Micarta polieren

Rolf

Mitglied
Hi
Bitte gebt mir ein paar Tipps wie ich rotes Micarta am besten bearbeite und auf Hochglanz bringe.
Gruß Rolf
 

HankEr

Super Moderator
Was ist es denn für ein Micarta? Leinen-, Papier-?

Leinenmicarta schleife ich bis 600er Papier, dann hat meine eine schöne Oberfläche, aber noch nichts was man Hochglanz nennen könnte. Papiermicarta kannst Du auch bis etwa 800er oder 1000er Papier schleifen und anschließend
polieren.
 

Rolf

Mitglied
Hi Hanker
Danke für die Antwort. Was ich hab ist Leinen Micarta. Du schreibst bis 600 er dann ist es glatt aber kein Hochglanz. Kann ich es danach den mit ner Tuchscheibe und Politur auf Hochglanz bringen. Wenn ja mit welcher, wenn nein wie geht`s denn?
Gruß Rolf
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Hochglanz bei Leinenmicarta ist m.E. wenig sinnvoll. Für ein Sammlermesser ist es nicht schön genug, bei einem Gebrauchsmesser liegt der fein geschliffene, bzw. sandgestrahlte oder mit Scotchbrite mattierte Griff besonders im nassen Zustand besser (rutschfester) in der Hand.
Wenn es denn aber absolut Hochglanz sein soll, muß Du erst die offenen Faserenden verschließen, mit Sekundenkleber oder ähnlichem. Dann mit Hand weiter schleifen bis zum 1500er oder so, und mit weicher Tuchscheibe und Polierwachs überpolieren.

Gruß
Guenter
 

Wolfgang Dell

Mitglied
mmmmh, Günther, welche Art von Micarta verwendest Du?
Mit dem Material von Westinghouse hatte ich noch nie Probleme mit offenen Faserenden.
Glasgestrahlt sieht es nach kurzer Zeit, mit Verlaub, beschissen aus, matt und schmutzig. Ich habe beste Erfahrung mit leichter Politur gemacht. Vorher mit feinstem Schotch-Rad geschliffen und dann mit SAUBEREM Flanell poliert. Frag Raimund wie das am Forummesser ausschaut (wenn er es denn schon bekommen hat). Das gesagte gilt nur für schwarz und beige, andere verwende ich nicht.
Tschau
Wolfgang
 

Ralle

Mitglied
Meine Erfahrungen decken sich mit denen von Wolfgang. Ich schleife bis max. 320 Korn vor und poliere mit einer harten Nesselscheibe (Z-Faltung) und Unipol 4398 ca. 4 Minuten in wechselnder Richtung den Griff warm. Reinigen mit Molton und auf kleine Unebenheiten kontrollieren, nachschleifen und wieder ca. 2-3 Minuten warm polieren. Reinigen, kontrollieren und die Polierscheibe mit einem Nagelbrett oder Nagelrolle abziehen und den Griff ohne Druck überpolieren. Ein Abglänzen ist für Gebrauchsmesser nicht sinnvoll , weil das übliche Glanzwachs nicht ausreichend temperaturstabil ist. Wer ein handwarmfestes Polierwachs selbst machen will, beschafft sich Canaubawachs(Schuppenform) von Spinnrad ,erwärmt es über 90°C und gießt es in eine Butterbrotpapierform zum abkühlen. Die Pfeifenbauer verwenden dieses Wachs für die Pfeifenköpfe. Wenn offenporige Werkstoffe eine Wachspolitur verbieten, verwende ich einen zweimaligen Vorstrich mit G4 von Vosschemie als Vorbehandlung und arbeite anschließend wie oben beschrieben. Kunststoffe, Horn, Elfenbein und Holz sollten nicht mit fetthaltigen Polierpasten bearbeitet werden.
Gruss Ralf
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Glasgestrahlt ist auch hier die völlig falsche Behandlung, weil das für Metall zum Glätten der Oberfläche gut ist, aber keinen Abtrag an weichem Material erzeugt. Scharfer, feiner Sand ist hier richtig. Die Oberfläche wird allerdings matt. Ich weiß nicht, wer das Material herstellt, das ich von Wolf Borger habe, aber ich nehme an, daß es auch Westinghaus ist. Ich kann es schleifen, so lange und fein wie ich will, wenn ich es hinterher in Wasser lege, sind immer feine Faserspuren an der Oberfläche. Wenn es poliert wird, sind an den Schichtstellen des Gewebes immer feine Poren.
Mein Polierwachs ist die Holz-Endpolitur, die Wolf vertreibt.
Das Forumsmesser ist ja auch nicht auf Hochglanz poliert. Wenn Du auf dem Bild genau hinschaust, siehst Du auch, daß schichtweise matte Streifen sind. Dies sind die Stellen, die ich meine.

Gruß
Guenter

[ 11-03-2001: Nachricht editiert von: Guenter ]