Messer aus 1.2436 (X 210 Cr W 12)

morlock

Mitglied
Hallo
Hab im Forum zwar ein paar Diskussionen uu dem Stahl gefunden ,aber scheinbar hat keiner mal ein Messer draus gemacht - oder doch?.
Chemische Zusammensetzung %
C 2,03 Si0,39 Mn0,39 Cr11,49 V0,11 W0,78
Grobe Strucktur hin und her - ich habs mal versucht.Hab die Klinge auch schon gehärtet (in Öl nicht Luft - denke das begünstigtein feineres Gefüge). Habe es auf 61Rc getempert .Wahr nicht ganz einfach zu schleifen,aber letztendlich bekam ich es scharf genug mir ein paar Beinhaare abzurasieren.Es läßt sich also eine (für mich)ausreichend dünne schneide schleifen. Hab noch nicht probiert es zu polieren,von wegen Orange effect. Werde es vor der Griffmontage nochmal ausgiebig testen.Auf jedem fall scheint es nicht schlechter als D2 zusein was die Größe der carbide angeht,eher besser (wolfram wirkt doch struktur verfeinernt!?)
hier mal ein Foto:
tm1.jpg
 

luftauge

Mitglied
Der Stahl scheint wohl nicht interessant genug zu sein :(
Naja, ist ja auch von Hand nicht gerade einfach zu bearbeiten, 2379 ist einfacher.
Welche Dicke hast Du als Rohmaterial genommen, und hast Du Verzug nach dem Härten in Öl festgestellt ?

Gruß Andreas
 

morlock

Mitglied
Stärke des Materials ist 3,2mm das Messer ist ca 25 cm lang.Hatte keinen Verzug beim härten im öl. was das bearbeiten angeht,tut sich nichts zu D2.Wenn man nicht ausprobiert , weiß man ja nicht obs interessant ist!
M.f.G.
Morlock
 

Sigtrygg

Mitglied
Hi Morlock!
Ich kenne das Material, wir haben es bei uns im Betrieb regelmässig verarbeitet...
Sehr abbrasiv auf Werkzeuge, sehr gute Thermoschock-Beständigkeit...
Aber leider auch SEHR spröde...
Muss wohl an dem extrem hohen C-Anteil liegen.
Wir haben einmal in ermangelung anderen Materials eine Scheibenfräser-Aufnahme daraus gemacht...
Sie war im ersten Schnitt ab, und das bei einem 40er Schaftdurchmesser bei 80er Fräser...
Bei der Länge Deines Messers gehe ich davon aus, das es auch zum Hacken benutzt werden sol...
Und da hätte ich diesen Stahl auf gar keinen Fall genommen...
Mir wäre er zu spröde.
Er nimmt Härte natürlich sehr gut an, wir haben ihn in einem Salzbadverfahren auf bis zu 65 Hrc gebracht...
Aber da ging es auch hauptsächlich um die Thermoschock-Beständigkeit...
Und nicht Elastizität.
Viel Glück, aber ich fürchte die Materialwahl war aus meinen Erfahrungen heraus recht unglücklich.
Ciao...
Sigtrygg
 

luftauge

Mitglied
was das bearbeiten angeht,tut sich nichts zu D2.Wenn man nicht ausprobiert , weiß man ja nicht obs interessant ist!

Eben.
Ich hatte diesen Stahl schon mehrmals ins Gespräch zu bringen versucht, weil ich gehofft hatte, noch jemanden zu finden, der ihn bearbeitet hat,
war aber Fehlanzeige.
Daraus schliesse ich, das er für die meisten irgendwie uninteressant ist, warum, weis ich auch nicht.

Persönlich finde ich 2379 etwas angenehmer zu bearbeiten als 2436, ich hatte den Eindruck, dass 2436 beim Bearbeiten schneller hart wird, liegt das vielleicht am höheren C-Gehalt ?
Der 2379 war dagegen recht gutmütig, der wurde nur bei viel zu schnellen Feilen hart, war für mich der grosse Unterschied

Gruß Andreas
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Bei 60HRc ist der Stahl durchaus noch für ein solches Messer brauchbar. Ich habe eines mit ca. 5mm Stärke daraus gemacht, vorsichtshalber aber auch ausnahmsweise mit einem komplett balligen Schliff. Schneidet wie der Teufel, obwohl der Schneidenwinkel eher größer ist als bei meinen anderen Messern. Ungehärtet etwas schwerer zu schleifen als 2379, gehärtet viel schlechter.
 

morlock

Mitglied
Hallo allerseits
Bin ich ja doch nicht alleine mit dem Stahl.Also ich hab auch einen balligen Schliff gewählt und hab das Messer heut mal einigen Tests unterzogen.Anfangs im hackenden Einsatz auf Hartholz(bubinga),als das keine Chips oder sonstige Spuren zeigte Habe ich einen Großen rinderknochen von meinem Hund probiert(was nicht alle Messer ohne Schaden überstehen!)und ein wenig an einem Stück 440c(ungehärtet) die Kanten gebrochen - keine Ausbrüche und das Messer hatte immer noch gute Schärfe -rasiren ging nicht mehr ganz so gut aber nach einmal abziehen der Klinge wieder wie vorher!.Macht mir doch alles in allem doch einen vernüftigen Eindruck! Nach dem Härten läßt es sich allerdings schlecht bearbeiten ,sagte ja war schon schwierig richtig zu Schärfen.Werd auf jeden Fall nochmal einen Versuch mit Flachschliff machen(von Hohlschliff halt ich eh nicht viel)und vieleicht 1 Rockwell mehr Härte das Messer vorher mal mit ca. 63 Rockwell auf Knochen getestet,gab direkt einen kleinen Ausbruch in der Klinge,aber das wär wohl bei vielen anderen Stählen auch passiert.Was die Härteangaben betrifft habe ich natülich kein Meßgerät - halte mich aber so genau wie möglich an die Temperatuvorgaben der Hersteller(messe direkt am Werkstück),und das hat bisher soweit ich das beurteilen kann auch immer ganz gut geklappt.Also ich find den Stahl jedenfalls nicht ungeeignet für Messer. Mal gucken wie sich das Messer im Alltag bewährt.stell noch ein Foto ein ,wenn ich den Griff montiert hab.
Grüße
Hildor
 

luftauge

Mitglied
Hast Du schon mal daran gedacht, die Schneide nachträglich auf eine niedrigere Härte anzulassen ?
Ich habe es mal versucht, mit ca. 56 HRC (ebenfalls ohne Messgerät angelassen) - die Härte konnte später am geeichten Härteprüfgerät kontrolliert werden.

Klinge teilweise in feuerfester Faser eingewickelt, zusammen mit einfachem Stahlnagel in einen Elektrogrill, und nach Anlassfarbe des Nagels dreimal erhitzt.
Die flachgeschliffene Schneide lässt sich jetzt über einen Nagel "rollen", schneidet trotzdem "extrem" gut.

Ob ich das Gefüge versaut habe, weis ich nicht, aber für ein Handmesser sind >60 HRC bei 2436 m.E zu viel - vor dem nachträglichen Anlassen (61 HRC) konnte ich die Absplitterungen auch beim Hacken von dünnen Seilen mit Holz als Unterlage beobachten
Berichte mal, bin auch daran interessiert, mein Versuchsmesser muss noch überarbeitet werden.
Der 2436 wäre vielleicht auch noch was für Roman zum Begutachten !

Gruß Andreas
 

morlock

Mitglied
Hallo
Danke für den Tip,hab ich noch nicht ausprobiert,hab aber bisher auch keine Ausbrüche (liege so bei 60-61RC).
> 60 ist im allgemeinen bei größeren Messern sicher recht hoch,aber ich finde gerade da liegt der Punkt,wo die Messer richtig schneidhaltig werden. Werde das Messer erstmal so lassen-wenn es dann probleme gibt, versuch ich die beim nächsten Messer (werd auf jedenfall noch eins aus 1.2436 machen)zu korigieren.
Bei der "Anlassfarbe des Nagels" wäre ich aber vorsichtig (recht ungenau)-ich mach das mit einem digitalen Thermometer (-200 bis +1300 ),gibts bei *** Gelöscht. Hinweise auf Internet-Auktions-Plattformen sind im Messerforum nicht erwünscht. *** so ab 20 E! Ist echt vorteihaft ,da man direkt am Werhstück messen kann!
Bei 1.2436 braucht es auch ca 450 Grad um unter 60 Rc zu kommen,was dann beim Grillofen auch schwierig wird.
Wenn Roman den noch nicht hat ,ich hab noch was über,kann ihm ja mal was schicken.
M.f.G.
Hildor
 

luftauge

Mitglied
Die Anlassfarbe des Nagels habe ich als "Krücke" benutzt, weil der Nagel wohl eher unlegiert ist, da muss man sowieso aufpassen, weil die Farben = Temperaturen schlagartig "umkippen" können,
bei mir hats es funktioniert, wobei ich mit der Härteverteilung in der Klinge im Nachhinein nicht so ganz glücklich bin.
Aber der Versuch an sich ist erwartungsgemäss verlaufen.

edit:
Wenn ich nochmal mit dem E-Grill arbeite, werde ich vorher an das Thermometer denken, ist bestimmt auch empfehlenswert, wenn man einen Glüh- oder Brennofen vom Töpfern einsetzen möchte - die einfacheren Geräte sind ja meist ungeregelt, da muss man sowieso daneben stehen bleiben.

Gruß Andreas
 
Zuletzt bearbeitet:

morlock

Mitglied
Hallo
Hat ein bißchen gedauert,aber hier ein erstes Foto vom fertigen (am finish muß icch noch arbeiten)Messer:
12346.jpg

M.f.G.
Morlock