Nachschleifen von teuren Messern

Ripper

Mitglied
Hallo an alle!

Hier also (noch) ne Anfrage von mir:

Kann man (ohne Übung) ein teures Messer (sagen wir z. B. ein MT oder MOD), welches man deshalb auch optisch nicht verhunzen will, selber nachschleifen, und wenn ja, wie?
Oder wenn nicht, wer kann/macht sowas perfekt und was kostets ungefähr?
Vor allen Dingen bei beschichteten Klingen?

Speziell an Pitter: ich hoff, ich bin in der richtigen Rubrik damit!

Gruß an alle, RIP
 

oli

Mitglied
selbst schleifen würde ich wegen überhitzung des stahls
lieber lassen.
was an schärfsets so am markt ist, ist zwar für outdoor
und extrem geduldige messerwetzer ok, aber steht in keinem
verhältnis zu den kosten.
finger weg vom alligator oder ähnlichem (ruckzuck ist dein messer weg !)
ich schleife sport und taschenmeser an schleifbändern
verschiedener körnung mit spezieller wasserkühlung.
anschliessend werden sie von hand abgezogen und je nach
wunsch poliert.
kostet zwischen 8,-- und 12,--
schwerter natürlich mehr.
ciao

oli
 

oli

Mitglied
hallo,
das thema schleifen auf deiner seite gibt kaum die
möglichkeit teure, hochwertige messer, die evtl.
scharten aufweisen und/oder falsch behandelt wurden
wieder in einen dem neuzustand ebtsprechenden zustand zu
versetzen.
hier sollte man einen fachmann zu rate ziehen.
mit kieselsteinen an 1000,-- messern herumzufuhrwerken
ist was für leute mit zu viel geld.

meiner persönlichen meinung nach !

ausserdem sollte zwischen schleifen und abziehen
unterschieden werden.

richtig ist allerdings, dass der der ein messer
sicher führen kann auf fast jeder einrichtung zu
einem guten ergebnis kommt.
aber das kostet viel übung.

viel glück ( und nehmt bitte billige übungsstücke )

OLI

p.s. wer hilft mir hier mal bei der navigation ????
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Ich seh das genauso wie Ray, alles halb so wild, wenn man erst ein wenig ueberlegt und dann tut.

Fuer Anfänger ist der Spyderco erste Wahl. Wenn man damit so umgeht, wie im beiliegenden Video empfohlen, kann man nichts kaputt machen.

Der Nachteil ist halt, dass eigentlich nur zwei Winkel zur Verfügung stehen (Man kann natürlich das Messer für andere als die voegegebenen Winkel schräg an den sticks entlangführen, aber dazu brauchts wieder mehr Uebung). Wenn man jetzt einem Messer einen neuen Anschliff geben will, der Originalschliff aber vom Sharpmaker abweicht und der Stahl hart und schnittfest ist (ab 440c und den ueklichen Härten gehts schon los, meine AUS6 Messer sind kein Problem), dann arbeitet man sich mit dem Sharpmaker einen Wolf.

Abhilfe:

1. Schleifstein (150 oder 200er) kaufen und an die Keramikstäbe anlegen.

2. Grobes Schleifpapier um die Keramikstäbe wickeln. Siehe auch
http://www.bladeforums.com/forums/showthread.php?s=ea4 1a3f9a3abbfdf2eab5014a31faec9&threadid=159855&highlight=sharpmaker

Nicht drücken wie ein Schmied - ist hier Schmiedevolks anwesend <IMG SRC="smilies/f_ck.gif" border="0"> -, sondern gerade soviel Druck ausüben, dass das Schleifmittel arbeitet. Und schoen langsam. Und wenn man will, kann man die Klinge auch immer wieder etwas nass machen - fertisch.


Gruesse
Pitter

[ 14-07-2001: Nachricht editiert von: pitter ]
 

HankEr

Super Moderator
Vor allen Dingen bei beschichteten Klingen?
Auch wenn ich wie schon öfters erwähnt ein Fan der japanischen Wassersteine bin kann ich diese nicht empfehlen, wenn man eine beschichtete Klinge weitestgehend ohne optische Folgen schleifen will. Das aufgeschwemmte Schleifmedium berührt zwangsläufig auch die beschichteten Teile der Klinge. Da diese i.d.R. nicht sonderlich abriebfest sind (ich kann nur aus Erfahrung mit der Benchmade (BT2?) Beschichtung reden) geht diese mit der Zeit verloren. Bei unbeschichteten Klingen kann ich mit keine Veränderung der Oberfläche knapp über dem Schliff feststellen, egal ob satiniert, perlgestrahlt oder poliert.

IMO muß man sich einfach entscheiden was man von einem Messer erwartet. Will man es benutzen --- und nur aus diesem Grund soll es ja scharf sein --- dann sollte man das beste Versuchen um die gewünschte Schärfe zu erreichen (das bißchen Beschichtung welches beim schleifen ggf. flöten geht, geht auch beim benutzen den Weg alles Irdischen). Will man es nur als Sammlerstück und einen guten Werterhalt haben, dann sollte man es gar nicht schleifen. Für mich sind Messer Werkzeuge und ein stumpfes Messer ist für micht nicht mehr Wert als ein stumpfes Stück Blech; aber das ist nur meine Meinung.
 

oli

Mitglied
tschuldigung !!!!
ich wollte niemanden einen idioten nennen.
ich denke auch nicht so über messersammler.
richtig ist, das du von schärfen sprichst,
schleifen hat eher was mit materialabnahme (spanlos)
zu tun.
versuche mal mehrmals - 10 oder 15 mal
ein kochmesser mit einem schärfset
nachzuschleifen.
die schneide wird 100% nicht mehr gerade sein,
auch ohne ein idiot zu sein !!!!
es gibt sachen die man gut selbst erledigen kann,
fürs grobe empfehle ich aber immer große schleifscheiben
durchm. 300 - 500 mm zu verwenden, da die form leichter
zu halten ist.
ich sehe ein, das so etwas für hobbyschärfer nicht
rentabel ist, deshalb gibt es dafür leute die von sowas leben.

viel erfolg trotzdem

OLI
 

Ripper

Mitglied
Hallo, Leute!

Find ich immer wieder klasse, daß sich auf meine Fragen (als in Sachen Messer noch recht "ungebildeter" Zeitgenosse) immer doch einige kompetente Leute mit Rat und Tat melden!
Ausdrücklich herzlichen Dank an alle dafür!

Trotzdem: ohne die erfahrenen "Schärfer/Schleifer" brüskieren zu wollen - ich bin eher der Typ, der, bevor er irgendwas (womöglich Teures, furchtbar Liebgewonnenes - wie z. B. ein edles Messer...) aus Ungeübtheit/Unerfahrenheit irreparabel verpfuscht, es lieber gleich jemandem überläßt, ders für ein paar Mark perfekt erledigt.

(Leute, die einem ohne jegliches Schamgefühl mit stolzgeschwellter Brust ihren "Hab-ich-alles-selbstgemacht"-Pfusch präsentieren, gibts ja zur Genüge...)

Gruß an alle, RIP
 

Ripper

Mitglied
Da fällt mir in dem Zusammenhang noch ne Frage ein:

Wie definiert man eigentlich scharf?
Wann isn Messer scharf und wann nicht mehr?

Als Grundschüler bekam ich mal ein Fahrtenmesser geschenkt, auf das ich mächtig stolz war. Das hat mir dann mal so ein mobiler Messer-Schleifer mit seiner Maschine geschärft und zum Beweis mit äußerster Leichtigkeit ein Blatt Papier senkrecht in Streifen zerteilt...
Dieses Ereignis is mir bis heute unvergeßlich, aber mit den (viel, viel teureren) Stücken, die ich heutzutage schon ausprobiert hab, ging dieses Kunststück nicht... und die waren alle nagelneu!

Wäre für mich hochinteressant, da noch einige (möglichst viele) Meinungen zu lesen!

Gruß nochmal an alle, RIP
 

HankEr

Super Moderator
Wie definiert man eigentlich scharf?
Einfache Frage, komplexes Thema. Wir mal einen Blick in die folgenden Threads!
Welchen Stahl beforzugt ihr und warum? Teil 2!!
messer&stahl
... zum Beweis mit äußerster Leichtigkeit ein Blatt Papier senkrecht in Streifen zerteilt...
Das ist z.B. für viele hier kein Kriterium (ein scharfes Messer muß das können, daber noch viel mehr), sondern eher die Schärfestufe, bei der man von "nicht völlig Stumpf" sprechen kann. <IMG SRC="smilies/cwm41.gif" border="0">
 

jangs

Mitglied
Hallo Ripper
Als ich vor ziemlich genau einem Jahr Mitglied im Messerforum wurde, ging es mir wie dir, ich hielt ein Messer schon für scharf, wenn es Papier zerschneiden konnte.
Ich hielt ein neues Victorinox für das Top an Schärfe. (steh ich noch immer dazu: ein neues Victorinox ist scharf!)
Ich habe dann als erster im deutschem Messerforum nach dem Schärfen gefragt siehe hier(das darf jetzt keiner mehr <IMG SRC="smilies/f_ck.gif" border="0"> , Suchfunktion benutzen!).
Ich habe mich schlau gelesen, mir gute Steine gekauft und auch ein Spyderco Tri-Angel Schärfset.
Ich teste kein Messer mehr mit Papier, das ist selbverständlich. Rasieren muss es können (Unterarme), am besten ohne die Haut zu berühren. Glaub mir, auch du wirst Schärfe kennenlernen.
Und es gibt auch Messer, die scharf von der Fabrik kommen, lies bei den Messerrevisionen. Wenn da einer schreibt: rattenscharf, dann meint er das so.

[ 15-07-2001: Nachricht editiert von: jangs ]
 

Ripper

Mitglied
Tach, Jangs!

Ich hab mich mittlerweile versucht, weiterzubilden...

Empfohlen wird im Forum:
Spyderco Sharpmaker, Lansky (was genau, da gibts vieles? oder von Dir Spyderco Tri-Angel.

Ich such zunächst was möglichst Preiswertes, mit dem ich ne Klinge aus ATS-34 problemlos schärfen kann (am besten "rattenscharf", falls das die Bezeichnung für die ultimative Schärfe is), und das ohne Fachkenntnisse!

Würd mich über nen konkreten Tip (und wo´s das grade günstig gibt) sehr freuen.

Was is mit Lederriemen und Polierpaste?
Brauch ich das auch noch und wozu?

Danke und Gruß, RIP
 

Rolf

Mitglied
Hallo Oli

Zitat:
ich schleife sport und taschenmeser an schleifbändern
verschiedener körnung mit spezieller wasserkühlung.

Um welches gerät handelt es sich hier?
Mir ist kein Bandschleifer bekannt welcher mit Wasserkühlung arbeitet. Selbst bei Eigenbau dürfte das ziemlich schwierig sein.
Erkläre uns deine oben genannte Methode doch mal genauer!
Gruß Rolf
 

Ripper

Mitglied
Hey, Raimund!

Es mir echt peinlich, daß ich alle Experten hier mit "Messer-Basics" wie "Schärfen" langweile, - umso dankbarer bin für die Unterstützung, auch von den MF-Administratoren!

Auf Deinen letzten Beitrag muß ich noch nachhaken:

Hab ich Dich richtig verstanden - daß zum Scharfhalten das "Abziehen" mit Riemen und Paste ausreicht?

Ich hab aktuell ne Klinge aus ATS-34, die grade noch so Papier schneidet (mit etwas Mühe und teils leichtem Reißen statt sauberem Schnitt), die ich gerne "rattenscharf" machen würde.

Meinst Du echt, das könnt ich zunächst nur mit Riemen/Paste hinkriegen, oder wär gleich die Investition in ein Sharpmaker gleich eher angesagt (wo gibts das grade billig - bei Wolfster kostets 150.- Mark)?

Gruß, RIP
 
Hallo Leute!

Ok, erst mal, ich bin kein Vollprofi.
Ich habe zuhause immer die ehrenvolle Aufgabe, sämtliche Küchenmesser (mindestens 1000000000) zu schleifen und vergehe mich auch ab und an an meiner Messersammlung.
Ich bin der Meinung, dass man mit etwas (oder viel) Übung mit einen eifachen Schleifstein (2-seitig, Sili oder so) den perfekten Schliff hinbekommen kann. Mann muss halt nur das richtige Gefühle für den Winkel herausbekommen (max. 20°).

So, das wars von meiner Seite.

Ich hab übrigens mit meiner Schleifmaschine (nass) bis jetzt jedes Messer verhunzt