Messergriffe! [Holz]

Günther

Mitglied
Messergriffe!

Hallo, Leute!

Ich werd mich also auch drüber trauen und mein erstes Messer selber fertigen.
In der Klingenbearbeitung sehe ich ja nicht die großen Probleme,da ich Werkzeugmacher bin und Zugang zu einem umfangreichen Maschinenpark habe (Fräse,Drehbank,Schleifmaschinen,Härteofen,flüssiger Stickstoff,...).

Die Griffbearbeitung bereitet mir aber Kopfschmerzen.Hab mal im Forum mit der Suchmaschine gestöbert und bin jetzt noch mehr verwirrt als vorher.

Also das Holz muß völlig Trocken sein, das ist klar.Aber dann wirds kompliziert.
1.)Soll Ich das Holz nur mit Öl einlassen oder es darin längere Zeit tränken und welches Öl verwende ich?

2.)Holz selber zu stabilisieren ineressiert mich besonders und wurde hier im Forum bereits öfter besprochen,was ist der letzte Stand der Dinge?Funktioniert das mit einer Vakuummaschine und Einmachgläsern,wie sie für die Küche angeboten werden,und welches Öl, bzw.Harz soll ich verwenden?

Anfängerfragen, ich weiß,aber ich will verhindern, daß das erste Messer bereits ein Reinfall wird,und ich die Freude daran verliere,bevor ich richtig begonnen habe.

Vielen Dank im vorraus,Günther.

PS.:Hier im Forum gibts bereits einen Guenter ( anders geschrieben als mein Name).Sollte das ein Problem sein-wie kann ich meinen Namen ändern?

[HankEr: Titel erw.]
 

Andreas

Mitglied
zu deinen fragen, ob man das holz tränken oder stabilisieren sollte, wäre es erst mal wichtig zu wissen, was du für holz verwenden willst.
ich denke, bestimmte hölzer braucht man weder ölen noch stabilisieren, z.b. wüsteneisenholz, grenadill.
 
Servus,

warum nicht für das erste MEsser die Griffe kaufen?

Gibts bei den div. i-Net Händlern am Stück oder schon als Schalen, ist eine feine Sache und super zu verarbeiten. Ausserdem kannst Du dann das Holz nehmen, was Dir in Farbe und Maserung am besten gefällt.

Viele Grüße
Alex
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Erst mal herzlich willkommen hier im Forum.
Behalte ruhig Deinen Namen, warum sollte das ein Problem sein?
Die meisten Tropenhölzer brauchen nicht stabilisiert zu werden, bei vielen geht es garnicht. Auch bei den meisten einheimischen Hölzern genügt eine abschließende Behandlung mit einem der bekannten Schaftöle, wenn sie richtig trocken waren. Stabilisiertes Holz wirkt in der Hand bei einem Gebrauchsmesser wie Plastik, da es keine Feuchtigkeit aufnehmen kann. Für ein Vitrinenmesser natürlich ideal, weil es nicht schrumpft.
 

Günther

Mitglied
Ich dachte an heimische Arten wie Ahorn, Esche, Nuss,Eiche,Kirsche,...
Wie soll ich die am besten behandeln?

Grüße, Günther.
 

kanji

Super Moderator
Hi Günther

willkommen im Forum

bei Esche und Kirsche hab ich sehr gute Erfahrung mit Leinölfirnis gemacht, wurde im Forum auch schon öfter drüber diskutiert
 

bert

Mitglied
Leinölfirnis ist sehr gut.
Aber auch bei heimischen Hölzern gilt, dass sie trocken sein müssen.
Speziell wenn es sich um Griffschalen handelt.

Bei aufgestecketen Griffen ist es nicht so gefährlich.

Nach samischer Art kann mann auch feuchte Hölzer in Öl fritieren.

Von wo bist du Günther, ich bin auch aus Oberösterreich.

Schöne Grüße aus Weng

bert.
 

Philipp

Mitglied
Original geschrieben von bert

Nach samischer Art kann mann auch feuchte Hölzer in Öl fritieren.


Bert,

kannst du das Prinzip der "Holzfritten" man etwas genauer hier erklären? Klingt interessant und ich habe darüber noch nirgends etwas gelesen...und bastel derzeit an einem Samenmesser...
 

Günther

Mitglied
Was genau ist Leinölfirnis?Gibts das fertig zu kaufen oder muß ich selber verschiedene Zutaten mischen?Und wo krieg ich die Sachen?

Ich hätte Trockenes Holz von Ahorn,und Eiche zur verfügung-lassen sich Griffschalen aus diesen Holzarten damit behandeln?

Grüße von Günther
im Bezirk Kirchdorf/Krems.
 
Zuletzt bearbeitet:

LasterSepp

Mitglied
Von www.kremer-pigmente.de:

" Leinölfirnis ist die Bezeichnung für durch Kochen mit Zusatz von Siccativen oder Harzen eingedicktes Leinöl mit dadurch verbesserten Trocknungseigenschaften.

Unser Leinölfirnis enthält ein Blei/Kobalt-Siccativ (Weisstrockner).

Als alleiniger Anstrich ist es eines der gesündesten Oberflächenbehandlungsmittel. Für Ölfarben; Lacke und Lasuren ist es als Bindemittel unentbehrlich. "

Wer geduld hat kann auch Speiseleinöl nehmen, das ist noch gesünder.
 

bert

Mitglied
Um einem Holzstück die Feuchtigkeit auszutreiben kann man es in heißes Öl kochen/frittieren.

Das Holzstück sollte klein sein.....so groß wie der Griff......bei ansteigender Temperatur tritt die Feuchtigkeit aus.....wichtig ist dass das Öl nicht zu heiß ist......wie lange das Holz drinnen bleiben muß ist Erfahrungssache.......einfach mal ausprobieren......verwenden kann man Speiseöl aber auch Leinölfirnis.

gruß
bert.
 

Darksider

Mitglied
Hallo zusammen...!

Mich beschäftigen die gleichen/ähnliche Fragen. Als absoluter Anfänger im Messerbau habe ich mir kürzlich eine Damast-Klinge zugelegt, die nun auf Griffschalen wartet.
Nun mal genauer: Ist Birnenholz geeignet?
 

Aiwazz

Mitglied
Hi Günther,

Leinölfirnis gibt's in jedem Baumarkt!
Und aufpassen mit damit getränkten Lappen oder sonstigem!
Das Zeug neigt zur Selbstentzündung!
Die Lappen solltest Du in luftdichten Behältern lagern.
Ich mach's wie der Schreiner von dem ich den Tip hab. Ich stopf die Lumpen in ein Marmeladeglas und mach's fest zu!

Gruß und frohes Schaffen

Aiwazz
 

Darksider

Mitglied
Danke für Deinen Sicherheitshinweis! So eine "kleine Unachtsamkeit" kann sehr schnell ein gespanntes Verhältnis zum Vermieter geben! ;-)
Wie reagiert das Zeug denn auf die Hitze im Topf?
 

Günther

Mitglied
Bei der Anwendung von Leinölfirnis tritt wascheinlich die natürliche Farbe des Holzes hervor.Wie sieht es aber aus ,wenn ich diese natürliche Färbung intensivieren möchte (z.B. bei Kirschholz)?

Grüße , Günther.
 

Moppekopp

Mitglied
Hi Günther!

Wenn du die Farbe von Kirschholz intensivieren möchtest, bleibt dir eigendlich nichts anderes übrig als es zu beizen.

Gruß Moppekopp
 

darley

Mitglied
hi günther,

das leinöl sollte die maserung des kirschholzes ausreichend "anfeuern". mal mit dem nassen finger über eine angeschliffene stelle des hozes fahren, dann siehst du so ungefähr, wie es aussehen kann.
am besten ist aber immer: ausprobieren!

also mal ein paar kleine reste vom griffaussägen überschleifen und zur probe lasieren.

wenn du beizen willst, sind diese vorgehensweisen unbedingt zu empfehlen.
wie's genau hinterher ausschaut, kann man vorher nie so genau wissen!

das ergebnis ist auch immer von der vorbehandlung des holzes abhängig. je mehr mühe du dir beim schleifen gibtst, desto ansprechender wird das oberfächenbild.

noch 'n tipp zum beizen: dezent und an den natürlichen ton angelehnt sieht meist besser aus!

bernd
 
Zuletzt bearbeitet:

xtorsten

Premium Mitglied
mal zur Selbstentzündung:
beim Aushärten wird Energie in Form von Wärme frei. Liegt der Lappen dann zusammengeknüllt rum, ensteht ein Wärme-/Hitzestau - bis zum Überschreiten des Zündpunktes.
Wenn also die Lappen ausgebreitet werden, passiert auch nichts.
hier:http://www.lintop.de/sdb/2-001.pdf ist der Flammpunkt mit >100Grad C angegeben, der Zünpunkt mit>200 Grad C.
(zwar etwas off topic, aber trotzdem ganz interessant, oder?)
gruß,
xtorsten
 

Günther

Mitglied
Eine Frage habe ich noch:

Soll ich die Griffschalen vor der Montage in Leinölfirnis kochen, oder erst nach der Montage das ganze Messer?

Wenn ich es zuvor mache,lassen sich die Griffschalen überhaupt noch vernünftig verkleben?

Gruß, Günther
 

bert

Mitglied
ein kochen in leinölfirnis hat nur sinn wenn das holz noch feucht ist.
wichtig dabei ist das nach dem auskochen leinölfirnis sehr lange trocknen muß. ich würde mal sagen mindestens eine woche.... länger wäre noch besser....bevor man die Schalen verkleben kann.

wenn du trockenes holz montierst kannst du den fix und fertig geschliffenen griff ins kalte/warme leinölfirnis einlegen.
aber auch da braucht öl lange zum trocknen.

gruß
bert.