Motor für Eigenbau Bandschleifer

Paulus

Mitglied
Hallo Messerfreunde,

ich möchte einen Bandschleifer bauen, habe dazu auch schon einige Beiträge gefunden. Daraus ergeben sich für mich die letzten Fragen vor dem Baubeginn.
1. Mein Motor hat 0,75 kw und dreht mit 1450 Upm. Da komme ich doch ohne Drehzahlregler nie auf 20 bis 30 m/s Bandgeschwindigkeit, oder habe ich was falsch gerechnet?
2. Wie muß die Oberfläche der Antriebsrolle beschaffen sein?

Bänder gibt es übrigens auch bei Hirschler Schleiftechnik. Da war ich am letzten Freitag. Der geschäftsführer Herr Wolf hat offene Ohren für unsere Belange und fertigt alle Sorten Bänder auch in Kleinmengen. Hirschler Schleiftechnik

Vielen Dank für Eure Hilfe

Paulus
 
Zuletzt bearbeitet:

Leonardo75

Mitglied
Hallo Paulus!

Du müsstest eine Antriebsrolle von 264mm Durchmesser haben, um über 20 m/s zu kommen. Wenn Du Dir da eine passende holst, dann klappt das schon.

Wenn der Motor nur für 1450 Umdrehungen pro Minute ausgelegt ist, dann gibt es bestimmt Probleme, wenn er schneller dreht, weil Du mit einem Frequenzumformer die Drehzahl hochschraubst. Zumindest würde ich das lieber nicht ausprobieren wollen.

Gruß Leo.
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Das hört sich nach einem Drehstrommotor an. Mein erster Eigenbau läuft auch mit so einem Motor. Da sind schon eine ganze Menge Messer drauf entstanden. Das Einfachste ist es, das Kontaktrad direkt auf den Motor zu setzen und nur eine Umlenkrolle zum spannen und regeln der Bandlage zu verwenden. Mein Band läuft auf diese Art mit einem ca. 220mm-Kontaktrad. Zum Schruppen etwas langsam, für die feineren Bänder besser zum kontrollierten Schleifen. Mit Frequenzumsetzer könnte ich bis zur ca. 1,5 fachen Geschwindigkeit hochregeln bzw. bis fast zum Stillstand runter für Satinierbänder. Der Hauptnachteil dieser Konstruktion ist, daß man keine Kontakträder für kleine Radien verwenden kann.
0,75 KW ist ziemlich die unterste Grenze für einen solchen Bandschleifer.
 

Paulus

Mitglied
Na, ob das ein Drehstrohmmotor ist? Bisher war er der Antrieb für eine Eigenbaukreissäge. Da lief das Ding mit 220 V aus der Steckdose. Auch ein Kondensator ist im Anschlußfeld nicht zu erkennen. Unterlagen finden sich dazu nicht, das gute Stück ist 30 Jahre alt. jedenfalls macht es mir Hoffnung, wenn Günther schreibt, das geht zu machen. Ein Kontaktrad wollte ich mir aus Alu drehen lassen. Als Umlenkrolle weiß ich noch nicht was ich nehme. Ich habe ja noch das Lager von der Kreissäge. Dafür noch eine Welle mit angesetzter Umlenkrolle drehen lassen müßte doch gehen, oder?. Wie ist das mit der leicht balligen Form der Umlenkrolle, damit das Band immer in der Mitte läuft. Ist das ein Märchen, oder wirklich bei den großen Maschinen so?

Paulus
 

Floppi

Mitglied
Original geschrieben von Paulus
Wie ist das mit der leicht balligen Form der Umlenkrolle, damit das Band immer in der Mitte läuft. Ist das ein Märchen, oder wirklich bei den großen Maschinen so?

Zu den "großen" Maschinen kann ich leider nichts sagen. Bei den "kleinen" :) Baumarkt-Handbandschleifern ist das aber so.
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Wenn er an der Steckdose mit 220V angeschlossen war, sollte er eigentlich einen Kondensator angebaut haben, andere Wechselstrom-Motoren sind recht selten. Dann ist er mit 750 W recht schwach, wenn Du auf eine höhere Bandgeschwindigkeit gehen willst. Bei der Leistung dürfte bei ca. 8 - 10 m/s Schluß sein, sonst bleibt die Maschine bei jeder Belastung stehen.
In dem Fall wäre eine 3-Rollen Konstruktion zu überlegen: Antriebsrad mit 12 bis 14 cm Durchmesser, Kontaktrad mit beliebiger Größe und Spann- und Justierrad leicht ballig (1mm genügt) mit ebenfalls beliebiger Größe (zwischen ca. 6 und 15 cm, darunter dreht es zu schnell, darüber wird's teuer).
Den Antrieb des Treibrades am besten über Keilriemen mit 3 Geschwindigkeiten, zum herabsetzen der Geschwindigkeit.
Noch besser: schau Dich nach einem stärkeren Motor um, wenn Du Dir schon die ganze Arbeit machst.
 

kababear

Mitglied
kontaktrad drehen??? ich dachte kontakträder haben normalerweise eine gummischicht aussen...
falls du keinen findest, schau mal, ob ihr ne fachoberschule in der nähe habt... die haben teilweise für die metallausbildung der techniker einen kleinen maschinenpark im haus, den du für n bier und 2 packungen zigaretten "mieten" kannst :) (war bei uns jedenfalls so *gg)
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Harte Kontakträder ohne Gummiauflage sind nur für wenige Anwendungen und Bandarten gut. Für den allgemeinen Gebrauch sollte die Lauffläche weicher sein, dann merkt man den Bandstoß nicht so sehr.
Es gibt z.B. kleine Wagenräder aus Aluminium mit einer Gummi-Lauffläche, 200 und 250mm Durchmesser, die man gut in ein Kontaktrad umbauen kann.
 

Paulus

Mitglied
Hallo Günther,

vielen Dank für Deine Erläuterungen. Den Bauplan finde ich ganz interessant. Ich verstehe nur nicht welchen Sinn eine dritte Rolle bei geringer Motorleistung hat oder ein Keilriemen. Kostet das nicht zusätzlich Kraft? Oder soll es nur die Drehzahl der Antriebsrolle verringern und mit einem kleineren Rollendurchmesser dann wieder genügend Bandgeschwindigkeit bringen?
Inzwischen hatte ich den Motor auf. Es ist kein Kondensator zu finden, nicht im Anschlussfeld, nicht im Motor.

Paulus
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Das mit den drei Rollen hat ganz einfach den Sinn, die Konstruktion zu vereinfachen. Hört sich merkwürdig an, eine Rolle zusätzlich, um zu vereinfachen? Beim angetriebenen Kontaktrad kann das Umlenkrad recht einfach so aufgebaut werden, daß auch die Spurlage damit justiert werden kann. Das Kontaktrad sollte in jedem Fall stabil und unverrückbar eingebaut sein. Wenn jetzt das Umlenkrad als Antriebsrad benutzt wird, muß auch dieses Fest gelagert sein, sonst müßte man den gesamten Antriebsblock justieren. Also eine dritte Rolle zur Spurlagejustierung und Bandstraffung eingebaut.
Der Keilriemen mitsamt Scheiben sollte nur dazu dienen, das Band bei Bedarf langsamer laufen zu lassen (bei Holz und ganz feinen Bändern).
Bei 8 - 10m/s Bandgeschwindigkeit nicht unbedingt notwendig.
Wenn der Motor vorher so an 220V Wechselspannung gelaufen hat, dann ist es wohl einer der seltenen mit Hilfswicklung.