Nähborsten

bert

Mitglied
Hi,
meine Nähborsten (Stahlborsten) sind alle!

Kennt jemand eine umgängliche Bezugsadresse?

Danke

Gruß
bert.
 

bert

Mitglied
Nähborsten,
das ist ein Stahldraht, ordentlich verdrillt mit einer Öse an einem Ende.
Diese verwende ich vorzugweise zum Leder nähen.

Ich habe sie früher aus der Schweiz bestellt, von einer Firma die in der Regel nur Schuhmacher/Schuster beliefern.
Mit einem Aug zudrücken durfte ich dort trotzdem bestellen. ;)

Jetzt suche ich eine Firma in Germany oder Austria.

Gruß
bert.
 

bert

Mitglied
Ja Achim das stimmt,
aber wer schon mal mit Borsten genäht hat....weiß sie zu schätzen.

Mit Sattler-Nadeln kann ich mich nicht anfreunden.

gruß
bert.
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
@ bert: da geht es Dir wie mir, ich nähe auch ausschließlich mit Stahlborsten. Leider kann man anscheinend keine vernünftigen mehr bekommen. Die es jetzt gibt sind nicht verdrillt und aus einem recht dünnen Draht, der manchmal sogar den Faden durchschneidet, wenn man mal stärker ziehen muss. Auch spaltet sich die Lötung an der Spitze leicht auf. Wenn ich Stahldraht ca. 0,8mm stark bekomme, werde ich mir die Dinger selbst machen mit Silberlot. Normaler Eisendraht ist leider etwas weich.
Aber die dünnen Dinger sind im Schuhmacherbedarf noch zu kriegen.
 

Ralle

Mitglied
@bert: Mein Schuhmacher hat mir im vergangenen Jahr einige abgegeben. Sehr gute gelötete Qualität. Ich versuche welche zu besorgen !
?? Stückzahlen ??
@Guenter:Wer einmal bei einem Profi mit Borsten oder Stahlborsten genäht hat, mag keine harten und kurzen Sattlernadeln.

Gruss Ralf
 

Badger1875

Mitglied
Stahlborsten

Hallo Bert

Mit Deiner Meinung zum Nähen mit Stahlborsten stimme ich Dir voll zu, allerdings kann man (oder Frau) auch Borsten vom Wildschwein nehmen, dies ist die originale und alte Methode. Gehört aber ein bißchen Gefühl und Können dazu.

Probiers doch mal bei der Fa Götz in Göppingen:

Götz
Zillenhardtstr. 2/2
73037 Göppingen

Falls es Probleme geben sollte (Händler oder Handwerkernachweis), melde Dich bitte bei mir.

Grüße

Freddie

f.guettler@guettler-krieg.de

:super:
 

kababear

Mitglied
falls du immenoch auf der suche bist...im w&h jagdmesser spezial schienen auf seite 90 welche abgebildet zu sein. da könnte man ja auch mal nach ner quelle fragen (bild ist von hans-ulrich herding)
cu
kaba
 
Stahlborsten

Mit den Stahlborsten hab ich so ein bisschen ein Verständnissproblen!!! Wo soll da der Vorteil sein?
Habe fast dreißig Jahre meine freie Zeit in der Sattlerei meines Großvaters zugebracht aber mit diesen Stahlborsten hab ich den niemals arbeiten sehen. Vieleicht kann ich diesbezgl. ja noch was lernen, wäre nett wenn sich jemand der damit arbeitet mal so richtig darüber auslässt. Vieleicht ist das aber auch so´ne Geschichte wie von dem einen der geschrieben hat er bohre :waaah: das Leder mit einer proxxon Bohrmaschiene.
Gleiches Thema andere Frage: Wie steht Ihr zu zu einem Workshop zum Thema "Lederbearbeitung; Grundlagen - Kniffe und Tricks "

Gruß und Kuß
Markus Antonius

ischi no mitschimo san nen
( Tekuro Fritz 1998 Karlsruhe )
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
@ Markus Antonius: suche mal das Forum ab zu allen Beiträgen, die schon über Lederbearbeitung geschrieben wurden, vielleicht kommt da das Verständnis. Das Arbeiten mit Schweineborsten oder ersatzweise Stahlborsten ist jedenfalls in der Sattlerei eine uralte Technik.
 

ToBo

Mitglied
Hallo,
habe am Wochenende zum ersten Mal mit Stahlborsten (verdrillt) und Pechdraht unter Anleitung eines Schuhmachers Leder genäht. Ich muss sagen, dass ich begeistert davon bin. Endlich kein lässtiges ziehen der Sattlernadeln mit der Zange mehr. Man muss zwar etwas Mehrarbeit in die Herstellung des Fadens legen, aber das macht man beim Nähen wieder locker Wett. Ein Vorteil bei der Herstellung des Pechdrahtes ist, dass man ihn der Dicke machen kann die man gerade benötigt. Auch Vorbohren wahr nicht nötig, da ich Profiahlen hatte die man ganz einfach durch mehere Lagen Leder drücken konnte.
Ich werde in Zukunft hauptsächlich mit Stahlborsten und Pechdraht nähen.

Tschüss
Tobias
 

Nidan

Mitglied
Hi Markus Antonius

Vieleicht ist das aber auch so´ne Geschichte wie von dem einen der geschrieben hat er bohre das Leder mit einer proxxon Bohrmaschiene

LOL, jo das hab ich auch immer für net so toll gehalten, bis ich jetzt richtig schönes 3mm starkes Leder bekommen hab. Kannst du mir vielleicht sagen wie man da noch durchkommen soll, das zu bearbeitende Leder der Scheide hat mit Einlage ne Dicke von ca 1 cm !

Wenn du mir jetzt da was von Ahle erzählen willst, wird aber aus dem LOL ein ROFL, gell ;)
 

HankEr

Super Moderator
Na Nidan, das geht schon. Fernab von Elektrizität in der Sonne, was könnte es schöneres geben? :)

Ich musste zwar von jeder Seite einmal stechen um es einigermaßen hinzubekommen, es hat recht lang gedauert und die Blasen an den Fingern findet auch nicht jeder attraktiv, aber was ein echter Mann ist :steirer:
 
Hi Nidan,
ich arbeite vorwiegend mit lohgar im Versatz gegerbtem Treibriemenleder, Stärke zwischen 4mm und 10mm, das geht mit der Ahle ohne Probleme. Wichtig ist aber das du auf jeden Fall ein Nähroß oder einen Nähkloben verwendest und beim Rücknähen keine Schwert sondern eine stumpfe Rundahle nimmst. Das Problem bei der Verwendung eines Bohrers ist das Du Materialabtrag hast und das Leder nicht schließt ( verminderte Haltbarkeit der Naht )


Gruß und Kuß
Markus Antonius

P.s. wenn jemand Wildsauborsten braucht kann er die von mir kriegen, von mir aus auch ne ganze Sau schwarte
 

Leonardo75

Mitglied
Hallo Ledernäher!

@ Markus Antonius:
Es geht auch so, wie Guenter früher mal beschrieben hat: Einfach einen Nagel am Kopf kappen, in die Bohrmaschine spannen und die Spitze schärfen. Mit diesem Nagel (sofern er einen passablen Rundlauf hat (ich empfehle Schärfen bei Drehender Bohrmaschine mit wenig Druck und Vorschliff mit dem Proxxon)) kann man dann in einer Ständerbohrmaschine oder einer Handbohrmaschine im Bohrständer wunderbar auch dicke Leder vorstechen, ohne Nähkloben. Die Bohrmaschine sollte aber langsam laufen, damit das Leder nicht verbrennt. Damit werden die Nähte auf jeden Fall schön gleichmäßig.

@ ToBo: Wie wird denn der Faden mit dem Draht verbunden? Kannst Du das vielleicht beschreiben oder besser noch eine kleine Skizze davon machen?

Viele Grüße sendet Euch der Leo.
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Original geschrieben von Markus Antonius
Wichtig ist aber das du auf jeden Fall ein Nähroß oder einen Nähkloben verwendest und beim Rücknähen keine Schwert sondern eine stumpfe Rundahle nimmst. Das Problem bei der Verwendung eines Bohrers ist das Du Materialabtrag hast und das Leder nicht schließt ( verminderte Haltbarkeit der Naht )
Zu dem Bohrer hat Leo ja schon was geschrieben.
Du schreibst etwas vom Rücknähen. Soll ich das so verstehen, daß Du nur mit einer Nadel erst einmal die eine Richtung nähst, dann zurück die andere Richtung?
 

Nidan

Mitglied
Obwohl ja Leo schon was zum Bohren geschrieben hat, noch meinen unmaßgeblichen Senf dazu ;) Ich hab`s grad wieder gemacht und zwar hab ich ne Naht mit der Bohrmaschine gebohrt. Dazu hab ich einfach ne Rundahle in die Maschine eingespannt und ich konnte wirklich nicht erkennen daß da Leder irgendwo abgetragen worden ist, jedenfalls nicht mehr als wenn ich ganz normal die Ahle durchgestoßen hätte.

Eigentlich müßte doch das Durchstechen mit der Schwertahle sogar schlechter für das Leder sein, weil dabei doch praktisch geschnitten wird, während beim Bohren (auch maschinell) mit der Rundahle nur Leder verdrängt wird, oder bin ich da auf dem Holzweg ?

So ein Nähpony ist bestimmt prima, irgendwann kauf ich mir eines bei den Bären :D Allerdings seh ich da eher der Vorteil drin die Scheide beim Nähen nicht mehr halten zu müssen.

@ Hanker : Klar gehts auch so irgendwie. Aber bei dickem Leder muß das echt ne saumäßige Schinderei sein. Ich würd mir das nicht mehr antun wollen, wenn`s auch viel leichter geht ;)
 

Leonardo75

Mitglied
Hallo Ledernäher!

Nur dass Markus Antonius Aussage nicht falsch verstanden wird: Man kann auch die Löcher mit einem Dremel und einem normalen Bohrer bohren. Aber dass da die Löcher sich nicht mehr schließen erscheint logisch.

Aber das was Guenter mal vorgestellt hatte war nicht anderes als eine elektrische Ahle, die schön rechtwinklig arbeitet.

Nur um Missverständnissen vorzubeugen.

Gruß Leo.