mein "Seminarmesser"

Aiwazz

Mitglied
Hallo Leute,

vergangenes Wochenende (Freitag-Samstag) hab ich ein Seminar bei Wolfgang Wojtinowski besucht.
Da ich bisher ein absoluter Autodidakt (mit viel theoretischer Unterstützung aus diesem Forum) war, wollte ich einfach mal sehen wie Messermachen wirklich geht :hmpf:
Wir waren zwei Teilnehmer und ich muß sagen, ich kann dieses Seminar nur weiterempfehlen!
Beide Wojtinowskis (jun. und sen.) haben sich sehr viel Zeit genommen und haben das Programm nicht einfach abgespult. Im Gegenteil! Wojtinowski sen., der das Seminar ja leitet, ist unglaublich detailliert auf individuelle Probleme und Vorraussetzungen eingegangen!
Aber nun Schluß mit Lorbeer verteilen!
Natürlich bin ich vom Seminar auch mit einem neuen Messer heimgefahren.

Ein paar Daten dazu:
Stahl: ATS 34
Länge ges.: 225 mm
Klinge: 109 mm
Backen und Pins: Neusilber
Schalen: Cocobolo

So siehts von der Seite aus.
So von oben.
Und
das ist die Ansicht von unten.

Mal sehen wie es Euch gefällt!

Gruß

Aiwazz
 

kababear

Mitglied
"Mal sehen wie es Euch gefällt!" alter tiefstapler du! des ist super geworden!

p.s.: wie ist denn die klingenstärke?
 

freagle

Mitglied
Ist wirklich toll geworden, wobei ich bei dem Messer von dir dass ich in München gesehen hab schon überzeugt war dass du so einen Kurs nicht brauchst, das war nämlich schon super fürs erste.

Aber klar wenn man solchen Cracks zuschaut lernt man praktisch alle 5 Minuten was neues dazu, hat sich auf jedenfall gelohnt denk ich.

freagle
 

Nidan

Mitglied
Das Messer ist echt sehr schön, klasse Arbeit !!

Besonders gefällt mir wie du den Griff konturiert hast, das ist wirklich toll !
 

Wolfgang Dell

Mitglied
Ein wirklich gelungenes Messer, sehr gelungene Linie!
Mir gefallen derartige Messer!
Auch wenn manche sagen werden: Gruß von der Drop-Point-Front.
Die Woities können es halt doch!!!
Gruß
Wolfgang
 

christophmc

Mitglied
Respekt, schickes Messer.
Ich habe auch schon mit dem Gedanken gespielt, an einem Seminar teilzunehmen, deswegen würde mich interessieren, welche Arbeitssschritte in eurem Seminar durchgeführt wurden.
Auf der HP von Frank Wojtinowski konnte ich leider nicht ganz erkennen, ob an einem gehärteten Rohling gearbeitet wird oder das Messer komplett entsteht.

Gruß

Christoph
 

Tolstoi

Mitglied
gefällt mir sehr gut, vor allem das Ricasso sieht sehr sauber aus (der Rest natürlich auch:p ). Würdest Du sagen, das man das alleine auch so gut hinbekommt, oder ob es schon ein Unterschied ist, wenn einem bei so einem Seminar jemand zur Hand geht? Hab mir nähmlich sowas auch schon mal überlegt.

Grüße Tolstoi
 

Aiwazz

Mitglied
Nochmal herzlichen Dank für Euer Lob!

@freagle: Du glaubst gar nicht, wieviel ich in diesen 2 Tagen gelernt hab. Ich hoffe blos, ich bin dann auch in der Lage das alles alleine auch praktisch umzusetzen. Gelohnt hat sich das Seminar allemal.

@Wolfgang Dell: Stimmt Wolfgang, die Wojties können es wirklich! Auch wenn Frank, beruflich bedingt, nicht mehr so sehr viele Messer baut. Aber gelernt ist gelernt und als Kassier bei der DMG gilt es ja auch einen Ruf zu bewahren! :)

@christophmc: Bei Wojtinowski wird an einem gehärteten, ansonsten aber unbearbeiteten Rohling gearbeitet. Anders wäre die Arbeit in der zur Verfügung stehenden Zeit auch nicht zu bewältigen. Die Arbeitsschritte sind: satinieren der Klinge bis zum gewünschten Ergebnis. Man erlernt eine Technik die erstaunlich einfach, aber sehr effinzient ist. Vorbereitung der Neusilberbacken und anschließendes Vernieten und in Form feilen. Vorbereitung der Schalen (man hat die Auswahl aus einer großen Zahl verschiedener Materialien) und Pins, grober Zuschnitt und Verkleben. Am nächsten Tag, der Kleber ist über Nacht ausgehärtet, macht man sich an die Formgebung der Schalen bis hin zur Endpolitur.

@Tolstoi: Es soll Seminare geben, bei denen einem sehr viel "aus der Hand" genommen wird. Nicht so bei Wojtinowski! Er zeigt Dir wohl die einzelnen Arbeitsgänge kurz auch praktisch an Deinem Rohling, aber dann drückt er Dir das Werkzeug in die Hand und läßt Dich nicht aufhören bis er mit dem Ergebnis zufrieden ist. Zitat: "Mir ist es egal, wenn wir um 21:00 Uhr noch da sind! Aber Sie sollen mit einem sauber gearbeiteten Messer nach Hause gehen!" Zitat Ende :steirer:

Aufgrund dessen, man hat je praktisch jeden Arbeitsgang selbst durchgeführt, denke ich schon, daß man auch zuhause zu ähnlichen Ergebnissen kommen kann.
Mein "Mitlehrling" hat selbst schon gut 20 sehr schöne Messer gebaut. Man kann ihn also nicht als unerfahrenen Anfänger wie mich bezeichnen. Aber selbst er hat noch vieles dazugelernt!
Wie schon gesagt: meiner Ansicht nach lohnt es sich!
Allerdings würde ich definitiv ein 2-Tage-Seminar wählen. In nur einem Tag kann man einfach nicht genug selbst machen.

Gruß

Aiwazz
 

Tolstoi

Mitglied
Hallo Aiwazz,

das klingt sehr vielversprechend. Könntest Du bitte mal was von dieser einfachen aber effiezienten Möglichkeit erzählen, um ein Satinfinish a la Wojtinowski zu erzielen? Und wie tastet man sich bei den Griffschalen an den Stahl heran, ohne ihn zu verkratzen? Wäre nett, wenn Du dazu noch was sagen könntest.

Grüße Tolstoi
 

Aiwazz

Mitglied
Tolstoi Deine Frage auf diesem Wege, also rein theoretisch zu beantworten ist fast unmöglich. Man muss das sehen und selbst machen.
Ich war jedenfalls sehr überrascht, mit welch einfachen Mitteln und Werkzeugen selbst Profis einzelne Arbeitsgänge erledigen.

Gruß

Aiwazz

PS: schreib mal ein Mail!
 

Nidan

Mitglied
Hi Tolstoi, also für das Satinieren der Klinge hab ich leider auch noch keinen Weg gefunden der mich 100 % befriedigt,das würde mich auch interessieren ;)
Es geht bei mir aber schon viel besser, seit ich das Schleifpapier mit Öl benetze und später dann die Diamantpasten verwende.

Das mit den Griffschalen ist viel einfacher : Also, du sägst die Schalen grob vor, klebst sie auf und verstiftest. Dann mit Feile oder Raspel runterfeilen bis du am Stahl bist. Vermutlich bekommt dann der Stahl am Rücken oder an der Unterseite ein paar kleine Kratzer, aber das macht nix. Denn jetzt schnappst du dir so kleine Gummiwalzen für die Bohrmaschine. belegst die mit Schleifpapier (ich nehm da einfach immer nur doppelseitiges Klebeband) spannst die Bohrmaschine mit dem Zylinder nach oben in einen Bohrständer und schon kannst du ganz prima, die Kratzer rausschleifen und bekommst auch noch ein sehr schönes Finish.

Aber aufpassen : Der Bohrständer muß wirklich sicher stehen und die Klinge darf sich nicht fangen, sonst fliegt sie durch die Gegend !!!! Besonders hinten am Knauf und vorn an der Spitze besonders vorsichtig sein !!!!
Am besten geht es mit niedrigeren Drehzahlen, dann ist es nicht ganz so kritisch und der Stahl wird nicht so schnell heiß (kühlen nicht vergeßen ! )
 
Hallo Aiwazz,

ein schönes Messer hast Du da gemacht. Sieht wirklich Klasse aus. Auch ich interessiere mich für das Satinieren und würde darüber gerne mehr erfahren. Versuche doch einfach mal zu beschreiben wie Ihr das gemacht habt, oder ist es ein Geheimnis.

Gruß Kuno
 

Tolstoi

Mitglied
Hallo Nidan,

habe deinen Beitrag esrt jetzt entdeckt. Also im Prinzip mache ich das genauso wie Du. Nur stören mich halt auch die vielen Kratzer auf der Klinge. Ich habe mir schon mal überlegt, mir einen solchen Minischweifhobel von Dick zu besorgen.

702970.jpg

(Bild von der Homepage Dick-GmbH.de entliehen)


mit dem müßte man doch eigentlich recht gut an den Stahl rankommen, ohne ihn großartig zu verkratzen. Habe aber selber noch keine Erfahrungen damit gemacht.

Grüße Tolstoi