Mein neustes Messer

Markus

Mitglied
Hi,

ich habe wieder mal ein Messer fertig gemacht,und wollte hören,was ihr dazu sagt.Ich schmiede seit ca.1 Jahr Messer.Habe erst ein paar fetig machen können.Die Zeit!Ihr wisst schon.

Das Messer habe ich aus einer Autospiralfeder geschmiedet und habe es selbst gehärtet.Der Griff ist aus Wurzelholz auf Fieber,und Mosaikpins.
Das Messer ist komplett HANDGEMACHT!Nur eine Standbohrmaschine für die Pins habe ich benutzt.

Mein Dank gilt Geist,der mir etwas Webspace zur Verfügung gestellt hat,damit ich hier mein Messer vorstellen kann.
Danke!

wurzel2.jpg


oder

http://www.2nethome.de/pictures/wurzel2.jpg
 

Odin

Mitglied
Sehr huebsch:)
Ist dir wirklich gut gelungen, das wurzelholz harmoniert sehr schoen mit der Klinge.
Hast du schonmal die Schnitthaltigkeit getestet?
Wie hast du es den gehärtet? Diferentiell?
 

C. Raiber

Mitglied
@ Markus
Klasse Messer, mach weiter so.
Was haste denn für Wurzelholz verwendet?
Sieht ein bißchen wie Amboina Maser aus.
 

Geist

Mitglied
Hi Markus

Wie ich dir ja schon geschrieben habe, ist richtig klasse geworden das Messer :super:

Ciao Geist
 

kanji

Super Moderator
Hi Markus,

da kann man nicht motzen, sehr schönes Messer
vor allem hamonieren die Mosaikpins hervorragend mit dem Griffmaterial
 

Leonardo75

Mitglied
Klasse Messer!

Hallo Markus!

Dein Messer gefällt mir von der Form her sehr gut! Weißt Du denn was für ein Stahl für die Feder vom Hersteller verwendet wird?
Das Wurzelholz sieht einfach nur genial aus!

Mach weiter so, es grüßt Dich der Leo.
 

luftauge

Mitglied
Wirklich gelungen :super:
Holz und Klingentextur passen sehr gut zusammen !

Jo, Leo hat Recht, wie hast Du es mit der "unbekannten Grösse" Stahllegierung geregelt ?

Gruß Andreas/L
 

AchimW

Mitglied
Federstahl

Ein Wort: Stahlschlüssel!

Wenn man sich die Federstähle in diesem Buch ansieht, stellt man fest, daß die Legierungen für EINE Anwendung (z.B. Spiralfedern in der Dicke bis x mm) immer sehr ähnlich sind. Daher sind auch die Wärmebehandlungsvorschirften für diese recht ähnlich. Die von den heutigen Automobilherstellern verwendeten Federstähle sind da in aller Regel recht tolerant, was die Schmiedetemperaturen und die Wärmebehandlung angeht. Meines Erachtens nach sind es für die Klingenschmiederei die idealen Anfängerstähle, da man kaum etwas kaputtmachen kann, das Zeug billig bis gratis ist und im Bereich der Wärmebehandlung einen enormen Spielraum bietet. Für Anfänger sind auch mit wenigen Kenntnissen brauchbare Ergebnisse (sprich Klingen) zu erzielen und wenn man experimentiert und die richtigen Verfahren anwendet, können sogar Spitzenresultate erzielt werden. Nicht umsonst ist z.B. der Federstahl 5160 (amerikanische Norm) der Stahl, der bei den meisten ABS-Testmessern Verwendung findet.

Mein persönlicher Favorit bei den Federstählen: Mercedes-Blattfedern von Lastwagen.

:D

Achim
 

Markus

Mitglied
Erst mal vielen Dank für die tollen Zusprüche!!!
Hier noch ein paar Daten zu dem Messer:
Länge komplett: 21cm
Klinge: 10cm
Klingenhöhe: 3cm
Gewicht: 166gr

Für den Griff habe ich Amboinawurzel verwendet.
Die Klinge habe ich bis kirschrot erhitzt und ein, zwei Sekunden in Wasser abeschreckt und dann in Öl abkühlen lassen.
Klinge nachpoliert.
Ein halbes Stahlrohr ca 20cm Durchmesser auf die Feuerstelle der Esse gelegt. Den Rücken der Klinge auf das Rohr gestellt und so lange erhitzt, bis die Klinge einen goldgelben Glanz erreicht hat.

Ciao Markus
 

Claymore

Mitglied
hi Markus,

schönes Teil...
und willkommen in dewr runde der Hammerschwinger :D :D

Wie ermittelst du die korrekte Austenitisierungstremperatur ?
Was für eine Esse nutzt du den zumn Schmieden ?

Die mangelnde Zeit kann ich nachempfinden.....

DEr Tip von Achim bezüglich des Stahlschlüssels (Taschenbuchausgabe genügt) ist gold wert, würd ich mir besorgen.

viels erfolg beim Experimentieren.


gruß

Peter
 

Claymore

Mitglied
mal salopp gesagt, die Messer die die Schmiede die in der Vereinigung aufgenommen werden wollen in Amiland schmieden müssen und die dann verschiedene Krieterien erfüllen müssen in bezug auf schnitthaltigkeit und Flexibilität.
Hab jetzt die genauen Testbedingungen nicht im Kopf, hab sie aber in irgendeinem Buch stehen.

Und der 5160 ist als Allrounder eben ein gern genommener Stahl....



Peter
 

AchimW

Mitglied
Härten und ABS

Also, Markus, zuerst einmal zu Deinem Härtevorgang. Da kann ich nur sagen: Schwein gehabt! Federstahl tendiert bei Wasserhärtung nämlich erheblich zu Spannungsrissen. In mehr als 90 % der Fälle geht das schief.

Dann zum ABS-Test. Folgendes muß man mit dem Testmesser machen, ohne es zwischendurch zu schärfen oder sonstwie zu manipulieren:

1. Haare vom Unterarm rasieren
2. von einem frei aufgehängten 1 Zoll dicken Hanfseil ein maximal 6 Zoll langes Stück mit einem Hieb abschlagen
3. eine 2 x 4 Zoll dicke Holzbohle durchhacken (natürlich NICHT mit nur einem Schlag!)
4. wieder Haare vom Unterarm rasieren (wie gesagt, ohne Nachschärfen oder abziehen)
5. das Messer mit 1/3 seiner Klingenlänge in einen Schraubstock spannen und um mindestens 90° verbiegen, ohne das es bricht.

Die Klinge darf maximal 10 Zoll lang und 2 Zoll breit sein.
Gute Testmesser zeigen nicht mal ansatzweise eine Tendenz zum Bruch beim Biegetest und kehren fast wieder bis zum geraden Zustand zurück.
Das ist der Test für den Status "Journeyman". Wer den "Mastersmith" haben will, muß den gleichen Test mit einer Damastklinge bestehen.

Achim
 

Andreas

Mitglied
vielleicht noch zur ergänzung:
nach dem "durchhacken" des holzbalkens, die rasier-probe mit der stelle der schneide durchführen, die man zum hacken verwendet hat ;)
 

Markus

Mitglied
Ich härte das Messer,wenn der Magnet nicht mehr an der Klinge haftet.

Die Klinge "schrecke" ich nur im Wasser ab.In Öl lasse ich sie abkühlen.
Ich kann eine Feldesse mein eigen nennen.

Habe eben mein neustes Messer gehärtet und angelassen.Beim Klingereinigen,habe ich gesehen,daß ich das erste Mal einen winzigen Riß in der Klinge habe.
Doppelt blöd,weil ich das Messer zum Wettbewerb (Messermagazin)schicken wollte.
Was würdet ihr machen???
Trotzdem abgeben oder es sein lassen?Habe sonst kein Messer,was ich als Jagdmesser abgeben könnte außer das was ich hier vorstelle.

Ciao Markus
 

Markus

Mitglied
Mich würde es interessieren,wenn ich das Messer verkaufen könnte,wie viel es bringen würde.Wenn ich Messer sehe,die Maschinell hergestellt worden sind,die aber über 250Euro kosten,müsste meins ja weit über 500Euro liegen.
Ist halt alles Handgemacht.
Ja,ja.Ich habe keinen bekannten Namen.Stimmt.Nur was ist mein Messer,auch ohne Namen ca.Wert???

Ciao Markus
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Original geschrieben von Markus
Ja,ja.Ich habe keinen bekannten Namen.Stimmt.Nur was ist mein Messer,auch ohne Namen ca.Wert???

Genausoviel, wie einer dafuer zahlt. Ein Emerson Folder ist auch keine 1700USD "wert", manche unbekannte Maker verkaufen die standard ATS/Titan/SS Backen fuer 250-300 USD und die sind keinen Millimeter schlechter gemacht. In D siehts anders aus, da kost gleich alles 500 EUR. Man muss nur die Kunden dafuer finden. Das ist der Trick.

Schau Dir mal die Preise von Günter, Kevin und Claymore an. Das ist IMO ein guter Anhaltspunkt. Ansonsten kalkulier halt mal. Quick and dirty: Material + Abschreibung + Stundenlohn + Puffer = Preis. Fuer ein fixed in der Art wäre bei mir irgendwo um die 200-250 EUR das Maximum. Wenns jetzt genau das Design ist, was ich immer wollte und wenns von der Verarbeitung passt. So Pi mal Daumen. Das heisst aber nix. Ich kenne Leute, die geben fuer kleine Klingen mit nem Schafsfuss hintendran ein Vermoegen aus. Die sind dann aber auch handgedoengelt und unter der Achsel abgekühlt :fack: :irre:


Gruesse
Pitter