwa einer Woche die Bowie-Axe-Kopien von Cold Steel und die Anleitung aus Thorns "Combat Knife Throwing".

Aber ich denke, ich habe schon erste Erfolge, nur die von Dir beschriebene Längsachsendrehung ist tatsächlich ein Problem. Ansonsten komme ich aber bisher ganz gut klar, zumindest auf Entfernungen zwischen 3 und 5 Meter. Mal sehen wie sich das noch entwickelt.
Ich bin aber offen für Tips und neugierig auf weitere Kommentare...
 
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Ookami

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Für No-Spin solltest du zu den Japanern gucken:
http://www.secrets-of-shuriken.com.au/
Die haben da eine wesentlich ausgereiftere Technik als der Thorn.

Generell kann man sagen, dass sog. Bo-Shuriken bzw. Spikes wesentlich besser geeignet sind, da ihnen die Rotation um die Längsachse zugute kommt - ähnlich wie bei einer Gewehrkugel. Außerdem haben sie durch den gedrungenen, massigen Aufbau mehr Stabilität und flattern nicht so leicht.

Es gibt auch viele Unterschiede zu den konventionellen Messerwurftechniken:
- Einsatz der Hüfte und des Handgelenks
- Explosivität
- Anpassung der Technik

Ich betreibe das gern und mit Übung lernt man es. Ich schaffe es, die Vierteldrehung innerhalb einer Distanz von 0 bis 6-7m nach Belieben zu manipulieren. Für weitere Distanzen braucht es ein paar Übungswürfe.

Wenn man beides trainieren will, westliches Messerwerfen und Shuriken-Jutsu, sollte man erstmal eines von beiden eingermaßen beherrschen. Ich merke es auch, wenn ich nach den Spikes Messer werfe, habe ich wesentlich mehr Fehlwürfe. Daher trainiere ich an dem jeweiligen Tag entweder das eine oder das andere.


Ookami
 

MichaelPahl

Mitglied
Hallo Shredder,

wie Ookami sagt. Fedins Technik ist eigentlich nur eine angepasste Form
der Shurikentechnik. Deshalb benutzt er auch kleine leichte Messer die man wesentlich besser beschleunigen kann.

Was Fedin als "Welle" bezeichnet, ist eigentlich eine Bewegung wie bei einer Peitsche die man knallen lassen will. Der Körper (Peitschengriff) gibt die Initialbewegung, die Welle pflanzt sich über die angehängten Glieder (Oberarm, Unterarm ... Finger) fort und wird dadurch schneller bis die Spitze der Peitsche Schallgeschwindigkeit erreicht und dadurch knallt.

Die Schwierigkeit für den Werfer gegenüber der Peitsche ist natürlich dass der Krafteinsatz jeder einzelnen Körperglieder zum richtigen Zeitpunkt einsetzen muss und das sehr schnell.

Wichtig ist kraftvoll aber trotzdem locker und geschmeidig zu werfen.

Der wichtigste Punkt ist, dass das Messer (Shuriken) so angefasst wird, das nicht der Daumen, sondern Zeige- und/oder Mittelfinger auf dem Wurfgerät ruht. Dadurch zeigt die Handfläche beim loslassen zum Ziel.
Bei dieser Handhaltung kann das Handgelenk wesentlich weiter abgeknickt werden (fast 180° über den ganzen Bewegungsbereich) und kann größere Kräfte übertragen.

Stell dir das Handgelenk bzw. die Finger als letztes dünnes Glied der Peitsche vor. Wenn die "Welle" richtig durchläuft, gibt es jetzt eine enorme Beschleunig (alles Technik, keine dicken Arme notwendig).

Gruß Michael
 

MichaelPahl

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Hallo Pavel,

leider kein Video von mir wegen fehlenden technischen Equipments wie Videokamera und so.

Aber es sieht so aus als würdest du den Bogen 'raushaben, Anerkennung :super:. Sind auch tatsächlich so um die 9m (habe deine Schritte gezählt :D)

Dann kannst du Shredder ja gleich die richtigen Tipps geben, und, falls ich Unsinn erzählt habe, den gleich berichtigen.

Ich persönlich werfe kein No-Spin, höchstens Half-Spin auf die Entfernung bis 10m. Aber die Technik ist dieselbe.

Allerdings bevorzuge ich Multi-Spinning, z.B. auf 10m so 4 bis 4 1/2 Umdrehungen, je nach Messer. Half-Spin mach ich nur so zum Spass nebenbei.

Deine Messer kann man allerdings nicht so deutlich sehen auf dem Video. Hast du die selber geschnitzt oder sind das welche aus dem Messerladen.

Gruß Michael
 

Opponent

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Hallo Michael,
du hast es sehr gut und richtig erklärt. :super:Vorteile, Nachteile und eventuell daraus folgende Probleme.
Nur in zwei Punkten bin ich nicht ganz mit dir einverstanden. Dass diese Methode schwer zu erlernen ist und dass Messer unstabil fliegt. Nur Frage der Technik. Sonst hast du alles richtig beschrieben.
Ach- ja, noch was. Ich würde jedem Anfänger nur raten- niemals auf Half-Spin greifen, bevor man No- Spin nicht beherrscht hat. Es ist doch zwei verschiedene Paar Schuhe.
Das du deine Video nicht stellen kannst- sehr Schade. Aber ich glaube dir aufs Wort. 3m.= 100,00 Punkten, 5m =78,00 Punkten.:super: Respekt.
Gruß Pavel.

P.S. Ich werfe TFT Cold Steel.
 
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Shredder

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Schön, dass sich aus diesem Thread eine Diskussion entwickelt! Leider kann ich derzeit nur kurz "auf Arbeit" ins Netz, daher noch keine genaue Analyse von Opponents Video. Sieht aber auf einen kurzen Blick sehr beeindruckend aus - vielen Dank! Auch Danke an Ookami für den Link - ich bleib mal dran...
 

Opponent

Mitglied
Moin Sergej, freut mich.:) Und das sieht nicht übel aus.:super: Wirklich, kein Schnack. Aber, wenn ich das bemerken darf, Abschuss sollte etwas früher stattfinden, ungefähr an der Kopfhöhe. Zuerst Ellbogen dann Handgelenk hinterher. Und ganz locker bleiben. Gruß Pavel.
 

Sergej Adams

Mitglied
Moin Sergej, freut mich.:) Und das sieht nicht übel aus.:super: Wirklich, kein Schnack. Aber, wenn ich das bemerken darf, Abschuss sollte etwas früher stattfinden, ungefähr an der Kopfhöhe. Zuerst Ellbogen dann Handgelenk hinterher. Und ganz locker bleiben. Gruß Pavel.
Serwus . du hast recht.das gilt wenn mann hat sein elbogen bei korper , dann abschluss an der kopfhohe.ich habe als grund genomen. kann mann sagen das wichtigste punkt ist elbogen und abschluss soll sein nicht spater als handgelenk erreicht flache mit elbogen.
 

Shredder

Mitglied
Habe aufgrund Eures Input auch mal angefangen, mich an der "russischen Technik" zu versuchen - und was Interessantes rausgefunden:
Die Technik erinnert mich stark an die Slaps oder Stockschläge aus dem Kali - und wenn ich versuche zu ignorieren, dass ich ein Messer werfe, klappt es bis auf 3m sogar schon recht oft...
 

Jonas85

Mitglied
Hallo, ich hab nach einigen Jahren Pause auch wieder mit Werfen angefangen. Die No-Spin-Technik finde ich für mich einfacher.
Werfe mit Walther ATK(270gr.) und den G.Hibben 12"Competition Thrower(324-329gr.)
Die andere Technik habe ich komplett verlernt.
Werfe die Messer fast genauso wie ich Shuriken werfe, durch den Zeigefinger zum Schluss den 'Klapps' nach unten um die Rotation zu stoppen.
Ist eigentlich die gleiche Handbewegung, wie wenn man flache Steine über die Wasseroberfläche 'schnippsen' lässt.
Und Pavel, du bist der 1. der von mir etwas zu sehen bekommt, wenn was kommt;)
 
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Opponent

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Hallo Jonas,
freut mich, dass von uns es viel mehr gibt. :steirer:Ein gutes Gefühl nicht allein zu sein. Warte mit große Neugier auf dein Video, weile jeder lernt von jemand anderen. Hier ein kleiner Hinweis, da mal ein kleiner Tipps und so baut man eine Mosaik.
Dein Messer Auswahl, bezüglich auf Gewicht, hat mich ziemlich neugierig gemacht. Wo kann man sie kaufen, oder wenigstens angucken? Ich habe schon mit Gedanken gespielt selbst anfangen welche zu machen, dafür diese Forum, denke ich so, ziemlich hilfreich sein kann.
Gruß Pavel.:super:
 

Opponent

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Moin, Jonas.
Ich wurde auch schon aus dem Garten von meiner Frau weg gejagt. Ich baue mir ein neues Plätzchen auf. Sag mal, liegt Hibbens Messer gut in der Hand? Wo kann ich mir Walter angucken?
Gruß Pavel.
 
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