Messer für Rettungsdienst

widhalmt

Mitglied
Hi!

Wer sich jetzt wundert, wer ich bin: In der Lobby gibt's einen Thread dazu.

Ich bin derzeit ehrenamtlicher Sani beim Samariterbund in Salzburg. Da es ja eine Menge "Rescue Knives" gibt, wollte ich mal fragen, ob jemand von Euch da schon Erfahrnugen sammeln könnte. Derzeit habe ich im Dienst immer meinen Leatherman Wave und mein CRKT M-16 mit, überlege mir aber für bestimmte Anlässe (z.B. Überlandtransporte) regelmäßig ein Rettungsmesser mitzunehmen. Was würdet Ihr da empfehlen? (Das Messer- Magazin zum Thema hab' ich schon gelesen, mir geht's mehr um praktische Erfahrungen)

Danke,
Thomas
 

Canavaro

Mitglied
Klär mich mal auf, was stellst Du Dir denn vor? (Mein Zivi ist schon ne Weile her :rolleyes: ) Das einzige, was mir jetzt einfällt ist das Spyderco Rescue. Hat ne Sheepfoot-Klinge (Also ohne Spitze), damit man nicht aus Versehen irgendwo hinsticht, wenn man jemand aus den Gurten schneidet. Aber es kommt halt immer drauf an, was für Anforderungen Du an ein Messer stellst. Je spezieller das Design, desto eingeschränkter imho die Einsatzmöglichkeiten.
 
Also ich habe bei meinen Einsätzen als San neben einem Multitool zwar auch immer ein Taschenmesser am Mann (zur Zeit Hecker&Koch (jaja, ich weiß, der Liner grrrrrr - ist aber bei mir nicht so schlimm :) ) - aber das Messer ist hier eigentlich (fast) nur Dekoration bzw. zur Verwendung "abseits" der Santätigkeit oder des Patienten.

Zum "richtigen" Arbeiten greife ich meist auf die traditionellen Utensilien (Kleiderschere / Gurtschneider) zurück. Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich bis jetzt noch keine Erfahrungsberichte aus dem Einsatzalltag lesen/hören konnte - schließe mich also Deiner letzten Frage an: Wer hat hier schon selber praxisnahe Erfahrungen mit Rettungsmessern gemacht?

Und wie sieht vor allem die rechtliche Seite aus? Mir konnte hierzu leider noch NIEMAND in meiner Org. verbindliche Auskunft geben, z.B. über das Tragen von Messern bei Menschenansammlungen (ich denke da z.B. an Sandienste bei Konzertveranstaltungen o.ä.) - oder gelten hier etwa die gleichen (kranken) Bestimmungen wie für "den einfachen Besucher".
 

widhalmt

Mitglied
Eben das ist eine der Fragen, die mich auch beschäftigt.:confused: Im Normalfall brauche ich bei unserem Dienst ein Messer höchstens mal um irgendwelche Verpackungskartons zu öffnen. Deshalb frage ich mich, welches Messer da der beste Kompromiß zwischen "einfacher Bedienung" und Nützlichkeit ist. "Stumpfe Spitze" möglichst mit Reißhaken ist ja schon mal eine gute Idee, aber aus den Gurten bekommt man jemand auch mit der Wellenschliffklinge vom Leatherman.

In dem Messer- Magazin, das ich angesprochen habe, waren einige Messer, die eben nur einen Reißhaken und eine kleine Sägezahnung hatten und dann wieder andere, die mehr Funktionen in einem Messer mit starrer Klinge vereinten, als ein Swiss- Tool. Aber bringt's sowas dann im Ernstfall oder ist es eher hinderlich, lang nachzudenken, welchen Teil man jetzt am Besten benutzt. Andererseits können so Dinge, wie der Sporn und die Säge zum Knacken von Windschutzscheiben auch wieder Sinnvoll werden.
 

ge2r

Mitglied
Hi Jester2b,

Was erwartest du von einem Rettungsmesser, das dein Leatherman Wave nicht bietet ?

Da hast du doch eine Clip-Point- und eine Sheepsfoot-Klinge in einem (neben einem ganzen Haufen anderer Sachen)! Und letztere ist mit durchgehendem Wellenschliff doch genau für deinen Zweck konzipiert. Und einhändig öffnen kann man's auch :super: , auch wenn's mit der Zeit etwas klapprig wird.

Dann gibt's natürlich noch das Dieter CQD von Masters of Defense mit Gurtschneider und Glasbrecher. Aber wenn du damit anrückst laufen dir die Patienten davon, bevor du ihnen helfen kannst :D . Und für das Teil gibt's 2-3 Waves ...

Bis dann,
ger
 

hagrid

Mitglied
Rettungsmesser

hallo jester, vielleicht kann ich Dir weiterhelfen. Bei mir im Auto liegt so ein Teil. Kräftige Klinge mit einer Hand zu öffnen, arretiert sicher ein. Auf der anderen Seite eine Teppichklinge eingebaut mit Führung zum Gurt aufschneiden. Zusätzlich noch eine Stahlspitze um Autoscheiben zu knacken. Einen Gürtelclip hat es auch. Das ganze Ding heißt GLASMASTER und wird von der Firma Eickhorn in Solingen hergestellt.

Gruß Hagrid
 

widhalmt

Mitglied
Danke für die Links erstmal.

Ok, das M.O.D. gefällt mir zwar gut, könnte ich mir auch vorstellen zu tragen, aber es ist wohl wirklich nicht das richtige, um es offen zu tragen. (Gut, das M-16 sieht auch reichlich... aggressiv aus)

Am ehesten durch Kopf spukten mir die Eickhorn Rescue Tools II - IV.

Ok, stimmt ja, mit dem Wave hat man das meißte schon mit, aber es geht ja auch um die Verbindung vom Angenehmen mit dem Nützlichen. *g* Und da ist mir einfach ein spezielles Rettungsmesser als Dreingabe lieber, als "nur" der Leatherman. Irgendwie muß man ja seinem Image als Freak gerecht werden, oder? :glgl:
 

Thomas Wahl

Mitglied
Hi!

Ganz nett ist auch das Sea&Land Rescue von Cold Steel 29RLS. Hat erst kürzlich jemand hier aus dem Forum bei mir bestellt und der ist ganz zufrieden damit. Das Ding sieht auch nicht zu martialisch aus, nicht das noch Deine Patienten in Ohnmacht fallen...
:ack: :lach:
 

teachdair

Mitglied
Eickhorn

SO es denn in Salzburg erlaubt ist ein Eickhorn RM1 (Das Fallmesser). HAb ich z. Zt. an meiner Hose angebunden und schon ein paarmal benutzt. Allerdings sollte man die Spitze noch etwas stumpfer Schleifen, der Sicherheit zuliebe
 

freagle

Mitglied
oder du lässt dir ein Custom bauen, genau für deine Anforderungen, da könnte man einen Gurtschneider mit Wechselklingen einbauen und nen Glasbrecher.

Klar ich weis wird teuer aber Preisvorstellungen hast du ja keine genannt.

freagle
 

widhalmt

Mitglied
Gute Idee. Oder selber bauen. Aber leider sind diese beiden Ziele noch ... etwas außerhalb meiner Reichweite. Ansonsten: Ich werd's im Gedächtnis behalten.
 

crashlander

Premium Mitglied
Rettungsmessermäßig ist das MOD CQD halt schon der Rolls-Royce. Gibts ja auch in etwas kleiner als MOD CQD Mk II und das ja auch als Springmesser meine ich. Das ist eben das ultimative Rettungsmesser.

Ansonsten wär das Spyderco Rescue wirlich eine Überlegung wert, leicht, keine Spitze, das geniale Öffnungsloch (bin halt Spyderco-Fan :D )

Und so ziemlich jede Firma bietet ja inzwischen Rettungsmesser an.

P.S. Hast Du das Jester ? Ich habs in grün plain, tolles Teilchen.
 

HankEr

Super Moderator
Und wie sieht vor allem die rechtliche Seite aus? Mir konnte hierzu leider noch NIEMAND in meiner Org. verbindliche Auskunft geben, z.B. über das Tragen von Messern bei Menschenansammlungen (ich denke da z.B. an Sandienste bei Konzertveranstaltungen o.ä.) - oder gelten hier etwa die gleichen (kranken) Bestimmungen wie für "den einfachen Besucher".
Logisch gelten erst einmal dieselben Regelungen wie für einfache Besucher. Aber das Tragen von Messern bei Konzerten tangiert nicht das Versammlungsrecht sondern nur das Waffenrecht insofern hast Du doch auch mit einem Messer welches nicht unter die Hieb- und Stichwaffen fällt rechtlich kein Problem. Wenn der Veranstalter besondere Regelungen trifft und dich wegen eines Messers als Sani nicht hineinlassen will hat auch eher der Veranstalter ein Problem als Du.
 

Hayate

Mitglied
Ich schlage das Böker Orca (Tauchversion!) vor.
Es wird zwar nicht als Rettungsmesser verkauft, dürfte aber hervorragend geeignet sein. Die Mikroverzahnung im vorderen Bereich zerfetzt jeden Gurt schnell und ohne nennenswertes Verhaken. (Ein Makroskopischer Wellenschliff ist da manchmal etwas widerborstig und bleibt mitunter hängen.) Der grobe Wellenschliff dahinter wird sich von Sicherheitsglas usw. nicht nennenswert aufhalten lassen und ist von höchster Ordnung robust. Das Messer hat eine völlig stumpfe Spitze und eine nicht schneidfähige Beilschneide im Rücken. Der Erl schaut hinten aus dem Griff heraus und kann somit als Glasbrecher dienen. Durch enorme Klingenstärke und moderate Länge kann man das Orca IMO bedenkenlos als Hebel gebrauchen.
Ich hab´eins , und ich denke, daß es sich durch fast alles durchbeißen kann. Leider ist das Messer sehr klobig und schwer.
 

Hayate

Mitglied
Original geschrieben von Canavaro


Soll er's halt mit nem Beinriemen tragen. Stell ich mir geil vor, wenn ein Sani mit sowas antanzt :hehe: .

Mache ich auf langen Überlandkraftfahrzeugreisen so. Wenn man dann am Rasthof mal zur Toilette geht, gucken die Leute gar nicht sooo komisch.:p

Ich weiß natürlich nicht, ob man Sanis schärfer beobachtet, aber was ´n ordentlicher Sani ist.. Da sollten doch mindestens ein Messerchen und ein Taschenscheinwerfer von der Bevölkerung als sinnvoll anerkannt werden.
 

aqua

Mitglied
Es gibz da noch das Benchmade AFO (heisst glaub ich 9050). Das ist zwar nicht als eigentliches Rettungsmesser gedacht, aber es wird, laut Benchmade, bei der US Küstenwache von denen ihren Rettungsschwimmern eingesetzt. Was die damit machen weiss ich aber nicht. Dass diese Teile zum Einsatz kommen liegt sicher zu einem grossen aber auch an der salzwasserfesten Beschichtung und nicht nur an den sonstigen Fähigkeiten des Messers.
Ich bin ja relativ neu hier und habe noch nicht so den rechtlichen Überblick, wie es mit den "Waffen"gesetzen in anderen Ländern aussieht. Vielleicht ist es in Österreich legal, aber hier in Deutschland sicher nicht, da es ein Springmesser mit 9,5cm langer Klinge ist. War mir egal, ich habs trotzdem gekauft. Wenn ich es habe und es für Dich von Interesse ist, kann ich ja nochmal was dazu schreiben.

Jochen