Messer wird sofort wieder schartig

Ch1stoph

Mitglied
Guten Tag liebe Messerfreunde und Schleifenthusiasten,

ich habe ein, hoffentlich kleineres, Problem mit meinem Morakniv Companion.
Wie vielen vielleicht bekannt, haben diese Messer einen Scandischliff, also sollten sie
recht leicht zu schärfen sein.
Mit meinem neuen Messer habe ich ein Stück Holz geschnitzt. Dabei bin ich mit der
Klinge in kleine Steinchen gefahren. Das Ergebnis waren unschöne Scharten.
Nachdem ich beim Messer mit jap.Schleifstein 240er die Scharten herausgeschliffen und immer
feiner in der Körnung geworden bin, habe ich nach dem Abziehleder eine sehr gute Rasiermesserschärfe erreicht.

Nun aber mein Problem, wenn ich wieder schnitzen und z.B. Kerben machen möchte, dann treten im Bereich
der alten Scharten sofort neue Scharten auf. Was mache ich also falsch? Ist der Grat nicht vollständig entfernt worden?

Ich bedanke mich bei allen Antwortenden für Ihre Hilfe,

Vielen Dank und viele Grüße,

Ch1stoph
 

alxh

Premium Mitglied
Moin
bevor man da spekuliert, kannst du ein Foto einbinden? Kann ja von Materialfehler bis falscher Schliff einiges an Ursache sein...
 

kwakster

Mitglied
Könnte es sein das die erneut angeschliffene Schneide jetzt etwas zu dunn ist ?
Vielleicht verschwindet das Problem wenn Du ein Microbevel anbringst, so wie Mora es empfehlt bei dieses Modell (u.a)
 

Ch1stoph

Mitglied
Hallo Kwakster,

das habe ich mir auch schon überlegt, jedoch sollte ein Skandischliff eigentlich nicht nach vorne hin zu dünn werden.
Diese Messer kommen auch ohne "Microbevel" geliefert und halten ohne rasch Ausbrüche zu haben. Das ist ja auch der Witz bei Skandis.

Viele Grüße,

Ch1stoph
 

kwakster

Mitglied
Below is a quote from Thomas, product manager at Morakniv on the Tormek forum in a discussion in 2017 on how to sharpen Mora knives:

" I guess there is some confusion regarding the grindings and the edges, and I might be able to spread some light in this issue.
First, don't confuse ordinary "Scandi Grind" (used on 90% of our construction workers and outdoor knives) with "Scandi Grind Zero" (used on carving and whittling knives).
Ordinary Scandi Grind ALWAYS have a small secondary bevel.
In our factory we use different methods on different blades but the result is similar - to make the edge stronger, less vulnerable and get a better edge retention.
This is the way we have been making knives for 126 years now, so I think we can claim the right to tell what is what when it comes to our knives ;)
This is the purpose of the leather wheel on your TORMEK grinder, like stropping, to deburr and create a sharp, strong and durable edge.

Some European, American and Asian knife manufacturers have a 1-5 mm high "secondary bevel" and that is NOT Scandi Grind, even if the rest of the blade looks like it would be.

One more thing to keep in mind that often causes misunderstandings: Primary grinding = secondary bevel and secondary grinding = primary edge.
This is depending on point of view; from a production angle or from a user view.

Thomas at MORAKNIV
"
 

Ch1stoph

Mitglied
Thanks a lot kwakster,

as I understood, for my Companion-Knife I have to strob a little longer on my leather since the "companion" is not qualified as carvingknife.
Did I get this right?
So what to do? Just give it more time on the leather?

Thanks again,

Ch1stoph
 

kwakster

Mitglied
Personally after sharpening my Mora 2000 on the Tormek (i use a special jig to get an almost factory-like grind) i strop the burr off on the leather wheel, which in my case is coated with 1.0 micron diamond compound.
This easily removes the burr and creates somewhat of a convex microbevel of ~30 degrees inclusive that holds up perfectly for cutting all kinds of green wood as well as doing tent kitchen duty.
For touch ups of that microbevel i use either a handheld and clean Spyderco white ceramic triangle stick with very light passes (in case of slow blunting over time) or if necessary first an also clean Spyderco brown/grey triangle stick using normal passes (in case of light but visible edge damage)
I only use the flats of the sticks to avoid exerting too much pressure on that thin apex, which is very easy to do when using the edges of such a stick.

I bought my Mora 2000 in 2006 or 2007 in Sweden for 17 Euro, and the shop owner told me that most workmen who used Mora's like this only resharpen the microbevel from time to time until it gets too wide after which they throw the knife away and buy a new one.
Mine is still in use after been reground with the jig on the Tormek a few times (at one time i even tried a few serrations in the edge just in front of the handle) and it is still going strong.
I'm currently on holiday in France, and the Mora 2000 is in my backpack (together with a pre-1964 Puma Skinner and a heavily modified Cold Steel machete)
 

uuups

Premium Mitglied
Das was die Meisten hier "echtes" Scandi (Scandi Grind Zero) bezeichnen ist zum schnitzen zwar besser geeignet,
es ist aber auch empfindlicher für Ausbrüche als als ein "gewöhnliches" Scandi mit Mikrofase oder Sekundärfase.

Wenn du Ausbrüche hast also erst mal eine Mikrofase anbringen (die dein Messer eh schon hat.)
Bist du sicher das du die Scharten komplett rausgeschliffen hattest? Steine im Holz sind natürlich etwas ungünstig für das Messer... ;)

Ein Foto wäre tatsächlich nicht schlecht.

@kwakster: Danke, das erklärt einiges... ;)
 

Ch1stoph

Mitglied
@kwakster: Wow, really interesting. Thanks for sharing this information with me.
Didnt know that and be curious to learn more about this�� I will apply some pics.

@alxh, @uuups: Dank euch. Anbei schicke ich ein paar Bilder. Ist generell aber meine Vermutung richtig,
dass Klingen mit einem Grat sofortig wieder stumpf werden? Der Grat sollte ja physikalisch betrachtet
um einen gewissen Winkel abknicken. (würde aber meiner Meinung nach keine erneuten
Scharten verursachen)

Hope The pictures are helpful.

Best, Ch1stoph
Ok...weiß grad nicht, wie ich Bilder anhängen kann��
ok, offenbar ist es mir nicht möglich Bilder anzuhängen.
 
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Harry_W

Mitglied
Du kannst die Bilder auch bei einem Bilder Hoster (z.B. abload.de) hochladen und die Links hier posten.

Ansonsten ist ein Scandi auf Null eben ein sehr empfindlicher Schliff, der Steinchen oder ähnliches sehr schnell mit Scharten quittiert. Eine feine Microfase hilft da weiter. Je nach Stahl rollt die Fase auch nur, statt auszubrechen. In dem Fall kannst du das Messer einfach durch Abziehen (Leder oder Wetzstahl) wieder flott machen. Wenn du dein Mora das nächste mal schleifst, erhöhe ganz am Schluss auf dem letzten Stein den Winkel um einige Grad und ziehe die Klinge 1-3x (je nach Abtragverhalten des Steins) vorsichtig über den Stein (mit sehr wenig Druck). Dann wie gewohnt auf dem Lederriemen abziehen. Das erhöht die Standfestigkeit der Klinge schon spürbar. Mora macht es ähnlich, die Messer werden am Ende mit einem Riemen mit einer Microfase versehen, die man mit bloßem Auge aber kaum sieht. Wenn du bei einem neuen Companion genau hinschaust, kannst du sie erkennen.
 

Ch1stoph

Mitglied
Vielen Dank, an alle Helfer :)

anbei jetzt noch ein paar Bilder.
Qualitativ leider nicht sehr gut.
Ich habe mein Messer nochmal sehr gründlich auf dem Leder mit Tormekpaste abgezogen und den Winkel leicht
angehoben. Ich werde demnächst wieder versuchen, mit ihm tiefer in ein Holz zu Schnitzen und dann eventuell
hier die Beobachtungen berichten.






 

Rock'n'Roll

Premium Mitglied
Ein kleiner Nachtrag noch zum Scandi auf Null. Mein Mora Hunter hat einen Scandi auf Null. Das ergibt bei einer Klingenstärke von 2,5 mm und einer Anschliffhöhe von 7 mm einen Gesamtschneidenwinkel von 20,57 Grad. Damit schneidet das Mora in hartes Holz (Eukalyptus, Olive) ohne Blessuren davonzutragen.

Es bedeutet aber auch, daß ein solcher Anschliff für robuste Aufgaben weniger gut geeignet ist und insbesondere beim Kontakt mit Eisen oder Stein Schaden davontragen wird.

Gleichwohl liebe ich Geometrien dieser Güte. Viele meiner (überwiegend schlank balligen) Klingen haben eine solche Geometrie. Eine Kombination aus geeignetem Stahl (niedrig legierter Wolframstahl wie 1.2442, 1.2552, 1.2519 …) und schlank balliger Geometrie (shallow convex down to zero mit 0,2-0,3 mm hinter der Wate & Gesamtschneidenwinkel von 20 Grad) hält eine Menge aus und schneidet traumhaft.

Einer meiner Favoriten mit ebensolcher Geometrie ist ein Custom Tommi Puukko. Ein Gigant an Schneidfähigkeit! Ein schönes Zitat zum Puukko im allgemeinen und Scandi auf Null stammt von Jean José Tritz:

„In my opinion, puukkot are the most elegant, effective all purpose knives. Being a knife user beside being knifemaker, I simply love their simplicity, effectivity in use, their elegant, timeless, non obstrusive lines. Puukko, especially Tommipuukko, tuohituppipuukko, and kokemäkipuukko are beautiful in style. I love the way they lie in my hands. I love the feeling, when I hold one, and turn it around. I always know where the edge is. This is good because these knives cut like there was nothing in front, and then cut, cut and …cut some more. It has to do with the steel type: it is mostly silversteel or 1.2010 as we call it in Germany. That means 1,2% C and a little bit Mn and Si for keeping the grain small but not so much so that you can harden it in water…( if you know how, and have the guts). but it cuts also because of the very clever practice oriented cross section and distal geometry. this is where the simple lines, yes for some people quite deceptive overall appearance reveal their refinement, their exquisite, elegant effectivity: a nearly flat convexe edge going down to zero and up to the maximum thickness of 4,5mm and down again to the backspine of about 4 to 3mm or even less.

this is good for cutting wood, food, bread, fish and many things else. BUT it doesn´t make the blade to a crowbar or something you should abuse.“

R’n‘R
 
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Dimm

Mitglied
Hi, auf 0 schleift man nicht aus. Schneidwinkel um 40° macht man um Stabilität zu erreichen (eine ganz kleine Schneide).

Jean José Tritz schleift Klingen freihändig aus und versucht Klingenschliff so gut wie möglich zu bekommen. Die Schneidwinkel liegen bei ihm ab 42° (als Schneidfase!).

Da Du freihändig schärfst machen Winkelangaben für dich Null Sinn. Zum Schluss (wenn die Klinge auf 0 ausgeschliffen ist) mach Schleifwinkel großer und danach nach Entgraten prüf Schneidenstabilität. Und das was dann.




 
Zuletzt bearbeitet:

Ch1stoph

Mitglied
Danke auch an RocknRoll und Dimm für die Ausführungen.
Ich habe am Wochenende nochmals herumgeschnitzt und die Schneide ist mit Microbevel länger brauchbar gewesen.
Nun werde ich nocheinmal die Scharten ausschleifen und beim letzten Stein meinen Winkel anheben. Danach kommt dann das Leder.
Interessanterweise wird die Microbevel in keinem Youtube-Video erwähnt, welches ich bis jetzt gesehen habe und sich insbesondere
mit dem Thema Mora-Skandi beschäftigt. Daher die Unkenntnis.

Vielen Dank an alle.
Viele Grüße,
Ch1stoph.

Ps.: @Dimm, das ist ja ein schönes Messer :super:
 
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